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Brite stirbt nach Club-Besuch: Tourist in Magaluf tot geprügelt? Angehörige erheben schwere Vorwürfe

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Von: Anna Lorenz

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Auf der Partymeile Magaluf soll ein Tourist totgeschlagen worden sein. Sein Bruder erhebt schwere Vorwürfe gegen den mallorquinischen Club „Boomerang“ und die Polizei – doch die schildert ein etwas anderes.

Magaluf – Was ist passiert in der Nacht des 26. Juli 2022? Diese Frage beschäftigt momentan die mallorquinischen Behörden ebenso wie Medical-Cannabis-Mogul Maximilian White. Der jüngere Bruder des Unternehmers, Tobias White-Sansom (35), verstarb nach tagelangen Kampf an den Folgen schwerer Verletzungen, die er sich beim Feiern im Club „Boomerang“ in der beliebten Partyhochburg Magaluf zugezogen hatte. Während die Familie die Überführung der Leiche des zweifachen Familienvaters nach Großbritannien beantragt hat, scheint White entschlossen, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Brite stirbt in Magaluf – Bruder des Toten ist sicher: Securities haben ihn „richtig schlimm geschlagen“

Wie der Mirror berichtet, stellen sich die Geschehnisse, wegen derer sein Bruder starb, sowohl unverständlich, als auch extrem brutal dar. White, der sich auf Zeugenaussagen beruft, die sein Anwalt ihm weitergeleitet haben soll, schildert den Ablauf folgendermaßen:

White-Sansom soll bei einem Besuch der Partymeile Magaluf in Begleitung seiner Freundin ein T-Shirt im VIP-Bereich des Clubs „Boomerang“ vergessen haben. Während er auf das Kleidungsstück wartete, habe er sich an der Bar noch ein Getränk holen wollen, als ihn auf einmal jemand „von hinten packte“, so White. Dann eskalierte die Situation. „Er wusste nicht, wer es war und wehrte sich. Drei oder vier Securities brachten ihn in eine Ecke des Clubs, machten ihn fertig und begannen, ihn richtig schlimm zu schlagen. Dann legten sie ihm Handschellen an und prügelten ihn erneut.“

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Nachtleben in Magaluf: Brutal soll der Brite hier zu Tode geprügelt worden sein. (Archivbild) © Clara Margais/dpa

In einer anderen Area sollen die Sicherheitsleute den gefesselten Mann weiter malträtiert haben. „Sie knieten auf seinem Nacken, schlugen ihn, zogen ihm die Schuhe aus und versuchten, seine Zehen zu brechen. Etwa 12 Minuten lang, so sollen Zeugen White zufolge ausgesagt haben, zog sich die Tortur. „Gleichzeitig haben sie ihm Schmuck abgenommen und in ihre Taschen gesteckt“, behauptet der Bruder des toten Briten.

Tod nach Clubbesuch in Magaluf: Bruder des Verstorbenen erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei

Halb bewusstlos und unfähig, seinen Kopf aufrecht zu halten, so habe die Polizei White-Sansom schließlich aufgefunden, schildert White. „Die Polizisten griffen nach ihm, warfen ihn auf den Boden und legten ihm ein zweites Paar Handschellen an“. Dann sollen sich alle acht Beamten auf den panischen Mann gekniet haben. „Eine Gruppe von 50, 60 Leuten scharte sich um sie, einer rief ‚Ihr werdet ihn töten‘ – offenbar flehte mein Bruder um sein Leben.“

Daraufhin habe man White-Sansom arrestiert und ihm Beruhigungsmittel verabreicht. Auch auf die Schaulustigen soll die Polizei losgegangen sein. „Der Grund, warum so viele Zeugen sich melden, ist, dass fünf oder sechs von ihnen selbst von der Polizei angegriffen wurden[...]“, ist sich der Unternehmer sicher.

Die Behörden hingegen zeichnen ein anderes Bild der verhängnisvollen Nacht. Die spanische Polizei ließ dem Mirror zufolge verlauten, man wäre wegen eines Angriffs auf einen Securitymann zum „Boomerang“-Club gerufen worden. Ein Gast soll dem Angestellten intoxikiert eine Kopfnuss verpasst haben. „Die Guardia Civil kann bestätigen, dass die Umstände gegenwärtig untersucht werden“, sagte ein Sprecher. „Als die Guardia Civil-Polizei ankam, war dieser Mann gewalttätig und die Polizisten hielten ihn fest, damit er medizinisch versorgt werden konnte. Er wurde zur Behandlung ins Krankenhaus gebracht.“

Brite stirbt nach Clubbesuch: Vermögender Bruder will Partymeile Magaluf notfalls selbst schließen

Weitere Informationen gibt es bislang nicht, nur die, dass White-Sansom mittlerweile im mallorquinischen Krankenhaus verstorben ist. „Er war ein guter Vater, hatte keine Vorstrafen, auf der ganzen Welt mochte man ihn und er hat unsere Familie zusammengehalten wie Kleister“ erinnert sich White im Gespräch mit dem Mirror. Dass er die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen will, ist offensichtlich. Doch sollten die Ermittlungen folgenlos bleiben, hat White bereits eine Ankündigung gemacht. „Wenn es sein muss, kaufe ich die Magaluf-Meile und schließe sie dauerhaft“, so der vermögende Unternehmer, „denn sie ist eine Gefahr für die Menschen. Sie ist nicht kontrolliert.“ (askl)

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