Hausfriedensbruch - mit schweren Folgen?

Junge Männer gehen illegal baden - was dann passiert, hat das Zeug zum Skandal

Um baden zu gehen, kletterten mehrere junge Männer über einen Zaun. Als die Polizei anrückte, war noch nicht klar, dass sich die Angelegenheit zu einem handfesten Skandal ausweiten könnte. 

Kreis Gütersloh/Bielefeld - Die Hitze in Deutschland war in den letzten Wochen beinahe unerträglich. Kein Wunder also, dass jeder auf der Suche nach einer geeigneten Abkühlung ist - bevorzugt im kühlen Nass. Das ist offenbar im Kreis Gütersloh nicht ganz so einfach. Denn die meisten Weiher in der Gegend sind eigentlich Abbaugebiete. Und dort ist das Baden verboten. 

Eine Gruppe von jungen Leuten setzte sich am 16. Juli am Abend allerdings - wohl den Temperaturen geschuldet - über das Verbot hinweg und ging trotzdem baden. Sie suchten sich dafür ausgerechnet einen vollständig von einem etwa zwei Meter hohen Zaun umgebenen See aus; mehrere Hinweisschilder weisen darauf hin, dass das Betreten des Geländes Unbefugten verboten ist. Hausrecht haben an diesem See ein Sportfischerverein und das Abbau-Unternehmen.

Die jungen Männer kletterten trotz der Verbote über den Zaun und gingen baden. Ein Mitglied des Fischervereins rief daraufhin die Polizei. Als die anrückte traf sie zwei Gruppen junger Männer im Alter von 18 bis 23 Jahren in der Nähe des Sees, die ihren Fehltritt auch gestanden. Gegen die insgesamt elf Männer wurde laut Polizei ein Ermittlungsverfahren wegen Hausfriedensbruchs eingeleitet. Was die Polizei in ihrer Meldung allerdings nicht mitteilte: Einer der jungen Männer ist Kommissaranwärter bei der Polizei und steht kurz vor Abschluss seiner Ausbildung. Das berichtet die Neue Westfälische

Dieses Detail ist von besonderer Brisanz, denn wie ein Mitglied des Fischervereins gegenüber der Neuen Westfälischen sagte, meldeten sich nach dem Vorfall mehrere Polizeibeamte - darunter auch ranghohe - bei ihm. Sie baten darum, die Anzeige gegen den Polizeischüler zurückzuziehen. 

Die Mitglieder des Fischervereins gaben den mehrfachen Bitten nach und zog die Anzeige gegen den Polizeischüler zurück. Gegen die anderen Personen ermittelt die Staatsanwaltschaft Bielefeld weiter wegen Hausfriedensbruchs. Ein Skandal, sollten sich diese Vorwürfe bewahrheiten.

Wie die Neue Westfälische weiter berichtet, will die Polizei den Vorfall nun intern prüfen und herausfinden, welche Polizeibeamten sich für den Rückzug der Anzeige eingesetzt haben. 

Lesen Sie auch: Woran Badegäste Blaualgen erkennen

Rubriklistenbild: © dpa / Frank Molter

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