News-Ticker zur Pandemie

Corona: Jeder Dritte in Deutschland vollständig geimpft - Tempo könnte nach Moderna-Ankündigung bald anziehen

In Deutschland hat jeder Zweite bereits mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Der Vakzin-Hersteller Moderna will versprochene Dosen früher als geplant liefern.

  • Die Sieben-Tage-Inzidenz geht in Deutschland weiter zurück.
  • Moderna will versprochene Impfstoff-Dosen früher als geplant liefern (siehe Update vom 24. Juni, 12.26 Uhr) .
  • Jeder Dritte ist inzwischen vollständig geimpft - 1,26 Millionen verabreichte Dosen an einem Tag (siehe Update vom 24. Juni, 15:10).

Update vom 24. Juni, 19.23 Uhr: Am EM-Spielort München sind nach den bisherigen drei Partien kaum positive Corona-Tests unter Fußballfans aufgetreten. Wie das Gesundheitsreferat der bayerischen Landeshauptstadt auf dpa-Anfrage mitteilte, wurden mit Bezug zur Europameisterschaft nur zwölf positive Schnelltests gemeldet. Insgesamt hab man „mehrere Tausend Testungen“ vorgenommen. Dabei seien am Münchner Stadion in Fröttmaning sechs positive Corona-Tests entnommen worden. Bei den Testungen nahe Public-Viewing-Bereichen seien ebenfalls sechs positive Fälle aufgetreten, sagte ein Behördensprecher.

Coronavirus in Deutschland: Ein Drittel der Bundesbürger schon vollständig geimpft

Update vom 24. Juni, 15.10 Uhr: In Deutschland ist jeder Dritte inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus Zahlen des Robert-Koch-Instituts vom Donnerstag hervor (Stand: 11.42 Uhr). Mehr als 43,4 Millionen Menschen (52,2 Prozent) haben demnach bisher mindestens eine Impfung bekommen. Allein am Mittwoch wurden 1.267.717 Impfdosen verabreicht.

Laut dem RKI verzeichnet unter den Bundesländern Bremen mit 59,2 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Zwölf weitere Länder haben die 50-Prozent-Marke geschafft. Nur Hamburg (49,5 Prozent), Bayern (49,3 Prozent) und Sachsen (46,4 Prozent) haben diese Marke noch nicht überschritten. Das Saarland zählt mit 40,0 Prozent den höchsten Anteil an vollständig Geimpften. Brandenburg ist mit 30,9 Prozent am Ende der Rangliste.

Moderna will Impfstoff früher als geplant nach Deutschland liefern

Update vom 24. Juni, 12.26 Uhr: Viele Impfwillige warten bislang noch vergeblich auf eine Corona-Impfung. Doch das Tempo könnte sich bereits ab Juli beschleunigen. Der Impfstoff-Hersteller Moderna will früher als geplant das versprochene Vakzin an Deutschland liefern. „Moderna hofft, die im dritten Quartal für Deutschland geplanten Dosen früher bereitstellen zu können, um einen möglichst raschen Fortschritt bei den Impfungen zu unterstützen“, sagte Moderna-Europa-Chef Dan Staner der Wirtschaftswoche.

Einen konkreten Termin nannte Staner zwar nicht, er versicherte aber, dass die für 2021 geplante Liefermenge von rund 80 Millionen Dosen auf jeden Fall bereitgestellt werde.

Das US-Biotechunternehmen arbeitet unterdessen an Auffrischungsimpfungen, die auch gegen neue Virus-Varianten schützen sollen. „Die stärkste Wirkung zeigt derzeit unser Booster-Impfstoff gegen die Beta-Variante. Wir erwarten, dass unser multivalenter Booster-Impfstoff auch gegen das ursprüngliche Virus und die bedenklichen Varianten schützt“, sagte Staner.

Nur noch ein Bundesland mit Corona-Inzidenz über zehn

Erstmeldung vom 24. Juni: Die Lage in der Corona-Pandemie entspannt sich weiter, die Zahl der Neuinfizierten geht weiter zurück. Binnen 24 Stunden meldeten die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut 1.008 neue Infektionen mit dem Coronavirus. Das belegen RKI-Zahlen vom Donnerstagmorgen. Zum gleichen Zeitpunkt vor einer Woche hatte der Wert bei 1.330 gelegen.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank weiter. Nach 7,2 am Vortag lag sie am Donnerstag bei 6,6. Ebenfalls niedrig ist sie mit 7,9 in Bayern, doch Ministerpräsident Markus Söder hält weiter strikt an Lockdown-Maßnahmen fest. Hamburg ist das einzige Bundesland mit einer Inzidenz über zehn (10,8). Am Donnerstag waren insgesamt 29 Stadt- und Landkreise Corona-frei, also ohne Neuinfektion in den vergangenen sieben Tagen.

Coronavirus in Deutschland: R-Wert leicht gestiegen

Der Sieben-Tage-R-Wert stieg hingegen leicht an, von 0,68 am Dienstagabend auf 0,72 am Mittwochabend. Weiter vergleichsweise hoch ist die Zahl der Todesfälle. Sie lag am Donnerstagmorgen bei 93. Vor einer Woche waren es 105 Tote.

Einen Hinweis auf erste Fälle des neuartigen Coronavirus gibt unterdessen eine neue Datenmodellierung. Die ersten Fälle von Sars-CoV-2 beim Menschen dürften zwischen etwa Anfang Oktober und Mitte November 2019 in China aufgetreten sein. Das bestätigt eine im Fachjournal PLOS Pathogens vorgestellte Analyse. Der Rechnung zufolge sei ein Datum um den 17. November herum wahrscheinlich, berichten die Forscher.

Analyse bestätigt: Erste Corona-Infektionen weit vor erstem Nachweis

Erste offiziell bestätigte Infektionen mit dem Erreger waren Anfang Dezember 2019 in Wuhan erfasst worden. Experten nehmen aber schon lange an, dass das Virus schon davor bei Menschen kursierte. Diese Vermutung hatte auch das Ermittlungsteam der Weltgesundheitsorganisation geäußert, das im Januar und Februar in China nach dem Ursprung des Virus gesucht hatte.

Die Wissenschaftler um David Roberts von der britischen University of Kent errechneten den wahrscheinlichsten Zeitraum für das Überspringen des Erregers vom Tier auf den Menschen anhand der Daten für die ersten bestätigten Fälle in China und im Ausland. Sie nutzten dabei ein mathematisches Modell, mit dem im Naturschutzbereich Prognosen zum Aussterben von Arten gemacht werden.

Coronavirus dürfte sich deutlich schneller in der Welt verbreitet haben als bekannt

Demnach dürfte sich das Coronavirus wohl schon im Januar weltweit verbreitet haben. Nach den Berechnungen der Wissenschaftler könnte es um den 3. Januar in Japan die ersten Infektionen außerhalb Chinas gegeben haben. Der erste Fall in Europa wäre nach ihrer Berechnung in Spanien um den 12. Januar, der erste in den USA um den 16. Januar gewesen. (mt/dpa)

Rubriklistenbild: © Sebastian Gollnow/dpa

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