Rettungswagen werden knapp

41 Berliner Blitzeis-Opfer in nur zwei Stunden

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Der Winterdienst hat in Berlin alle Hände voll zu tun.

Berlin - Fußgänger stürzten, Autos krachten ineinander, Radfahrer konnten sich nicht mehr halten: In der Hauptstadt und Teilen Brandenburgs hat Blitzeis am Montagmorgen zu zahlreichen Unfällen geführt.

Das Blitzeis hat am Montag im Unfallkrankenhaus Berlin zu einem Patientenansturm geführt. „Die Feuerwehr hat die Verletzten auch in Löschzügen vorbeigebracht, weil sie nicht mehr genug Rettungswagen hatte“, sagte Sprecherin Angela Kijewski. Innerhalb von zwei Stunden seien 41 Menschen nach Stürzen oder Unfällen eingeliefert worden. Manche hätten vor Schmerzen geschrien.

„Es gab Hüftbrüche und ausgekugelte Hüften. So etwas tut höllisch weh“, ergänzte Kijewski. Der jüngste Patient sei 14, der älteste 93. Die Ärzte behandelten neben vielen Brüchen auch Sprunggelenksverletzungen, Bänderdehnungen und Platzwunden am Kopf. In der Regel werden sonst rund 90 Patienten pro Tag in die Klinik gebracht.

Die Feuerwehr rief für den Rettungsdienst den Ausnahmezustand aus. Allein die Feuerwehr in der Hauptstadt zählte zwischen Mitternacht und etwa 13.30 Uhr fast 1300 Rettungseinsätze, wie ein Sprecher sagte. An einem durchschnittlichen Tag seien es 1100 Einsätze.

Ähnliches Bild in Teilen Brandenburgs, Allein im Osten des Bundeslandes krachte es bis zum Mittag mehr als 140 mal auf den Straßen, wie ein Sprecher der Polizeidirektion Ost in Frankfurt an der Oder sagte. Meistens blieb es bei Blechschäden. In acht Fällen gab es Verletzte. Drei davon musste in Krankenhäuser eingeliefert werden, sagte der Sprecher.

Auch am Autobahndreieck Waltersdorf im Süden Berlins kam es am Vormittag zu zahlreichen Verkehrsunfällen. Die Feuerwehren der Regionalleitstellen Oderland und Lausitz hatten nach Stürzen von Fahrradfahrern und Fußgängern ebenfalls „alle Hände voll zu tun“.

Nach zu mildem Winter: Kälte kommt im Nord-Osten

Der Winter in Deutschland ist in der ersten Hälfte viel zu mild gewesen - jetzt bringt er zumindest vorübergehend Kälte und vielleicht auch Schnee. „Im Nord-Osten geht es schon los“, sagte Meteorologe Christian Herold vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Offenbach am Montag und warnte vor Glatteis. Bis Mittwoch werde die Kälte wohl allmählich auch den Süden Deutschlands erreichen.

Auf jeden Fall bleibt es im Nord-Osten kalt: In der zweiten Wochenhälfte sind nachts sogar bis zehn Grad minus drin. „Da wird es dann richtig kalt“, sagte Herold. Möglicherweise gibt es am Wochenende oder in der nächsten Woche vielerorts Schnee bis ins Flachland, sicher sei das aber noch nicht.

Fast vier Grad haben die Meteorologen in den ersten sechs Wochen des Winters im Durchschnitt gemessen, der für sie mit dem Dezember beginnt. Das waren 3,7 Grad mehr als im langjährigen Mittel. Frühlingshafte 15,9 Grad zeigten die Thermometer in Garmisch-Partenkirchen am Sonntag. Statistisch folgt dem DWD zufolge auf gut jeden dritten Winter mit einem deutlich zu warmen Dezember und Januar ein zu kalter Februar und März. „Noch ist alles möglich“, betonte Herold. Und: „Ein Winter ohne Kaltlufteinbruch mit Schnee bis in tiefe Lagen ist sehr selten.“

Wärmewelle mitten im Winter auf dem Balkan

Währenddessen schlägt das Wetter auf der Balkanhalbinsel Kapriolen: Eine Wärmewelle mitten im Winter und sintflutartige Regenfälle machen Mensch und Natur zu schaffen. In Serbien erreichte das Thermometer in einigen Landesteilen am Montag laut Meteorologen wieder 18 Grad. Im bulgarischen Weliko Tarnowo nordöstlich von Sofia seien es am Vortag sogar 25,8 Grad gewesen. Während viele Region seit zwei Monaten auf größere Regenfälle hoffen und die Bauern bereits Saatschäden melden, musste die kroatische Adriastadt Split am Sonntagnachmittag in kurzer Zeit demnach 45 Liter Regen pro Quadratmeter verkraften.

Die Skigebiete sind fast überall in der Region entweder geschlossen oder es sind nur vereinzelt Pisten mit Kunstschnee geöffnet. „Es ist der wärmste Winter in der Geschichte Bosnien-Herzegowinas“, titelte die Zeitung „Dnevni avaz“ in Sarajevo. Die rumänischen Skiorte verzeichnen eine Million Euro Verluste pro Tag, wie der Verband der Tourismusunternehmen mitteilte. In der bosnischen Stadt Doboj berichteten Spaziergänger der Zeitung „Blic“ von der verfrühten Blüte der Großen Kamille, die normalerweise erst Monate später zu beobachten ist. Bauern befürchteten Ernteeinbußen, weil die Obstbäume bereits blühen.

dpa/afp

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