Ungewöhnliche Lösung

E-Bike-Raser werden Problem in Naturschutzgebiet – nun gibt es einen „Blitzer“

E-Bike-Fahrer aus der Fahrerperspektive aufgenommen auf einem engen Wanderweg in der Natur.
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E-Bikes fahren bis 25 km/h schnell – auf engen Wanderwegen ist das ein Sicherheitsrisiko. Der Tourismusverband eines Naturschutzgebietes hat jetzt eine kreative Lösung für dieses Problem (Symbolbild).

Der Tourismusverband eines Naturschutzgebietes greift zu ungewöhnlichen Maßnahmen, um rasende E-Biker in Griff zu bekommen: Ein Blitzer auf dem Wanderweg soll für Abschreckung sorgen.

Kreis Schleswig-Flensburg - Aus Sicht des Tourismusverbandes Ostseefjordschlei nehmen E-Biker am Geltinger Birk nicht immer genug Rücksicht auf die Natur und die Spaziergänger. In der Nähe des Parkplatzes Falshöft findet sich nun eine kreative Lösung zu diesem Problem: Eine Blitzer-Attrappe, die tatsächlich „blitzt“, ohne jedoch wirklich ein Foto aufzunehmen.

Tourismusverband filmt Reaktionen der E-Biker

Der Tourismusverband stellte die Blitzer-Attrappe auf und dokumentierte die Aktion öffentlichkeitswirksam per Video und Foto. „Kann es sein, dass Sie gerade geblitzt worden sind?“ fragt die Mitarbeiterin des Tourismusverbandes zwei E-Biker freundlich, die soeben die Blitzer-Attrappe passiert haben. „Haben Sie mal auf Ihren Tacho gekuckt, wie schnell waren Sie unterwegs?“ „Keine 20 Stundenkilometer“, entgegnet der Radfahrer schnell und seine Begleiterin fügt nach kurzer Überlegung hinzu: „Wie schnell darf man hier eigentlich fahren?“

Die Aktion sollte Radfahrer mit einem Augenzwinkern auf eine angemessene Geschwindigkeit im Naturschutzgebiet aufmerksam machen. Einen Strafzettel gibt es für Temposünder derzeit aber nicht.

Warnung von offizieller Seite: Radwege müssen möglicherweise gesperrt werden

Die Aktion des Tourismusverbandes hat jedoch einen ernsten Hintergrund. Denn die Wege im Naturschutzgebiet sind keine offiziellen Radwege. Man setze derzeit auf „friedliche Koexistenz“ von Radfahrern und Spaziergängern. Doch in der Vergangenheit sei es bereits häufiger fast zu Zusammenstößen gekommen, teilte das Landesamtes für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume dem NDR mit. Sollte sich die Situation verschlechtern, behalte man sich vor, die Wege komplett oder zumindest teilweise für den Radverkehr zu sperren, teilte der Mitarbeiter des Landesamtes Nils Kobarg mit.

Das Verhalten der Touristen vor Ort entscheidet demnach darüber, wie Menschen in Zukunft das Naturschutzgebiet nutzen können. E-Bikes dürfen in Deutschland bis zu 25 Stundenkilometer schnell fahren, überhöhte Geschwindigkeiten stellen auf engen Wander- oder Waldwegen eine Gefahr dar. „Das ist einfach ein Paradies hier“, sagt eine E-Bikerin über die Gegend des Geltinger Birk und fügt im Hinblick auf die Fahrgeschwindigkeit einsichtig hinzu: „Das wollen wir alle erhalten.“

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