10.000 „Querdenker“ auf dem Wasen

Corona-Demo in Stuttgart: ARD-Tagesschau bricht Schalte ab - „Jetzt werden hier Steine geworfen“

Zahlreiche Menschen nehmen an einer Demonstration der Initiative "Querdenken" teil und ziehen mit Ziel Cannstatter Wasen durch die Stuttgarter Innenstadt .
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Zahlreiche Menschen nehmen an einer Demonstration der Initiative «Querdenken» teil und ziehen mit Ziel Cannstatter Wasen durch die Stuttgarter Innenstadt .

Tausende Anhänger der „Querdenker“-Bewegung demonstrieren am Samstag in Stuttgart. Ein ARD-Reporter wurde offenbar mit Steinen beworfen. Alle News im Ticker.

Update vom 3. April, 19.45 Uhr: Im Rahmen der „Querdenker“-Demonstration in Stuttgart musste eine Schalte der Tagesschau abgebrochen worden, nachdem ARD-Reporter Thomas Denzel und sein Team offenbar Opfer von Steinwürfen geworden sind. „Jetzt werden hier Steine geworfen. Ich glaube wir müssen abbrechen“, sagte der Reporter, ehe die Schalte ins Studio abrupt beendet wurde. Zuvor wurde die Berichterstattung von Denzel bereits durch Demonstranten gestört, die sich im Hintergrund mit Trillerpfeifen und Megaphonen postiert hatten.

Auf einem Video, das auf Twitter kursiert, ist zuhören wir das ARD-Team zuvor schon wüst beleidigt wurde. „Dreck seid ihr, Abschaum“ oder „Schämt euch“ wurde von den Demonstranten gerufen. Dazu skandierten Demo-Teilnehmer wiederholt „Lügenpresse, Lügenpresse“. Wie die Polizei bekannt gab, verließen erste Versammlungsteilnehmer einzeln oder in kleineren die Kundgebung am Wasen gegen 18.00 Uhr bereits wieder. Insgesamt sollen etwa 10.000 Menschen an der Demonstration teilgenommen haben.

„Querdenker“-Demonstration in Stuttgart: Teilnehmer greift Journalist tätlich an

Update vom 3. April, 17.20 Uhr: Der Zug der Demonstranten, die am Samstagnachmittag in Stuttgart gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung demonstrieren, ist mittlerweile vollständig auf dem Cannstatter Wasen angekommen. Dort werden die Teilnehmer von der Polizei immer wieder dazu aufgefordert, den Mindestabstand einzuhalten und eine Maske zu tragen. Wie die Polizei Stuttgart vermeldet, kommt es dennoch weiterhin zu Verkehrsbehinderungen in der gesamten Stadt.

Ebenso vermeldet die Polizei via Twitter, dass ein Tatverdächtiger identifiziert worden ist, der einen Journalisten tätlich angegriffen haben soll. Ob der Verdächtige bereits festgenommen wurde, geht aus der Meldung nicht hervor. Auf Twitter kursiert derweil ein Video, auf dem ein Demo-Teilnehmer einen weiteren Mann, bei dem es sich wohl um einen Journalisten handeln soll, ohrfeigt. Ob das Video den von der Polizei erwähnten Vorfall zeigt, ist jedoch nicht bekannt.

„Querdenker“-Demonstration in Stuttgart: Polizei rechnet mit Ausschreitungen

Update vom 3. April, 12.46 Uhr: Die Polizei rechnet offenbar mit Ausschreitungen an diesem Samstag. Die Beamten sind in Stuttgart mit einigen Hunderten gegen die geplante Corona-Demo aufgestellt - und die angekündigten Gegenproteste. Am Vormittag seien schon mehrere Hundert Teilnehmer vor Ort, teilte ein Polizeisprecher mit.

Ersten Berichten über viele Demonstranten ohne Maske und Abstand werde nachgegangen. Die Stadt hat im Falle von Verstößen gegen die Corona-Auflagen angekündigt, Versammlungen aufzulösen.

„Querdenken“-Demo in Stuttgart: Corona-Auflagen-Protestler zeigten zuletzt in Kassel Gewalt

Rund 2500 Menschen werden zu einer Kundgebung der „Querdenken“-Bewegung ab 16 Uhr auf dem Cannstatter Wasen erwartet (siehe Erstmeldung unten). Die Aktivisten sprechen sich gegen die derzeitigen Corona-Maßnahmen aus. Die Bewegung wird vom Landesamt für Verfassungsschutz in Baden-Württemberg beobachtet.

Im vergangenen Sommer hatten auf dem Wasen bis zu 10.000 Menschen demonstriert. Zuletzt hatte am 20. März eine Demonstration in Kassel mit mehr als 20.000 Menschen für Schlagzeilen gesorgt - erlaubt waren nur 6000. Es kam zu teils gewalttätigen Auseinandersetzungen.

Unsere Erstmeldung vom 3. April: Stuttgart - Die aktuelle Corona-Krise stellt Deutschland erneut vor eine harte Zerreißprobe. Die Infektionszahlen steigen stetig an, Forderungen nach einem harten Lockdown mehren sich. Währenddessen erwartet Stuttgart am Samstag mehrere Tausende Gegner der Corona-Maßnahmen.

Corona-Demo in Stuttgart: Tausende Demonstranten am Samstag erwartet

Vor der geplanten „Querdenker“-Demonstration hat das Gesundheitsministerium eindringlich darauf hingewiesen, dass die Corona-Verordnung durchaus ein Verbot hergebe. „Meine Prognose ist, dass die Hygieneregeln bei der Veranstaltung nicht eingehalten werden“, sagte Ministerialdirektor Uwe Lahl am Freitag. Die Stadt Stuttgart sieht allerdings nach wie vor keine Handhabe für ein Verbot. „Die Latte für ein Versammlungsverbot hängt sehr hoch“, sagte Ordnungsbürgermeister Clemens Maier. „Wir können rechtlich nichts gegen diese Versammlung unternehmen und haben nur die Möglichkeit, über Auflagen zu arbeiten“. Sollten diese aber nicht beachtet werden, werde die Versammlung aufgelöst.

Nach Angaben der Stadt sind mindestens vier Demos geplant, darunter eine Kundgebung der Querdenken-Bewegung ab 16 Uhr am Nachmittag. Die Veranstalter erwarten zu dem Protest auf dem Cannstatter Wasen rund 2.500 Teilnehmer. Nach Angaben eines Polizeisprechers von Donnerstag wird auch mit Gegendemonstranten gerechnet.

Corona-Demos sorgten bereits in den vergangenen Monaten für Aufsehen

Im vergangenen Sommer hatten auf dem Wasen am Neckar bis zu 10.000 Menschen demonstriert. Zuletzt hatte am 20. März eine Demonstration in Kassel mit mehr als 20.000 Menschen für Schlagzeilen gesorgt - erlaubt waren nur 6.000. Es kam zu teils gewalttätigen Auseinandersetzungen. Viele Teilnehmer hielten sich nicht an Auflagen wie das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes. Kritiker hatten der Polizei dort ein zu zurückhaltendes Auftreten bei der Demo der Corona-Maßnahmen-Gegner vorgeworfen.

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