„Dann habe ich nochmal zwei Schüsse gehört“

Schießerei in Hinterhof: Anwohner „geschockt“ - Polizei findet 24-Jährigen schwer verletzt

Einsatzfahrzeuge der Polizei nach einer Schießerei in Berlin-Schöneberg
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Nach Schüssen in Berlin-Schöneberg mussten Einsatzfahrzeuge der Polizei anrücken.

Anwohner in Berlin-Schöneberg wurden am Montagabend Zeuge einer Schießerei. Ein 24-Jähriger musste schwer verletzt ins Krankenhaus gebracht werden. Die Staatsanwaltschaft ermittelt.

  • Am frühen Montagabend waren in Berlin-Schöneberg mehrere Schüsse zu hören.
  • Die Polizei musste mit mehreren Einsatzfahrzeugen anrücken.
  • Bei einer Auseinandersetzung war ein 24-Jähriger schwer verletzt worden.

Berlin - Als Anwohner in Berlin-Schöneberg am frühen Montagabend mehrere Schüsse hörten, trauten einige vermutlich ihren Ohren nicht. Viele Menschen scheinen hierzulande nicht mit Schießereien zu rechnen und kennen solche eher aus den US-Nachrichten. Vor allem aufgrund der Beschränkungen wegen des Coronavirus* kam es dort häufig zu Vorfällen, bei denen Schusswaffen zum Einsatz kamen - beispielsweise in einem Schnellrestaurant in Oklahoma.

Doch auch in Deutschland gibt es immer wieder Schießereien - in Freising waren kürzlich etwa Schüsse zu hören*. Eine Frau in Berlin-Schöneberg konnte zunächst dennoch nicht glauben, was sie am Montagabend gegen 17.30 Uhr hörte. „Ich dachte erst, das sind vielleicht laute Autos“, zitiert der Tagesspiegel die Mitarbeiterin eines Ladens. „Dann habe ich nochmal zwei Schüsse gehört und Angst bekommen“. Aus diesem Grund habe sie die Tür des Ladens zugesperrt. Dann habe sie beobachtet, wie ein Verletzter an ihrem Fenster vorbeigetragen wurde.

Berlin: 24-Jähriger wird von Polizei schwer verletzt gefunden - Ermittlungen laufen

Auch eine Streife der Polizei Berlin wurde auf die Schüsse aufmerksam, die zwischen Büros und einer Sportsbar in einem Hinterhof abgefeuert wurden. Als sie sich dem Tatort näherten, entdeckten sie einen 24 Jahre alten Mann, der auf dem Gehweg lag. Laut Angaben der Berliner Beamten war dieser am Kopf schwer verletzt, wie sich im Nachhinein herausstellte, handelte es sich dabei jedoch nicht um Schusswunden. Mehrere Einsatzfahrzeug der Polizei wurden alarmiert.

Eine Anwohnerin, die Zeugin der Schießerei war, hat die Szenerie beobachtet und berichtet gesehen zu haben, dass ein Mann mit einem Baseballschläger auf einen anderen Mann zugelaufen sei. Drei weitere Männer hätten diesen festgehalten und bedroht. „Ich bin immer noch ziemlich geschockt“, sagt sie gegenüber dem Tagesspiegel, und fügt hinzu: „Aber das sind Leute, mit denen es hier immer wieder Probleme gibt“.

Die offiziellen Angaben der Mordkommission und der Berliner Staatsanwaltschaft geben bislang nicht ganz so viel über den Tatablauf preis: In dem Hinterhof soll es zu einer Auseinandersetzung zwischen mehreren Männern gekommen sein, wobei sich der 24-Jährige eine stark blutende Schlagverletzung am Kopf zugezogen hat. Die anderen Männer seien daraufhin in alle Richtungen geflüchtet - ein mutmaßlich Beteiligter sei jedoch wenig später in Berlin Kreuzberg festgenommen worden. Die genauen Hintergründe werden derzeit noch ermittelt. Das Opfer soll polizeibekannt sein.

Schüsse in Hinterhof: In Berline-Schöneberg wurde ein 24 Jahre alter Mann schwer verletzt

Anfang des Jahres wählten Zeugen in München den Notruf, weil ein Mann auf dem Balkon mit einer Waffe herumschoss. Vor Ort machte die Polizei eine unerwartete Entdeckung. Kurios: Ebenfalls in München löste ein Autokorso einen Großeinsatz der Polizei aus, was für die Braut sehr unangenehm war. Grund waren Schüsse, die mit Handfeuerwaffen abgegeben worden waren.

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