Verhängnisvolle Nachricht

Gefängnis-Praktikant verschickt WhatsApp-Foto vom neuen Arbeitsplatz - mit drastischen Folgen

Eine Hand greift an den Türgriff einer Zellentür im Gefängnis Heidering südlich von Berlin.
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Eine Zellentür im Gefängnis Heidering südlich von Berlin.

Eine simple WhatsApp-Nachricht von seinem neuen Arbeitsplatz hat für einen Gefängnis-Praktikanten und die JVA fatale Folgen.

Berlin - Eine vermutlich harmlos gemeinte WhatsApp-Nachricht sorgt in der Berliner JVA Heidering für mächtig Ärger und mehrere zehntausende Euro Kosten. Schuld hat ein Praktikant, der eigentlich nur mal in den Job in einer Justizvollzugsanstalt hineinschnuppern wollte - sich dabei aber einen fatalen Fauxpas geleistet hat.

Gefängnis-Praktikant verschickt WhatsApp-Foto von Schlüssel - mit fatalen Folgen

Was war passiert? Der Praktikant machte ein Foto von einem Schlüssel für die Zellen- und Durchgangstüren der JVA und verschickte es an einen Freund. Doch dort blieb der brisante Schnappschuss offenbar nicht, sondern wurde wiederum weitergeleitet. Für das Gefängnis eine gefährliche Sicherheitslücke: „Mit dem Schlüssel geht jede Tür auf“, wird Justizsprecher Sebastian Brux von RTL.de zitiert. Würde eine Nachbildung des Schlüssels an einen der Häftlinge gelangen, könnten sich dieser frei auf dem Gelände bewegen. Ganz in die Freiheit gelange man mit dem Schlüssel zwar nicht - hierzu bedarf es noch der Freigabe einer Schleuse - dennoch ein nicht ungefährlicher Kontrollverlust.

JVA muss gesamtes Schließsystem umstellen - Kosten extrem

Als die Justizverwaltung am 25. Februar 2021 Hinweise bekommt, dass ein Foto des Schlüssels im Umlauf ist, besteht deshalb dringender Handlungsbedarf. Die JVA muss ihr gesamtes Schließsystem umstellen, da rund 600 Schlüssel im Umlauf sind. Und das kostet - nicht nur Zeit, sondern auch Geld! „Pi mal Daumen 50.000 Euro“, schätzt Brux gegenüber RTL.

Die JVA Heidering von außen.

Gefängnis-Praktikant kommt WhatsApp-Fauxpas teuer zu stehen

Der junge Mann ist nicht nur seinen Job bereits nach wenigen Tagen los, sondern muss vermutlich auch die Kosten für das Prozedere aus eigener Tasche bezahlen. Denn zu Beginn einer Beschäftigung erhalte jeder Mitarbeiter eine Sicherheitseinweisung und müsse eine entsprechende Erklärung unterschreiben. Die Belehrung enthalte auch, dass das Fotografieren oder Abmalen der Schlüssel untersagt sei, so Brux. Das gelte auch für Praktikanten!

Brux glaubt nicht, dass böse Absicht hinter der Aktion des jungen Mannes steckte. „Vermutlich wollte er Freunden ein Foto schicken und sagen: Guck mal, ich bin auf der Arbeit“, nimmt der Justizsprecher an. „Das hat er sicher nicht in böser Absicht getan“, so Brux weiter. Praktikanten empfängt die JVA dennoch weiter gerne. So etwas sei noch nie zuvor passiert und würde sicher allen weiteren Gästen eine Lehre sein.

Apropos WhatsApp und Sicherheit: Für WhatsApp-User kann ein Blick auf ihre Datenschutz-Einstellungen nicht schaden. In vier einfachen Schritten kann für deutlich mehr Privatsphäre gesorgt werden. Einen folgenschweren Fehler leistete sich auch ein Praktikant einer österreichischen Firma an den vergangenen Weihnachtsfeiertagen. (va)

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