„Unsere Absichten sind gut“

Burger King sorgt zum Frauentag für Eklat - und rudert anschließend zurück

Passantinnen laufen an einer Burger-King-Filiale in London vorbei.
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Eine Burger-King-Filiale in London: Die britischen Kundinnen waren „not amused“ über einen Frauentags-Tweet des Konzerns.

„Musste der Spruch sein?“, fragen empörte Kunden. Die Fast-Food-Kette wollte Frauen Gutes tun, hat sich in Witzigkeit versucht und einen Shitstorm losgetreten. 

London - „Frauen gehören in die Küche“: Provokant! Ein Werbe-Aktion auf Twitter ist für die britische Abteilung von Burger King richtig nach hinten los gegangen - inklusive Shitstorm, Scharmützel im Netz und, wie so oft, einem schlussendlich gelöschten Tweet.

Aber von vorne. Obigen Spruch postete das Social-Media-Team der Kette am Internationalen Weltfrauentag (8. März). Die „Auflösung“ folgte dann im Thread: Nur 20 Prozent aller Köche seien weiblich, weshalb es sich Burger King nun zur Mission mache, dieses Verhältnis in der Gastro gerade zu rücken und verstärkt Frauen Chancen zu geben - inklusive Stipendienvergabe.

Burger King sorgt für Eklat am Frauentag - Shitstorm folgt

Kam trotzdem nicht gut an. Interessant ist hierbei der Schlagabtausch mit der Fast-Food-Konkurrenz, in den Burger King geriet. Mashable macht da vor allem auf Amy Brown aufmerksam, die nach deren Informationen einst Social Media für „Wendy‘s“ (eine britische Kette) machte: „Sie trollte Burger King am Frauentag“, schreibt das News-Portal. Zum Beispiel so: „Hey, wie wär‘s denn damit: BurgHer Queen“

Burger King rudert zurück: „Nur weil dumme Menschen dumme Dinge tun...“

Dann schaltete sich Fernando Machado, Marketing-Chef bei Burger Kings Mutterkonzern ein. Mit wenig Erfolg. „Ich hoffe, die Menschen sehen den Tweet im Kontext und unsere wahre Intention dahinter“, klagte er. „Falls wir uns zurückhielten, nur weil dumme Menschen dumme Dinge im Internet tun, würden wir überhaupt nichts mehr machen. Unsere Absichten sind gut und hoffentlich können Menschen das durchschauen.“

Brown schoss zurück: „Wenn ich Euch mit meinem Auto gegen die Hauswand fahren und sagen würde ‚Aber meine Absichten waren gut‘, stünde mein Wagen immer noch in Eurem Wohnzimmer.“

Frauentag-Tweet von Burger King geht nach hinten los: „Wir haben verstanden“

Burger King hat mittlerweile klein beigegeben und sich entschuldigt: „Wir haben verstanden“ und „Es tut uns leid“ sowie: „Das nächste Mal machen wir es besser.“

Aber muss man dann gleich den Tweet löschen? Laut Burger King ja, weil es unter ihm „brutale Kommentare gab und wir dem keinen Raum geben wollen.“ Geschlechter-Stereotype -sind 2021 offenbar mehr denn je ein Minenfeld.

Der Internationale Frauentag wurde auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals am 19. März 1911 in Deutschland und in Nachbarländern sowie den USA organisiert. Seit 1921 wird er jährlich am 8. März begangen. Im Land Berlin ist er seit 2019 gesetzlicher Feiertag. (frs)

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