Zu faul für eine Beisetzung?

Bestatter behält Urnen in seinem Büro

Berlin - Manche haben Bücher oder Bilder in ihrem Büro stehen. Bei einem Bestatter aus Berlin sind dagegen die Urnen zu finden, die er eigentlich längst beigesetzt haben sollte.

Er verkaufte anonyme Bestattungen und Seebestattungen zu Billigpreisen, doch die Urnen landeten nur in seinem Büro. Ein Berliner Amtsgericht hat am Mittwoch einen 39-jährigen Bestatter wegen Betruges zu drei Jahren Haft verurteilt.

Er hatte zuvor gestanden, Geld für Bestattungen in seine eigene Tasche gewirtschaftet zu haben. Besonders verwerflich sei, dass der Bestatter Trauersituationen ausgenutzt habe, so das Gericht.

Statt die Urnen beizusetzen, hatte der gelernte Bürokaufmann und mehrfach vorbestrafte Betrüger sie in seinem Büro verwahrt.

Im Tatzeitraum von Januar bis Juli 2011 wurden 20 Fälle mit einem Schaden von rund 12.500 Euro ermittelt. Betroffen waren 19 Hinterbliebene und ein Bestattungsinstitut, das der Verurteilte mit Leistungen beauftragt hatte.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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