Pandemie im News-Ticker

Neue Zahl veröffentlicht: So viele Menschen starben 2020 in Deutschland an Corona

In Essen haben sich Dutzende Mitarbeiter eines Schlachthofs mit dem Coronavirus infiziert. Die Zahl der Corona-Toten 2020 in Deutschland wird genannt. Der News-Ticker zur Pandemie.

  • Corona-Pandemie in Deutschland: Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) will Impfverweigerer mit Anreizen überzeugen (siehe Erstmeldung vom 8. Juli).
  • Das Statistische Bundesamt hat die Zahl der Corona-Toten in Deutschland 2020 veröffentlicht (siehe Update vom 8. Juli, 18.45 Uhr).
  • In einem Schlachthof in Essen hat es einen Corona-Ausbruch gegeben (siehe Update vom 8. Juli, 16.59 Uhr).

Update vom 8. Juli, 21.15 Uhr: Kommen mitten in der Feriensaison neue Corona-Regeln mit Blick auf den Urlaub? Wie die Zeitungen der Funke Mediengruppe berichten, will die Bundesregierung ab diesen Freitag ganz Spanien als Covid-19-Risikogebiet und Zypern als Hochinzidenzgebiet einstufen. Bislang galten nur einzelne spanische Regionen wie Andalusien und das Baskenland als Risikogebiete.

Covid-19-Pandemie in Deutschland: Mehr als 30.000 Corona-Tote im Jahr 2020

Update vom 8. Juli, 18.45 Uhr: Das Statistische Bundesamt (Destatis) hat die genaue Zahl der Corona-Toten in Deutschland für 2020 berechnet. Das berichtet die Süddeutsche Zeitung an diesem Donnerstag. Demnach sei bei 30.136 Todesfällen im vergangenen Jahr das heimtückische Coronavirus die Todesursache gewesen, heißt es.

Auf 36.291 Todesbescheinigungen sei Covid-19 als Erkrankung vermerkt worden, in 6155 Todesfällen werde eine Corona-Infektion demnach als Begleiterkrankung genannt. 92 Prozent aller Sterbefälle in Deutschland 2020 seien bisher ausgewertet worden, heißt es weiter. Insgesamt wurden für das Vorjahr laut SZ bislang 982.489 Todesfälle in der Bundesrepublik auf ihre Ursache untersucht.

Covid-19-Pandemie in Deutschland: Corona-Experte Karl Lauterbach will Bundesgesundheitsminister werden

Update vom 8. Juli, 18 Uhr: Corona-Experte Karl Lauterbach (SPD) will nach der Bundestagswahl 2021 am 26. September Bundesgesundheitsminister werden. Insofern die Sozialdemokraten wieder in der Regierung vertreten sind.

Er finde die Aufgabe „nach wie vor sehr reizvoll“, sagte der 58-Jährige dem Spiegel. Er sei „zudem recht zuversichtlich, dass mich diese Aufgabe nicht überfordern würde“, meinte der Rheinländer im Gespräch mit dem Nachrichtenmagazin weiter. Seit Beginn der Coronavirus-Pandemie ist der Gesundheitspolitiker in Deutschland verstärkt in den Fokus getreten.

Erneut schilderte der 58-Jährige zudem, dass er wegen seiner mahnenden Haltung mit Blick auf die Covid-19-Krise bedroht worden sei. „Da bekam ich Hassbriefe und Drohmails, ab da sind es immer mehr geworden“, sagte er.

Im Video: Wegen Delta-Variante - Karl Lauterbach will Homeoffice verlängern

Corona-Pandemie in Deutschland: Coronavirus-Ausbruch in einem Schlachthof in Niedersachsen

Update vom 8. Juli 2021, 16.59 Uhr: In einem Schlachthof in Niedersachsen droht ein größerer Corona-Ausbruch. Beim Betreiber Danish Crown in Essen sind bislang 45 Mitarbeiter infiziert, weitere Testergebnisse stehen laut dem NDR aus. In acht Fällen wurde die Gamma-Variante des Coronavirus identifiziert, eine Mutante, die in Deutschland noch nicht auf dem Vormarsch ist und erstmals Ende 2020 in Brasilien nachgewiesen wurde.

Laut dem Unternehmen befinden sich 130 von insgesamt 1.600 Mitarbeitern in Quarantäne. Darüber hinaus werde geprüft, ob sich Mitarbeiter in Isolation an die Vorgaben halten. Danish Crown geht davon aus, dass die Ansteckung im privaten Bereich erfolgte. Das Gesundheitsamt des Landkreises Cloppenburg arbeitet an der Nachverfolgung der Kontakte.

Seit Kurzem werden in dem Fleischbetrieb laut einem Sprecher täglich PCR-Tests durchgeführt.

Beim Schlachthofbetreiber Danish Crown in Essen hat es einen Corona-Ausbruch gegeben.

Mehr als 40 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen Corona geimpft

Update vom 8. Juli 2021, 12.51 Uhr: In Deutschland sind mehr als 40 Prozent der Bevölkerung vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Die Quote stieg am Donnerstag nach Angaben des Robert-Koch-Instituts auf 40,8 Prozent - tags zuvor hatte sie mit 39,9 Prozent noch knapp unter der 40er-Marke gelegen.

Den Angaben nach wurden am Mittwoch mehr als 961.000 Impfdosen verabreicht. Mehr als 47,8 Millionen Menschen (57,6 Prozent) haben mindestens eine Impfung bekommen, rund 33,9 Millionen Menschen sind vollständig geimpft. Gesundheitsminister Jens Spahn twitterte am Donnerstag: „Mit knapp einer Million Impfungen gestern ist das Tempo weiter hoch, geht aber zurück. Mit Blick auf Herbst und Winter zählt jetzt jede Impfung!“

Kurioser CDU-Vorschlag: Werden Impfverweigerer mit Fahrrädern oder Fremdsprachenkurse geködert?

Erstmeldung vom 8. Juli 2021, 10.05 Uhr

München - Weil sich die Delta-Variante des Coronavirus‘ weiter rasant in Deutschland ausbreitet - am Mittwoch berichtete das RKI, dass Delta in 59 Prozent der untersuchten Proben nachgewiesen wurde -, fordern Politiker und Experten ein Umdenken in der Impfstrategie.

So sprach etwa die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion gegenüber Welt von „kreativeren Impfangeboten“. Sabine Dittmar regte an, dass sich Bürger auch in Fußgängerzonen, Wohnsiedlungen und bei Veranstaltungen impfen lassen können sollen.

Delta-Variante: Politiker bringt Preise für Impfung ins Spiel

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) plädiert für zusätzliche Anreize. „Man könnte an eine Verlosung denken, bei der unter den Impfbereiten beispielsweise ein Fahrrad, ein Fremdsprachenkurs oder ein anderer schöner Preis ausgegeben wird“, sagte der CDU-Politiker den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Gerade an und in sozialen Brennpunkten bräuchte es mobile Impfteams und Sonderaktionen.

Zur Ausbreitung der Delta-Variante kommt erschwerend hinzu, dass auch das Impftempo ins Stocken gerät. Laut dem Robert-Koch-Institut wurden etwa am Dienstag nur knapp 700.000 Impfdosen appliziert. Eine Woche zuvor waren es noch mehr als 900.000 und an den Dienstagen der drei Wochen davor sogar jeweils mehr als eine Million Dosen gewesen.

Corona: Sieben-Tage-Inzidenz und Sieben-Tage-R-Wert steigen leicht

Auch deshalb fordert ebenso die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund „etwas mehr Kreativität bei den lokalen Behörden“. „Wir müssen Menschen auch direkt ansprechen und nicht warten, bis sie ins Impfzentrum oder zum Hausarzt kommen. Je niedrigschwelliger, desto besser. Entscheidend ist doch, dass wir nun auch all diejenigen erreichen, die bisher - aus welchen Gründen auch immer - noch zögern oder überzeugt werden wollen“, sagte Susanne Johna der Rheinischen Post.

Unterdessen stieg die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland etwas an. Nach 5,1 am Mittwoch lag sie am Donnerstag laut RKI bei 5,2. Binnen 24 Stunden wurden 970 neue Corona-Infektionen registriert, die Zahl der Toten lag bei 31. Ebenfalls nach oben ging der Sieben-Tage-R-Wert, der das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen abbildet. Er lag am Donnerstag bei 1,09, nach 1,01 am Vortag. (mt/dpa)

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