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Corona: Lauterbach glaubt an Lockerungen „deutlich vor Ostern“

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Von: Katarina Amtmann

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Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter. Gesundheitsminister Karl Lauterbach nimmt den Frühling in den Blick. Der News-Ticker.

Update vom 7. Februar, 6.46 Uhr: „Ich glaube, dass wir deutlich vor Ostern lockern werden“: Das hat Gesundheitsminister Karl Lauterbach nun bei „Bild TV“ gesagt. Davon sei er „fest überzeugt“.

Voraussetzung sei allerdings, dass Mitte Februar wie erwartet die Omikron-Welle ihren Höhepunkt erreicht. „Man darf das Fell des Bären nicht verteilen, bevor er erschossen ist“, warnte Lauterbach.

Der Gesundheitsminister konnte sich vorstellen, dass auf der nächsten Ministerpräsidentenkonferenz am 16. Februar über Lockerungen diskutiert wird. Ob es tatsächlich zu Lockerungen kommt, „hängt davon ab, wie wir dann stehen.“

Lauterbach: „Retten mit Corona-Maßnahmen jeden Tag Leben“

Zum jetzigen Zeitpunkt ist Lauterbach strikt gegen Lockerungen: Er halte diese bei Höchstzahlen von Infizierten „für verrückt“. Der Minister fragte: „Was wäre in Deutschland, wenn wir vorgehen würden wie in England?“ Seine Antwort: „Dann hätten wir pro Tag über den Daumen gepeilt vielleicht 300 Tote. Wir haben aber deutlich weniger, nämlich 60 bis 80.“ Mit den Maßnahmen „retten wir jeden Tag Leben“, betonte Lauterbach.

Am Montagmorgen vermeldete das Robert-Koch-Institut (RKI) mit 1426,0 einen weiteren Rekord bei der 7-Tage-Inzidenz. 95.267 Neuansteckungen sowie 49 weitere Corona-Todesfälle binnen eines Tages kamen hinzu.

Bundespressekonferenz im Januar 2022 in Berlin: Karl Lauterbach redet und gestikuliert, im Hintergrund ist Lothar Wieler zu sehen.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hielte laxere Corona-Maßnahmen aktuell für „verrückt“. © Chris Emil Janssen/Imago

Umfrage zu Corona-Maßnahmen: Deutsche in der Frage gespalten

Update vom 6. Februar, 22.40 Uhr: Die Diskussion der Politiker über mögliche Öffnungsschritte in der Corona-Pandemie nimmt immer mehr Fahrt auf. Eine Umfrage des Insa-Instituts für die Bild am Sonntag zeigt nun, wie gespalten die Deutschen zu möglichen Lockerungen stehen: 49 Prozent der Befragten sprachen sich für Lockerungen aus, 44 Prozent sind dagegen.

Dabei ist die Zustimmung zu den Regeln sehr unterschiedlich: Auf die größte Ablehnung stießen die Kontaktbeschränkungen für Geimpfte. 66 Prozent der Befragten würden diese abschaffen. Auch die 2G-Regel im Einzelhandel findet mehr als die Hälfte der Befragten nicht mehr sinnvoll. Bei der 2G-Plus-Regel sind sich die Deutschen uneinig: Rund die Hälfte der Befragten will sie abschaffen, 51 Prozent halten sie für sinnvoll.

Eine deutliche Mehrheit sprach sich dagegen für die Maskenpflicht aus: So wollen etwa 71 Prozent der Befragten die Maskenpflicht in den öffentlichen Verkehrsmitteln erhalten, 65 Prozent sind auch für eine Maskenpflicht im Einzelhandel. Auf Zustimmung treffen auch die Kontaktbeschränkungen für Ungeimpfte, die 64 Prozent sinnvoll halten.

Update vom 6. Februar, 14.54 Uhr: Für die unzähligen Corona-Fälle in Deutschland ist derzeit in erster Linie Omikron verantwortlich. Auf Twitter warnt Gesundheitsminister Lauterbach erneut vor der Virus-Mutante - und zeigt wichtige Daten zur Reinfektion.

Corona in Deutschland: Lauterbach erklärt wichtigen Unterschied zwischen Delta und Omikron

Karl Lauterbach
Karl Lauterbach warnt: Nach einer Omikron-Infektion könne man sich relativ schnell erneut mit Corona anstecken. © Screenshot/Twitter

„Es ist wichtig, Omicron nicht zu unterschätzen. Studien legen nahe, dass man sich relativ kurz nach der Infektion wieder anstecken kann“, schreibt der SPD-Politiker. Außerdem nennt er einen wichtigen Unterschied im Vergleich zur Vorgänger-Variante Delta: „Ein langer Schutz wie bei Delta ist weniger wahrscheinlich“. Seinen Post beendet Lauterbach mit einer Warnung: „Wiederholte Infektionen sind nicht ungefährlich.“

Update vom 6. Februar, 12.44 Uhr: Omikron breitet sich weiter rasant aus. Tag für Tag werden in Deutschland derzeit neue Inzidenz-Rekorde geknackt. Immer lauter werden gleichzeitig die Rufe nach Lockerungen. Auch der Gastgewerbe-Verband Dehoga fordert nun von der Politik einen für ganz Deutschland einheitlichen Öffnungsplan, für die Gastronomie und andere Branchen.

Corona in Deutschland: Gastgewerbe fordert einheitlichen Öffnungsplan

„Da sich abzeichnet, dass Omikron trotz hoher Inzidenzwerte das Gesundheitssystem nicht überfordert, sollten Bund und Länder rasch, möglichst schon Mitte Februar bei ihrer nächsten Konferenz, einen bundesweit einheitlichen Öffnungsplan vereinbaren“, äußert sich Hauptgeschäftsführerin Ingrid Hartges gegenüber der Rheinischen Post. Sie plädiert für die Aufhebung der 2G-Plus-Regel in Restaurants und Cafés.

Corona-Lockerungen gefordert: Öffnung von Clubs, Aufhebung der 2G-Plus-Regel

„Auch Clubs und Diskotheken sollten nun sehr bald wieder geöffnet werden, denn seit Pandemiebeginn waren sie nur wenige Wochen geöffnet“, fordert Hartges weiter. Auch die in sechs Bundesländern geltenden Sperrzeiten am Abend, sollten sofort abgeschafft werden.

Ursprüngliche Meldung vom 6. Februar:

München - Die Sieben-Tage-Inzidenz hat in Deutschland erstmals die Schwelle von 1400 überschritten. Das Robert Koch-Institut (RKI) gab den Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche am Sonntagmorgen mit 1400,8 an. Am Vortag hatte die Inzidenz bei 1388,0 gelegen, in der Vorwoche bei 1156,8 und im Vormonat bei 285,9.

Corona in Deutschland: Sieben-Tage-Inzidenz steigt - Zahl der Neuinfektionen zieht an

Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 133.173 Corona-Neuinfektionen. Das geht aus Zahlen hervor, die den Stand des RKI-Dashboards von 5 Uhr wiedergeben. Vor einer Woche waren es 118.970 Ansteckungen. Experten gehen jedoch von einer hohen und weiter steigenden Zahl von Fällen aus, die in den RKI-Daten nicht erfasst sind, unter anderem, weil Testkapazitäten und Gesundheitsämter vielerorts am Limit sind.

Innerhalb eines Tages wurden den RKI-Angaben nach 41 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 59 Todesfälle. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 11.022.590 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Corona in Deutschland: Klinik-Wert steigt ebenfalls

Die Zahl der in Kliniken gekommenen Corona-infizierten Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen gab das RKI zuletzt am Freitag mit 5,45 an (Donnerstag: 5,00). Darunter können auch Menschen mit positivem Corona-Test sein, die eine andere Haupterkrankung haben.

Die Zahl der Genesenen gab die Behörde am Sonntag mit 8.058.100 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 118.717. (kam/dpa)

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