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2G-Regel beim Einkaufen? Keine bundesweit einheitliche Regel - So planen nun Discounter und Supermärkte

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Von: Patrick Huljina

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3G, 3G+, oder 2G? Die Diskussion über Zutrittsregeln ist in vielen Bereichen in Deutschland präsent. In zwei Bundesländern gibt es sogar die 2G-Option für Supermärkte.

München - Die Corona-Regeln bestimmen in Deutschland weiterhin den Alltag. Besonders intensiv wird derzeit über die Zutrittsregeln für Veranstaltungen, Einzelhandel und Co. diskutiert: 3G, 3G+, oder die noch strengere 2G-Regel? Zwei Bundesländer machen die 2G-Regel bereits sogar in Supermärkten möglich.

2G-Regel im Supermarkt? Hessen und Niedersachsen machen das möglich

Hessen war vorgeprescht und hatte bereits am vergangenen Dienstag (12. Oktober) das 2G-Optionsmodell auf den gesamten Einzelhandel ausgeweitet - also auch auf den Lebensmittel-Einzelhandel. „Wir gehen davon aus, dass diese Option eher nur tageweise genutzt wird und Geschäfte des alltäglichen Bedarfs davon keinen Gebrauch machen werden“, sagte Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) im Zuge der Mitteilung.

Niedersachsen war als zweites Bundesland nachgezogen. Das bestätigte ein Sprecher des Wirtschaftsministeriums dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Supermärkte können dort also – sofern sie das möchten – nur geimpften und genesenen Menschen Zutritt zu ihren Läden gewähren.

Schild mit der 2G-Regel, Getestet durchgestrichen, nur geimpft und genesen
In Hessen und Niedersachsen können Supermärkte die 2G-Regel einführen. (Symbolbild) © Bihlmayerfotografie / IMAGO

Corona: Handelsverband befürwortet 2G-Optionsmodell

Der Handelsverband befürwortet ein deutschlandweites 2G-Optionsmodell im Einzelhandel nach hessischem Vorbild. „Es ist
gut, wenn die Händler die Wahlmöglichkeit haben, wie sie mit dem Thema 2G oder 3G als Zutrittsvoraussetzung zu ihren Geschäften umgehen möchten“, sagte Hauptgeschäftsführer Stefan Genth dem RND.

Aber: „Wichtig ist, dass das freiwillig bleibt, denn eine 2G- oder 3G-Pflicht beim Einkauf wäre in der Praxis gerade für Geschäfte mit hoher Kundenfrequenz wie bei Lebensmitteln oder Bekleidung nicht umsetzbar.“

Corona: Edeka, Aldi, Lidl und Rewe lehnen 2G-Regel bislang ab

Auch einzelne Supermärkte und Discounter reagierten auf die möglichen 2G-Regeln in ihren Läden. Edeka erklärte, die Märkte bleiben „weiterhin für alle Kundinnen und Kunden offen“. Aldi Nord teilte dem RND mit: „Zutrittsbeschränkungen zu den Märkten von Aldi Nord im Sinne einer 2G- oder 3G-Regelung sind derzeit nicht geplant.“

Auch der Discounter Lidl schreibt: „Wir werden keine 2G-Regelung in unseren Filialen einführen.“ Bei Rewe ist derzeit ebenfalls keine 2G-Regelung geplant. „Die Märkte der Rewe Group (Rewe, Penny, Toom Baumarkt) werden diese Möglichkeit des 2G-Optionsmodells in Hessen nicht nutzen“, hieß es.

2G-Regel im Supermarkt: Lauterbach hält das für „äußerst problematisch“

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich ebenfalls gegen eine 2G-Regelung in Supermärkten aus. „Der Zugang zu Grundnahrungsmitteln und anderen Produkten zur Grundversorgung muss allen Menschen offenstehen, auch Ungeimpften“ sagte er dem RND. Er halte eine Einschränkung für „äußerst problematisch“. Mit der Maskenpflicht gebe es eine sichere Alternative im Kampf gegen das Coronavirus. Mit Ausnahme der Supermärkte befürwortete er aber 2G im Einzelhandel. „Wenn Einzelhändler 2G durchsetzen, könnten sie Menschen ohne Maske ins Geschäft lassen. Das halte ich für sicher“, so Lauterbach.

Hamburg und Bayern: 2G-Regel im Supermarkt bislang keine Option

In Hamburg wird die 2G-Regelung ab Samstag (23. Oktober) auf Friseure, andere körpernahe Dienstleistungen und Teile des Einzelhandels ausgeweitet. Die Betreiber können dann selbst entscheiden, ob sie künftig nach 2G ohne Maske oder weiter auch ungeimpfte Kunden, dann aber mit Maske, bedienen wollen, erklärte Vize-Senatssprecherin Julia Offen am Dienstag (19. Oktober). Läden für den täglichen Bedarf wie eben Supermärkte, Discounter, Drogerien und Apotheken sind von der neuen Regelung ausgenommen. Dort sollen auch künftig Ungeimpfte einkaufen können.

In Bayern ist die 2G-Regel in Supermärkten bislang ebenfalls keine Option. „Wir schauen uns die Situation immer genau an, aber das steht bei uns momentan nicht zur Diskussion“, sagte der bayerische Gesundheitsminister Klaus Holetschek (CSU) dem Radiosender Antenne Bayern. „In Einrichtungen der Grundversorgung, zu denen auch der Einzelhandel zählt, gilt keine 2G-Regel, weil ansonsten Personen, die nicht geimpft oder genesen sind, keinen Zugang mehr zu lebenswichtigen Einrichtungen hätten. Dies käme einer faktischen Impfpflicht gleich, die die Staatsregierung stets abgelehnt hat“, ergänzte eine Sprecherin des bayerischen Gesundheitsministeriums. (ph/dpa)

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