Social Network für iOS-Smartphones

Clubhouse-App: Plattform bietet neue Social-Funktionen

Die Clubhouse App auf dem Smartphone
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Für den Beitritt zur Clubhouse-App eine Einladung erforderlich

Verbraucher können die App Clubhouse nur nach einer Einladung durch einen aktiven User nutzen. Influencer und andere Prominente treiben die Verbreitung der App voran.

Berlin – Am 18. Januar 2021 berichteten zahlreiche deutsche Medien über die App Clubhouse, um die sich seitdem ein regelrechter Hype entwickelt. Die audiobasierte App wird von zahlreichen internationalen Superstars genutzt. Mittlerweile entdecken auch immer mehr deutsche Prominente die Audio-only-App.

Clubhouse: Die Anfänge der neuartigen App

Die App Clubhouse wurde 2020 vom Software-Konzern Alpha Exploration mit Sitz im US-amerikanischen Salt Lake City lanciert. Dabei handelt es sich um eine audiobasierte App, die gegenwärtig (Stand April 2021) ausschließlich für iOS-Geräte verfügbar ist.

Paul Davison, der die Stanford-Universität absolviert und zuvor beim Pinterest-Konzern gearbeitet hatte, konzipierte zusammen mit Rohan Seth, einem ehemaligen Google-Mitarbeiter, die Clubhouse App. Gegenwärtig befindet sich Clubhouse noch in der Erprobungsphase (Beta-Phase).

Die App ist seit März 2020 verfügbar. Ihre Nutzerzahl wuchs schnell an, sodass Ende 2020 bereits rund 600.000 User ihre Funktionen nutzen. Der Clubhouse-App wurde von Anfang an ein hoher Wert beigemessen. Dieser wurde bereits zwei Monate nach der Lancierung im Mai 2020 auf circa 100 Millionen US-Dollar geschätzt.

Clubhouse: Die Besonderheiten dieser App

Im Gegensatz zu populären Apps beziehungsweise Plattformen für das Social Networking, die bereits seit einigen Jahren auf dem Markt sind und den Austausch von Textnachrichten, Bilder und Videos ermöglichen, stehen bei der Clubhouse-App Audio-Inhalte im Mittelpunkt.

Für die Kommunikation der Nutzer sind Audio-Chaträume verfügbar. In diesen finden Gespräche über Themen statt, die zuvor festgelegt wurden. Diese Gespräche werden als Events bezeichnet. Jeder User hat das Recht, als Moderator ein derartiges Event zu planen und durchzuführen. Andere Nutzer können sich während der Gesprächsdauer jederzeit dazu schalten, um zuzuhören oder selbst aktiv zur Konversation beizutragen. Wer einen Gesprächsbeitrag leisten möchte, signalisiert dem Moderator diese Absicht durch das Heben einer virtuellen Hand. Zusammengefasst haben diese Gespräche den Charakter von Live-Podcasts.

Clubhouse: Die Voraussetzungen der Nutzung der App

Gegenwärtig ist die Clubhouse-App ausschließlich in einer Version für iPhones und nicht für Handys mit Android-Betriebssystem verfügbar.

Darüber hinaus ist für den Beitritt zur App eine Einladung erforderlich: Eine Person, die bereits bei Clubhouse aktiv ist, muss eine Einladung an den neuen User verschicken. Dabei ist die Anzahl der Einladungen, die ein Nutzer versenden darf, auf zwei Personen begrenzt. Anschließend lädt der neue User die App herunter und registriert sich unter seinem User-Namen. Die Anmeldung und die Auswahl eines Nutzernamens sind auch ohne Einladung möglich. Sie führen jedoch nicht zum Ziel, wenn sie im Anschluss an die Registrierung nicht durch eine Einladung legitimiert werden.

Clubhouse: Prominente Nutzer der App

In den USA erfreut sich die Clubhouse-App bei vielen Prominenten großer Beliebtheit, unter anderem zählen die folgenden Persönlichkeiten dazu:

  • Oprah Winfrey
  • Drake
  • Ashton Kutcher
  • Kevin Hart

Bis zum Beginn des Jahres 2021 gab es nur wenige deutsche User der App. Dies änderte sich, nachdem zwei bekannte Podcast-Moderatoren dazu aufriefen, massenhaft Einladungen zu verschicken und auf diese Weise den Userkreis zu vergrößern. Dies führte zu einem Hype und machte Clubhouse bereits Ende Januar 2021 zur gefragtesten App auf iOS-Basis in Deutschland.

Inzwischen sind unter anderem die folgenden deutschen Prominenten bei Clubhouse aktiv:

  • Christian Lindner
  • Kevin Kühnert
  • Saskia Esken
  • Bodo Ramelow
  • Joko Winterscheidt
  • Dorothee Bär
  • Olli Schulz
  • Philipp Amthor

Die Teilnahme von bekannten Personen trägt nach Ansicht von Experten in erheblichem Umfang zur Beliebtheit dieser App bei: Viele Fans hoffen, mit ihrem Idol auf Clubhouse ins Gespräch zu kommen.

Die Clubhouse-App: Die grundlegenden Funktionen

Die Clubhouse-App kann in den folgenden drei Rollen genutzt werden:

  • Moderator
  • Sprecher
  • Zuhörer

Auf dieser App können User zwei verschiedene Arten von Gesprächsräumen nutzen: Öffentlichen Räumen dürfen alle Clubhouse-User betreten, geschlossene Räume dienen der Vernetzung mit ausgewählten Personen.

Wer ein Gespräch planen möchte, kann zu diesem Zweck eine praktische Kalenderansicht der App nutzen. Darüber hinaus können alle Teilnehmer anhand dieser Ansicht sehen, welche Konversationen für die Zukunft geplant sind.

Jeder Chat hat einen oder mehrere Moderatoren, die den anderen Gesprächsteilnehmern das Wort erteilen. Außerdem haben sie die Aufgabe, die Einhaltung der Richtlinien der Community zu überwachen. Sobald es zu Verstößen kommt, haben sie die Verpflichtung und das Recht, entsprechende Maßnahmen zu ergreifen.

Clubhouse: Weitere Funktionen der App

Die Clubhouse-App sieht auch diese Nutzungsmöglichkeiten vor:

  • Anlage von Profilen mit Steckbriefen
  • Folgen anderer User
  • Beitritte zu Chats
  • Gründung von und Teilnahme an Clubs
  • Einstellung der Audioqualität

Es besteht die Möglichkeit, das Profil mit weiteren Plattformen zu verlinken, wie zum Beispiel Twitter, Instagram oder Facebook. Wer neu auf Clubhouse ist, wird durch ein Party-Emoji auf dem Profil als Einsteiger gekennzeichnet. Dies erfolgt für eine Woche nach dem Beitritt. Diese Funktion soll andere, erfahrene Nutzer motivieren, dem Neuling bei Bedarf zu helfen.

Clubs werden zu bestimmten Themen gegründete und ähneln damit den beliebten Facebook-Gruppen.

Die Audioqualität lässt sich auf „High“ und „Low“ einstellen. Insbesondere für die Wiedergabe musikalischer Audio-Beiträge, wie zum Beispiel Gesangseinlagen, ist die Einstellung High empfehlenswert.

Das Folgen anderer Nutzer umfasst auch das Recht, diese zu interessanten Unterhaltungen dazu zu holen. Dafür steht dem User ein Plus-Button zur Verfügung, der sich neben dem Handzeichen befindet.

Die Gründung eines Clubs ist nur App-Nutzern gestattet, die schon seit längerer Zeit bei Clubhouse aktiv sind und bereits mehrere Redebeiträge geleistet haben.

Die Clubhouse-App: Die diskutierten Themen

Grundsätzlich gibt es kaum Beschränkungen hinsichtlich der Gesprächsthemen, die Teilnehmer bei Clubhouse diskutieren können. Im ersten Jahr nach der Veröffentlichung haben sich die folgenden Themenbereiche als besonders populär herausgestellt:

  • Sport
  • Technik
  • Dating und Beziehungen
  • Geldanlage

Clubhouse: Kritik am Datenschutz der App

In Deutschland wird zunehmend Kritik laut, dass die Clubhouse-App gegen die Datenschutz-Grundverordnung verstoße. Diese Vorwürfe, die unter anderem auch von der Stiftung Warentest veröffentlicht wurden, basieren insbesondere auf der Tatsache, dass Clubhouse große Mengen privater Daten ohne Zweckbindung sammelt. Darüber hinaus wird beanstandet, dass User mit anderen Nutzern Kontaktinformationen von Menschen teilen können, die selbst nicht auf der App vertreten sind.

Die Nichteinhaltung beziehungsweise die Nichtüberwachung der Nutzungsrichtlinie stellt einen weiteren Kritikpunkt an Clubhouse dar. So haben US-amerikanische Medien mehrfach über das massenhafte Auftreten von sexistischen, rassistischen, fremdenfeindlichen und rechtsextremen Äußerungen berichtet. Diese wurden von den Betreibern der App nicht sanktioniert.

Das große Maß an Freiheit, das die App den Benutzer bietet, kann jedoch auch für politisch wertvolle Zwecke genutzt werden. So haben sich chinesische User zu Beginn des Jahres 2021 vermehrt zu den folgenden regimekritischen Themen ausgetauscht:

  • Proteste gegen die chinesische Unterdrückung der Demokratiebewegung in Hongkong
  • Unterdrückung der Uiguren
  • Konflikt zwischen China und Taiwan

Diese Gespräche veranlassten die chinesische Regierung, die App im Februar 2021 zu sperren.

Clubhouse: Weitere Kritik an der App

Die Tatsache, dass die Clubhouse-App im Gegensatz zu anderen Social-Media-Plattformen nur nach einer Einladung genutzt werden kann, wird von einigen Fachleuten als elitär kritisiert. Auch die ausschließliche Verfügbarkeit der App über den App Store von Apple ist nicht unproblematisch. Sie führt dazu, dass nur Besitzer von iOS-Geräten Clubhouse nutzen können. Die überwiegende Mehrheit der Konsumenten hat jedoch Smartphones mit Android-Betriebssystemen. Da diese meist günstiger als Apple Smartphones sind, führt auch diese Eigenschaft der App zu einem Ausschluss großer Teile der Bevölkerung. Mittlerweile haben die beiden Gründe von Clubhouse auf diese Vorwürfe reagiert. Sie erklärten, über eine Öffnung für alle nachzudenken.

Außerdem wird kritisiert, dass ein Löschen eines Accounts nicht direkt auf der App, sondern nur über eine Mail bzw. das Ausfüllen eines Kontaktformulars an die Betreiber möglich ist.

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