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„Körperverletzung“, „Widerwärtig“: Skandal-Leberkassemmel sorgt für anhaltendes Entsetzen

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Von: Armin T. Linder

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Die missglückteste Leberkassemmel der Welt? Ein Berliner sorgt mit seinem Erlebnis seit zweieinhalb Jahren für Entsetzen.

Berlin - Die Leberkassemmel (wir nutzen hier den bairischen Begriff) mag regional unterschiedlich heißen, hat aber überall in Deutschland ihre Fans. Die ganz eingefleischten treffen sich in der Facebook-Gruppe „Wo gibt es gute LKW (Leberkäsweckle/-brötchen) in Deutschland“ mit fast 2.000 Mitgliedern. Viele davon sind Leberkas-Puristen. Man sollte sie lieber nicht fragen, ob es denn nicht auch okay ist, die Semmel mit Ketchup anzureichern. Deswegen verwundert es auch nicht, dass ein Beitrag dort für nachhaltiges Entsetzen sorgt.

Leberkas-Fotos
Der Leberkas-Fan dokumentierte sein Erlebnis mit zahlreichen Fotos. © privat/Facebook

Facebook: Leberkas-Fan schildert unerfreuliches Erlebnis in Berlin

Das Facebook-Posting stammt zwar aus dem Jahr 2020, wird aber immer wieder durch neue Reaktionen nach oben gespült, so auch jetzt. Ein Leberkassemmel-Fan hat eine ganz, ganz unangenehme Erfahrung gemacht, dokumentiert diese mit Bildern (und sogar einem 360-Grad-Foto) und greift ganz tief in die Kiste mit den harten Wörtern. „Verstoß gegen jegliche Menschenwürde, Körperverletzung“ lautet sein Vorwurf zum Erlebnis, das er in der Warschauer Straße in Berlin an einem Mittwochmorgen gemacht hat.

Der User hatte verschlafen und ging hungrig aus dem Haus. An einer Bäckerei verfiel er der Verlockung des Angebots „Leberkäse im Brötchen“ und wird sehr detailreich: „Als die Bäckereifachverkäuferin (ca. 35, dünn, lange schwarze Haare) dann hinter die Theke griff und mir etwas merkwürdig Aussehendes in eine blickdichte Papiertüte tat und es mir in die Hand gab, hatte ich ein mulmiges Gefühl. Ich hatte keinen Leberkäse gesehen, kein Messer und das Schlimmste: Ich wurde auch nicht ironisch gefragt, ob ich scharfen oder süßen Senf haben will. Naja, jetzt hatte ich es bezahlt, in der Hand und verließ schnell den Laden, um die Bäckereifachverkäuferin vor meiner Reaktion zu bewahren.“

Die fällt vernichtend aus. Als Backware sei ein „vollkommen vertrocknetes KÄSEBRÖTCHEN“ zum Einsatz gekommen, die Dicke des Leberkas „mit etwa 1-2 cm jedoch unterirdisch, lächerlich und traurig.“ Bis dahin schon schlimm für echte Fans? Ja, doch das Schlimmste kommt noch. „Aber was ich dann sah, verschlug mir den Atem. Auf dem Leberkäse befand sich ein, ungesalzenes, bis zum Maximum gebratenes Spiegelei. Das habe ich bisher leider noch nicht so ganz realisiert und kann es noch nicht weiter ausführen, aber meine Meinung sollte glaub ich eh klar sein.“

Facebook: Geschmackstest von Leberkas-Fan fällt verheerend aus

Der wagemutige junge Mann traute sich auch noch an den Geschmackstest: „Vom Hunger geplagt wagte ich es also, in diese Schande zu beißen. Ein unglaublich ekliger und fettiger Geschmack ließ meine Geschmacksnerven erstarren. Und als ich dann, nach etwas mehr als der Hälfte, auf den Senf stieß, hatte ich endgültig mit meinem Leben abgeschlossen. Der SCHARFE Senf befand sich zwischen Spiegelei und KÄSEBRÖTCHEN, trieb mir Tränen in die Augen und versetzte mich in Schweißausbrüche. Ob dies auf meine Enttäuschung oder die Schärfe zurückzuführen ist, weiß ich nicht.“

Mit dem ehemals so geschätzten Imbiss hat er erst mal abgeschlossen: „Das war‘s. Ich weiß nicht ob jemals noch ein mal in einen LKW beißen kann, ohne in Angstzustände zu verfallen. Wenn dann wohl nur in eins vom TOOM Baumarkt.“ Er bittet um Rat und vor allem Aufmunterung.

Leberkassemmel
An der Leberkassemmel gab es viele Details zu „entdecken“. © privat/Facebook

Facebook: Entsetzte Reaktionen auf Konstrukt aus Käsesemmel, Leberkas, scharfem Senf und Spiegelei

Kann er haben: Mehr als hundert Emoji-Reaktionen haben sich in zweieinhalb Jahren angesammelt, davon viele wütende und traurige. Und Dutzende Kommentare. „Das macht mich wütend und traurig zugleich. Schande“, schrieb erst jetzt, im August 2022 ein Leberkas-Fan. Zuvor hieß es bereits: „WIDERWÄRTIG“, „Du Armer“, „Ich bin fassungslos“, „Da werd ich so richtig sauer“ und: „Danke, dass Du diesen Skandal an die Öffentlichkeit gebracht hast und uns vor weiterem Schaden bewahrt hast.“

Für weitere Empörung sorgt einer, der die Leberkas-Community mit dem Satz „Sieht lecker aus!“ trollt. Natürlich ist bei all dem eine ganze Menge Ironie und Übertreibung dabei. Aber es beweist auch, was für ein emotionales Thema die Leberkassemmel für viele doch ist. Diskussionen gibt‘s immer wieder: Wie auch die Entdeckung an einer Rewe-Theke - und eine Semmel von eben jener Supermarktkette, die extradünn belegt war. Kürzlich wurde ein Bayer mit Leberkassemmel in der Hand geblitzt. Und ein Ex-Spitzenkoch verkauft jetzt Leberkas an einer Rewe-Imbisstheke. (lin)

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