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Corona-Ausbruch bei 2G-Party in Kult-Club: 2500 Personen kontaktiert

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Von: Lena Bammert

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Der Club Berghain Am Wriezener Bahnhof in Berlin.
Der Ort des (Infektions-)Geschehens: Zwei Wochen nach der ersten Clubnacht im Berghain steht fest, es gibt Infizierte. © Stefan Zeitz/Imago Images

Nach der ersten Partynacht seit dem Corona-Lockdown steckten sich mehrere Personen mit dem Coronavirus an. Trotz 2-G-Regel.

Berlin - Der Berliner Techno-Club Berghain ist eigentlich berüchtigt für seine harte Tür. Das Coronavirus* kam jetzt trotzdem daran vorbei. Mindestens 19 Corona-Infizierte, mehr als 2500 Kontaktpersonen. So lautet die Bilanz der seit langem ersten Clubnacht im Berghain.

Nach erster Partynacht im Berghain: Mindestens 15 Corona-Infizierte

Die Infektionszahlen stammen aus der Berliner Morgenpost. Demnach seien alle Infizierten vollständig geimpft und zeigten milde Krankheitsverläufe. Fünfzehn der infizierten Personen leben im Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg, in dem sich auch das Berghain befindet. Die vier weiteren Betroffenen verteilen sich auf andere Bezirke Berlins, das verkündete eine Bezirkssprecherin am Dienstagabend. Durch eine Anwesenheitsliste, die das Gesundheitsamt anforderte, konnten demnach bisher 2500 Clubbesucher kontaktiert werden. Die Veranstaltung fand am ersten Oktoberwochenende statt, es war die erste Clubnacht seit dem Corona-Lockdown*.

Der Ausbruch sorgte für Ratlosigkeit und Überraschung bei den Verantwortlichen, für die Party habe die 2G-Corona-Regel gegolten. „Die Impfnachweise wurden - soweit für uns ersichtlich - vom Berghain gewissenhaft kontrolliert“, so die Bezirkssprecherin. Den Partygängern vom ersten Oktoberwochenende wird vom Bezirk empfohlen sich testen und bei Symptomen einen PCR-Test* machen zu lassen.

Nach Corona-Ausbruch im Berghain: Kritik an 2G-Regel - „funktioniert nicht“

Wie die dpa berichtet, lag vom Berghain zunächst keine Stellungnahme vor. Der Techno-Club hatte im Vorfeld der ersten Veranstaltung per selbstironischem Video auf die 2G-Regel aufmerksam gemacht. Travestiekünstler Ades Zabel alias Edith Schröder erklärte in dem auf der Webseite hochgeladenem Video wie man an der harten Tür des Berghains vorbeikommt. Dort wurden explizit auch Hinweise zu digitalem Impfpass und zur Registrierung gegeben.

Die Reaktionen im Netz fallen genervt aus, viele äußern sich kritisch gegenüber dem 2-G-Konzept. „Sag einer an! Wer hätte damit gerechnet?“ fragt ein Twitter-Nutzer rhetorisch nach. „2G mit Covid-Zertifikat funktioniert - nicht!“, schreibt ein anderer. Eine Nutzerin zeigt immerhin ein wenig Humor: „Und ihr dachtet im Berghain gibt‘s nur Geschlechtskrankheiten“, äußert sie sich zu dem Corona-Ausbruch. (leb)

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