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„Massenmörder“: Christian Drosten im Camping-Urlaub übel beschimpft

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Von: Fabian Raddatz

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Beim Urlaub in Mecklenburg-Vorpommern haben drei Dauercamper den prominenten Virologen Christian Drosten beschimpft. Auch die Polizei musste anrücken.

Neubrandenburg – Deutschlands wohl berühmtester Virologe musste in seinem Urlaub wohl Hass-Triaden über sich ergehen lassen. Das geht aus einem Bericht der Deutschen Presseagentur hervor. Drosten war demnach wohl auf einem Zeltplatz im südlichen Mecklenburg-Vorpommern campen, als er von drei Dauercampern angegangen wurde.

Virologe Christian Drosten
Christian Drosten hat gegen drei Camper Anzeige wegen Beleidigung und Verleumdung gestellt, nachdem diese ihn angegangen hatten. © Michael Kappeler/dpa

Die zwei Frauen und ein Mann beschimpften ihn als „Massenmörder“, sagten, „dass er Kinder auf dem Gewissen“ habe. Drosten selbst rief daraufhin die Polizei und stellte Anzeige wegen Verleumdung. Doch selbst nach dem Eintreffen der Beamten, ließ sich das Camper-Trio nur schwer beruhigen, heißt es.

„Massenmörder“: Christian Drosten im Camping-Urlaub übel beschimpft

Die Polizeisprecherin wollte wegen laufender Ermittlungen zum Inhalt der Beschimpfungen nichts sagen. Der Vorfall habe sich am vergangenen Samstag am Ellbogensee, südlich der Müritz in der Grenzregion zu Brandenburg zugetragen. Drosten sei inzwischen wieder planmäßig abgereist, wie kreiszeitung.de berichtet.

Am Mittwochnachmittag schrieb Drosten bei Twitter, dass er Urlaub „immer und jederzeit in MeckPomm“ machen würde. „Ich bin ja schließlich Norddeutscher, und es ist einfach gut da!“ Drosten wurde in Lingen im Emsland geboren. Mit seinem Tweet antwortete er auf einen Beitrag des Wetterexperten Jörg Kachelmann. Dieser hatte Drosten Respekt gezollt für „den Ansatz, auf einem Zeltplatz in Mecklenburg-Vorpommern Urlaub zu machen“. Drosten schrieb daraufhin: „Na ja, wir haben halt ‚ne Nacht am See gezeltet, leider kein Urlaub. Deswegen auch keine vorzeitige Abreise oder dergleichen.“

Christian Drosten übel beschimpft: Zur Hass-Figur geworden

Der Wissenschaftler erlangte als Experte im Zuge der Corona-Pandemie, die derzeit durch die Variante Omikron BA.5 wieder Fahrt aufnimmt und abermals für 3G und Maskenpflicht im Urlaub 2022 sorgt, deutschlandweite Bekanntheit. Er sah sich immer wieder mit Anfeindungen konfrontiert, etwa von Kritikern von Impfungen und anderer Corona-Schutzmaßnahmen.

Im Mai 2020 schilderte Drosten dem „Spiegel“, dass es mittlerweile Alltag für ihn sei, Hass-Nachrichten zu bekommen. Drosten damals: „Oft handelt es sich um völlig irre Texte voller Rechtschreibfehler, manche Schreiberlinge sind einfach nur bemitleidenswert, andere hoch narzisstisch, maliziös und manipulativ.“

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