Weniger Geburten, weniger Arbeitskräfte

So sieht Deutschland 2060 aus

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Deutschland wird immer älter.

München - Wie sieht Deutschland in 45 Jahren aus? Wahrscheinlich deutlich leerer und grauer als heute! Das Statistische Bundesamt hat die Bevölkerungsentwicklung bis 2060 errechnet.

Das Statistische Bundesamt hat seine zahlreichen Daten zu Geburtenraten, Lebenserwartung und Zuwanderung genutzt, um die Bevölkerungsentwicklung in Deutschland bis 2060 zu berechnen. Das Ergebnis: Von heute fast 81 Millionen bleiben bis 2060 – je nach Stärke der Zuwanderung – höchstens noch 67,5 bis 73,1 Millionen Menschen übrig. Gleichzeitig wird die Bevölkerung, dank gestiegener Lebenserwartung und weniger Geburten, deutlich älter. Immer mehr Senioren – 33 Prozent der Bevölkerung – stehen 2060 dann immer weniger Menschen im Erwerbsalter gegenüber.

Die tz erklärt die wichtigsten Annahmen der Statistiker:

Deutschland 2060

Die Bevölkerungsgrafik hier als pdf-Grafik.

Weniger Einwohner: Heute leben 80,8 Millionen Menschen in Deutschland. An diese Zahl brauchen wir uns aber nicht zu gewöhnen, denn ein Bevölkerungsrückgang ist nach Ansicht des Statistischen Bundesamts „auf lange Sicht unvermeidbar“. Wenn Schulkinder im Jahr 2060 die Einwohnerzahl ihres Heimatlandes lernen, dann könnte diese leicht bei 68 Millionen liegen. Zwar rechnet das Statististische Bundesamt bis 2020 noch mit einem leichten Bevölkerungsanstieg auf einen Spitzenwert von 81,57 Millionen – danach geht’s aber bergab. Schon 2028 soll die 80-Millionen-Marke unterboten werden. Unter 75 Millionen Einwohner soll Deutschland dann bereits im Jahr 2043 haben. 2055 wiederum sollen gar weniger als 70 Millionen Menschen in Deutschland wohnen. 2060 gäbe es nur noch 67,56 Millionen Einwohner. Damit läge die Bevölkerung dann auch wieder unter dem Wert von 1950 – damals lebten in der Bundesrepublik und der DDR 68,72 Millionen Menschen.

Wenig Geburten: Der Hauptgrund für den Rückgang der Bevölkerung ist die niedrige Geburtenrate seit Anfang der 1970er-Jahre. Die Zahl der Kinderlosen steigt ebenso wie das Gebäralter bei Frauen weiter an. Derzeit liegt die Geburtenrate bei statistisch 1,4 Geburten pro Frau. Bleibt das so, werden im Jahr 2060 etwa 500 000 Menschen mehr sterben als geboren werden. Bereits heute ist dieses „Geburtendefizit“ messbar: 2013 erreichte es seinen bisherigen Höchststand von 212 000.

Immer älter: Die Bevölkerung in Deutschland wird aber langfristig nicht nur schrumpfen, sondern sich auch verändern. In Deutschland werden in Zukunft vor allem deutlich mehr alte Menschen leben. Im Jahr 2060 werden nach den Berechnungen der Statistiker 22 bis 23 Millionen Menschen 65 Jahre oder älter sein. Damit wird jeder dritte Bürger dieser Altersgruppe angehören, während es heute nur jeder Fünfte ist. Mit neun Millionen wird es außerdem mehr als doppelt so viele Über-80-Jährige wie heute geben.

Weniger Arbeitskräfte: Besonders stark wird dagegen die Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter schrumpfen. Die Zahl der 20- bis 64- Jährigen wird dem Bundesamt zufolge ab 2020 deutlich zurückgehen. Während im Jahr 2013 noch 49 Millionen Menschen in Deutschland zu dieser Altersgruppe gehörten, werden es im Jahr 2060 je nach Größe der Zuwanderung 34 oder 38 Millionen sein. Der Anteil der 20- bis 64-Jährigen an der Gesamtbevölkerung sinkt damit von 61 Prozent auf 51 oder 52 Prozent.

Der Effekt der Zuwanderung: In den letzten Jahren hat die Zuwanderung den Effekt des Bevölkerungsrückgangs unterbrochen. „Gegenwärtig erlebt Deutschland eine deutliche Zunahme der Nettozuwanderung von 128 000 im Jahr 2010 auf 429 000 im Jahr 2013“, erklärt Statistikamt-Präsident Roderich Egeler. Dadurch wurde zwischen 2011 und 2013 der Rückgang der Bevölkerung immerhin gestoppt. Da solche Zuwanderungsbewegungen immer in Wellen verlaufen, rechnen die Statistiker nicht damit, dass die Zuwanderung den Trend langfristig umdrehen kann. Außerdem kämen die meisten Zuwanderer aus den Krisenstaaten der EU – sollte sich die Wirtschaftslage dort wieder stabilisieren, wird auch die Zuwanderung wieder abnehmen.

Mk.

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