Corona in Deutschland: Der Ticker

Astrazeneca-Beschluss für Merkel und Spahn ein „Rückschlag“ - spezielle Impf-Möglichkeit für Jüngere bleibt

Während die Corona-Inzidenz in Deutschland weiter steigt, werden die Astrazeneca-Impfungen deutschlandweit nun für unter 60-Jährige vorsorglich ausgesetzt. Der News-Ticker.

  • Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Trotz der ausgesprochenen Empfehlung bleibt für Personen unter 60 Jahren noch eine spezielle Möglichkeit, sich mit Astrazeneca impfen zu lassen (siehe Update von 21.44 Uhr)
  • Auf der Pressekonferenz nach der Krisensitzung bestätigen Spahn und Merkel die Impf-Empfehlung der Stiko - und reden von einem „Rückschlag“ (siehe Updates von 21.37 Uhr und 21.40 Uhr)
  • Die Stiko ändert ihre Empfehlung bezüglich der Astrazeneca-Impfungen für unter 60-Jährige (siehe Update vom 30. März, 18.33 Uhr).
  • Noch am Dienstagabend beraten sich Merkel und Spahn mit den Ministerpräsidenten über die Verwendung von Astrazeneca (siehe Update vom 30. März, 16.37 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur aktuellen Corona-Lage in Deutschland ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 31. März finden Sie hier.

21.55 Uhr: Damit endet die Pressekonferenz. Wie bereits vorab klar ist der zentrale Punkt, dass die Impfungen für unter 60-Jährige mit dem Astrazeneca-Vakzin ab Mittwoch ausgesetzt werden. Jüngere Personen sollen dennoch eine spezielle Möglichkeit bekommen, sich trotz anderer Empfehlung nach Absprache mit einem Arzt und entsprechender Risiko-Aufklärung freiwillig für eine Impfung mit Astrazeneca zu entscheiden.

21.53 Uhr: Bundeskanzlerin Merkel unterstreicht noch einmal, dass das Vertrauen in die Impfstoffe zentral wichtig sei und der möglichst transparente Weg daher immer der Richtige sein. Daten aus Großbritannien würden die Wirksamkeit bei Älteren unterstreichen. Ein Journalist will noch wissen, ob Merkel sich auch mit Astrazeneca impfen lassen würde. Ihre Antwort: „Die Möglichkeit, mich impfen zu lassen, ist näher gerückt“.

21.48 Uhr: Es geht weiter zu den Fragen der Journalisten. Die Frage, warum zunächst die Älteren nicht mit Astrazeneca geimpft werden sollten und nun nur noch diese Altersgruppe, beantwortet Merkel mit Verweis auf die Datenlage. „Natürlich werden sich die Menschen fragen, was das jetzt für sie bedeutet“, sagt Merkel. Wenn man diese Komplikationen aber nicht ernst nehmen würde, würde man das Vertrauen der Menschen erschüttern. Dieser jetzt eingeschlagene Weg führe zum „besten Vertrauen“, Offenheit und Transparenz. Spahn ergänzt, dass nun vor allem wichtig sei, die über 60- und 70-Jährigen mit Astrazeneca zu impfen.

21.44 Uhr: Für Jüngere gebe es aber immer noch die Möglichkeit, sich mit Astrazeneca impfen zu lassen. Jeder könne diese Entscheidung mit seinem Hausarzt abwägen. Dies sollte „informiert und aufgeklärt“ passieren und entsprechend dokumentiert werden. Für Leute, die bereits eine erste Impfung erhalten haben, werde mit Experten eine Lösung erörtert.

21.42 Uhr: Nun spricht Gesundheitsminister Jens Spahn. Er gesteht ein, dass die Situation „ohne Frage ein Rückschlag“ sei. Es sei trotzdem richtig, dass man die Astrazeneca-Impfungen für Frauen und Männer unter 60 Jahren aussetze. Laut Spahn werde man ab dem Mittwoch der Empfehlung des Paul-Ehrlich-Institutes umsetzen. Künftig werde das Vakzin dann vor allem bei über 60-Jährigen angewendet. Spahn spricht ihnen eine Funktion als „Vorbild“ zu und bittet darum, dass diese Gruppe sich „möglichst frühzeitig“ impfen lassen. „Gerade bei den Älteren“ sei der Wirkstoff laut Spahn immer noch sehr wirksam.

21.37 Uhr: Zu Beginn fasst die Bundeskanzlerin die Beschlüsse zu Astrazeneca noch einmal zusammen. Impfen sei noch immer das wichtigste Mittel gegen die Pandemie, sagt Merkel. „Wir wissen, dass das Impfen auf einem Grundsatz beruht: Vertrauen.“ Ein derartiges könne nur entstehen, wenn auch wirklich jedem Fall konsequent nachgegangen werde. Dies sei auch ein Grund dafür, dass man der Stiko-Empfehlung folge, die Impfungen mit dem Vakzin für unter 60-Jährige auszusetzen. „Die neuen Regeln für den Einsatz von Astrazeneca haben Folgen für die Impfkampagne“, so die Bundeskanzlerin weiter. Es werde Veränderungen geben, die gemeinsam bewältigt werden. „Wir werden die Pandemie überwinden können“, beschließt Merkel ihr sehr kurzes Statement.

Update vom 30. März, 21.33 Uhr: Merkel und Spahn sind da, die Pressekonferenz beginnt.

Astrazeneca-Krisensitzung: Merkel und Spahn erklären weiteres Impf-Vorgehen - die PK im Live-Ticker

Update vom 30. März, 20.51 Uhr: Noch befinden sich Merkel und Spahn nach den Gesprächen mit den Gesundheitsministern der Bundesländer in der anschließenden Diskussion mit den Ministerpräsidenten. Die anschließende Pressekonferenz wird bald erwartet. Diese zieht sich allerdings offensichtlich doch noch ein paar Minuten hin, da die Beratungen der Länderchefs und der Kanzlerin wohl doch noch ein wenig in die Verlängerung gehen.

Update vom 30. März, 19.57 Uhr: Seit rund 18 Uhr beraten Bundeskanzlerin Angela Merkel und Gesundheitsminister Jens Spahn mit den Gesundheitsministern der Bundesländer über das weitere Vorgehen mit dem Impfstoff von Astrazeneca. Nun ist eine erste Entscheidung durchgesickert. Nach einem Beschluss der Gesundheitsminister von Bund und Ländern wird das Vakzin ab Mittwoch nur noch für Personen ab 60 Jahren eingesetzt.

Das geht aus einem Beschluss vom Dienstagabend hervor, der der dpa vorliegt. Unter 60-Jährige sollen sich „nach ärztlichem Ermessen und bei individueller Risikoanalyse nach sorgfältiger Aufklärung“ allerdings auch weiterhin mit Astrazeneca impfen lassen können. Bedeutet also in gewisser Weise, dass es für Jüngere noch möglich sein soll, sich auf eigenes Risiko mit dem Vakzin impfen lassen zu können.

Update vom 30. März, 18.33 Uhr: Was sich bereits abgezeichnet hatte, wurde nun bestätigt. Die Ständige Impfkommission (Kurz: Stiko) ändert die Empfehlung zum Corona-Impfstoff von Astrazeneca. Diese gelte nur noch für Menschen ab 60 Jahren. Die Empfehlung sei „auf Basis der derzeit verfügbaren Daten zum Auftreten seltener, aber sehr schwerer thromboembolischer Nebenwirkungen“ getroffen worden, teilte die Stiko am Dienstagabend (30. März) mit.

Wie es für Menschen unter 60 Jahren weitergeht, die bereits eine erste Impfdosis des Astrazeneca-Vakzins erhalten haben, ist allerdings weiterhin nicht beschlossen. Die Stiko will hierzu bis Ende April eine ergänzende Empfehlung aussprechen. Bisher haben rund 2,7 Millionen Menschen ihre Erstimpfung mit Astrazeneca erhalten, jedoch erst 767 Menschen die zweite Dosis.

Update vom 30. März, 18.00 Uhr: Das nächste Bundesland reagiert! Neben Berlin und Brandenburg schließt sich auch Nordrhein-Westfalen der neuen Stiko-Empfehlung an und stoppt mit sofortiger Wirkung die Impfungen mit Astrazeneca bei Männern und Frauen unter 60 Jahren. Dies teilte die Sprecherin des Gesundheitsministeriums auf dpa-Anfrage mit. Auch Bayerns Landeshauptstadt München hat bereits einen Impfstopp mit dem Vakzin erlassen. Derweil soll in diesen Momenten die Sondersitzung von Bundeskanzlerin Angela Merkel, Gesundheitsminister Jens Spahn und den Länderchefs zum Thema Astrazeneca-Impfung starten.

Update vom 30. März, 16.37 Uhr: Wie die dpa erfahren hat, setzt auch Brandenburg Corona-Impfungen mit dem
Impfstoff von Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren vorerst aus. Der Stopp gelte ab Dienstag, teilte ein Sprecher des
Gesundheitsministeriums mit. Die Entscheidung sei mit dem Impflogistik-Stab abgestimmt worden. Der nordrhein-westfälische Kreis Heinsberg impft Frauen unter 55 bis auf Weiteres nur noch mit Biontech-Impfstoff.

Brandenburg ist nach Berlin (siehe Update vom 30. März, 14.35 Uhr) das zweite Bundesland, das die Astrazenenca-Impfungen für unter 60-Jährige erneut aussetzt. Neben Heinsberg entschied sich auch München für Einschränkungen bei der Impfung mit dem britisch-schwedischen Vakzin (siehe Update vom 30. März, 14.35 Uhr).

Söder zu Astrazeneca-Impfungen: „Wer will und wer es sich traut...“ - Impfreihenfolge soll aufgelöst werden

Indes äußerte sich Bayerns Ministerpräsident Markus Söder. Wie die dpa berichtet, schlug der CSU-Chef vor, die Impfreihenfolge für das Vakzin komplett aufzulösen. „Irgendwann wird man bei Astrazeneca speziell mit sehr viel Freiheit operieren müssen und sagen müssen: Wer will und wer es sich traut quasi, der soll auch die Möglichkeit haben“, so Söder.

Astrazeneca funktioniere nicht so, wie die meisten gehofft hätten. „Bei Astrazeneca ist ja jeden Tag irgendein neues Problem zu erwarten. Und das spürt man auch ehrlicherweise in der Wahrnehmung draußen“, betonte der bayerische Ministerpräsident.

Merkel, Spahn, Söder & Co.: Beratungen über Astrazeneca-Verwendung noch am Dienstagabend

Bis Anfang Mai sollen ihm zufolge 20 Prozent der bayerischen Bevölkerung eine Erstimpfung gegen das Coronavirus erhalten haben. Bisher seien rund 70 Prozent der über 80-Jährigen in Bayern geimpft. 80 Prozent der Bewohner von Alten- und Pflegeheimen hätten bereits Erst- und Zweitimpfung verabreicht bekommen. Und über 60 Prozent des Personals in den Heimen sei geimpft, sagte Söder der dpa.

Der bayerische Ministerpräsident und seine Amtskollegen aus anderen Bundesländern beraten sich der Nachrichtenagentur zufolge noch am Dienstagabend mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Thema soll das weitere Vorgehen im Zusammenhang mit dem Corona-Impfstoff von Astrazeneca sein. Das Bundespresseamt kündigte am Nachmittag für den Abend eine Pressekonferenz an - im Anschluss an ein „Informationsgespräch mit den Regierungschefinnen und Regierungschefs der Länder zur weiteren Verwendung des Impfstoffs von Astrazeneca“.

Update vom 30. März, 15.45 Uhr: Die Gesundheitsminister von Bund und Länder wollen sich am Dienstagabend in einer auf 18 Uhr angesetzten Schalte auf ein gemeinsames Vorgehen rund um den Astrazeneca-Impfstoff verständigen. Die Ständige Impfkommission (Stiko) will dort eine erneute Empfehlung aussprechen (siehe Update vom 30. März, 14.35 Uhr). Wie laut der Augsburger Allgemeinen aus einem Beschlussentwurf der Stiko hervorgeht, sollen Impfungen mit dem britisch-schwedischen Impfstoff für unter 60-Jährige nur noch nach ärztlichem Ermessen möglich bleiben.

Astrazenenca: Impfstopp für unter 60-Jährige wahrscheinlich - auch Zweitimpfung in Gefahr

„Hinsichtlich der zweiten Impfstoffdosis für jüngere Personen, die bereits eine erste Dosis der Covid-19 Vaccine Astrazeneca erhalten haben, wird die Stiko bis Ende April Stellung nehmen“, zitiert die Zeitung aus dem Entwurf. Bis dahin sollen Studien ausgewertet werden, ob eine Zweitimpfung auch mit einem mRNA-Impfstoff möglich ist.

Zudem empfehle die Stiko, den zeitlichen Abstand der Impfungen zur zweiten Dosis von Biontech von drei Wochen und bei Moderna von vier Wochen auf sechs Wochen auszuweiten, um die Zahl der Erstimpfungen in Deutschland zu beschleunigen. Für Astrazeneca solle generell zwölf Wochen Abstand gelten. Der Beschluss des vorliegenden Papiers gelte laut Kreisen der Impfkommission als sicher.

Update vom 30. März, 14.58 Uhr: Die Berliner Charité weitet ihren Impf-Stopp von Astrazeneca auf alle Menschen unter 60 Jahren aus. „Wir werden uns der Ankündigung von Frau Kalayci anschließen“, sagte Charité-Sprecherin Manuela Zingl. Das Bundesland Berlin hatte zuvor alle Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca für unter 60-Jährige gestoppt, die Stadt München traf die gleiche Entscheidung (siehe Update vom 30. März, 14.35 Uhr).

Thüringen will indes Impfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin vorerst nicht einschränken. Für Thüringen sei bisher keine Klinik bekannt, die das Impfen eingestellt habe, hieß es am Dienstag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur aus dem Gesundheitsministerium. Bevor man einen solchen Schritt gehe, wolle man die für den Abend geplante Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern abwarten. Man wolle keine „schnellen Entscheidungen treffen, die dann danach eventuell wieder keinen Bestand mehr haben“, hieß es.

Corona-Impfung mit Astrazeneca: NRW-Kliniken fordern Impfstopp - kurz zuvor starb ein 36-Jähriger

In Nordrhein-Westfalen sprachen sich die Leiter von fünf der sechs Uni-Kliniken für einen vorläufigen Stopp von Impfungen jüngerer Frauen mit Astrazeneca aus. Das Risiko von weiteren Todesfällen sei zu hoch, heißt es in einem gemeinsamen Brief an den Bundes- und Landesgesundheitsminister, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt.

Jedoch verstarb auch ein junger Mann aus NRW nach dem Impfen gegen das Coronavirus. Der 36-Jährige, der im Kreis Kleve mit Astrazeneca geimpft worden war, starb nach Angaben der WAZ bereits am Mittwoch, 24. März „an den Folgen thromboembolischer Komplikationen“. Die Nachrichtenseite beruft sich auf Angaben des Essener Uniklinikums. Nach einer Computertomographie sei bei dem 36-Jährigen eine Sinusvenenthrombose und eine schwere Blutung diagnostiziert worden. Die Obduktion stehe noch aus, das Paul-Ehrlich-Institut sei informiert.

Update vom 30. März, 14.35 Uhr: Nun setzt das gesamte Bundesland Berlin die Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca für Menschen unter 60 Jahren vorsorglich aus. Das teilte die Berliner Gesundheitssenatorin Dilek Kalayci am Dienstag mit. Sie verwies dabei auf neue Daten über Nebenwirkungen. Somit werden auch Männer unter 60 Jahren nicht mehr mit dem Wirkstoff geimpft - nicht wie zunächst berichtet nur Frauen unter 60 Jahren.

Kalayci begründete die Entscheidung Berichten der AFP zufolge mit weiteren Fällen von Nebenwirkungen, die mit der Impfung in Verbindung gebracht werden. Die Entscheidung sei eine „Vorsichtsmaßnahme“. Sie wolle zunächst abwarten, wie die neue Empfehlung der Impfkommission sei. Außerdem wolle sie sich mit dem Bundesgesundheitsministerium darüber austauschen, wie mit der Zweitimpfung dieser Altersgruppe umgegangen werden soll, die bereits eine erste Dosis Astrazeneca bekamen.

Astrazenenca: Sondersitzung der Gesundheitsminister - Menschen unter 60 bald von Corona-Impfung ausgeschlossen?

Noch am Dienstag, 30. März, soll es laut der AFP , die sich auf Angaben der Gesundheitssenatorin beruft, eine Sondersitzung der Gesundheitsminister geben. Auf dieser solle darüber gesprochen werden, wie bundesweit mit Astrazeneca umgegangen werde. Es könne sein, dass es danach die allgemeine Empfehlung gebe, dass unter 60-Jährige nicht mehr mit dem Impfstoff geimpft werden sollen, zitiert die AFP.

In Deutschland sind nach Angaben der dpa bislang 31 Fälle einer Sinusvenenthrombose nach Impfung mit dem Impfstoff von Astrazeneca bekannt - das habe das Paul-Ehrlich-Institut am Dienstag berichtet. Bis Montagmittag, 29. März, seien dem Institut 31 Fälle gemeldet worden, in 19 Fällen wurde zusätzlich eine Thrombozytopenie gemeldet. In neun Fällen war der Ausgang tödlich.

Corona-Impfungen mit Astrazeneca ausgesetzt: Nach Berlin zieht auch München nach

Mit Ausnahme von zwei Fällen betrafen laut dem für die Sicherheit von Impfstoffen zuständige Institut alle Meldungen Frauen im Alter von 20 bis 63 Jahren. Die beiden Männer waren 36 und 57 Jahre alt. Laut Impfquotenmonitoring des Robert-Koch-Instituts (RKI) wurden nach dpa-Angaben bis einschließlich Montag 2,7 Millionen Erstdosen und 767 Zweitdosen von Astrazeneca verimpft.

Auch die bayerische Landeshauptstadt München setzt die Impfungen mit dem Astrazeneca-Impfstoff bis auf Weiteres aus. „Bis die Frage möglicher Impfkomplikationen geklärt ist, werden die Impfungen mit Astrazeneca für Personen unter 60 Jahren vorsorglich ausgesetzt“, teilte die Stadt am Dienstagnachmittag, 30. März, mit.

Update vom 30. März, 12.23 Uhr: Die Berliner Universitätsklinik Charité und der kommunale Berliner Krankenhausbetreiber Vivantes stoppen Berichten der Deutschen Presseagentur (dpa) zufolge bis auf Weiteres alle Impfungen ihrer Mitarbeiterinnen unter 55 Jahren mit dem Corona-Impfstoff des Herstellers Astrazeneca. Manuela Zingl, Sprecherin der Charité, erklärte der Nachrichtenagentur am Dienstag, 30. März: „Dieser Schritt ist aus Sicht der Charité notwendig, da in der Zwischenzeit weitere Hirnvenenthrombosen bei Frauen in Deutschland bekannt geworden sind.“

Sie betonte, dass in der Klinik keine Komplikationen nach Impfungen mit Astrazeneca aufgetreten seien. Man wolle jedoch vorsorglich agieren und abschließende Bewertungen abwarten. In der Pandemie habe das bekannte Berliner Krankenhaus bisher rund 16 000 Erst- und Zweitimpfungen an sein Personal verabreicht. „Davon entfiel der größte Teil auf Astrazeneca“, sagte Zingl der dpa.

Corona-Impfungen: Astrazeneca-Stopp in Berliner Kliniken - weitere Hirnvenenthrombosen bekannt

Auch in den Vivantes-Kliniken, die ausschließlich in Berlin zu finden sind, sei das Aussetzen der Impfungen von Frauen unter 55 Jahren mit Dosen von Astrazeneca ein vorsorgliches Pausieren - angesichts der Berichte über Sinusthrombosen nach der Impfung, schreibt die Nachrichtenagentur und beruft sich dabei auf Aussagen einer Sprecherin des landeseigenen Berliner Klinikbetreibers Vivantes. „Dies betrifft vor allem die eigene Belegschaft“, so die Sprecherin.

Erst Mitte März waren die Impfungen mit dem Vakzin von Astrazeneca bundesweit ausgesetzt worden. Auch Wochen nach der erneuten Freigabe durch die EMA ist der Impfstoff des britisch-schwedischen Herstellers von Stopps betroffen - so auch in der Uniklinik Rostock und in Euskirchen (siehe Update vom 29. März, 18.10 Uhr). Laufend gibt es neue Berichte über Fälle von Sinusthrombosen, also Blutgerinnseln in den Hirnvenen. Jüngst war auch eine bayerische Krankenpflegerin betroffen. Die Thrombosen können ab Tag vier bis 16 nach der Impfung auftreten.

Update vom 30. März, 11.20 Uhr: Zum Start der Corona-Impfungen in den Praxen hat der bayerische Hausärzteverband Berichten der Deutschen Presseagentur (dpa) zufolge darum gebeten, sich bis zu einer Aufforderung seitens der Mediziner zu gedulden. „Warten Sie bitte, bis sich Ihre Hausärztin oder Ihr Hausarzt bei Ihnen meldet!“, habe der Verband am Dienstag in München an die Patienten appelliert. Da am Anfang nur wenig Impfstoff zur Verfügung stehe, würden zunächst nur Patienten aus den Risikogruppen ein Impfangebot bekommen. „Aber jeder, der sich impfen lassen will, wird diesen Schutz bekommen - nur nicht alle in den ersten Tagen.“

Corona-Impfungen in Deutschland: Hausärzte starten vor Ostern - Verband appelliert an Patienten

Von diesem Mittwoch an werden den Angaben zufolge knapp 1500 Hausarzt- und fast 200 Facharztpraxen in Bayern im Regelbetrieb gegen Corona impfen. Für den Impfstart vor Ostern stünden den teilnehmenden 1635 Praxen insgesamt 33 600 Dosen von Astrazeneca zur Verfügung, also rund 20 Dosen pro Praxis. Nach Ostern würden alle Praxen in Bayern vorwiegend mit dem Impfstoff von Biontech beliefert, hieß es.

Update vom 30. März, 10.35 Uhr: In Sachsen sollen Schulen und Kitas nach Ostern unabhängig vom Inzidenzwert öffnen, das berichtet die Nachrichtenagentur Agence France-Presse (AFP). Im Gegenzug sollen dem Bericht zufolge unter Berufung auf Kultusminister Christian Piwarz (CDU) die Tests und die Maskenpflicht verschärft werden. Geregelt würde dies in der neuen Corona-Schutzverordnung, die bis zum 18. April gilt. „Trotz steigender Infektionszahlen wollen wir den Kindern und Jugendlichen den Kita- und Schulbesuch ermöglichen“, erklärte Piwarz laut der AFP. „Wir haben erlebt, was das mit den Kindern macht, wenn sie nicht die Schulen besuchen dürfen.“

Schulen: Corona-Tests in Sachsen künftig Pflicht - Schulbesuch freiwillig

Nach Ostern sollen dann alle Schüler zweimal wöchentlich getestet werden - bisher war nur ein Test verpflichtend. Auch Grundschüler würden künftig getestet. Bei den Lehrkräften bleibe es bei zwei Tests pro Woche. Wer sich in Sachsen nicht testen lässt, dürfe die Schule nicht betreten. Auch Kitaerzieher sollen zweimal wöchentlich getestet werden.

Schüler ab der fünften Klasse müssen in Sachsen künftig auch im Unterricht eine medizinische Gesichtsmaske oder FFP2-Maske tragen. Im Gegenzug wird dem AFP-Bericht zufolge die Schulbesuchspflicht für alle aufgehoben. Eltern und Schüler sollen entscheiden, ob die Kinder zum Präsenzunterricht in die Schule gehen oder zu Hause lernen.

Update vom 30. März, 6.30 Uhr: Am Dienstagmorgen meldet das Robert Koch-Institut (RKI) wieder einen leichten Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland: Der Wert liegt mittlerweile bei 135,2. Am Vortag hatte das RKI 134,4 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche gemeldet. Die traurige Entwicklung: Anfang März lag der Wert noch bei unter 70 - eine Zahl, von der man aktuell nur träumen kann. Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.20 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen durch das Institut sind möglich.

Die Gesundheitsämter in Deutschland, mit Ausnahme Baden-Württembergs, meldeten dem RKI binnen eines Tages 9549 Corona-Neuinfektionen. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 180 neue Todesfälle verzeichnet. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 1,10 (Vortag: 1,17).

Update vom 29. März, 20.45 Uhr: Die Mallorca-Reisen vieler Deutscher sorgen bei Kanzlerin Angela Merkel (CDU) für Verstimmung. Doch ein Verbot für Auslands-Reisen wird es in der Corona-Krise vorerst nicht geben.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Zusätzliche Impfstoffdosen für Bayern und andere Bundesländer

Update vom 29. März, 20.10 Uhr: Bayern bekommt für seine Grenzgebiete zu Tschechien, in denen die 7-Tage-Inzidenz wegen der Verbreitung der Coronavirus-Variante B.1.1.7 besonders hoch ist, zusätzliche Impfdosen.

Das berichtet der „Münchner Merkur“* in seiner Printausgabe vom Dienstag unter Berufung auf das Bundesgesundheitsministerium. Demnach handelt es sich um 105.300 zusätzliche Impfdosen des deutschen Herstellers Biontech.

„Gerade in unseren Grenzregionen breiten sich die Virusvarianten aus“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) der Zeitung. „So können die Länder schnell und effektiv die Impfquoten an der Grenze steigern.“ Auch andere Bundesländer erhalten demnach kurzfristig noch mehr Corona-Impfstoff-Dosen von Biontech.

Bundesländer:kurzfristig zusätzliche Biontech-Impfdosen:
Bayern105.300
Sachsen93.600
Saarland81.900
Thüringen35.100
Rheinland-Pfalz23.400
Sachsen-Anhalt11.700

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Ausgangssperre in mehreren deutschen Landkreisen

Update vom 29. März, 19.30 Uhr: Zwischen 22 Uhr abends und 5 Uhr morgens soll in mehreren deutschen Landkreisen schon bald wieder eine nächtliche Ausgangssperre gelten. Und zwar in den niedersächsischen Landkreisen Cloppenburg, Emsland und Peine sowie in der Region um die Landeshauptstadt Hannover (rund 530.000 Einwohner).

In und um Hannover sollen am Donnerstag (1. April) die nächtlichen Ausgangsbeschränkungen in Kraft treten und bis zum 12. April gelten. In Niedersachsen lag die landesweite 7-Tage-Inzidenz an diesem Montag laut Robert-Koch-Institut (RKI) bei 117,8.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Intensivmediziner fordern sofortigen harten Lockdown

Update vom 29. März, 19.10 Uhr: Es soll ein sofortiger harter Lockdown her. Für ganz Deutschland. Das fordert die Deutsche Interdisziplinäre Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) angesichts drastisch steigender Corona-Fallzahlen.

„Wir müssen von den hohen Zahlen runter! Jetzt. Augenblicklich“, erklärte DIVI-Präsident Gernot Marx laut FOCUS Online. Ein harter Lockdown lasse „sich über die Osterferien gut realisieren. Das wird zahlreiche Menschenleben retten und noch viel mehr vor lebenslangen Langzeitfolgen durch Covid-19 bewahren“. Stand 29. März waren laut Intensivregister von DIVI und Robert-Koch-Institut (RKI) mehr als 3560 Intensivbetten in Deutschland mit Coronavirus-Patienten belegt - Tendenz steigend.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: NRW-Landkreis Euskirchen schränkt Impfungen mit Astrazeneca ein

Update vom 29. März, 18.10 Uhr: Der Kreis Euskirchen in NRW hat die Impfungen mit Astrazeneca bei Frauen unter 55 Jahren vorläufig gestoppt. In der vergangenen Woche war eine 47-jährige geimpfte Frau gestorben - nun sei dem Kreis der Verdacht auf eine „schwerwiegende Erkrankung“ einer 28-Jährigen nach der Astrazeneca-Impfung gemeldet worden. Beide Frauen hatten demnach eine Sinusvenenthrombose erlitten. Die 28-Jährige sei in einem stabilen Zustand und werde in einer Spezialklinik behandelt.

„Der Kreis Euskirchen hat heute Mittag die Bezirksregierung und das NRW-Gesundheitsministerium über die neue Lage informiert und das Moratorium vermeldet. Dabei handelt es sich um eine vorsorgliche Maßnahme, bis die zuständigen Fachdienststellen zu einen endgültigen Bewertung gekommen sind“, hieß es in einer Mitteilung. Heißt: Ein Zusammenhang zwischen den Vorfällen und der Impfung mit Astrazeneca ist aktuell unklar.

Die Entscheidung zum Impfstopp habe der Krisenstab nach fachlicher Beratung durch den Leiter des Gesundheitsamtes und den leitenden Impfarzt gefällt. Die Impfungen mit Astrazeneca für Männer sowie für Frauen über 55 gehen ebenso wie geplant weiter wie die Impfungen mit dem Biontech-Vakzin.

Corona in Deutschland: Chefarzt stirbt an Infektion

Update vom 29 März, 16.22 Uhr: Ein Chefarzt im Landkreis Zittau soll an den Folgen einer Corona-Infektion gestorben sein. Medizinisches Personal hat viel Kontakt zu erkrankten Menschen, von daher kommt es hier auch trotz der Vorsichtsmaßnahmen immer wieder zu Infektionen. Wie die Bild berichtet, ist nun der Leiter der Abteilung für Innere Medizin am Klinikum Zittau verstorben.

Schon am 11. März sei der 61-Jährige im Dresdner Uniklinikum verschieden. Das Blatt beruft sich auf eine Traueranzeige seiner Kollegen. „Es ist tragisch, dass der Chefarzt, der an vorderster Front den Corona-Patienten half, selbst Opfer dieser tückischen Pandemie wurde“, zitiert die Bild jetzt Zittaus Oberbürgermeister Thomas Zenker.

Außerdem soll sich ein weiterer Mediziner in Behandlung befinden. Ebenfalls ein Chefarzt. Der Rostocker liegt auf einer Intensivstation in einer Berliner Klinik, heißt es. Merkur.de* berichtet ausführlich.

Corona in Deutschland: Expertin warnt vor schweren Verläufen bei jüngeren Menschen

Update vom 29. März, 14.15 Uhr: Schwere Krankheitsverläufe werden bei jungen Menschen häufiger vorkommen als bisher, warnt Eva Grill, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Epidemiologie. Zuletzt war die Zahl der Todesfälle bei Hochaltrigen zurückgegangen. Das ist vor allem auf die Impf-Fortschritte in den vulnerablen Gruppen zurückzuführen. Mehrheitlich ungeimpfte Bevölkerungsgruppen, also Menschen unter 69 Jahren, seien jetzt stärker gefährdet.

Steigen die Infektionszahlen weiter, wird das auch zu mehr Erkrankten und schwer Erkrankten führen. „Nur eben dann in den jüngeren Altersgruppen“, so Grill.

„Das Problem ist, dass bei einem weiteren Anstieg der Fallzahlen auch der Anteil der Virusvariante B.1.1.7 weiter ansteigen wird“, sagt sie der Deutschen Presse-Agentur. Die britische Mutante gilt als ansteckender und auch gefährlicher, „da sie wohl mit schweren Krankheitsverläufen einhergeht.“

Corona in Deutschland: R-Wert über kritischer Marke - Tierarzt-Chef wütet über verpasste Impf-Chance

Ursprungsmeldung: München - 9.872 neue Fälle haben die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut gemeldet. Demnach infizierten sich auf Montag (29. März) über 2.000 Personen mehr als noch eine Woche zuvor (7.709 Neuinfektionen am Montag, den 22. März). Die Todeszahl ist gleichzeitig immerhin leicht gesunken. Es starben 43 Menschen in Folge einer Corona-Infektion. In der Vorwoche waren es 50.

Deutschland: Corona-Infektionszahlen steigen weiter - R-Wert bleibt über kritischer Marke

Damit hat sich auch die 7-Tage-Inzidenz erhöht. Am Montagmorgen liegt sie laut RKI bundesweit bei 134,4 (Vortag 129,7). Maßgebend für Corona-Maßnahmen soll allerdings bald der 7-Tage-R-Wert sein. Bundestag und Bundesrat werden die neuen Kriterien zur Rechtfertigung von Lockdown-Regeln bald in einer Gesetzesänderung festmachen, heißt es.

Der R-Wert (oder auch Reproduktionszahl) bietet eine Abbildung des Infektionsgeschehens der letzten Tage. Er beschreibt, wie viele andere Menschen eine corona-infizierte Person durchschnittlich angesteckt hat. Liegt er über 1, bedeutet es, dass sich das Virus ausbreitet. Für den Montag errechnet das RKI einen 7-Tage-R-Wert von 1,17.

Corona in Deutschland: „Wurden bis heute ignoriert“ - Tierärzte wollen mitimpfen

Ein weiterer zentraler Punkt der kolportierten neuen Corona-Richtlinien soll der Fortschritt der Impf-Kampagne in Deutschland sein. Könnte das Tempo deutlich erhöht werden? Eine ganze Ärztegruppe ist bislang außen vor.

„Wir haben bereits Anfang Dezember der Bundesregierung unsere Unterstützung bei der Corona-Schutzimpfung angeboten“, erklärt der Präsident des Bundesverbands der praktizierenden Tierärzte, Siegfried Moder, der „Neuen Osnabrücker Zeitung“.

Corona-Impfung: Tierarzt-Chef stocksauer auf Bundesregierung - „Ignoranz grob fahrlässig“

„Aber unser Hilfsangebot wurde bis heute ignoriert“, zeigt sich Moder enttäuscht und pocht auf Änderung, „das kann man machen, wenn man die Lage im Griff hat. Angesichts der dritten Welle und der täglichen Hiobsbotschaften halten wir diese Ignoranz jedoch für grob fahrlässig.“

Tierärzte würden in den USA bereits „wie selbstverständlich“ mitimpfen, prangert er weiter an. Das trage dort maßgeblich zum Erfolg des Impf-Fortschritts und damit der zu Eindämmung der Pandemie bei. In Deutschland könnten, so Moder, ohne Weiteres zwei Millionen Personen monatlich in Tierarztpraxen geimpft werden. Nachbarland Frankreich bereitet dieses Impf-Novum momentan vor. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Markus Schreiber

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