News-Ticker

Corona in Deutschland: Inzidenz sinkt erneut - Lockerungen für Geimpfte spätestens nächste Woche

In Deutschland sinkt ein wichtiger Corona-Wert bereits mehrere Tage in Folge. Erste Details zu Lockerungen für Geimpfte sind durchgesickert. Diese sollen schon ab Samstag gelten. Der News-Ticker.

  • Corona in Deutschland: Die aktuellen Zahlen in der Pandemie machen etwas Hoffnung.
  • Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet mehr als 7.500 Corona-Fälle, die Inzidenz sinkt weiter (Update vom 4. Mai, 6.15 Uhr).
  • Einem Bericht zufolge sollen Lockerungen für Geimpfte schon ab Samstag gelten (siehe Update vom 3. Mai, 14.25 Uhr).
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 4. Mai finden Sie hier.

Update vom 4. Mai, 6.15 Uhr: Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter in Deutschland dem Robert-Koch-Institut (RKI)  7.534 Corona-Neuinfektionen und 315 weitere Todesfälle gemeldet. Das geht aus den Daten des RKI-Covid-19-Dashboards am Dienstagfrüh hervor.

  • Die 7-Tage-Inzidenz ist auf 141,4 gesunken. Am Vortag lag der Wert noch bei 146,9 (Vorwoche: 167,6).
  • Der bundesweite 7-Tage-R-Wert liegt laut RKI-Lagebericht vom Montagabend unter dem kritischen Wert von 1 bei 0,88 (Vortag: 0,92). Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona: Impftempo in Deutschland nimmt Fahrt auf

Update vom 3. Mai, 16.45 Uhr: Die Impf-Kampagne in Deutschland hat an Tempo gewonnen. Wie aus Daten des Robert-Koch-Instituts hervorgeht haben rund 6,6 Millionen Menschen den vollen Impfschutz erhalten. 28,2 Prozent der Gesamtbevölkerung wurden mindestens einmal gegen das Coronavirus geimpft. Das entspricht rund 23,4 Millionen Menschen (Datenstand: 3. Mai, 11.30 Uhr).

Wie aus einem Bericht von Spiegel.de hervorgeht, soll man hierzulande sogar schneller impfen als in Großbritannien oder etwa den USA. Die Zeitung bezieht sich dabei auf Daten der an die Universität Oxford angeschlossenen Plattform „Our World in Data“. Demzufolge wurden in Deutschland in den letzten sieben Tagen 0,78 Impfdosen pro 100 Einwohnern verimpft.

Vor Deutschland liegen den Daten nach nur Katar (0,93), Uruguay (0,95) und Ungarn (1,3). Dass Großbritannien (0,74) und die USA (0,72) hinter Deutschland zurückgefallen ist, liegt an der Masse an Impfdosen, die dort bereits verimpft wurden. So wurde in Großbritannien mehr als die Hälfte der Bevölkerung mit einer ersten Impfung versorgt, in den USA haben rund 44 Prozent eine Erstimpfung erhalten.

Coronavirus in Deutschland: Oktoberfest in München offiziell abgesagt

Update vom 3. Mai, 16 Uhr: Aufgrund der Corona-Pandemie kann auch im Jahr 2021 kein Oktoberfest in München stattfinden. Das teilten Bayers Ministerpräsident Markus Söder und Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter am Montag auf einer Pressekonferenz mit.

Reiter sagte, er bitte alle Wiesn-Fans um Nachsicht, dass das Oktoberfest auch dieses Jahr nicht stattfinden könne. Das treffe vor
allem die Beschäftigten und die Schausteller, mit teils existenziellen Auswirkungen. „Dort geht es schon richtig ans Eingemachte.“ Ob es wie im vergangenen Jahr eine „Wirtshaus-Wiesn“ als Alternativprogramm geben könne, werde man sich anschauen müssen,
sagte Reiter, auch im Lichte der weiteren Corona-Entwicklung.

Corona-Lockerungen für Geimpfte spätestens nächste Woche - Details durchgesickert

Update vom 3. Mai, 15 Uhr: Auf einer Pressekonferenz hat Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) die Pläne für Lockerungen für Geimpfte bestätigt (siehe Update vom 3. Mai, 14.25 Uhr). Im Idealfall könnten die Lockerungen noch diese, spätestens aber nächste Woche entschieden werden.

Update vom 3. Mai, 14.25 Uhr: Wie ntv.de berichtet, sollen für vollständig immunisierte Bürger bereits ab dem kommenden Samstag Lockerungen gelten. Ntv.de beruft sich auf einen Verordnungsentwurf der Großen Koalition, der dem Medienunternehmen vorliege. Demnach sollten Ausgangs- sowie Kontaktbeschränkungen für vollständig Immunisierte wegfallen. Um in Geschäften einzukaufen oder eine Dienstleistung in Anspruch zu nehmen, müsse dann kein negativer Corona-Test vorliegen. Auch die Quarantäne entfalle. Die Maskenpflicht und die Abstandsregeln sollen dennoch weiterhin gelten. In dieser Woche soll die Verordnung laut ntv.de im Bundestag und im Bundesrat zur Abstimmung stehen, um am Samstag in Kraft zu treten.

Corona in Deutschland: Intensivmediziner zuversichtlich - „Letzte große Covid-Patienten-Welle“

Update vom 3. Mai, 11.46 Uhr: Angesichts sinkender Infektionszahlen haben deutsche Intensivmediziner eine erste positive Bilanz der bundesweiten Corona-Notbremse gezogen. Diese war am 24. April in Kraft getreten. Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hatte Lob dafür ausgesprochen (siehe Update vom 2. Mai, 22.45 Uhr).

„Wir sind zuversichtlich, dass die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen sinken wird - und das hängt dann unmittelbar mit den Maßnahmen der Bundes-Notbremse, wie aber auch dem deutlichen Fortschritt beim Impfen zusammen“, sagte DIVI-Präsident Gernot Marx gegenüber der Rheinischen Post. Das rückläufige Infektionsgeschehen werde auf den Intensivstationen in einer Woche sichtbar, "davon sind wir überzeugt", so Marx weiter. "Die Bundes-Notbremse hat aus unserer Sicht also viele tausend Menschenleben retten können."

Von einer Entspannung auf den Intensivstationen könne jedoch noch keine Rede sein. Seit einer guten Woche sei eine "Plateau-Bildung" bei der Zahl der Corona-Patienten auf den Intensivstationen zu beobachten. Dennoch zeigte er sich zuversichtlich: "Wir haben berechtigte Hoffnung, dass die Kombination Bundes-Notbremse plus fortschreitende Impfkampagne uns die Pandemie in den nächsten Monaten bewältigen lässt, also dass die dritte auch die letzte große Covid-Patienten-Welle war."

Impf-Chaos? Harsche Kritik an Gesundheitsministerium: „Jeder Kiosk wird besser geführt“

Indes sorgen die Sicherheitslücken beim geplanten Impfnachweis für harsche Kritik. Nach Planungen des Gesundheitsministeriums sollen die im gelben Impfpass eingetragenen Impfnachweise umstandslos in Arztpraxen, Impfzentren oder in Apotheken auf den neuen EU-Impfausweis übertragen werden können. Die Nachweise im gelben Impfpass sollen jedoch leicht zu fälschen sein (siehe Update vom 2. Mai, 14.54 Uhr). Somit sei auch das darauf aufbauende neue EU-Zertifikat entsprechend anfällig für Betrug.

„Jeder Kiosk in Deutschland wird besser geführt als das Gesundheitsministerium in der Corona-Pandemie“, kritisierte Amira Mohamed Ali, Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag. Weiter sprach sie in der Welt von einem „katastrophalen Fehler“. „Dass es diese Sicherheitslücken nach mehr als einem Jahr immer noch gibt, ist skandalös“, sagte FDP-Vizefraktionschef Michael Theurer gegenüber der Zeitung. Die Bundesregierung müsse jetzt schleunigst dafür sorgen, dass die Sicherheitslücken geschlossen werden.

Ein EU-Kommissionssprecher erklärte hingegen, dass der EU-Impfnachweis sei sicher. Entscheidend sei, dass der sichere Eingabeprozess im jeweiligen Land. Dabei hätten es diejenigen Länder leichter, in denen das nationale Gesundheitssystem bereits vollständig digitalisiert sei. „Die Umschreibung von Papiernachweisen auf digitale grüne Zertifikate über Apotheken wäre eine rein deutsche Lösung, kein Vorschlag der Europäischen Kommission“, betonte der Sprecher.

Inzidenz über 500: Corona-Hotspot in Thüringen

Update vom 3. Mai, 8.17 Uhr: Besonders betroffen vom Infektionsgeschehen ist momentan der Saale-Orla-Kreis in Thüringen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt dort momentan laut RKI bei 574,0. Mit einem Wert über 500er ist Saale-Orla-Kreis DER Corona-Hotspot in Deutschland. Der Landkreis Mittelsachsen (Sachsen) folgt mit einer 7-Tage-Inzidenz von 370,9, dann der Landkreis Erzgebirgskreis (Sachsen) mit 342,2. Am niedrigsten ist der Wochenwert im Landkreis Nordfriesland (33,7) in Schleswig-Holstein.

Corona in Deutschland: RKI meldet 9.160 Neuinfektionen

Update vom 3. Mai, 6.20 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.160 Corona-Neuinfektionen und 84 weitere Todesfälle gemeldet. Das geht aus den Daten des RKI-Dashboards am Montagfrüh hervor. Die 7-Tage-Inzidenz liegt demnach bei 146,7. Die Corona-Fallzahlen liegen erfahrungsgemäß am Montag meistens niedriger, weil am Wochenende weniger getestet wird. Es kann also noch zu Nachmeldungen kommen.

Lauterbach hegt angesichts der Corona-Lage in Deutschland eine Hoffnung: „Dann haben wir dritte Welle besiegt“

Update vom 2. Mai, 22.45 Uhr: Wenn es nach Karl Lauterbach geht, werden sich die neuen Corona-Maßnahmen in den kommenden Wochen auch in den Statistiken niederschlagen. „Ich gehe davon aus, dass ab Mitte/Ende Mai die Fallzahlen deutlich sinken werden. Dann können wir sagen, wir haben die dritte Welle besiegt“, frohlockte der SPD-Gesundheitsexperte im Interview mit dem WDR. Allerdings sei Deutschland noch nicht über den Berg, die dritte Welle vorerst nur gebrochen: „Man darf den Impfeffekt nicht überschätzen: Bei den 70- bis 80-Jährigen sind bisher weniger als 35 Prozent geimpft.“

Der 58-Jährige gibt deshalb zu bedenken: „Wenn die Zahlen bei Kindern und Jugendlichen in den nächsten Wochen steigen sollten, könnte die dritte Welle wieder losgehen. Deshalb müssen wir da sehr vorsichtig sein.“ Zugleich versprühte er aber Optimismus: „Der Sommer wird gut sein. Die indische Mutante wird das nicht gefährden.“

Guter Dinge: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sieht Deutschland auf einem guten Weg aus der Corona-Krise.

Sicherheitslücke bei deutschem Corona-Impfpass entdeckt - Droht Chaos beim Sommer-Urlaub?

Update vom 2. Mai, 14.54 Uhr: Der geplante EU-Corona-Impfnachweis lässt sich der Welt am Sonntag zufolge problemlos fälschen. Nach Gesundheitsministeriums-Plänen sollen die im gelben Impfpass eingetragenen Nachweise umstandslos in Arztpraxen, Impfzentren oder in Apotheken auf den neuen EU-Impfausweis übertragen werden können, heißt es in dem Zeitungsbericht. Da dieser Nachweis im gelben Impfpass jedoch leicht zu fälschen sei, sei auch das darauf aufbauende neue EU-Zertifikat entsprechend anfällig für Betrug*.

Das Bundesgesundheitsministerium räumte gegenüber der Zeitung die Sicherheitslücke ein. Bei der Prüfung der analogen Impfpässe sei „besondere Vorsicht geboten“. Das gelte auch, wenn „die Informationen in einen digitalen Impfpass übertragen werden“, erklärte das Ministerium. Das könnte noch für Chaos beim Sommer-Urlaub sorgen

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte vergangene Woche angekündigt, den digitalen Impfpass möglichst schnell zugänglich zu machen. Dafür solle das Infektionsschutzgesetz entsprechend geändert werden.

Der geplante EU-Impfnachweis ist einem Medienbericht zufolge nicht fälschungssicher.

Indien-Botschafter schildert im ZDF schockierende Szenen der Corona-Tragödie

Update vom 2. Mai, 9.37 Uhr: Während sich in Deutschland der positive Trend bei den Corona-Neuinfektionen abzeichnet und auch der aktuelle R-Wert des RKI Hoffnung macht, spitzt sich die Katastrophe in Indien immer weiter zu*. Der deutsche Botschafter in Indien, Walter Lindner, hat schockierende Szenen aus dem von der Corona-Pandemie heftig getroffenen Land geschildert. „Die Lage ist schrecklich und deprimierend“, sagte er am Samstagabend im ZDF-„heute journal“. „Die Leute ersticken zum Teil in den Autos, weil sie vom einen Krankenhaus zum nächsten fahren. Die ersticken in der Wartereihe, um auf Sauerstoff zu warten. Das ist alles schrecklichst, was wir draußen erleben.“

In den Sozialen Medien häufen sich die Hilferufe - mit der Hoffnung auf ein Krankenhausbett oder Sauerstoff. „Und am nächsten Tag heißt es dann oft: „Leider gestorben, niemand hat uns geholfen“.“ Die aktuelle Situation sei ein „Riesenschlag“ für das Land mit 1,3 Milliarden Einwohnern.

Indien verzeichnet derzeit Tag für Tag neue globale Höchstwerte bei der Zahl der Corona-Neuinfektionen binnen 24 Stunden. Am Samstag wurden mehr als 400.000 neue Fälle gemeldet. Zahlreiche Länder haben Unterstützung zugesagt, aus Deutschland landete am Samstag ein Flieger mit 120 Beatmungsgeräten an Bord in Neu Delhi. Zudem sollen deutsche Sanitätssoldaten in Indien in den kommenden Tagen eine große Sauerstoffgewinnungsanlage in Betrieb nehmen.

Ein Covid-19-Patient liegt wartend in einem Krankenwagen vor einer Klinik in Neu-Delhi.

Corona in Deutschland: Infektionszahlen sinken - R-Wert macht Hoffnung

Update vom 2. Mai 2021, 8.02 Uhr: In Deutschland sind innerhalb eines Tages 16.290 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Sonntagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden zudem 110 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Erreger gemeldet. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank den Angaben zufolge den sechsten Tag infolge. Sie liegt nun bei 146,5. Am Samstag war der Inzidenzwert mit 148,6 angegeben worden.

Vor einer Woche lag die Zahl der Neuansteckungen noch bei 18.773, also über 2000 mehr als diesen Sonntag. An Wochenenden liegt die Zahl der Neuinfektionen in der Regel niedriger als im Wochendurchschnitt, weil an den Wochenenden weniger getestet wird und weniger Testergebnisse übermittelt werden.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an. Laut der bundesweiten Corona-Notbremse müssen Städte und Landkreise, in denen der Inzidenzwert an drei aufeinanderfolgenden Tagen bei 165 oder höher liegt, ihre Schulen schließen.

Die Gesamtzahl der verzeichneten Corona-Fälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie liegt nach Angaben des RKI mittlerweile bei 3.416.822. Die Zahl der insgesamt registrierten Todesfälle stieg auf 83.192. Die Zahl der von einer Covid-19-Erkrankung Genesenen bezifferte das RKI auf mehr als drei Millionen. *tz.de und Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Hendrik Schmidt

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