Schrecklicher Unfall

Bungee-Sprung in den Tod: Junge Frau springt ohne Seil von Brücke

Gruppenbild von verschiedenen Menschen, die in Kroatien Bungee Jumping gehen möchten.
+
Symbolbild: Eigentlich herrschen beim Bungee-Jumping strenge Sicherheitsbestimmung. Im Bild erhalten Kunden an der Maslenica Bridge in Kroatien gerade genaue Anweisungen.

Ein fatales Missverständnis führte zum Tod einer jungen Mexikanerin. Jetzt stellt sich heraus: Das Extremsport-Unternehmen hatte keine Lizenz für Bungee-Sprünge.

Fredonia, Kolumbien – Yecenia Morales Gomez wurde nur 25 Jahre alt. Sie und ihr Freund wagten am vergangenen Sonntag in Kolumbien ihren ersten Bungee-Sprung, nun ist die junge Mexikanerin tot.

50-Meter-Sprung von Brücke: Yecenia Morales Gomez springt zu früh

Yecenia Morales Gomez war mit ihrem Freund zu einer 50 Meter hohen Brücke in der Provinz Antioquia gefahren, um dort einen Bungee-Sprung zu wagen. Beide hatten bereits das Geschirr umgeschnallt, doch nur bei dem jungen Mann war auch schon das Bungee-Seil an den Füßen befestigt. Die Veranstalter wiesen den Freund der Verunglückten an zu springen. Augenzeugen zufolge verstand die junge Mexikanerin das falsch und sprang selbst – ohne das lebensrettende Seil an ihren Füßen.

Sie stürzte ungebremst 50 Meter in die Tiefe. Die herbeigerufenen Rettungssanitäter konnten an der Unfallstelle nur noch ihren Tod feststellen. Untersuchungen ergaben, dass die junge Frau allem Anschein nach bereits im Fall an einem Herzstillstand gestorben war. Angaben der New York Post zufolge war sie die 90. Kundin des Unternehmens an diesem Tag. Missverständnisse bei der Kommunikation vor dem Absprung sind keine Seltenheit: Auch im spanischen Kantabrien starb 2017 ein junges Mädchen, da sie ungesichert in die Tiefe sprang. Ein Mitarbeiter gab die Anweisung „no jump“, sie hatte das als „now jump“ – „jetzt springen“* – verstanden.

Kolumbien: Bungee-Unternehmen hatte keine Lizenz

Zwei verschiedene Unternehmen führen an der Brücke in Fredonia Bungee-Sprünge durch. Nun äußerte sich ein Kommunalpolitiker der Region zu dem tragischen Unfall und stellte klar, dass keines der beiden Unternehmen eine Lizenz für diesen Geschäftsbereich habe – weder in der Region Fredonia, noch im benachbarten Gebiet Amagá. Das geht aus einem Bericht der kolumbianischen Publikation Publimetro hervor. Die lokalen Behörden kümmern sich nun darum, dass diese Geschäftspraktik verboten werde, so der Politiker weiter.

Belastbare statistische Daten zur Häufigkeit von Bungee-Jumping-Unfällen liegen derzeit nicht vor. Schätzungen zufolge stirbt laut Health Research Funding (HRF) rund einer von 500.000 Bungee-Jumpern. Die Gefahr liegt bei anderen Sportarten demzufolge deutlich höher. Basejumping* hat eine Unfallrate von 1:60, beim Wandern in den Bergen* liegt sie laut HRF bei 1:15.700. Abgesehen von der Möglichkeit eines tödlichen Unfalls birgt Bungee-Jumping jedoch auch noch andere Risiken, wie der Sportmediziner Klaus Völker gegenüber der Süddeutschen Zeitung erklärt. Besonders die peitschenartige Pendelbewegung beim Fall sei ein Gesundheitsrisiko für alle mit Bandscheibenproblemen oder andere Vorschädigungen im Halswirbelsäulen- oder Lendenwirbelbereich. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare