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Corona-Alarm in Deutschland: RKI meldet traurige Rekordwerte

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Von: Marcus Giebel, Martina Lippl, Andreas Knobloch

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Die Corona-Infektionszahlen steigen, Krankenhäuser sind zunehmend am Limit. Die Politik will mit Corona-Impfungen gegensteuern.

Update vom 17. November, 8.05 Uhr: Besonders betroffen von Corona sind nach wie vor Sachsen und Bayern. Neun Landkreise in Deutschland haben mittlerweile eine 7-Tage-Inzidenz von 1.000. Den höchsten Wert verzeichnet der Landkreis Meißen gefolgt von Rottal-Inn und Freyung-Grafenau.

Corona-Alarm in Deutschland: RKI meldet traurige Rekordwerte

Update vom 17. November, 6.27 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet einen neuen Tageshöchstwert bei den Neuinfektionen. Binnen 24 Stunden sind 52.826 positive Corona-Tests verzeichnet worden. Das geht aus den Daten des Covid-19-Dashboards des RKI am Mittwochfrüh hervor. Weitere 294 Todesfälle sind zudem gemeldet worden. Vor einer Woche waren es 236 Todesfälle.

RKI: Inzidenz steigt auf neuen Rekordwert

Die 7-Tage-Inzidenz liegt bei 319,5  - ebenfalls ein neuer Höchststand. Der Wert ist jetzt den zehnten Tag in Folge weiter gestiegen.

Auf den Intensivstationen in Deutschland müssen aktuell 3.285 Covid-19-Patienten behandelt werden. Davon werden 1.668 künstlich beatmet, wie aus den Daten des DIVI-Intensivregisters hervorgeht.

Die Hospitalisierungsinzidenz gibt das RKI zuletzt mit 4,86 an. Gemeint ist damit die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Covid-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen.

Corona-Alarm in Deutschland: „Ungeimpfte infizieren sich häufiger als Geimpfte“ - Daten beweisen es

Update vom 16. November, 20.35 Uhr: Vermehrte Impfdurchbrüche haben den Begriff der „Pandemie der Ungeimpften“ ins Wanken gebracht. Doch was sagen die Zahlen? Wer infiziert sich häufiger – Geimpfte oder Ungeimpfte? Laut dpa geht aus den Daten mehrerer Bundesländer hervor, wer die Infektionszahlen wirklich in Höhe treibt. Untersucht wurde die /-Tage-Inzidenz unter anderem in Sachsen und Bremen. Das Ergebnis: Unter den Ungeimpften waren die Neuinfektionen zuletzt um ein Vielfaches höher als bei den Menschen mit vollständigem Impfschutz. Genaue Zahlen nannte die Nachrichtenagentur aber nicht.

Solche Zahlen seien „sicher etwas verzerrt“, sagte Carsten Watzl, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie, der dpa mit Blick auf die Testhäufigkeit. Ungeimpfte müssen zum Beispiel zwingend einen Test vorlegen, wenn 3G-Regeln im Restaurant oder am Arbeitsplatz gelten. Diese Faktoren seien aber nicht so bedeutend, dass sie den Unterschied komplett erklärten, sagte Watzl. „Daher ist immer noch richtig, dass sich Ungeimpfte deutlich häufiger infizieren als Geimpfte.“

Corona-Lage in Baden-Württemberg: Kretschmann will Änderungen im Infektionsschutzgesetz

Update vom 16. November, 16.05 Uhr: Baden-Württemberg will auch nach dem Auslaufen der epidemischen Lage die Möglichkeit nutzen können, Ausgangsbeschränkungen zu verhängen. Die Landesregierung fordert eine entsprechende andauernde Rechtsgrundlage im Kampf gegen die Pandemie. Dies sei nach dem neuen Entwurf des Infektionsschutzgesetzes nicht mehr möglich - auch nicht beschränkt auf Ungeimpfte.

Ministerpräsident Winfried Kretschmann erklärte, auf dem Corona-Gipfel am Donnerstag gehe es vor allem darum, die Einschränkungen der sogenannten Länderöffnungsklausel wegzubekommen. Die Klausel soll den Ländern die gesetzliche Möglichkeit geben, im Notfall weitergehende Maßnahmen beschließen zu können.

Update vom 16. November, 15.30 Uhr: Einer Umfrage zufolge würde eine knappe Mehrheit der Deutschen eine generelle Impfpflicht befürworten. Laut dem „Trendbarometer“ von RTL und ntv, das auf einer Befragung von rund 1000 Menschen durch das Meinungsforschungsinstitut Forsa beruht, beantworten 53 Prozent die entsprechende Frage mit Ja. 45 Prozent wollen dagegen, dass der Pieks freiwillig bleibt. In den neuen Bundesländern wird einen Impfpflicht mehrheitlich abgelehnt.

Den Plan der Ampel-Parteien, die „epidemische Lage“ als Grundlage für weitreichende Kompetenzen des Bundes in der Pandemiebekämpfung auslaufen zu lassen, sehen 60 Prozent der Teilnehmer als falsch an, vor zwei Wochen waren es vier Prozentpunkte weniger. Nur noch gut jeder Dritte unterstützt das Ansinnen von SPD, Grünen und FDP.

In Sachsen und NRW gibt es demnächst wohl auch 2G plus

Update vom 16. November, 15.10 Uhr: 2G heißt in immer Bundesländern die neue Zauberformel in der Corona-Krise. In Sachsen könnte Nicht-Geimpften oder -Genesenen demnächst auch der Zugang zum Einzelhandel verwehrt werden. Dies ist laut Sozialministerin Petra Köpping (SPD) ab der Überlastungsstufe geplant, die am Wochenende erreicht werden könnte. Ausgenommen davon seien Supermärkte, Drogerien, Apotheken und andere Einrichtungen der Grundversorgung. Bei Veranstaltungen im Innenbereich mit mehr als 50 Personen soll sogar 2G plus greifen - dann hätten nur noch Geimpfte und Genesene mit Test Zutritt.

In Nordrhein-Westfalen kündigte der neue Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) im Freizeitbereich nur noch Geimpfte und Genesene zulassen zu wollen. Für besonders sensible Bereiche sei sogar 2G plus angedacht - hierunter fallen etwa Karnevalssitzungen und -feiern sowie Diskobesuche.

Update vom 16. November, 13.40 Uhr: Das Klinikum Karlsruhe sieht sich dem Vorwurf ausgesetzt, eine ungeimpften Patienten nicht behandelt und deshalb seinen Tod in Kauf genommen zu haben. Die Staatsanwaltschaft ermittelt nach mehreren Anzeigen - darunter einer aus dem Umfeld des Verstorbenen - und hat ein Todesermittlungsverfahren eingeleitet. Möglicherweise wurde der Mann wegen seins Impfstatus nicht behandelt, über seine ursprünglichen Beschwerden ist nichts bekannt. „Durchaus steht auch die Hypothese im Raum, dass der Patient eine Behandlung ablehnte“, erklärte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft.

„Die Klinik wies die Anschuldigungen „ausdrücklich und vollumfänglich“ zurück. In einer Pressemitteilung heißt es: „Die Behauptungen sind nicht nur nicht im Gesamtkontext, sondern auch für sich genommen unwahr und völlig aus dem konkreten Behandlungsgeschehen gerissen.“ Die Klinik habe ihrerseits Anzeige erstattet: „Es sind entgegen jeglicher Faktenlage unwahre Tatsachen behauptet worden, die auch im mutmaßlichen wohlverstandenen Interesse des Verstorbenen als verleumderisch bezeichnet werden können.“

Im Internet kursiert ein Video, das den noch lebenden Mann in der Klinik auf dem Boden auf einer Matratze liegend zeigen soll. Laut Polizei ist dessen Authentizität aber nicht sicher. Über eine von der Staatsanwaltschaft beantragte Obduktion muss noch entschieden werden.

Corona in Deutschland: Baden-Württemberg und Hamburg setze 2G-Regelung um

Update vom 16. November, 13.05 Uhr: Immer mehr Bundesländer schwenken angesichts der stark steigenden Infektionszahlen und Intensivpatienten auf die 2G-Regelung um. In Baden-Württemberg greift eine Corona-Alarmstufe, Zugang zu Restaurants, Museen, Ausstellungen und den meisten anderen öffentlichen Veranstaltungen haben damit nur noch Geimpfte und Genesene. Zudem müssen Schüler in der Klasse wieder Maske tragen. Laut Ministerpräsident Winfried Kretschmann greift die Verschärfung ab Mittwoch. In Hamburg beschloss die Regierung um den Ersten Bürgermeister Peter Tschentscher, für Restaurants, Bars und Clubs ab Samstag auf 2G zu setzen.

Update vom 15. November, 16.08 Uhr: Rolle rückwärts beim Thema Corona-Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen! Offenbar haben die Ampel-Parteien doch noch keine Einigung in diesem Punkt erzielt. Die möglichen künftigen Regierungspartner SPD, Grüne und FDP wollen nach Angaben der Grünen über eine Corona-Impfpflicht für bestimmte Bereiche sprechen. „Über eine Impfpflicht in besonderen Einrichtungen wird die Ampel erst noch in einem eigenen Verfahren,
unabhängig vom Infektionsschutzgesetz, beraten“, sagte eine Sprecherin der Fraktion am Montag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin.

Auch Grünen-Fraktionsvorsitzende Katrin Göring-Eckardt, die zuvor eine dahingehende Aussage getätigt hatte (siehe Update vom 13.45 Uhr), ruderte nun bei einer Pressekonferenz am Montagnachmittag zurück und stellte klar, dass die Ampel-Parteien keine Einigung über eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen erzielt hätten. Sie sei „missverstanden“ worden. Die aufgekommenen Missverständnisse würden ihr demnach Leid tun.

Zuvor hatte Grünen-Fraktionschefin Katrin Göring-Eckardt gesagt: „Wir werden eine Impfpflicht brauchen für Einrichtungen, bei Pflegeheimen, bei Kindertagesstätten et cetera. Wir werden das auf den Weg bringen“, sagte Göring-Eckardt am Montag in Berlin. Auf Nachfrage hatte sie bestätigt, dass die Mitglieder der angestrebten Ampel-Koalition sich in dieser Frage einig seien. Nach späteren Angaben der Grünen-Fraktion ist dies aber nicht der Fall. Eine mögliche Impfpflicht für bestimmte Bereiche wäre nicht Bestandteil der Reform des Infektionsschutzgesetzes, die diese Woche beschlossen werden soll, sondern eines separaten Gesetzgebungsverfahrens, erklärte Göring-Eckardt.

Doch keine Corona-Impfpflicht für mehrere Berufe? Grünen-Fraktionschefin rudert zurück

Update vom 15. November, 13:45 Uhr: Die Mitglieder der aktuell verhandelnden Ampel-Koalition sind sich offenbar über eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen einig. Das bestätigte Katrin Göring-Eckardt, Franktionschefin der Grünen: „Wir werden eine Impfpflicht brauchen für Einrichtungen, bei Pflegeheimen, bei Kindertagesstätten et cetera. Wir werden das auf den Weg bringen“, erklärte sie laut Bild.

Die Maßnahme sei Teil eines separaten Gesetzgebungsverfahrens und nicht Bestandteil der Reform des Infektionsschutzgesetzes.

Katrin Göring-Eckardt bestätigte die Einigung über eine Impfpflicht in bestimmten Berufen.
Katrin Göring-Eckardt bestätigte die Einigung über eine Impfpflicht in bestimmten Berufen. © Jürgen Heinrich via imago images

Update vom 15. November, 10.14 Uhr: Wo stecken sich die Leute an? Wo ist es am gefährlichsten? Knapp drei Viertel aller Warnungen der Gesundheitsämter in Deutschland, die aus dem System der Luca-App generiert wurden, gingen an Besucherinnen und Besucher von Bars und Clubs. Das geht aus einer anonymisierten Auswertung für den Oktober hervor, bei der über 181 000 ausgespielte Warnmeldungen analysiert wurden. Fast die Hälfte der Warnungen betrafen Clubs (49,1 Prozent), knapp ein Viertel Bars (23,2 Prozent). Erfasst wurden Warnhinweise per App und Anrufe bei Nutzern der App durch das Gesundheitsamt. Clubs sind also der traurige Sieger dieser Statistik.

Vergleichsweise wenige Warnmeldungen gingen dagegen an Restaurant-Gäste. Sie erhielten 10,9 Prozent aller Warnmeldungen, zeigen die Zahlen, die vom Betreiber der Luca-App am Montag in Berlin veröffentlicht wurden. Knapp neun Prozent der Warnungen gingen an die Besucherinnen und Besucher von Events und Festivals. Kaum eine Rolle spielten der Einzelhandel (1,0 Prozent), Kinobetriebe (1,7 Prozent) sowie Theater, Museen und Kultureinrichtungen (zusammen 0,9 Prozent). Auch die Bereiche Sport (0,8 Prozent) und Spas/Schwimmbäder (0,6 Prozent) erwiesen sich nicht als Hotspots.

Corona in Deutschland: Streit um Homeoffice-Pflicht - Streeck schließt Kontaktbeschränkungen nicht aus

Erstmeldung vom 15. November, 8.40 Uhr: München - Home-Office-Pflicht, Kontaktbeschränkungen, Lockdown? Nein, niemand ist versehentlich in eine Zeitmaschine gestiegen und in der ersten oder zweiten Welle ausgestiegen. Deutschland befindet sich aktuell in der vierten Corona-Welle und für viele könnte das Deja vu bittere Realität werden.

Aus der Union kommt heftige Kritik an einer möglichen Wiedereinführung der Homeoffice-Pflicht. Der Vorsitzende des Parlamentskreises Mittelstand der Unionsfraktion im Bundestag, Christian von Stetten, sagte der "Augsburger Allgemeinen" vom Montag, eine erneute Homeoffice-Pflicht "wäre das falsche Signal für eine sich langsam wieder normalisierende Wirtschaft". Eine 3G-Pflicht am Arbeitsplatz sei "ein sinnvollerer Ansatz, der Schutz bietet und den Wirtschaftskreislauf nicht unnötig hemmt."

Corona in Deutschland: Streit um Home-Office-Pflicht

Der FDP-Fraktionsvize Michael von Theurer sagte der Zeitung: „Die Notwendigkeit einer solchen Maßnahme schließen wir nicht pauschal aus.“ Der Weg aus der Krise „ist und bleibt Impfen und Testen“. Eine 3G-Pflicht am Arbeitsplatz sei daher ein guter und wirksamer Vorschlag. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat in einem Gesetzentwurf die 3G-Pflicht am Arbeitsplatz und die Wiedereinführung der Homeoffice-Pflicht im Kampf gegen die steigenden Corona-Infektionen vorgeschlagen. Die Homeoffice-Pflicht war zum 1. Juli aufgehoben worden. Die Grünen um Dieter Janecek befürworten den SPD-Plan: „Wir können wir alle dazu beitragen, das Infektionsgeschehen in den Griff zu bekommen“.

Corona in Deutschland: Kontaktbeschränkungen? Streeck schließt gar nichts aus

Nach den Plänen von Heil sollen Beschäftigte ihrem Arbeitgeber einen Impfnachweis oder Genesenennachweis vorlegen müssen. Sind sie weder geimpft oder genesen, müssen sie täglich vor Betreten ihres Arbeitsplatzes einen aktuellen Coronatest vorlegen. Akzeptiert wird ein höchstens 24 Stunden alter Antigen-Test oder ein höchstens 48 Stunden alter PCR-Test. Arbeitgebern droht ein Bußgeld, wenn sie den Status nicht kontrollieren.

Virologe Hendrick Streeck, Direktor des Virologie-Instituts der Universität Bonn, sagte aufgrund der angespannten Corona-Lage gegenüber der dpa: „Wir werden nicht darum herumkommen, dass wir in gewisser Weise wieder Kontaktbeschränkungen haben werden und dass man Großveranstaltungen in dieser Form vielleicht nicht mehr durchführen kann - oder wenn, dann nur unter strengen Auflagen. Es ist in diesem Herbst und Winter trügerisch zu glauben, dass ein Geimpfter sich nicht infizieren kann und das Virus nicht an seine Großmutter weitergeben kann, die vielleicht noch keine Booster-Impfung bekommen hat.“ (ank mit dpa und AFP)

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