Großeinsatz in Baden-Württemberg

Baden-Württemberg: 88-Jähriger zündet Schwiegersohn an - was war das Motiv?

Großbrand in Wohnhaus in Malsch, 88-Jähriger zündet Schwiegersohn an
+
Ein Inferno löste ein 88-Jähriger an einem Mehrfamilienhaus mutwillig aus - er hatte seinen Schwiegersohn und die Terrasse angezündet.

In Baden-Württemberg verursachte ein 88-Jähriger ein Flammen-Inferno, nachdem er seinen Schwiegersohn und dessen Terrasse angezündet hatte. Die Polizei ermittelt.

Malsch - Es klingt wie in einem Actionfilm - und ist doch genau so in der beschaulichen Gemeinde Walsch in Baden-Württemberg passiert: Ein 88-Jähriger zündete seinen 60-jährigen Schwiegersohn auf der Terrasse eines Mehrfamilienhauses an. Zuvor hatte er die Fläche mit einem Brandbeschleuniger besprüht und so das ganze Haus in ein flammendes Inferno verwandelt. Die ganze Geschichte mit weitreichenden Folgen nach Berichten der Deutschen Presseagentur (dpa).

Schwiegersohn und Terrasse angezündet: 88-Jähriger verursacht Inferno - auch seine Tochter wohnte dort

Es war Dienstagabend, 23. März, 20.30 Uhr, als Nachbarn eines Mehrfamilienhauses die Feuerwehr alarmierten. Kurz zuvor spielten sich auf der Terrasse in Malsch filmreife Szenen ab. So soll der 88-Jährige versucht haben, seinen Schwiegersohn in Brand zu stecken. Dabei habe er den 60-Jährigen und die Terrasse eines Mehrfamilienhauses in Malsch (Landkreis Karlsruhe) mit einer brennbaren Flüssigkeit besprüht und diese entzündet haben. Pikant: Neben dem angezündeten Schwiegersohn wohnte unter anderem die 57-jährige Tochter des Seniors in dem Mehrfamilienhaus - sie blieb jedoch unverletzt.

„Das Opfer erlitt Brandverletzungen an Händen und einem Unterarm, konnte die brennende Kleidung aber löschen“, berichtet die dpa. Das Haus sei in Brand geraten, die Flammen breiteten sich in dem größeren Gebäude rasch bis zum Dachgeschoss aus. Rund 90 Einsatzkräfte der Feuerwehr stießen dazu. Neun Bewohner retteten sich selbst ins Freie, insgesamt 27 Bewohner des Hauses wurden in Sicherheit gebracht. Wegen einer nahen Gasleitung waren vorsorglich auch Nachbarhäuser evakuiert worden. „Das Haus ist wohl unbewohnbar“, meinte ein Polizeisprecher. Mehrere Parteien brauchen nun eine neue Bleibe.

Rettungskräfte: Haus in Malsch unbewohnbar - Senior zwei Stunden lang auf der Flucht

Während die evakuierten Bewohner vorübergehend in einem Bürgerhaus unterkamen, war der 88-Jährige mit einem Auto davon gefahren. Nach dem Senior fahndete ein Hubschrauber. Derweil waren neben dem Großaufgebot der Feuerwehr auch Rettungsdienste mit 26 Kräften und ein Notarzt vor Ort.

Der 88-Jährige konnte etwa zwei Stunden nach seiner Flucht wegen des Verdachts der Brandstiftung von der Polizei festgenommen werden. Die Beamten haben bereits die Ermittlungen begonnen. Nach Angaben eines Polizeisprechers vom Donnerstag, 25. März, kam der mutmaßliche Täter in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Beschuldigten versuchten Mord und schwere Brandstiftung vor. Der Sachschaden an dem Mehrfamilienhaus beträgt rund 700 000 Euro.

Warum setzte der Senior ein Haus in Brand, in dem auch seine Tochter wohnt? Das Motiv der Tat ist bisher unklar. Der mutmaßliche Brandstifter äußerte sich laut dpa-Angaben (Stand Mittwoch, 24. März) nicht zu den Vorgängen. In Malsch hatte sich eine ähnliche Geschichte schon einmal zugetragen - im Jahr 2009 hatte ein Sohn seinen Vater in der Kleinstadt angezündet. In etwas jüngerer Vergangenheit hatte ein brennender Swinger-Club für Aufruhr in Malsch gesorgt. (nap)

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare