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Unwirksamen Stoff „geimpft“? Polizei ermittelt wegen Verdachts - Union wirft Lauterbach Panikmache vor

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Von: Momir Takac, Jennifer Lanzinger

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Die Corona-Lage in Deutschland ist trotz sinkender Zahlen angespannt. Lauterbach schlägt nun Alarm. Der News-Ticker.

Update vom 15. Dezember, 19.50 Uhr: Schlechte Nachrichten für alle Mainzer Narren: Der für den 28. Februar geplante Rosenmontagsumzug ist abgesagt. Dies teilte der Präsident des veranstaltenden Mainzer Carneval-Verein (MCV) am Mittwochabend nach einer Vorstandssitzung mit.

Neue Impfstoffe: Haushaltsausschuss genehmigt 2,2 Milliarden Euro

Update vom 15. Dezember, 19.00 Uhr: Der Haushaltsausschuss des Bundestags hat zusätzliche 2,2 Milliarden Euro für die Beschaffung zusätzlicher Corona-Impfstoffe genehmigt. Der Impfstoff werde in der vierten Welle dringend benötigt, argumentierte Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. „Wir müssen die Omikron-Variante fürchten.“

„Wir machen Tempo beim Impfen“, bestätigte auch Bundesfinanzminister Christian Lindner (FDP), der sich gemeinsam mit Lauterbach äußerte. Deutschland könne für das nächste Jahr zusätzliche Impfstoffe beschaffen. „Wir reden über 92 Millionen Dosen Biontech und Moderna.“

Update vom 15. Dezember, 16.33 Uhr: Im Bodenseekreis sollen in einer Arztpraxis Corona-Impfungen mit einer unwirksamen Substanz durchgeführt worden sein. Der Südkurier berichtet über den Verdacht, 500 Personen seien betroffen. Und auch ein Sprecher der Ravensburger Polizei bestätigte, dass Ermittlungen zu dem Vorfall laufen. Weitere Informationen sind bisher noch nicht bekannt.

Coronavirus: Apotheken sollen einfacher Impfpass-Fälschungen erkennen

Update vom 15. Dezember, 15.34 Uhr: Ab dem morgigen Donnerstag wird es deutschen Apotheken erleichtert, gefälschte Impfpässe aufzuspüren. Thomas Dittrich, Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbands (DAV), betont, dass immer mehr solcher falscher Impfpässe im Umlauf seien und die Apotheken damit häufiger konfrontiert würden. Bisher konnten die Apotheken nur mittels „Identitäts-, Vollständigkeits- und Plausibilitätschecks“ die Echtheit der Impfpässe überprüfen.

Von Donnerstag an können nun auch die Chargen überprüft werden. Es könne geschaut werden, ob die auf dem Aufkleber des Impfpasses abgedruckte Chargennummer zu den in Deutschland verimpften Dosen der Corona-Impfstoffe passe, erklärt Dittrich. Gegenüber Impfpass-Fälschern findet Dittrich klare Worte: Wer fälsche, bringe nicht nur seine eigene Gesundheit, sondern auch „Verwandte, Freunde, Nachbarn und Kollegen in Gefahr“.

Corona-Impfstoffknappheit: Union wirft Lauterbach „politisches Manöver“ vor

Update vom 15. Dezember, 14.13 Uhr: Tino Sorge, gesundheitspolitischer Sprecher der Union, wirft Gesundheitsminister Karl Lauterbach Panikmache im Hinblick auf fehlende Impfdosen vor. „Karl Lauterbach ruft Feuer, um dann Feuerwehr zu spielen - obwohl er weiß, dass es gar nicht brennt“, heißt es in einem Schreiben von Sorge an seine Fraktionskollegen, das der dpa vorliegt. Sorge betont, dass mit dem für Dezember gelieferten Impfstoff alle rund 34 Millionen Zweitgeimpfte auch noch geboostert werden könnten. Im ersten Quartal des kommenden Jahres würden mehr als 16 Millionen Dosen von Biontech und Moderna pro Monat geleifert werden. Dies sei laut Sorge auch genug, um weiter ausreichend Erst- und Zweitimpfungen anbieten zu können.

Sorge bezeichnet Lauterbachs Aussagen zur Impfstoffknappheit als „durchsichtiges politisches Manöver“ der SPD um sich „von der Großen Koalition abzusetzen“.

Corona-Virus: Nach Johnsin & Johnson-Impfung Booster nach zwei Monaten

Update vom 15. Dezember, 13.01 Uhr: Personen, die mit dem Johnson & Johnson-Impfstoff geimpft wurden, sollen schon nach zwei Monaten eine Auffrischungsimpfung erhalten. Das empfiehlt die Europäische Arzneimittelbehörde (EMA). In Amsterdam teilte die Behörde mit, dass es durch den Booster nach zwei Monaten eine „Zunahme von Antikörpern bei Erwachsenen“ gäbe. Über Nebenwirkungen durch diese Booster-Impfung sei bislang nichts bekannt.

Coronavirus: Boosterimpfungen nach vier Wochen in NRW nur in Einzelfällen

Update vom 15. Dezember, 10.56 Uhr: Doch keine Boosterimpfungen nach vier Wochen in Nordrhein-Westfalen. Während Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) am Dienstag noch betonte, dass in seinem Bundesland die Boosterimpfungen schon vier Wochen nach der Zweitimpfungen möglich sind, schränkt das Gesundheitsministerium dies nun ein. „Im Regelfall“ solle der Abstand von fünf Monaten eingehalten werden, so das Ministerium. Nur bei „Einzelfallentscheidungen aufgrund einer medizinischen Indikation“ sei eine Verkürzung des Intervalls weiterhin möglich.

Corona-Impfungen: 60 Millionen Dosen fehlen

Update vom 15. Dezember, 10.19 Uhr: Gesundheitsminister Kar Lauterbach ließ die Bombe platzen, dass zu wenig Impfstoff für die Booster-Impfungen zur Verfügung steht. Recherchen von Business Insider zeigen, wie viele Dosen wirklich fehlen: Nämlich 60 Millionen. Bedeutet übersetzt: Schon ab Januar könnten etliche Booster-Termine der Deutschen in Gefahr sein.

Rund die Hälfte, also 30 Millionen, würde benötigt um allen Zweitgeimpften einen Booster geben zu können. Und nochmal 30 Millionen würden als Puffer für weitere Erst- und Zweitimpfungen gebraucht. Vor allem für das Frühjahr, wenn die einrichtungsbezogene Impfpflicht kommt und die Nachfrage nach Impfungen steigt, ist dieser Puffer eigentlich essenziell. Schließlich wird spätestens dann mit einem erneuten Ansturm auf die Impftermine gerechnet.

Coronavirus: Inzidenz sinkt erneut

Update vom 15. Dezember, 9.16 Uhr: Die täglichen Infektionszahlen deuten daraufhin, dass die vierte Welle mehr und mehr an Fahrt verliert. Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet am Morgen eine Sieben-Tage-Inzidenz von 353. Gestern lag der Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner in einer Woche noch bei 375. Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter für den heutigen Mittwoch 51.301 Neuinfektionen und 453 Todesfälle.

Somit ist auch die Zahl der Todesfälle im Vergleich zu gestern (475) leicht gesunken. Allerdings bleibt der Wert weiterhin hoch. Am Mittwoch vor einer Woche starben 527 Menschen im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Die Hospitalisierungs-Zahl der Patienten, die wegen einer Corona-Infektion im Krankenhaus liegen, gab das RKI für Dienstag mit 5,21 an.

Corona-Impfstoff: Lauterbach stellt erheblichen Mangel fest

Update vom 14. Dezember, 18.27 Uhr: Deutschland droht offenbar ein Booster-Debakel! Nach seiner Inventur im Gesundheitsministerium hat der neue Minister Karl Lauterbach einem Spiegel-Bericht nach gravierende Mängel festgestellt. Bei einer Videokonferenz mit den Gesundheitsministern der Länder habe Lauterbach seinen Kollegen mitgeteilt, dass die Situation „ausgesprochen schwierig“ sei. Man habe im kommenden Jahr einen „erheblichen Impfstoffmangel“. Für das ganze erste Quartal 2022 sei demnach „viel zu wenig Impfstoff gekauft worden. Die Menge reicht nicht aus“, um die angestrebte Booster-Impfkampagne erfolgreich voranzutreiben, so der Minister. „In dem wichtigen Monat der Boosterkampagne fehlt der Impfstoff. Und die Situation ist im Februar und März nicht besser.“ Dem Bericht nach habe Lauterbachs Vorgänger Spahn zu wenig Vakzin bestellt.

Lauterbach versprach den Ländern dem Bericht nach persönlich Kontakt zu Biontech und Moderna sowie anderen Staaten aufzunehmen, um mehr Impfstoff zu besorgen.

Karl Lauterbach (SPD), neuer Bundesminister für Gesundheit, aufgenommen bei einer Übergabezeremonie mit seinem Amtsvorgänger Spahn (CDU).
Karl Lauterbach (SPD), neuer Bundesminister für Gesundheit, aufgenommen bei einer Übergabezeremonie mit seinem Amtsvorgänger Spahn (CDU). © Hannibal Hanschke/dpa

Corona-Regeln in Bayern verändert

Update vom 14. Dezember, 16.50 Uhr: Bayern hat die Sperrstunde an Silvester gestrichen und eine deutliche Erleichterung für Geboosterte beschlossen. Menschen mit einer dritten Corona-Impfung sollen laut Ministerpräsident Markus Söder künftig von zusätzlichen Tests befreit sein. Derartige Pläne hat auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach für den Bund.

Doch das Vorhaben ruft bei Immunologen heftige Kritik hervor. „Eine solche Maßnahme würde dazu beitragen, dass die Omikron-Welle sogar früher kommt“, sagte Prof. Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, der Deutschen Presse-Agentur.

„Komplett kontraproduktiv“: Immunologe Watzl kritisiert Test-Befreiung für Geboosterte

Die Idee habe für die Delta-Variante des Coronavirus Sinn ergeben, sagte Watzl, der die Befreiung von Tests für Geboosterte „komplett kontraproduktiv“ nannte. Dreifach Geimpfte seien gegen diese Variante so gut geschützt, dass sie kaum noch zum Infektionsgeschehen beitrügen. „Aber diese Überlegungen haben sich mit Omikron komplett erledigt.“

Die aktuellen Impfstoffe schützen Watzl zufolge bei Omikron hoffentlich gegen einen schweren Verlauf. „Was sie nicht so gut verhindern, ist eine Infektion.“ Es werde also unweigerlich mehr Impfdurchbrüche geben. „Wenn wir die Testpflicht jetzt lockern, sehe ich die Gefahr, dass Omikron gerade geboosterte Personen infiziert, die sich aber nie testen lassen müssen, und die dann das Virus munter verbreiten.“

Ähnlich sieht es die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek. „Was für eine irrsinnige Idee in der aktuellen Lage und der aktuellen Gefahr durch Omikron: die Testpflicht abschaffen“, twitterte sie am Dienstag.

Corona-Impfschutz gegen Omikron: Bedenkliche Daten aus Südafrika - doch wichtige Angaben fehlen

Update vom 14. Dezember, 13.23 Uhr: Eine vorläufige Auswertung der südafrikanischen Krankenversicherungsgruppe Discovery weist auf einen merklich verminderten Impfschutz bei der Corona-Variante Omikron hin. Der Schutz vor Ansteckung sinke auf 33 Prozent, verglichen mit 80 Prozent bei der zuvor kursierenden Delta-Variante, teilte die Gruppe am Dienstag mit.

Ausgewertet wurden Fälle nach doppelter Impfung mit dem Präparat von Biontech/Pfizer. Die Wirksamkeit mit Blick auf eine schwere Erkrankung ist demnach von 93 Prozent auf 70 Prozent reduziert. Allerdings fehlten wichtige Angaben zur Auswertung. So wurde etwa keine Auskunft darüber gegeben, wie viele Fälle ausgewertet wurden.

Zu einem ähnlichen Ergebnis war eine Studie aus Großbritannien gekommen. Die Auswertung der Daten ergab, dass der Schutz vor symptomatischer Infektion mit Omikron 15 Wochen nach der zweiten Dosis Biontech auf 34 Prozent sinkt. Menschen, die mit zwei Dosen des Astrazeneca-Präparats geimpft worden waren, hatten keinen Schutz mehr vor symptomatischer Infektion. Zwei Wochen nach einer Booster-Impfung stieg die Schutzwirkung bei beiden Präparaten auf über 70 Prozent.

Corona: Experten sehen Entspannung der Lage - Trend dürfte sich aber schon bald wieder umkehren

Update vom 14. Dezember, 11.32 Uhr: Die vierte Corona-Welle scheint gebrochen. Der Epidemiologe Gérard Krause vom Helmholtz Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig geht von einer tatsächlichen Entspannung der Lage aus.

Sein Kollege Hajo Zeeb vom Leibniz-Institut für Präventionsforschung und Epidemiologie in Bremen spricht von einer „erfreulichen Entwicklung, auch wenn Unsicherheiten bestehen“. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach schrieb am Montag auf Twitter: „Die Lage stabilisiert sich langsam, und der Rückgang der Fallzahlen ist echt.“

Doch die Freude könnte von nur kurzer Dauer sein. Denn die Wissenschaftler gehen von einer baldigen Ausbreitung der Omikron-Variante in Deutschland aus. Zwar habe die Mutante bislang noch nicht nennenswert Fuß gefasst, sagt HZI-Forscher Krause. Er geht aber mit Blick auf andere Länder davon aus, dass sich das bald ändert. „Ich befürchte, dass Omikron in spätestens zwei bis drei Wochen wieder zu einem Anstieg bei den Infektionszahlen führt, vermutlich auch bei den Klinikeinweisungen.“

Experte Zeeb schlägt in eine ähnliche Kerbe: „Es bleibt abzuwarten, wie sich Omikron auswirkt.“ Noch seien die absoluten bekannten Fallzahlen sehr klein. „Das kann sich aber schnell ändern.“

Corona-Demo-Teilnehmer attackierten Polizisten - jetzt wurden sie im Eilverfahren zu Haftstrafen verurteilt

Update vom 14. Dezember, 09.47 Uhr: In Bayern sind zwei Männer in Eilverfahren zu Haftstrafen verurteilt worden. Sie hatten am Sonntag an einer unangemeldeten Demonstration gegen Corona-Maßnahmen teilgenommen und Polizisten attackiert. Nur einen Tag nach den Angriffen wurden Urteile gefällt.

Ein 27-Jähriger hatte einem Polizisten einen Faustschlag ins Gesicht versetzt; der Beamte musste ärztlich versorgt werden. Ein Richter am Amtsgericht Schweinfurt verurteilte den Mann zu acht Monaten Freiheitsstrafe, die unter der Auflage einer Zahlung von 3.500 Euro an eine gemeinnützige Einrichtung zur Bewährung ausgesetzt wurde.

Ein 29 Jahre alter Mann bekam sechs Monate, die ebenfalls gegen eine Geldauflage auf Bewährung ausgesetzt wurde. Er hatte den Angaben zufolge mehrfach versucht, mit dem Fuß gegen die Köpfe der Einsatzkräfte zu treten, als diese seine Personalien feststellen wollten.

Corona: Erstes Bundesland erlaubt Booster bereits nach vier Wochen - RKI meldet Hunderte Todesfälle

Update vom 14. Dezember, 7 Uhr: Ist das nun die Corona-Kehrtwende? Erneut meldet das RKI sinkende Corona-Werte, die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist am Dienstag auf den Wert von 375 abgesackt. Am Vortag hatte das Institut den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche noch mit 389,2 angegeben. Vor einer Woche hatte die Inzidenz noch bei 432,2 gelegen.

Auch die Zahl der Neuinfektionen ist im Vergleich zur Vorwoche gesunken. So meldeten die Gesundheitsämter in Deutschland dem RKI innerhalb der vergangenen 24 Stunden 30.823 Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 36.059 Ansteckungen. Das RKI hatte am Montag darauf hingewiesen, dass aufgrund technischer Probleme am Samstag und Sonntag keine Daten aus Niedersachsen übermittelt wurden.

Währenddessen steigt die Zahl der Todesfälle an. Wurden in der vergangenen Woche am Dienstag 399 Todesfälle gemeldet, sind es nun 473 innerhalb der vergangenen 24 Stunden. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Montag mit 5,17 (Sonntag 5,47) an.

Corona in Deutschland: Erneut Proteste gegen Maßnahmen

Update vom 13. Dezember, 21.45 Uhr: In Rostock, Magdeburg und Gummersbach protestierten am Abend erneut Menschen gegen die Corona-Politik und die Maßnahmen zur Pandemie-Bekämpfung. Wie die Polizei mitteilte, waren in Rostock rund 3000 Menschen auf der Straße, in Magdeburg 3500 und in Gummersbach rund 500.

Auch die Polizei in Thüringen vermeldete mehrere kleinere Demonstrationen. Ein Sprecher der Polizei berichtet vom Einsatz von Pyrotechnik und von Rangeleien.

Coronaviurs: Boosterimpfung in NRW schon nach vier Wochen möglich

Update vom 13. Dezember, 20.03 Uhr: In Nordrhein-Westfalen können sich Bürger und Bürgerinnen künftig bereits vier Wochen nach der Zweitimpfung die Boosterimpfung geben lassen. Das Gesundheitsministerium entschied sich für diese erhebliche Lockerung. Bisher war der dritte Pieks erst nach mehreren Monaten möglich. Bei der Verkürzung des Intervalls handele es sich aber lediglich um eine Untergrenze, nicht um eine Empfehlung, wie eine Sprecherin des Gesundheitsministerium mitteilt.

Haftstrafen auf Bewährung nach Corona-Demonstration in Schweinfurt

Update vom 13. Dezember, 18.50 Uhr: Die nicht angemeldete Corona-Demonstration in Schweinfurt (siehe Erstmeldung) hat nun Folgen für zwei Männer. In einem beschleunigten Verfahren sind die beiden nur wenige Stunden nach der Demonstration zu mehrmonatigen Haftstrafen auf Bewährung verurteilt worden. Zwei weitere Männer stecken in Untersuchungshaft, unter anderem wegen versuchter Brandstiftung, wie Polizei und Staatsanwaltschaft mitteilten.

Coronavirus: Auffrischungsimpfungen wappnen gegen Omikron

Update vom 13. Dezember, 17.30 Uhr: Auch die neue Virus-Variante Omikron kann schwere Erkrankungen verursachen. Davon müsse man im Moment ausgehen, sagt Virologe Dr. Ralf Bartenschlager bei t-online. Zudem wirken die Antikörper, die Menschen nach der Impfung entwickelten, nicht mehr so gut gegen Omikron. Dennoch gibt sich Bartenschlager vorsichtig zuversichtlich. Denn: Durch die Auffrischungsimpfungen aktiviere und verbessere sich die Immunabwehr deutlich und schütze somit besser gegen die Variante - und schwere Erkrankungen.

Zudem hält Bartenschlager es für wahrscheinlich. dass Omikron in einer ungeimpften Person mit geschwächtem Immunsystem entstanden ist. „In diesen Personen kann sich das Virus sehr lange vermehren, weil die Immunabwehr nicht in der Lage ist, den Erreger niederzukämpfen“, so Bartenschlager. Somit habe das Virus mehr Zeit sich zu verändern.

Corona-Demonstrationen: Schwieriges Abwägen für Polizisten

Update vom 13. Dezember, 15.35 Uhr: Die Vorsitzende der Thüringer Gewerkschaft der Polizei (GdP), Mandy Koch, zeigt sich entsetzt über das Vorgehen von Gegnern der Corona-Politik bei Demonstrationen wie jüngst in Greiz. Es sei unerträglich, dass teils Kinder mit dabei seien und diese auch bewusst instrumentalisiert würden, sagte sie der DPA. „Ich würde mit meinem Kind nie in eine solche Situation gehen.“

Bei einer Demonstration gegen die Corona-Maßnahmen im ostthüringischen Greiz waren am Wochenende 14 Polizisten verletzt worden. Die Polizei setzte teils Reizstoff ein. Koch, die als Gewerkschafterin mit vor Ort war, schilderte, dass auch Flaschen gegen die Einsatzkräfte geworfen und Böller in Menschengruppen gezündet wurden.

„Die Kollegen dort sind in einem Spannungsfeld“, sagte Koch. Bei solchen Demonstrationen liefen normale Bürger - teils Familien - neben Gruppen, die dem rechtsextremen Spektrum zuzuordnen seien.

„Da steht an einer Polizeikette ein Vater mit einem Kind an der Hand und sagt, er sei nur spazieren und wolle durch. Dann gehen die Diskussionen los“, berichtet die Gewerkschafterin. Die Polizisten müssten demnach auch immer abwägen: In Situationen, wo Kinder beteiligt seien, könne man nicht einfach Reizmittel einsetzen.

Globalisierungskritiker fordern „Impfstoffe für alle“

Update vom 13. Dezember, 13.47 Uhr: Die Globalisierungskritiker von Attac sind vor das Gesundheitsministerium gezogen. Mit Plakaten wie „Globale Solidarität statt Konzern-Profite“ und „Impfstoffe für alle“ appellierten die Aktivisten an dessen neuen Chef Karl Lauterbach (SPD), die weltweite Verteilung sicherzustellen.

Lauterbach müsse zeigen, „dass er nicht nur klug reden, sondern auch handeln kann“, sagte Attac-Aktivist Hanni Gramann laut der Nachrichtenagentur AFP. Attac wirft Deutschland und der EU-Kommission vor, die zeitweilige Aussetzung des Patentschutzes auf Covid-Impfstoffe, Tests, Medikamente, Schutzausrüstung und Sauerstoffgeräte zu blockieren und damit im Interesse der Pharmaindustrie zu handeln.

Ähnliche Demos fanden an diesem Montag auch vor der Vertretung der EU-Kommission in Berlin und dem Unternehmensstandort von Biontech in Mainz statt.

Ein als Arzt verkleideter Attac-Aktivist demonstriert mit einer überdimensionalen Spritzen-Attrappe im Dezember 2021 vor der Biontech-Zentrale in Mainz für eine Freigabe der Corona-Impfstoff-Patente.
Ein Attac-Aktivist demonstriert vor der Biontech-Zentrale für eine Freigabe der Impfstoffpatente. © Boris Roessler/dpa

Nach gewaltsamen Corona-Protesten wächst Sorge um weitere Radikalisierung

Update vom 13. Dezember, 12.51 Uhr: Der Terrorismus-Forscher Peter Neumann fürchtet eine Radikalisierung der Corona-Demos. Nach beobachteten „komplexeren Anschläge auf das RKI zum Beispiel oder auf Kliniken und auf Impfstellen“, könne er sich vorstellen, „dass wir in einigen Monaten tatsächlich möglicherweise von einer terroristischen Kampagne sprechen müssen“, sagte er bei am Sonntag bei „Bild TV“.

Er bezog sich dabei besonders auf die Impfpflicht und die Kinderimpfung: „Das sind zwei hochemotionale Themen, die von der Szene als Signal gewertet werden und die als Trigger dienen können, als Auslöser von extremen Handlungen.“ Die Bewegung könne zwar kleiner werden, aber die von ihr Übriggebliebenen „sich weiter radikalisieren und auch eben für Gewalt eintreten“.

Aus der Politik kamen derweil zahlreiche Forderungen nach einem entschiedenen Behörden-Vorgehen gegen gewaltsame Proteste (siehe Erstmeldung), etwa aus SPD, CDU oder von den Grünen.

Klinikverband: Corona-Beschränkungen für Ungeimpfte nötig – aber kein Lockdown

Update vom 13. Dezember, 12.25 Uhr: Krankenhausgesellschaftspräsident Gerald Gaß hält aktuell Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte für nötig – aber keinen allgemeinen Lockdown. Das sagte er im „Morgenmagazin“ des ZDF. „Das hat auch nichts mit Schikane zu tun, sondern es geht wirklich darum, Vorsorge zu treffen, und deswegen ist das richtig“, führte er aus. Hintergrund ist eine drohende Überlastung der Kliniken.

Die bereits beschlossene einrichtungsbezogene Impfpflicht hält Gaß für eher unproblematisch. Die Impfquote in den Krankenhäusern sei mit über 90 Prozent sehr hoch, sagte er. Man sei zuversichtlich, dass die Skeptiker durch Aufklärung noch zu überzeugen seien.

„Wir hoffen, dass es nur sehr wenige sind, die am Ende sich wirklich nachhaltig verweigern und die wir dann in letzter Konsequenz vielleicht auch verlieren werden.“ Neues Personal sei dann aber nicht so schnell zu rekrutieren, weil Intensiv-Pflegekräfte eine zweijährige Weiterbildung durchlaufen müssten.

Gesundheitsminister Lauterbach sieht langsame Stabilisierung der Corona-Lage

Update vom 13. Dezember, 11.36 Uhr: „Der Rückgang der Fallzahlen ist echt.“ Diese gute Nachricht twitterte nun Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) und fügte hinzu:. „Die Lage stabilisiert sich langsam.“ Dieser Trend dürfe aber nicht durch Weihnachten gefährdet werden. „Da die Fallzahlen weiterhin viel zu hoch sind, muss die Boosterkampagne verstärkt werden.“ (Mehr dazu im vorherigen Update.)

Zuvor hatte das RKI von einem erneuten leichten Inzidenz-Rückgang berichtet (siehe Erstmeldung). Bei der Bewertung der Zahlen geben Experten aber seit Tagen zu bedenken, dass von einer merklichen Untererfassung ausgehen sei, da Gesundheitsämter und Kliniken mit der Fall-Meldung in einzelnen Regionen nicht mehr hinterherkämen.

Fachleute gehen zudem davon aus, dass die als besonders ansteckend geltende Omikron-Variante im kommenden Jahr große Probleme bereiten könnte. Lauterbach hält wegen Omikron eine sehr hohe Impfquote für erforderlich.

Nahaufnahme von unten: Der designierte Gesundheitsminister Karl Lauterbach mit Mundnasenschutz beim Unterzeichnen des Koalitionsvertrags im Dezember 2021 in Berlin.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) sieht eine langsame Stabilisierung der Corona-Lage. © Michael Kappeler/dpa

Corona: Ziel der deutschen Booster-Kampagne in Sichtweite?

Update vom 13. Dezember, 11.04 Uhr: Knapp vier Millionen Booster-Impfungen wurde in der vergangenen Woche in Deutschland verabreicht. Das teilte das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (ZI) an diesem Montag mit. Laufe die Impfkampagne weiter auf diesem Niveau, könnte laut ZI die Booster-Impfkampagne in rund acht Wochen abgeschlossen sein, berichtet die Nachrichtenagentur dpa.

Nach jüngsten RKI-Zahlen haben knapp 24 Prozent der Menschen in Deutschland bereits ihren Booster erhalten. Die Behörde geht davon aus, dass unter Erwachsenen vermutlich mehr Menschen geimpft sind, als die Daten nahelegen: Eine hundertprozentige Erfassung der Impfungen könne durch das Meldesystem nicht erreicht werden.

Demnach sind aktuell etwas mehr als 27 Prozent der Bevölkerung hierzulande noch nicht gegen Covid-19 geimpft. Für Unter-4-Jährige ist bisher kein Corona-Impfstoff zugelassen. Das sind gut fünf Prozent der Bevölkerung in Deutschland.

Kinderärzte-Verbandschef erwartet hohe Impfbereitschaft – und ein großes Problem

Update vom 13. Dezember, 9.13 Uhr: Diese Woche startet hierzulande die Corona-Impfkampagne für Fünf- bis Elfjährige. Und Kinderärzte-Verbandschef Thomas Fischbach ist zuversichtlich, dass die Impfbereitschaft hoch ist. „Das war auch schon bei der Impfung der Jugendlichen so. Dort impfen wir erst seit September, haben aber schon eine Quote von 50 Prozent erreicht“, sagte er der Rheinischen Post (Montagsausgabe). Die Praxen seien zudem gut vorbereitet.

Da sich voraussichtlich nicht alle Praxen beteiligen werden, sei es grundsätzlich richtig, dass Kinder auch in Impfzentren geimpft werden können. „Wir favorisieren allerdings die Impfung in den Praxen, wo die Ärzte ihre Patienten auch kennen“, findet Fischbach.

Ein potenzielles Problem sieht der Verbandschef hingegen bei der Impfstoff-Belieferung. Das habe leider schon bei den über Zwölfjährigen nicht funktioniert. „Wir bekommen dort oftmals gerade einmal die Hälfte des bestellten Impfstoffs.“ Die Verantwortung dafür sieht Fischbach bei der Politik: „Wenn wir unsere Praxen derart dilettantisch organisieren würden, wie die Politik es beim Impfstoff tut, würden uns die Patienten aufs Dach steigen.“

Symbolbild: Ein Arzt zieht eine Nadel mit Corona-Impfstoff auf, im Hintergrund ist ein Junge mit Mundnasenschutz und gelbem Impfpass in der Hand.
Die Stiko empfiehlt die Corona-Impfung für vorerkrankte Kinder (Symbolbild). © Mareen Fischinger/Imago

Corona: Polizei berichtet von „teils heftiger Aggressivität“ bei Demo

Erstmeldung vom 13. Dezember: Ist das die lang ersehnte Entspannung in der vierten Welle der Corona*-Pandemie? Die bundesweite Sieben-Tage Inzidenz ist im Vergleich zum Vortag erneut leicht gesunken. Das Robert Koch-Institut gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Montag mit 389,2 an. Währenddessen steigt die Zahl der Todesfälle erneut an. Tausende Demonstranten gingen in Gotha und in Schweinfurt auf die Straßen.

Corona-Zahlen sacken erneut leicht ab - Zahl der Todesfälle steigt im Wochen-Vergleich jedoch an

Während die Inzidenz am Montag mit 389,2 beziffert wird, hatte der Wert am Sonntag bei 390,9 gelegen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 441,9 (Vormonat: 277,4). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI innerhalb eines Tages 21.743 Corona-Neuinfektionen. Vor genau einer Woche waren es 27.836 Ansteckungen. Doch obwohl die Zahl der gemeldeten Infektionen erneut zu sinken scheint, gehen Experten bei der Bewertung des Infektionsgeschehens davon aus, dass derzeit noch immer eine merkliche Untererfassung herrschen könnte. Gesundheitsämter und Kliniken kommen demnach mit der Meldung von Fällen zumindest in einzelnen Regionen nicht mehr hinterher.

Die Zahl der Todesfälle steigt währenddessen im Wochen-Vergleich erneut stark an. Waren es vor genau einer Woche 81 Todesfälle, meldet das RKI nun binnen 24 Stunden 116 Todesfälle. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI am Freitag mit 5,71 (Donnerstag 5,75) an.

Zahlreiche Menschen versammelten sich in Bayern, um gegen die geltenen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren
Zahlreiche Menschen versammelten sich in Bayern, um gegen die geltenen Corona-Maßnahmen zu demonstrieren (Archivbild) © Stefan Sauer/dpa

Corona-Protest: 1.500 Menschen gehen in Gotha auf die Straße

Mit den Corona-Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie nicht einverstanden waren knapp 1.500 Menschen am Sonntag im thüringischen Gotha. Sie waren zu einer nicht angemeldeten Demonstration zusammengekommen. Es seien mehrere Straftaten begangen worden, darunter ein Flaschenwurf auf einen Polizisten, teilte die Polizei in der Nacht zum Montag mit. Verletzt worden sei aber niemand.

Die Demonstranten sollen teilweise gegen die Hygieneschutzmaßnahmen verstoßen haben. Viele trugen keine Masken und hielten Mindestabstände nicht ein. Gegen den mutmaßlichen Versammlungsleiter wurde ein Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet. Im Kreis Gotha lag der Sieben-Tage-Wert am Sonntag bei 1379,3 Neuinfektionen je 100.000 Einwohner. Am Samstag waren dort verschärfte Pandemie-Regelungen in Kraft getreten.

Corona-Demo auch in Schweinfurt - Polizei berichtet von heftiger Aggressivität

Und auch im bayerischen Schweinfurt versammelten sich zahlreiche Menschen auf der Straße. Die Polizei hat bei der nicht angemeldeten Demo gegen Corona-Maßnahmen von „teils heftiger Aggressivität“ bei einem ansonsten überwiegend friedlichen Verlauf gesprochen. Am Sonntagabend zogen bis zu 2.000 Menschen größtenteils ohne Maske auf engem Raum durch die Schweinfurter Innenstadt, wie die Polizei mitteilte.

„Unter die in der Hauptsache friedlichen und für polizeiliche Maßnahmen zugänglichen Protestler mischten sich allerdings auch einige Dutzend aufwiegelnde Aggressoren. Diese stachelten immer wieder weitere Gruppen zu Aktivitäten gegen Einsatzkräfte und Anordnungen auf“, hieß es weiter. Zehn Menschen wurden vorläufig festgenommen - zwei von ihnen hätten am Rande der Versammlung versucht, ein Zivilfahrzeug der Polizei anzuzünden, hieß es. Acht weitere hätten unter anderem mit Schlägen und Tritten gegen Beamte Widerstand gegen Identitätsfeststellungen geleistet. Zwei Festgenommene sollen am Montag auf Anordnung der Staatsanwaltschaft dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden.

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