Pandemie-News im Ticker

Corona: Merkel erhöht bei „Anne Will“ Druck auf Bundesländer - „Werde nicht tatenlos zusehen“

Die Lage in der Coronavirus-Krise in Deutschland ist kurz vor Ostern sehr ernst. Bei „Anne Will“ stellt sich Angela Merkel nun Fragen rund um ihre Corona-Politik. Der News-Ticker zur Pandemie.

  • Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist kurz vor Ostern hoch.
  • Ein Bundesland verkündet nun Lockerungen für private Treffen - und das sogar in Hotspots (Update vom 28. März, 13.37 Uhr).
  • Sachsen-Anhalt setzt künftig auf die Luca-App (Update vom 28. März, 18.13 Uhr).
  • Kanzlerin Angela Merkel setzt die Bundesländer unter Druck und lehnt Lockerungen ab (Update vom 28. März, 22.07 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Krise in Deutschland wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 29. März, 6.47 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 9.872 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 43 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Montag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 7.709 Neuinfektionen und 50 neue Todesfälle verzeichnet. 

Die 7-Tage-Inzidenz ist weiter gestiegen. Laut RKI liegt der Wert am Montagmorgen bundesweit bei 134,4 - und damit erneut höher als am Vortag (129,7). Der 7-Tage-R-Wert schätzt das RKI auf 1,17 (Vortag 1,19). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 117 weitere Menschen anstecken. Der Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

  • In Deutschland haben sich seit Beginn der Pandemie 2.782.273 Menschen nachweislich mit Sars-CoV-2 infiziert.
  • Bisher starben 75.913 Menschen mit oder an einer Corona-Infektion.

Corona: Merkel erhöht bei „Anne Will“ Druck auf Bundesländer - „Werde nicht tatenlos zusehen“

Update vom 28. März, 22.07 Uhr: Aufgrund der dritten Corona-Welle setzte sich Bundeskanzlerin Angela Merkel vehement für die Notbremse und verschärfte Maßnahmen ein. Am Sonntagabend erhöhte die Regierungschefin den Druck auf die Länder in der ARD-Sendung „Anne Will“. „Ausgangsbeschränkungen können ein ganz wirksames Mittel sein“, befand Merkel. Die Kanzlerin lehnte unterdessen eine vorgezogene neue Ministerpräsidentenkonferenz ab. Merkel bekräftigte, nicht tatenlos zuschauen zu wollen, bis die täglichen Neuinfektionen über den Wert von 100.000 ansteigen. Eine Absage erteilte Merkel den in einigen Bundesländern
geplanten Lockerungen. Auch von Modellprojekten hält die CDU-Politikerin nichts.

„Wir müssen mit einer großen Ernsthaftigkeit jetzt die geeigneten Maßnahmen einsetzen. Und einige Bundesländer tun das, andere tun es noch nicht“, kritisierte die Bundeskanzlerin. Sie deutete an, möglicherweise gegensteuern zu wollen, wenn von Länderseite die nötigen Maßnahmen ausbleiben. In diesem Fall erwägt Merkel eine bundeseinheitliche Regelung: „Das ist mein Amtseid, das ist meine Verpflichtung.“ Eine Option ist für die Christdemokratin, „das Infektionsschutzgesetz noch mal anzupacken und ganz spezifisch zu sagen, was muss in welchem Fall geschehen“. Merkel verdeutlichte gegenüber Moderatorin Anne Will: „Ich werde nicht tatenlos zusehen, und dann passiert 14 Tage nichts...“

Corona in Deutschland: Impfstoffbeauftragter der Bundesregierung fordert Milliarden-Reserve

Update vom 28. März, 20.02 Uhr: In der EU sind die Corona-Impfdosen bislang sehr knapp. Um im Kampf gegen das Virus künftig besser gerüstet zu sein, fordert der Impfstoffbeauftragte der Bundesregierung eine enorme Vorratshaltung. Es müssten pro Jahr etwa zwei Milliarden Impfdosen als Reserve hergestellt werden, befand Christoph Krupp gegenüber der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Nur wenn man die Produktion deutlich hochfährt, könnte jeder Europäer geimpft werden. „Das wären 500 Millionen Impfdosen in einem Quartal, also zwei Milliarden Impfdosen im Jahr“, erklärte der Leiter der Taskforce Impfstoffproduktion.

Aufgrund der Corona-Mutationen gebe es Nachholbedarf, sagte Krupp. Verhandlungsgespräche mit den Impfstoff-Herstellern würden laufen. Als Produktionsstandort solle Deutschland „einen überproportionalen Anteil“ der Gesamtkapazitäten stemmen. Die aktuellen Produktionsstätten würden nicht ausreichen, so Krupp. Mit dem kürzlich eröffneten Werk von Impfstoffhersteller Biontech in Marburg könne man jährlich 750 Millionen Impfdosen produzieren. „Rein rechnerisch brauchen wir also ungefähr drei solcher Werke zusätzlich in Europa“, gab Krupp an.

Corona in Deutschland: Sachsen-Anhalt setzt in Zukunft auf die Luca-App

Update vom 28. März, 18.13 Uhr: Die Luca-App soll in einem Bundesland künftig im Kampf gegen das Coronavirus helfen. Sachsen-Anhalt plant, das Programm zur Kontaktverfolgung von Corona-Infizierten einzusetzen. Wie eine Sprecherin des Landesgesundheitsministeriums angab, sind die Vertragsverhandlungen mit dem Betreiber der App bereits weit fortgeschrittenen. Das Land will dabei die Kosten tragen.

In den nächsten vier Wochen soll es gelingen, jedes Gesundheitsamt in Sachsen-Anhalt mit der Luca-App zu vernetzen. Darüber hinaus haben schon zuvor insgesamt sechs Landkreise oder kreisfreie Städte die Möglichkeit, sich mit der App zu verbinden. Für interessierte Regionen gilt eine Bewerbungsfrist, die am Montag ausläuft.

Corona in Deutschland: Intensivmediziner warnen eindringlich - „Wir rennen sehenden Auges ins Verderben“

Update vom 28. März, 15.32 Uhr: Intensivmediziner fordern einen harten Lockdown über die Osterferien. „Das wird zahlreiche Menschenleben retten und noch viel mehr vor lebenslangen Langzeitfolgen durch Covid bewahren“, erklärte der Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, am Sonntag. Er warnte: „Wir rennen sehenden Auges ins Verderben.“

Derzeit sind laut DIVI-Intensivregister noch 1.644 Betten für Covid-19-Patienten in ganz Deutschland frei. Seit dem 10. März ist die Zahl dieser Patienten von 2.727 auf 3.448 hochgeschnellt. „Diese Zahl wird die kommenden zweieinhalb Wochen weiter exponentiell wachsen, egal was wir jetzt tun“, erklärte Christian Karagiannidis, der medizinisch-wissenschaftliche Leiter des DIVI-Intensivregisters. Bei mehr als 5000 COVID-19-Patienten werde es wirklich langsam kritisch. „Das heißt, es muss jetzt etwas passieren.“

Corona in Deutschland: Bundesland lockert in Hotspots

Update vom 28. März, 13.37 Uhr: Baden-Württemberg lockert die Corona-Regeln für private Treffen - auch in Hotspot-Regionen. Selbst bei einer 7-Tage-Inzidenz über 100 - der sogenannten „Notbremse“ - sind Treffen von zwei Haushalten mit bis zu fünf Personen ab diesem Montag erlaubt. Dabei zählen Kinder bis einschließlich 14 Jahre nicht mit.

Neu in der Verordnung ist eine Maskenpflicht für alle Insassen im Auto, wenn „haushaltsfremde“ Personen mitfahren. „Paare, die nicht zusammenleben, gelten auch im Fahrzeug als ein Haushalt“, heißt es in der neuen Corona-Verordnung.

Corona-Hotspot in Deutschland über 500er-Marke

Update vom 28. März, 10.12 Uhr: Der Landkreis Greiz (Thüringen) gilt momentan wieder als Super-Corona-Hotspot in Deutschland. Die 7-Tage-Inzidenz liegt in Greiz laut RKI am Sonntag bei 514,4 (Vortag: 421,0). Bundesweit ist der Landkreis der einzige über der 500er-Schwelle. Im Saale-Orla-Kreis (Thüringen) ist der Wert gesunken - von 514,2 am Vortag auf 386,0. Am niedrigsten in die 7-Tage-Inzidenz mit 18,7 im Landkreis Nordfriesland in Schleswig-Holstein.

„Gefährliche Phase der Pandemie“ - Kanzleramtschef Braun warnt vor impfresistenten Mutanten

Update vom 28. März, 9.22 Uhr: „Wenn jetzt parallel zum Impfen die Infektionszahlen wieder rasant steigen, wächst die Gefahr, dass die nächste Virus-Mutation immun wird gegen den Impfstoff“: Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) hat im BamS-Interview ausdrücklich vor einer möglichen Super-Mutante des Coronavirus gewarnt. Im Falle einer solchen Mutation „stünden wir wieder mit leeren Händen da“ befürchtet er. Dann würde es neue Impfstoffe gebrauchen. Laut ihm sei man gerade in der „gefährlichsten Phase der Pandemie“.

Außerdem erklärte Braun, warum die Regierung aktuell dringend vom Reisen abrät, in welchem Monat das seiner Meinung nach aber wieder möglich sein könnte - und, warum die Politik die Corona-Mutanten so ernst nimmt. Den Bericht finden Sie unter diesem Link auf merkur.de*.

RKI meldet aktuelle Corona-Zahlen für Deutschland: Inzidenz steigt auf fast 130

Update vom 28. März, 8.03 Uhr: In Deutschland sind binnen 24 Stunden 17.176 Neuinfektionen (Vortag: 20.400) mit dem Coronavirus und 90 weitere Todesfälle gemeldet worden. Das geht aus den Daten des Robert-Koch-Instituts (RKI) am Sonntagfrüh hervor. Allerdings liegen die Corona-Fallzahlen am Wochenende erfahrungsgemäß niedriger als unter den Wochentagen - meist kommt es am Montag zu Nachmeldungen.

Die 7-Tage-Inzidenz ist auf 129,7 gestiegen (Vortag: 124,9). Der 7-Tage-R-Wert gibt das RKI mit 1,19 an. Der Wert spiegelt das Infektionsgeschehen von vor 8 bis 16 Tagen wider.

Corona in Deutschland: Drosten-Team macht neue Entdeckung zu Impfungen - diese betrifft alle Bürger 

Update vom 27. März, 19.45 Uhr: Neuigkeiten von der Berliner Charité: Die Wissenschaftler um den Virologen Prof. Christian Drosten gehen davon aus, dass die Impfungen gegen das Coronavirus vermutlich ein Mal im Jahr aufgefrischt werden müssen.

Das geht aus einer Studie von Drosten und seinen Kollegen hervor, wie die Bild schreibt. Die Forscher rechnen demnach damit, dass die Coronaviren permanent ihre Oberflächenstrukturen verändern, um dem menschlichen Immunsystem wieder zu entfliehen. Drosten und sein wissenschaftliches Team hätten jedoch herausgefunden, dass sich die Coronaviren viermal langsamer als Grippeviren entwickeln. Dies ist laut dem Virologen ein gutes Zeichen.

Bislang gehen die Experten davon aus, dass die Corona-Impfstoffe auf die Mutanten angepasst werden können. Jedoch macht die brasilianische Mutation P.1 Sorgen. „Das ist eine Atombombe“, erklärte Dr. Roberto Kraenkel, biologischer Mathematiker des Covid-19 Brazil Observatory, der „Washington Post“: „Ich bin überrascht von der Vielzahl von Mutations-Fällen. Viele verstehen nicht, was das bedeutet: Diese Varianten sind ansteckender und dies bedeutet eine beschleunigte Phase in der Pandemie. Es ist ein Desaster.“

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Schärfere Kontaktbeschränkungen in Mecklenburg-Vorpommern

Update vom 27. März, 19.15 Uhr: Die Inzidenzen steigen deutschlandweit. Mecklenburg-Vorpommern reagiert nun auf das teils stark anziehende Infektionsgeschehen - und verschärft die Kontaktbeschränkungen wieder.

So sind ab Mittwoch (31. März) Friseurbesuche nur noch mit negativen Corona-Schnelltests möglich. Nach Ostern darf zudem nur noch mit negativem Schnelltest geshoppt werden. Zur Debatte steht in dem nordöstlichen Bundesland zudem eine regionale nächtliche Ausgangssperre von 21 Uhr bis 6 Uhr morgens, sollte in Landkreisen die 7-Tage-Inzidenz über 100 liegen.

Aktuell - Stand 27. März - haben vier von acht Stadt- und Landkreise in Mecklenburg-Vorpommern eine höhere Inzidenz als 100. Die Kreisfreie Stadt Rostock an der Ostsee gilt dagegen seit Monaten als vorbildlich in der Corona-Pandemie, mit aktuell im Schnitt 47,8 Neuansteckungen auf 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen.

Stadtkreis / Landkreis7-Tage-Inzidenz
Kreisfreie Stadt Rostock47,8
Kreisfreie Stadt Schwerin73,2
Landkreis Vorpommern-Rügen73,9
Landkreis Rostock84,3
Landkreis Mecklenburgische Seenplatte101,9
Landkreis Nordwestmecklenburg117,6
Landkreis Vorpommern-Greifswald123,5
Landkreis Ludwigslust-Parchim171,9

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Impfstoff-Hersteller Moderna plant angeblich ein Werk im Osten

Update vom 27. März, 18.30 Uhr: Der US-amerikanische Impfstoff-Hersteller Moderna plant ein Werk für Impfstoffe in Ostdeutschland. Das berichtet die Frankfurter Allgemeine Zeitung (F.A.Z.).

Dem Bericht zufolge koppelt die Bundesregierung mögliche Subventionen an eine Ausweitung der Vakzin-Lieferungen in Deutschland. Dies könne der Pharma-Konzern demnach aber nicht zusichern.

Bislang produziert Moderna seinen Corona-Impfstoff in der Schweiz. Mit Blick auf ein neues Impfstoffwerk in Ostdeutschland gibt es wohl einen großen Haken. Laut F.A.Z. soll dieses erst in zwei Jahren seine Produktion aufnehmen.

Update vom 27. März, 18 Uhr: Die 7-Tage-Inzidenz soll schon bald nicht mehr alleiniger Corona-Maßstab für Lockdown-Regeln in Deutschland sein. Einem Bericht zufolge prüft Bayern ein anderes Vorgehen.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Neuer Corona-Hotspot liegt in Thüringen

Update vom 27. März, 13.12 Uhr: Trauriger Rekord: Der Saale-Orla-Kreis in Thüringen ist nun bundesweiter Corona-Hotspot Nummer eins und hat den Kreis Greiz als Nummer eins bundesweit abgelöst. Der 7-Tage-Wert bei den Neuinfektionen je 100.000 Einwohner lag im Saale-Orla-Kreis am Samstag (Stand 0.00 Uhr) bei 514,2, wie aus einer Übersicht des Robert Koch-Instituts hervorging.

Es folgen:

  • der Kreis Schwäbisch-Hall in Baden-Württemberg (438,6)
  • der Wartburgkreis in Thüringen (434,5)
  • der Kreis Greiz in Thüringen (421)

Die 7-Tage-Inzidenz ist ein wichtiger Kennwert zum Pandemie-Verlauf. Ab einer stabilen Inzidenz von mehr als 100 - so der Beschluss beim jüngsten Corona-Gipfel mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) - sollen die jüngsten Lockdown-Lockerungen wieder kassiert werden. Der Bund und die Länder nannten dies die „Notbremse“.

Drogeriekette schickt Mitarbeiter wegen Corona in Quarantäne -

Update vom 27. März, 11.41 Uhr: Gut 800 „dm“- Mitarbeiter befinden sich aktuell in Corona-Quarantäne. Das berichtete zuerst der Kölner Stadt Anzeiger. Sie arbeiten in einem Verteilzentrum der Drogeriekette in Weilerswist (NRW).

Nach einer „Neubewertung der Lage“ sei entschieden worden, diese Maßnahme für die Mitarbeiter anzuordnen, erklärten der Kreis und das Unternehmen dem Bericht zufolge am Freitag. Hintergrund seien positive Corona-Tests in der Belegschaft. Zunächst seien 94 Infektionsfälle bekannt gewesen.

Nach aktuellem Stand hätten sich der Gemeinde zufolge 70 Prozent der positiv Getesteten mit der britischen Corona-Mutation B.1.1.7 angesteckt.

Corona in Deutschland: Söder für Bestellung von russischem Vakzin „Sputnik V“

Update vom 27. März, 8.24 Uhr: Die Corona-Pandemie werde nur durch Impfen besiegt, meint Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) - und fordert im Interview mit der Passauer Neuen Presse (PNP) und dem Donaukurier (Samstagsausgaben), es müsse „so schnell wie möglich über die Zulassung von Sputnik V entschieden werden.“ Das ist der Corona-Impfstoff aus Russland. (Mehr zu dem Vakzin erfahren Sie in dem Video oben).

„Und wir sollten aus den schlechten Erfahrungen bei der ersten Bestellung gelernt haben“, mahnte Söder zudem. Daher solle die EU diesmal zügig alle nötigen Verträge abschließen, so der CSU-Chef. Es sei „den Menschen schwer zu vermitteln, dass wir in Europa echte Probleme beim Impffortschritt haben, aber bei den Impfstoffen weltweit am exportfreudigsten sind“, sagte Söder den Zeitungen weiter. Exportkontrollen seien „nur ein erster Schritt“, „ehrlicher und besser“ wäre aus seiner Sicht, jetzt einen Exportstopp zu verhängen.

Bislang haben die Corona-Impfstoffe von Biontech/Pfizer, Moderna, Astrazeneca und Johnson & Johnson eine EU-weite Zulassung erhalten. Zu Sputnik V hat die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) ein sogenanntes rollierendes Verfahren zur Zulassung gestartet.

Corona in Deutschland: RKI meldet Sprung bei der Inzidenz - Höchstwert seit Mitte Januar 2021

Unterdessen beschleunigt sich die Corona-Infektionslage in Deutschland: Die 7-Tage-Inzidenz lag laut Robert Koch-Institut (RKI) zuletzt bei 124,9, wie aus Zahlen vom Samstagmorgen hervorgeht. Damit ist der Wert so hoch wie seit dem 19. Januar (131,5) nicht mehr.

Am Freitag hatte das RKI die Inzidenz noch mit 119,1 angegeben, vor zwei Wochen lag sie bei 76,1. Der Wert ist eine wichtige Kennzahl zum Pandemieverlauf. Mitte Februar war sie bundesweit deutlich gefallen - den kräftigen Anstieg seither führen Experten auf die Verbreitung ansteckenderer Corona-Mutationen zurück.

Corona-Debatte bei „Markus Lanz“ (ZDF): Lauterbach und Prantl streiten über Maßnahmen

Update vom 26. März, 17.23 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach lieferte sich bei Markus Lanz eine heftige Diskussion mit Journalist Heribert Prantl. Der Medienmacher von der Süddeutschen Zeitung griff Lauterbach scharf an: „Ich bin ein Mann, der den Menschen Hoffnung geben möchte im Gegensatz zu Ihnen, Herr Lauterbach.“ Der Virologe empfand die Argumentationen des Journalisten wiederum als verkürzt und „nicht komplex genug“. Ein wichtiges Argument für ihn in der Debatte um die Maßnahmen sind die entstandenen Mutationen: „Das Virus ist jetzt ansteckender als vorher.”

Mit den aktuellen Regierungsmaßnahmen sind beide nicht zufrieden, Lauterbach pocht auf drastischere Schritte, Prantl wünscht sich noch mehr regionale Individualregelungen gewünscht. Auf die Frage von Moderator Lanz, ob er Lauterbach als anerkanntem Wissenschaftler, der in der Pandemie schon öfter Recht behalten hatte, nicht glauben wolle, antwortet der SZ-Mann: „Wenn es heißt, die Wissenschaft hat entschieden, dann heißt das bei Herrn Lauterbach letztendlich immer: seine Wissenschaft. Und wenn es um die Folgen vom Lockdown geht, um die Fragen, was ist richtig als Reaktion auf Corona, dann will ich ganz andere Wissenschaften noch mit einbezogen haben.“

Corona in Deutschland: Merkel stellt sich kurzfristig im TV

Update vom 26. März, 13.50 Uhr: Angela Merkel wurde kurzfristig als Gast bei Anne Will in der ARD angekündigt. Das schreibt Das Erste auf der offiziellen Homepage. Die Sendung beginnt am Sonntag um 21.45 Uhr. Merkel wird der einzige Gast bei Anne Will sein.

Update vom 26. März, 11.10 Uhr: Wie sollen die Ostertage nun aussehen? Was bedeutet die Absage der Osterruhe? Jens Spahn betont: trotzdem keine Reisen oder große Familientreffen. „Wir haben alle gehofft, dass dieses Ostern anders sein könnte“, so Spahn, doch das Virus habe uns einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Staatliche Maßnahmen alleine lösen dieses Problem nicht.“ Jeder einzelne müsse den Unterschied machen. Ab Montag gilt zudem die Testpflicht für Flugreisen. (Update 10.53 Uhr)

Erste positive Zeichen gibt es jedoch auch bei den Impfstoffen. Vakzine für Kinder sind bislang nicht auf dem Markt. Spahn betonte jedoch, es werde daran geforscht. Ein konkretes Datum gebe es bislang jedoch nicht. Das „kann Monate dauern, kann aber auch nächstes Jahr werden“, so Spahn.

Corona in Deutschland: Wann ist die Pandemie vorbei - RKI-Chef gibt positive Prognose noch für 2021

Update vom 26. März, 10.53 Uhr: Die Bundesregierung hat eine Testpflicht für Flugreisen beschlossen. Doch ab wann genau ist sie nun in Kraft? Jens Spahn gibt bekannt: Sie wird ab dem Montag, 29. März, 0.01 Uhr gelten. Zuvor war der Sonntag angedacht gewesen. Dazu werden auch Ergebnisse von Schnelltests akzeptiert, anders als in anderen europäischen Ländern. Ein Schnelltest ist besser als gar kein Test, so Wieler. Der RKI-Chef erhofft sich zudem einen weiteren Effekt durch die Tests: „Ich hoffe, dass das auch dafür Sorge tragen wird, dass weniger Menschen reisen“ Und weiter: „Mobilität und Kontakte sind die Treiber dieser Pandemie.“

Update vom 26. März, 10.35 Uhr: Wann ist die Pandemie vorbei? Eine Frage, die sich wohl viele Menschen in der Bevölkerung stellen. RKI-Chef Wieler hat eine positive Prognose für die Bürger. „Wir werden diese Pandemie in diesem Jahr kontrollieren“, so Wieler. Dazu bräuchte es jedoch in den nächsten Monaten weiterhin härtere Maßnahmen. Diese müssten eingehalten werden. In den nächsten Wochen wolle das RKI eine Prognose dazu veröffentlichen.

Corona in Deutschland: Spahn warnt vor Kollaps des Gesundheitssystems - „Wenn das so weitergeht“

Update vom 26. März, 10.19 Uhr: Jens Spahn und RKI-Chef Wieler stellen sich in einer Pressekonferenz etlichen Fragen zur aktuellen Pandemie-Lage. Jens Spahn wird gleich zu Anfang deutlich. Die Reisebeschränkungen inform der verpflichtenden Tests werden nicht alleine helfen. „Wenn das so weitergeht, laufen wir Gefahr, dass unser Gesundheitssystem im April an seine Grenzen kommt“, warnt Spahn mit Blick auf die steigenden Infektionszahlen.

„Wir müssen damit rechen, dass es ähnliche Infektionszahlen wie im Winter und damit steigende Todeszahlen geben kann“, so Spahn. Die Umsetzung der Notbremse und Vorsicht bei Treffen über Ostern wären notwendig. Auch das Impfen würde sich „Woche um Woche verbessern“, doch der Impfeffekt werde durch die steigenden Infektionszahlen geschmälert. Ein positiver Impfeffekt zeigt sich aktuell jedoch deutlich bei über 80-Jährigen - die Inzidenz hier ist deutlich gesunken. Das betont auch RKI-Chef Wieler.

Corona in Deutschland: Wieler mit dringendem Appell an die Bevölkerung - „Uns stehen sehr schwere Wochen bevor“

Doch die Lage ist ernst: „Uns stehen sehr schwere Wochen bevor“, so Wieler. Die ansteckender Mutante B.1.1.7 verschlimmere die Pandemie. „Es gibt hier deutliche Signale, dass diese Welle noch schlimmer werden kann, als die ersten beiden.“ Ohne sofortiges Gegensteuern würden gravierende Folgen drohen. Die Welle muss abgeflacht werden. Wieler appelliert an die Bevölkerung die empfohlenen Maßnahmen zu befolgen.

Corona in Deutschland: Spahn und Wieler stellen sich Medien-Fragen - Unterschiedliche Ansätze zu Ostern

Erstmeldung vom 26. März, 9.55 Uhr: Berlin - Es gehört schon fest zum Alltag in der Pandemie: das freitägliche Presse-Briefing mit RKI-Chef Lothar Wieler und Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU), im Livestream aus Berlin.

Themen zur Corona-Lage gibt es in der letzten März-Woche 2021 viele: Noch vor Ostern soll eine Testpflicht für Flug-Rückkehrer aus dem Ausland gelten (ab. 28. März). Das Saarland will schon nach Ostern lockern und sich so in die als „Modellprojekte“ geltenden Versuche wie etwa in Tübingen oder Rostock einreihen. Deutschland will Frankreich als Hochinzidenzgebiet einstufen. Derweil warnt SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach vor der britischen Corona-Mutation B.1.1.7, die sich bundesweit stark ausbreitet.

RKI gibt Corona-Zahlen für Deutschland bekannt: 7-Tage-Inzidenz steigt erneut

Tatsächlich sind die Corona-Zahlen für Deutschland an diesem Freitag nicht ermutigend. 21.573 neue Ansteckungsfälle meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) für den Zeitraum von 24 Stunden, außerdem kamen 183 neue Todesfälle mit oder an Covid-19 dazu (Stand: 26. März, 0.00 Uhr). Das sind knapp 1100 Fälle weniger als am Vortag - aber rund 4000 mehr als vor einer Woche.

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz stieg auf 119,1 (Vortag: 113,3). Schon vergangenes Wochenende hatte sie die 100er-Marke überschritten. Zur Erinnerung: Im Februar war sie zwischenzeitlich auf unter 60 gefallen. Der bundesweite 7-Tage-R-Wert liegt nun bei 1,08 (Vortag 1,00). Liegt der Wert für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona in Deutschland: „Notbremse“ gilt weiter - Merkel entschuldigt sich für geplante „Osterruhe“

Beim Corona-Gipfel am Montag hatten Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und die Länderchef:innen deshalb eine Lockdown-Verlängerung bis zum 18. April beschlossen. Damit gilt auch weiterhin die Anfang März beschlossene Notbremse, die bei einem Inzidenzwert von über 100 greifen soll.

Ein verschärfter Lockdown über die Osterfeiertage hingegen wurde kurz darauf wieder zurückgenommen. Merkel bezeichnete das Vorhaben wegen mangelnder Umsetzbarkeit als persönlichen Fehler und bat die Bürger um Verzeihung. (frs mit Material von dpa und AFP) *tz.de und Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Screenshot / ARD

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