Berliner Autobrandstifter muss lange in den Knast

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Ein ausgebrannter Opel steht in Berlin-Lichtenberg auf der Straße.

Berlin - Der Brandstifter, der in Berlin über 100 Autos angezündet hat, muss für sieben Jahre ins Gefängnis. Der 28-Jährige wollte hochwertige Autos vernichten - aus einem bestimmten Grund.

Der Serienbrandstifter hat nachts in Berlin mehr als 100 Autos angezündet und einen Gesamtschaden von mindestens einer Million Euro angerichtet. Am Dienstag hat der geständige 28-jährige Angeklagte aus Berlin nun die Quittung vom Landgericht Berlin bekommen: Sieben Jahre Haft wegen schwerer und einfacher Brandstiftung. Er schlug zwischen Juni und August vergangenen Jahres zu. Für die Brandanschläge suchte er sich vorwiegend hochwertige Fahrzeuge aus. Zum Teil wurden auch Menschen gefährdet, weil die Flammen auch auf benachbarte Wohnhäuser übergriffen.

Diese Autos setzte der Berliner Feuerteufel in Brand

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“Die Taten kamen dem Angeklagten zum Frustabbau gerade recht“, hieß es im Urteil. Als ein weiteres Motiv sah die Kammer Geltungssucht. Der 28-Jährige habe “Gefallen daran gefunden, mit kleinen in der Heimlichkeit begangenen Handlungen riesige Effekte zu erzielen“. Ihm sei es darum gegangen, “Rekorde aufzustellen“, sagte die Vorsitzende Richterin. Durch die Brandstiftung habe der damals arbeitslose Mann sein Bedürfnis nach Aufmerksamkeit befriedigt. Die Richterin sprach im Urteil von “hoher Sozialschädlichkeit“ der begangenen Brandstiftungen, die Teile der Bevölkerung stark verunsichert hätten.

Nach seiner Festnahme im Oktober hatte der 28-Jährige die Taten zugegeben. Sein Geständnis wirkte sich nun strafmildernd aus. So betonte die Richterin, dass dem Angeklagten ansonsten “keine einzige Tat“ hätte nachgewiesen werden können. Der Wert der Aussage sei deshalb “extrem hoch einzustufen“. Die Strafhöhe hätte anderenfalls “deutlich im zweistelligen Bereich“ gelegen, sagte die Richterin. Das Strafgesetzbuch sieht bei Brandstiftung einen Strafrahmen von 1 bis 15 Jahren Haft vor.

Videokamera bringt Fahnder auf die Spur

Zum Zeitpunkt seiner Taten war der Angeklagte arbeitslos und lebte noch bei seiner Mutter. Beinahe jede Nacht zog er im Sommer 2011 los, um in ihm bekannten Gegenden Fahrzeuge in Brand zu stecken. An manchen Tagen schlug er gleich mehrfach zu. Laut Gericht legte er nur während weniger Nächte eine Pause ein.

Durch seine Brandstiftungen brachte der frustrierte Mann auch Menschen in Gefahr. So brannte in einem Fall der Dachstuhl eines Einfamilienhause in Neukölln ab. Die Flammen des brennenden Autos waren zunächst auf ein Carport und dann auf das Wohnhaus übergegriffen. In einem weiteren Fall musste zudem eine Seniorenresidenz in Charlottenburg geräumt werden, nachdem der Angeklagte davor fünf Autos angezündet hatte und das Feuer das Altersheim bedrohte.

Kurz vor seiner Festnahme hatte er die Zündeleien aufgegeben, weil er zu diesem Zeitpunkt einen Job als Küchenhilfe gefunden hatte. Trotzdem waren die Fahnder auf seine Spur gekommen. Einen Hinweis hatte ihnen die Aufnahmen einer Überwachungskamera vom U-Bahnhof Haselhorst geliefert. Sie zeigten den Angeklagten, wie er zeitnah zu den Autobränden in der Gegend den Bahnhof betreten und verlassen hatte.

Nach seinem Geständnis bei der polizeilichen Vernehmung warf die Anklage ihm schließlich 102-fache Brandstiftung vor. Mehr als ein Dutzend Fälle wurde allerdings vom Gericht eingestellt, weil der Schaden nicht ermittelt werden konnte. Der 28-Jährige wurde deshalb nur wegen 86-facher Brandstiftung bestraft. Mit dem Urteil folgt die Kammer aber im Wesentlichen dem Antrag des Staatsanwalts. Er hatte acht Jahre Haft verlangt. Die Verteidigung hatte sich auf kein Strafmaß festgelegt.

dapd

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