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Corona in Deutschland: RKI meldet neuen Inzidenz-Rekord

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Von: Kai Hartwig

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Corona-Neuinfektionen in Deutschland
Das RKI hat die aktuellen Corona-Fallzahlen veröffentlicht. (Screenshot) © Robert Koch-Institut

In Deutschland gehen die Corona-Zahlen weiter steil nach oben. Sieben-Tage-Inzidenz und Hospitalisierungsrate steigen. Der News-Ticker.

Update vom 23. November, 8.59 Uhr: Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt am Dienstagmorgen mit einem Wert von 399,8 zum 16. Mal in Folge auf einem Höchststand. Das geht aus Daten des Robert-Koch-Instituts hervor. Die Zahl der Neuinfektionen innerhalb der vergangenen 24 Stunden betrug 45.326. Vor einer Woche gab es unter 100.000 Einwohner innerhalb der letzten sieben Tage noch 312,4 Corona-Fälle.

Der bisherige Höchstwert seit Beginn der Pandemie lag vor der vierten Welle bei einer Inzidenz von 197,6. Diesen traurigen Rekord überstieg die Inzidenz bereits am 8. November und erreichte seitdem täglich neue Höchstwerte. Die Zahl der Todesopfer stieg um 309 und liegt aktuell knapp unter der Marke von 100.000 bei 99.433 Corona-Toten.

Hospitalisierungsinzidenz bundesweit knapp unter sechs

Am Montag lag die Hospitalisierungsinzidenz in Deutschland bei 5,28. Ab einem Wert von drei gilt in einem Bundesland bei Veranstaltungen, in Hotels und Restaurants die 2G-Regel, ab einem Wert von sechs gilt 2G+. Letztere sieht den Zugang nur für Genesene und Geimpfte vor, die zusätzlich einen Corona-Test vorweisen müssen.

Diese Hospitalisierungsinzidenz gibt an, wie viele Menschen innerhalb der vergangenen sieben Tage wegen einer Corona-Infektion ins Krankenhaus kommen. Allerdings gibt es auch Kritik an der Berechnung. Experten wenden beispielsweise ein, dass der Index die tatsächliche Belastung der Krankenhäuser deutlich unterschätzt. In die Statistik aufgenommen werden nur Menschen, die sich auch innerhalb der vergangenen sieben Tagen mit Corona infiziert haben. „Dieser Verlauf ist zu kurz“, so Gesundheitsexperte Karl Lauterbach (SPD). Er hält diesen Wert für „nicht optimal.“

EU-Arzneimittelbehörde prüft Booster-Zulassung von Johnson & Johnson

Update vom 22. November, 15:57 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde EMA prüft die Zulassung einer Booster-Dosis des Corona-Impfstoffes von Johnson & Johnson. Laut einer EMA-Mitteilung von Montag (22. November) könnte diese Extra-Dosis bei Erwachsenen mindestens zwei Monate nach der ersten Injektion verabreicht werden. Eine Entscheidung möchte die europäische Behörde in wenigen Wochen treffen. Der Johnson & Johnson-Impfstoff namens Janssen ist der einzige Corona-Impfstoff, für den nur eine einzige Dosis nötig ist. Bislang waren durch die EMA nur Auffrischungsimpfungen mit den Impfstoffen von Pfizer/Biontech und Moderna zugelassen worden.

Johnson & Johnson hatte der EMA Studien zu seinem Corona-Impfstoff vorgelegt. Unter anderem wurde hierfür 14.000 erwachsenen Menschen entweder eine zweite Impfdosis oder aber ein Placebo verabreicht. Die Ergebnisse der Studie werden nun in einem beschleunigten Verfahren durch die EMA bewertet.

Corona in Deutschland: Bundespräsident Steinmeier unterschreibt neues Infektionsschutzgesetz

Update vom 22. November, 15:03 Uhr: Das Infektionsschutzgesetz der Ampel-Parteien ist von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier unterschrieben worden. Wie das Bundespräsidialamt am Montag (22. November) auf Anfrage mitteilte, zeichnete das deutsche Staatsoberhaupt das Gesetz mit neuen Corona-Regeln gegen. Sobald das Infektionsschutzgesetz im Bundesgesetzblatt veröffentlicht wurde, tritt es einen Tag später auch in Kraft. Dies soll vermutlich noch am Dienstag (23. November) geschehen, das Gesetz würde dann ab Mittwoch (24. November) gelten.

Das Ampel-Bündnis aus SPD, Grünen und FDP will mit dem neuen Infektionsschutzgesetz zur Corona-Bekämpfung unter anderem 3G am Arbeitsplatz sowie in Bussen und Zügen einführen. Dafür sollen flächendeckende Ausgangsbeschränkungen und Schulschließungen ausbleiben.

Corona in Deutschland: Kanzler Merkel warnt eindringlich – „Was jetzt gilt, ist nicht ausreichend“

Update vom 22. November, 12:36 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel hält wegen der Entwicklung der Corona-Lage die aktuellen Maßnahmen für unzureichend. „Wir haben eine hochdramatische Situation. Was jetzt gilt, ist nicht ausreichend“, wurde die CDU-Politikerin am Montag (22. November) von Teilnehmern der Beratungen des Parteivorstands in Berlin zitiert.

Per Telefonschalte nahm Merkel an dem Meeting teil und warnte ihre Parteikollegen: „Wir haben eine Lage, die alles übertreffen wird, was wir bisher hatten.“ Selbst die 2G-Regel reiche nicht mehr aus, befand die Kanzlerin. Corona-Impfungen allein helfen nach Ansicht der scheidenden Regierungschefin nicht, die Entwicklung schnell zu stoppen. Ihr Nutzen sei vielmehr langfristig. Merkel forderte zudem, dass die Bundesländer bis zum 24. November gemeinsame Maßnahmen beschließen sollen. Einen Tag später läuft die epidemische Lage von nationaler Tragweite aus. Merkel fügte hinzu, dass sie den Eindruck gewonnen habe, viele Menschen seien sich dem Ernst der Lage nicht bewusst.

Corona in Deutschland: Polizeigewerkschaft hält Teil-Lockdown für nicht kontrollierbar

Update vom 22. November, 12:10 Uhr: In den Augen der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) und der Gewerkschaft der Polizei (GdP) ist die 3G-Regel im öffentlichen Nahverkehr nicht durchsetzbar. Auch Ausgangsbeschränkungen seien nicht gänzlich kontrollierbar.

„Niemand trägt ein Schild um den Hals ‚Ungeimpft‘. Nach welchen Kriterien soll die Polizei Kontrollen durchführen?“, meinte der DPolG-Chef Ralf Kusterer. Die zuständigen örtlichen Polizeibehörden seien vielerorts bereits jetzt weit über der Belastungsgrenze. Kusterer sprach sich für einen kompletten Lockdown aus. Der sei leichter zu überwachen: „Ein Teil-Lockdown ist nahezu nicht durchsetzbar.“

Corona in Deutschland: Spahn macht Versprechen – „Genügend Impfstoff für alle da“

Update vom 22. November, 10:24 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn hat sich in der Bundespressekonferenz in Berlin zum Vorrat der Corona-Impfdosen geäußert. In der laufenden Woche ab 22. November „gehen sechs Millionen Impfdosen aus dem Lager“. Allerdings sei die Nachfrage nach Biontech besonders hoch, so Spahn weiter. Das hat Folgen: „Unser Biontech-Lager leert sich so schnell, dass wir ab nächster Woche vorübergehend nicht mehr als zwei bis drei Millionen Dosen pro Woche ausliefern können“, erklärte der Gesundheitsminister.

Trotzdem bekräftigte Spahn: „Es ist genügend Impfstoff für alle da.“ Insgesamt könne auf 50 Millionen Impfdosen gegen das Coronavirus zurückgegriffen werden. „Es stehen bis Jahresende 24 Millionen Dosen des Biontech-Impfstoffs zur Verfügung. Von Moderna haben wir 26 Millionen Impfstoffe sofort zur Verfügung“, meinte Spahn. „Wir halten nichts zurück“, kündigte der Christdemokrat an: „Wir liefern alles aus, was da ist oder noch durch Lieferungen des Herstellers bis Jahresende dazukommt.“

Corona in Deutschland: Spahn wirbt für Moderna – „Rolls Royce unter den Impfstoffen“

Spahn gestand auch Fehler ein. Es sei „leider der Eindruck entstanden“, dass die Bundesregierung die Auslieferung von Biontech-Impfstoffen zurückfahre, nur weil die Haltbarkeit der Moderna-Vakzine im ersten Quartal 2022 abzulaufen drohe. Die ablaufende Haltbarkeit der Moderna-Impfstoffe müsse man zwar auch beachten, dies sei aber nicht der Grund für die vorerst sinkende Auslieferungsmenge an Biontech-Impfstoffen.

Spahn warb für die Akzeptanz des Moderna-Corona-Impfstoffs. „Einige sagen: Biontech ist der Mercedes unter den Impfstoffen, Moderna der Rolls-Royce“, bemühte Spahn einen Vergleich. „Sie können beruhigt beide Impfstoffe nehmen, die da sind. Beide wirken sehr gut“, bekräftigte Leif Erik Sander, Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung an der Charité Berlin: „Bei einer Grippeimpfung fragt man ja auch nicht nach dem Hersteller.“

Corona in Deutschland: Todeszahlen steigen deutlich – Inzidenz nähert sich der 400

Erstmeldung vom 22. November, 09:54 Uhr: München – Die Corona-Lage in Deutschland bleibt angespannt. Am Montagmorgen (22. November) präsentierte das Robert Koch-Institut (RKI) die aktuellen Zahlen. Demnach stieg die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz erneut an. Die Zahl der Neuinfektionen je 100.000 Einwohner und pro Woche lag am Montag bei 386,5 (Vortag: 372,7). Genau einen Monat zuvor (22. Oktober) hatte dieser noch unter 100 gelegen (95,1).

Die deutschen Gesundheitsämter meldeten dem RKI binnen eines Tages insgesamt 30.643 Fälle von Corona-Neuinfektionen. Der Wochenvergleich zeigt, dass die Zahl deutlich ansteigt. Eine Woche zuvor wurden 23.607 Neuinfektionen gemeldet.

Corona in Deutschland: Zahl der Toten knapp unter der 100.000er-Marke

Auch bei der Zahl der Menschen, die in Zusammenhang mit dem Coronavirus verstarben, gab es einen Anstieg zu verzeichnen. Binnen 24 Stunden wurden in Deutschland 62 Todesfälle registriert (Vorwoche: 43). Laut RKI infizierten sich in der Bundesrepublik seit Beginn der Pandemie 5.385.585 Personen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl wird höchstwahrscheinlich deutlich höher liegen, weil zahlreiche Corona-Infektionen nicht erkannt werden. Genesen sind seit Pandemie-Beginn nach RKI-Berechnungen 4.649.300 Menschen, gestorben an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Corona-Infektion 99.124 Menschen.

Jens Spahn äußert sich in der Bundespressekonferenz in Berlin zu Corona-Impfstoffen
Jens Spahn hat sich zum Vorrat an Corona-Impfstoffen geäußert. © Michael Kappeler/dpa

Die Hospitalisierungsrate nimmt ebenfalls weiter zu. Nach RKI-Angaben betrug die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen am Freitag (19. November) 5,34, tags zuvor hatte sie 5,30 betragen. Auch bei diesem Wert ist zu berücksichtigen, das es beim Melden der Krankenhausaufnahmen teils zu Verzug kommt. (kh/dpa)

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