Letzte Ortungssignale der Blackbox

Bleibt MH370 für immer verschollen?

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Ein Mann in Malaysia zündet Kerzen in Gedenken an die Insassen des Fluges MH370 an.

Kuala Lumpur - Die Suche nach dem verschollenen Flieger der Malaysian Airlines ist ein Wettlauf mit der Zeit: Die Suchmannschaften versuchen, die letzten Ortungssignale der Blackbox zu erwischen.

Der Akku des Senders wird am Montag seine letzte Energie verbrauchen. Gerade jetzt keimt wieder Hoffnung auf: Zwei Schiffe empfingen Signale, die von der Blackbox stammen könnten.

Das chinesische Schiff Haixun 01 registrierte 2600 Kilometer nordwestlich von Perth zweimal ein Signal auf der für eine Blackbox im Wasser typischen Frequenz von 37,5 Kilohertz in 4,5 Kilometern Tiefe. Später regis-trierte das australische Schiff Ocean Shield ebenfalls ein Signal – 500 Kilometer entfernt. Die Behörden warnen vor voreiligen Schlüssen: Eine Verbindung zu MH370 muss erst geklärt werden. Wichtige Fragen zur Suche:

Wird auch ohne Blackbox-Signal weitergesucht? 

Ja. Der malaysische Verkehrsminister Hishammuddin bekräftigte, dass sein Land die Suche nach der verschwundenen Maschine nicht einstellen werde. „Wir sind das den Familien der Passagiere und der übrigen Welt schuldig“, betonte er.

Wie stehen die Chancen, MH370 ohne Blackbox-Signal zu finden?

Die Chancen verschlechtern sich dramatisch. Das Suchgebiet ist riesig. Allerdings: 2009 verschwand Flug 447 der Air France mit 228 Menschen an Bord. Auch damals wurde die Blackbox nicht rechtzeitig vor dem Ende des Notsignals gefunden. Nach mehreren erfolglosen Suchmissionen fanden unbemannte Tieftauchroboter erst im April 2011 – fast zwei Jahre nach dem Unglück – das Haupt-Trümmerfeld. Einen Monat später wurde hier auch die Blackbox gefunden. Doch: Bei Flug 447 fand man schon sechs Tage nach dem Verschwinden die ersten Leichen und einzelne Trümmer, bei MH370 bislang nichts.

Flug MH370: Chronologie einer Suche

Flug MH370: Chronologie einer Suche

Könnte das Unglück mit der Blackbox rekonstruiert werden? 

Wahrscheinlich ja. Die Blackbox beinhaltet einen Flugschreiber, der alle Flugdaten der letzten 25 Stunden registriert – wie Kurs, Flughöhe oder Tempo. Außerdem zeichnet ein Stimmenrekorder Gespräche im Cockpit auf – allerdings in der Regel nur die letzten 30 Minuten. Dann wird die Aufnahme wieder überspielt. Was sich im Flugzeug abspielte, könnte also selbst dann ein Geheimnis bleiben, wenn die Blackbox gefunden werden würde.

Welche Konsequenzen werden aus dem Verschwinden von MH370 gezogen? 

Bislang keine, allerdings gibt es Stimmen, die eine Umrüstung der Flugzeuge von der Blackbox-Technik auf eine Live-Stream-Datenübertragung per Satellit fordern. Peter Goelz, ehemaliges Mitglied der US-Flugsicherheitsbehörde, erklärt: „Technisch ist das kein Problem“. Doch das würde die Fluggesellschaften viel Geld kosten.

tz

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