„Hätte nie gedacht...“

Mysteriöse Zettel-Botschaft in Mietshaus erregt die Gemüter: Nachbar verwirrt mit Bitte - „Wenn jemand fragt, ...“

Eine mit Computer verfasste Botschaft an die Nachbarn.
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Verrate meinen Namen nicht! Ein Unbekannter will sich nicht aus der Anonymität locken lassen.

Mit wenigen Sätzen auf einem Zettel dürfte ein Unbekannter seine komplette Nachbarschaft aufgeschreckt haben. Darin geht um „Probleme mit zwielichtigen Geschäftsleuten“.

  • In Berlin hat ein Unbekannter eine mysteriöse Botschaft hinterlassen.
  • Darin ist von „zwielichtigen Geschäftsleuten“ die Rede.
  • Die Person scheint vor ihrer Vergangenheit fliehen zu wollen.

Berlin - Ob Frankfurt oder Hamburg, Köln oder München - in Großstädten lässt es sich besonders anonym leben. Gerade in Mehrparteienhäusern verschwinden die Anwohner schnell in der breiten Masse. Die deutschen Großstadtdschungel sind geradezu dafür prädestiniert, unter Hunderttausenden oder gar Millionen unterzutauchen. Natürlich gilt das auch und gerade für Berlin.

In der Bundeshauptstadt tummeln sich fast 3,8 Millionen Menschen. Das ist natürlich noch kein Vergleich zu Tokio mit mehr als 38 Millionen Menschen, Sao Paulo mit fast 21 Millionen Bürgern oder Moskau mit beinahe 12,5 Millionen Einwohnern. Doch für Deutschland eben schon einzigartig.

Mysteriöse Zettel-Botschaft in Berlin: Unbekannter zieht Aufsehen auf sich

Also: Wer in Ruhe leben und von nicht seiner vielleicht nicht unbedingt vorzeigbaren Vergangenheit absolut nichts mehr wissen will, kann in Berlin auf besondere Weise sein Glück finden. Nur sollten dann auch wirklich die Füße stillgehalten werden. Jede noch so kurze Nachricht an das Umfeld kann sofort unbedingt zu vermeidendes Aufsehen nach sich ziehen.

Wie man sich eher nicht erfolgreich in der Anonymität einrichtet, bewies anscheinend ein Anwohner aus dem Berliner Stadtteil Niederschönhausen. Dort wohnen immerhin auch mehr als 30.000 Menschen.

Berlin: Nachbarn werden mit Zettel-Botschaft direkt angesprochen

Mindestens einer der Niederschönhausener würde gern inkognito bleiben. Was bislang auch gut funktioniert zu haben scheint. Doch mittlerweile hat die unbekannte Person - warum auch immer - offenbar kalte Füße bekommen. Weshalb sie sich mit einer immerhin nicht handschriftlichen Notiz an die Nachbarn wandte.

Der auf mysteriöse oder zumindest kuriose Botschaften spezialisierte Instagram-Account „notesofberlin“ veröffentlichte die auf einem DinA4-Blatt verfasste Bitte. In etwas holprig daherkommenden Sätzen wird dort über „Probleme mit zwielichtigen Geschäftsleuten“ gejammert. Und eben deshalb werden die lieben Nachbarn dazu angehalten, bei Nachfragen von unbekannten Personen zu antworten, dass der unbekannte Schreiberling bereits vor drei oder vier Monaten ausgezogen sei.

Berlin: Seltsame Botschaft - Schreiber ist die ganze Situation „schon peinlich“

Anscheinend hat der Mitteilungsbedürftige sich schon einige Jahre rar machen können, denn dieser schreibt auch: „Hätte nie gedacht, dass in meinem Alter so etwas passiert.“ Letztlich sei ihm die Situation „schon peinlich, das ist der Grund, wieso ich meinen Namen nicht angebe“.

So ein Zettel regt selbstredend umgehend zu Spekulationen an. Und mancher Leser fühlt sich an besonders schlechte Gangster-Filme erinnert. Weshalb die womöglich lebenswichtige Nachricht direkt veralbert wird. Unter dem Instagram-Post schreibt etwa „nettleperch“: „Sorry für den Zettel, aber Machinegun-Mcgurm und Frankie die Nase sind immer noch sauer, weil ich nach dem letzten Ding, das wir gedreht haben, allein mit der Kohle abgehauen bin.“ Jack „Machine Gun“ McGurn war einst ein Mobster aus dem Kreis um Chicagos einstigen Unterwelt-Boss Al Capone.

Mysteriöse Zettel-Botschaft in Berlin: Auf Instagram wird über die Geschäftsleute gealbert

Derweil spielt „stefanie_metal_thomas“ auf die Rechtschreibschwäche des mysteriösen Anwohners an und fragt: „Was sollen das für ‚zwielichtige‘ Geschäftsleute sein? Eine Abordnung vom Duden-Verlag?“ Und „christianew07“ scherzt: „Ja, die GEZ ist einfach lästig.“ Von „sourieee“ kommt ebenfalls eine Portion Häme: „Meine Daumen sind gedrückt, dass er seine behalten kann.“

Um auf Nummer sicher zu gehen, könnte der Nachrichtenschreiber natürlich schnell einen Orts- also in diesem Fall Großstadtwechsel anstreben. Vielleicht hat sich aber auch nur jemand einen üblen Scherz erlaubt. Die übrigen Anwohner werden auf jeden Fall künftig sehr genau hinschauen, wer da vor der Haustür herumhängt. (mg)

Als sie eine Botschaft an der Scheibe ihres Autos entdeckt, ruft eine Frau die Polizei. In einem Hochhaus wenden sich die Anwohner an das „Schreipärchen“ - mit einem Aushang. Nach einer Party in einem Mietshaus wird eine Bewohnerin öffentlich an den Pranger gestellt.

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