Bundesweite Razzia bei Luftfrachtunternehmen

Berlin - Nach den vereitelten Anschlägen mit Paketbomben hat das Luftfahrt-Bundesamt (LBA) eine bundesweite Großrazzia bei Luftfrachtunternehmen veranlasst.Die bisherige Bilanz:

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Regierung kritisiert Mängel bei Frachtkontrollen

In den vergangenen Tagen wurden zahlreiche Frachtdienstleister, Logistiker und Spediteure unangemeldet kontrolliert, 20 allein am Mittwoch, wie das Bundesverkehrsministerium am Donnerstag in Berlin mitteilte. Schwerwiegende Sicherheitsmängel seien bislang nicht festgestellt worden. Allerdings erfüllten den Angaben zufolge mehrere der geprüften Röntgengeräte nicht die geforderten Voraussetzungen und mussten nachkalibriert werden. Schwerpunkte der Kontrollen waren die Flughäfen München, Stuttgart, Frankfurt/Main, Düsseldorf, Köln/Bonn, Berlin, Hamburg und Leipzig.

Pakete aus dem Jemen gefunden

Die LBA-Mitarbeiter überprüften auch die Einhaltung des Embargos für Fracht aus dem Jemen, von wo aus die Paketbomben in Richtung USA geschickt worden waren. Zwar wurden in Deutschland nun noch einzelne Sendungen aus dem Jemen gefunden. Diese waren aber bereits vor dem Einflugverbot importiert worden und wurden gemäß der Sofortmaßnahmen nachkontrolliert. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) will vom Versender über den Transporteur bis zum Flugzeug schärfere Kontrollen umsetzen. “Wir müssen die Glieder der Lieferkette noch sicherer machen“, sagte er. “Dafür müssen wir Lücken aufspüren und schnellstmöglich schließen.“ Die betroffenen Unternehmen müssten jederzeit mit unangemeldeten Kontrollen rechnen. Außerdem will der CSU-Politiker das Luftfahrt-Bundesamt um mehrere Hundert zusätzliche Kontrolleure aufstocken, wie die “Rheinische Post“ (Donnerstagausgabe) unter Berufung auf Regierungskreise berichtete. In den kommenden Wochen sollen der Zeitung zufolge alle 650 bundesweit zugelassenen Unternehmen für den Luftfrachtversand überprüft werden.

Schwarze Liste für ausländische Flughäfen

Am Donnerstag sollte ein Arbeitsstab der Bundesministerien und Sicherheitsbehörden tagen. Er analysiert das System der Luftfrachtssicherheit in Deutschland und Europa und überprüft auch die rechtlichen Grundlagen und Rahmenbedingungen. Für eine effektivere Luftfrachtsicherheit brauche es eine verstärkte europäische Zusammenarbeit und einheitliche Standards, mahnte Ramsauer. “Vor allem die Kontrollen auf Flughäfen von Drittstaaten müssen verbessert werden. Für unsichere Flughäfen sollte eine schwarze Liste eingeführt werden.“ Ende Oktober hatten Sprengstoffpakete aus dem Jemen, die an Synagogen in den USA adressiert waren, Sicherheitslücken im Luftfrachtverkehr offenbart. Eine der Bomben, die nach einer Geheimdienstwarnung in Großbritannien gefunden werden konnte, war über den Flughafen Köln/Bonn transportiert worden. Später waren auch Briefbomben an EU-Regierungschefs und diplomatische Vertretungen entdeckt worden, die mutmaßlich von Linksextremisten aus Griechenland stammten.

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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