Pandemie-News aus Deutschland im Ticker

Corona-Impfstoff: EU verkündet neuen Deal - Deutschland erhält schon bald Millionen zusätzliche Dosen

Die Fallzahlen in Deutschland steigen. Der Lockdown soll verschärft werden. Eine bundesweit einheitliche Notbremse wurde beschlossen. Mediziner drängen auf schnelle Verschärfungen.

  • Coronavirus in Deutschland: Am Mittwoch meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) erneut gestiegene Corona-Fallzahlen (siehe Update vom 14. April, 7.29 Uhr).
  • Neuer Mega-Deal mit Biontech: Noch in diesem Quartal bekommt EU 50 Millionen Impfdosen (siehe Update vom 14. April, 14.16 Uhr)
  • Die Lage auf den Intensivstationen spitzt sich weiter zu (Update vom 14. April, 18.33 Uhr)
  • Dieser News-Ticker zur Coronavirus-Pandemie ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 15. April finden Sie hier.

Update vom 14. April, 22.10 Uhr: Die britische Mutation B.1.1.7 breitet sich in Deutschland weiter aus. Das bestätigte das RKI in seinem heutigen Bericht. „Insgesamt ist die VOC B.1.1.7 inzwischen in Deutschland der vorherrschende COVID-19-Erreger“, heißt es dort.  84,8% sind es laut Virusvarianten-Analyse. „Das ist besorgniserregend, weil die VOC B.1.1.7 nach bisherigen Erkenntnissen deutlich ansteckender ist und vermutlich schwerere Krankheitsverläufe verursacht als andere Varianten.“ Das RKI bestätigt jedoch auch noch einmal, dass alle Impfstoffe nach derzeitigem Stand sehr gut gegen die Mutation wirken.

Corona-Impfstoff: Ärzteverband warnt vor Überlastung der Intensivstationen - „sofort auf die Bremse treten“

Update vom 14. April, 18.33 Uhr: Während die Bundesregierung das geplante Notbremsen-Gesetz und die Änderung im Infektionsschutzgesetz voranbringt, geht es vielen Medizinern nicht schnell genug. „Die Notbremse kommt ohnehin spät. Aber wenn wir noch länger warten, droht eine Überlastung der Intensivstationen. Dann kann eine Triage nötig werden“, warnte der Ärzteverband Marburger Bund gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.  

„Wenn wir jetzt nicht sofort auf die Bremse treten, dann läuft die Entwicklung endgültig aus dem Ruder und die Ärzte müssen entscheiden, welche Patienten sie noch aufnehmen und welche nicht.“ Dies könne niemand wollen. Unabhängig von der Notbremse sei in den nächsten Wochen mit einer vermehrten Intensivbelegung zu rechnen. Die Maßnahmen brauchen seine Zeit bis sie wirken. Zudem kämen nun die Patienten auf die Intensivstation, die sich vor zwei bis drei Wochen infiziert hätten.“ Auch Virologe Drosten hält weitere Maßnahmen für nötig (Update 13. April, 22.46 Uhr)

Die aktuelle Lage auf den Intensivstationen laut DIVI-Register vom 14. April:

Covid-19 Patienten auf IntensivstationInvasiv beantmetfreie Betten (gesamt)
Aktuelle Daten4.6802.653 (57 % der Covid-Patienten)3.770 von 26.736
Veränderung Vortag-8-13-42

Die freien Betten werden im DIVI-Register in Kapazitäten für Erwachsene und Kinder eingeteilt. In der Kategorie für Erwachsene sind derzeit noch 2.864 von 23.917 Betten frei.

Corona-Impfstoff: EU verkündet neuen Deal - Deutschland erhält schon bald Millionen zusätzliche Dosen

Update vom 14. April, 14.16 Uhr: Die EU bekommt noch in diesem Quartal 50 Millionen zusätzliche Impfdosen von Biontech/Pfizer, wie Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte. Auf Deutschland müssten gemäß dem Verteilerschlüssel, der sich nach dem Bevölkerungsanteil richtet, gut neun Millionen Dosen entfallen. Zudem laufen Verhandlungen über eine weit größere Bestellung. Die CDU-Politikerin verkündete auch stolz, dass in der EU mittlerweile mehr als 100 Millionen Menschen mindestens einmal geimpft seien.

Update vom 14. April, 13.45 Uhr: In Brandenburg wird es aus Mangel an Impfstoffen vorerst keine Erstimpfungen mehr geben. Das erklärte Innenminister Michael Stübgen. Der Plan sehe nun vor, bereits mit Astrazeneca geimpfte Menschen das Vakzin von Biontech oder Moderne zu verabreichen. Doch auch das gestaltet sich schwierig.

Corona in Deutschland: Ärzte in den Praxen wollen mehr impfen - doch der Impfstoff ist knapp.

Corona: Vertrags-Aus für zwei Impfstoffe? EU äußert sich klar zu Gerüchten

Update vom 14. April, 12.48 Uhr: Die EU-Kommission bestätigt, dass bei den nächsten Bestellungen für Impfstoffe gegen das Coronavirus vorrangig auf die neuartige mRNA-Technologie gesetzt werde, die etwa Biontech/Pfizer und Moderna nutzen. Allerdings sei daraus nicht zu schlussfolgern, dass Hersteller wie Astrazeneca und Johnson & Johnson bei künftigen Verträgen bereits aus dem Rennen seien oder deren Verträge nicht verlängert würden. Entsprechende Berichte (siehe vorherigen Eintrag) dementierte ein EU-Beamter, darüber werde zu gegebener Zeit entschieden.

Update vom 14. April, 11.25 Uhr: Den Impfstoffen von Astrazeneca und Johnsion & Johnson droht offenbar das Aus in der EU. Wie die Agentur Reuters unter Berufung auf die italienische Zeitung La Stampa erfahren haben will, wird Brüssel die bis Jahresende laufenden Verträge mit den beiden Unternehmen nicht verlängern. Stattdessen solle ab 2022 auf mRNA-Impfstoffe, wie etwa von Biontech/Pfizer und Moderna, gesetzt werden.

Update vom 14. April, 9.25 Uhr: Die von der Bundesregierung beschlossene Corona-Notbremse ruft bereits heftige Kritik hervor. In der Saarbrücker Zeitung verteidigt Olaf Scholz die darin enthaltenen Maßnahmen vehement: „Unverantwortlich wäre es jetzt, eine ganz lange wissenschaftliche Debatte darüber zu führen, was man alles auch anders machen könnte, ohne zu handeln. Wir können jetzt nicht Doktorarbeiten und Habilitationen schreiben. Wir müssen die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger schützen.“

Zudem betonte der Vizekanzler: „Ausgangsbeschränkungen wirken. Wir haben in vielen Ländern gesehen, dass sie zu einer Senkung der Infektionen beitragen.“ Im Vordergrund stehe nun, „Kontakte zu beschränken und das ist ein Weg, das zu erreichen - neben vielen anderen, die ebenfalls in dem Gesetz vorgesehen sind“.

Update vom 14. April, 7.29 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet an diesem Mittwochmorgen für Deutschland 21.693 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages, sowie 342 weitere Todesfälle an oder mit Covid-19. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz ist auf 153,2 gestiegen (Vortag: 140,9).

Vor einer Woche hatte das RKI knapp 10.000 Neuansteckungen und 298 Todesfälle verzeichnet.

Die Beurteilung des Infektionsgeschehens ist aufgrund der zurückliegenden Ferien und der Osterfeiertage noch immer schwierig. „Wir müssen wahrscheinlich bis Ende dieser Woche warten, um wieder realistische Zahlen zu sehen“, hatte der Virologe Christian Drosten im „Coronavirus-Update“-Podcast (NDR-Info) gesagt.

Corona in Deutschland: Drosten hält weitere Maßnahmen neben Notbremse für nötig

Update vom 13. April, 22.46 Uhr: Die von der Bundesregierung geplante Corona-Notbremse geht laut dem Virologen Christian Drosten nicht weit genug. Der Virologe der Berliner Charité forderte am Dienstag im NDR-Podcast Coronavirus-Update zusätzliche Maßnahmen. „Ich denke, dass man anhand der sich jetzt einstellenden Situation in den Krankenhäusern auch noch mal anders reagieren muss“, meinte Drosten - und zwar in „allernächster Zeit“.

Zusätzliche Maßnahmen könnten laut Drosten etwa eine Testpflicht am Arbeitsplatz bedeuten, in der er ein „wirksames Werkzeug“ - gleichzeitig aber auch Probleme sieht.

Corona in Deutschland: Merkel verkündet Notbremse - Bedenken aus den Fraktionen

Update vom 13. April, 17 Uhr: Der Beschluss um die Änderung des Corona-Infektionsschutzgesetzes stößt auf geteilte Meinungen. Besonders die geplanten Ausgangsbeschränkungen sorgen für Diskussionen. „Im weiteren Verfahren werden wir nochmal intensiv prüfen, dass neben dem Inzidenzwert weitere Kriterien herangezogen werden“, kündigte SPD-Fraktionsvize Dirk Wiese an. Auch die FDP hat hier Bedenken. „Das Gesetz soll an die nackte Inzidenzzahl als Tatbestand geknüpft sein. Die aber ist unzuverlässig und bildet die Lage vor Ort nicht ausreichend klar ab“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer Marco Buschmann der Welt.

Indes forderte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach, die geplanten Ausgangsbeschränkungen nicht aufzuweichen. Ausgangssperren hätten in Portugal, England und Frankreich eine wichtige Rolle bei der Pandemiebekämpfung gespielt, sagte er der Augsburger Allgemeinen. Studien hätten auch eine klare Wirksamkeit erwiesen.

Der Gesetzentwurf der Bundesregierung sieht erstmals eine bundeseinheitliche Notbremse vor, die ab einem Inzidenzwert von 100 greifen soll. Der Entwurf soll am Freitag erstmals im Bundestag beraten werden und geht dann noch in den Bundesrat. Der Bundesrat müsste einen Einspruch beschließen, um das Gesetz aufzuhalten.

Coronavirus: Zahl der Covid-19-Intensivpatienten steigt weiter an

Indes zeigt sich die kritische Corona-Lage Deutschlands anhand der Belegung der Intensivbetten. Wie aus den aktuellen Daten des Divi-Registers hervorgeht, werden aktuell 4688 Covid-19-Patienten intensivmedizinisch behandelt. Das entspricht einem Plus von 26 zum Vortag.

Coronavirus in Deutschland: Bayern und Sachsen verlängert Lockdown - Lockerungen für Geimpfte in Berlin

Update vom 13. April, 15.20 Uhr: Während am Dienstag die Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen wurde (siehe Update von 13. April, 11 Uhr), hat Bayern den Corona-Lockdown bis in den Mai verlängert. Und auch in Sachsen wurden die Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verlängert. Die derzeit geltenden Regeln sollen ebenfalls bis zum 9. Mai vorerst beibehalten werden. Das teilte Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag in Dresden nach einem Kabinettsschluss mit.

Indes hat der Berliner Senat Lockerungen für vollständig gegen das Coronavirus geimpfte Menschen beschlossen. Ein vollständiger Impfschutz sei zukünftig 15 Tage nach der letzten Impfung gleichwertig mit einem tagesaktuellen negativen Coronatest, sagte eine Senatssprecherin am Dienstag. Die Regelung gelte für alle in der EU zugelassenen Vakzine.

Bundesweite Corona-Notbremse fix - Merkel gibt sich emotional: „Hilferufe der Intensivmediziner nicht überhören“

Update vom 13. April, 12.50 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel äußerte sich am Dienstag zu dem Notbremsen-Gesetz. „Wir setzen die Notbremse bundesweit um. [...] Die Unklarheit, wo was wann gilt, ist dann vorbei“, sagte sie. Es sei „überfällig“, angesichts der ernsten Corona-Lage. Wie ernst die Lage sei, zeige die steigende Zahl der belegten Intensivbetten. „Wir dürfen die Hilferufe der Intensivmediziner nicht überhören“, mahnt Merkel. „Damit wir die Welle brechen, reichen die bisherigen Regeln nicht mehr aus. Wir müssen die dritte Welle stoppen.“

Kanzlerin Angela Merkel sprach am Dienstag über die Änderungen des Infektionsschutzgesetzes, die die Bundesregierung beschlossen hat.

Dabei sprach die Kanzlerin von einem konsequenteren Handeln. Daher sei es notwendig, „die Zusammenarbeit auf neue Füße zu stellen“. Die beschlossenen Maßnahmen würden dem Ziel dienen, das „ganze Land aus der Pandemie zu führen. Wir haben es schon einmal geschafft, die Anzahl der Ansteckungen auf ein kontrollierbares Maß zu regulieren.“ Die Impfkampagne laufe schließlich und „sie läuft von Tag zu Tag besser. Wir gehen dem Licht am Ende des Tunnels mit großen Schritten entgegen“, fand Merkel hoffnungsvolle Worte und forderte „zügige Verhandlungen im Bundestag“ hinsichtlich des Gesetzes.

Coronavirus in Deutschland:Verpflichtende Testangebote für Unternehmen beschlossen

Update vom 13. April, 11.33 Uhr: Unternehmen in Deutschland sind verpflichtet, ihren Beschäftigten Corona-Tests anzubieten, wenn sie nicht dauerhaft im Homeoffice sind. Das hat das Bundeskabinett laut dpa am Dienstag beschlossen, Minister Hubertus Heil bestätigte dies bei einer Pressekonferenz.

„Im Grundsatz müssen Betriebe ihren Beschäftigten einmal pro Woche ein Testangebot machen. Nur ausnahmsweise darf die Verpflichtung zwei Tests pro Woche umfassen“, teilte das Wirtschaftsministerium zuvor mit. Bei dem Beschluss handelt es sich lediglich um eine Angebotspflicht. Eine Testpflicht für Arbeitnehmer gibt es nicht. Auch eine Dokumentationspflicht soll es nicht geben.

„Regelmäßiges testen ist wichtig, um Infektionen am Arbeitsplatz zu verhindern“, sagte Hubertus Heil am Dienstag in einer Pressekonferenz. Die Pflicht solle bereits nächste Woche in Kraft treten.

Corona: Bundesweite Notbremse fix! Infektionsschutzgesetz-Änderung beschlossen - Erste Details klar

Update vom 13. April, 11 Uhr: Die bundesweite Notbremse ist fix (siehe Update vom 13. April, 10.25 Uhr). Hier finden Sie im Überblick, welche Beschränkungen gelten sollen.

  • Ausgangsbeschränkung: Von 21 Uhr bis 5 Uhr soll der Aufenthalt außerhalb einer Wohnung oder eines dazugehörigen Gartens im Grundsatz nicht erlaubt sein. Dies soll nicht gelten, wenn der Aufenthalt etwa der Versorgung von Tieren oder der Berufsausübung dient.
  • Private Zusammenkünfte: In einem neuen Paragrafen 28b des Infektionsschutzgesetzes soll laut dpa
    ferner festgelegt werden, dass dass private Zusammenkünfte im öffentlichen oder privaten Raum dann nur gestattet sind, wenn an ihnen höchstens die Angehörigen eines Haushalts und eine weitere Person einschließlich dazugehörender Kinder bis zur Vollendung des 14. Lebensjahres teilnehmen. Bei Todesfällen sollen bis zu 15 Personen zusammenkommen dürfen.
  • Schulen: Präsenzunterricht soll nur mit zwei Coronatests pro Woche gestattet werden. Überschreitet in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinander folgenden Tagen die 7-Tage-Inzidenz 200, soll Präsenzunterricht untersagt werden.
  • Sport: Die Ausübung von Sport soll nur in Form von kontaktloser Ausübung von Individualsportarten erlaubt sein. Sie sollen allein, zu zweit oder mit den Angehörigen des eigenen Hausstands ausgeübt werden dürfen. Ausgenommen sei der Profi-Sport. Zuschauer sind weiterhin nicht erlaubt.
  • Geschäfte/Gastronomie: Die meisten Läden und die Freizeit- und Kultureinrichtungen sowie die Gastronomie
    sollen nicht öffnen. Ausgenommen werden sollen: der Lebensmittelhandel, Getränkemärkte, Reformhäuser, Babyfachmärkte, Apotheken, Sanitätshäuser, Drogerien, Optiker, Hörgeräteakustiker, Tankstellen, Stellen des Zeitungsverkaufs, Buchhandlungen, Blumenfachgeschäfte, Tierbedarfsmärkte, Futtermittelmärkte und Gartenmärkte. Hier sollen Abstand- und Hygienekonzepte gelten.

Diese Beschränkungen sollen gelten, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt. Das bedeutet, dass binnen einer Woche mehr als 100 Neuinfizierte auf 100.000 Einwohner kommen.

Corona: Bundesweite Notbremse fix! Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen

Update vom 13. April, 10.25 Uhr: Das Bundeskabinett hat die Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschlossen. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur (dpa) am Dienstag in Berlin. Damit müssen sich die Menschen in weiten Teilen Deutschlands auf Ausgangsbeschränkungen und geschlossene Läden nach bundesweit verbindlichen Vorgaben einstellen.

Informationen zufolge zählen hierzu Ausgangssperren zwischen 21 Uhr und 5 Uhr sowie die Beschränkung privater Zusammenkünfte auf den jeweiligen Haushalt plus eine weitere Person. Diese Maßnahmen sollen in Kraft treten, wenn an drei aufeinander folgenden Tagen die Anzahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern innerhalb von sieben Tagen den Wert von 100 überschreitet. Das gehe aus der Kabinettsvorlage hervor, die ntv.de vorliegen soll.

Die Gesetzesänderung muss Bundestag und Bundesrat passieren, erfordert jedoch nicht die Zustimmung der Länderkammer.

Corona: Gespräche zu bundesweiter Notbremse auf Zielgeraden - Experte hat düstere April-Prognose

Update vom 13. April, 10.15 Uhr: Die Beratungen um bundesweit einheitliche Einschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus sind nach Gesprächen auch in der Nacht auf der Zielgeraden. Das erfuhr die Deutsche Presse-Agentur am Dienstagmorgen aus Teilnehmerkreisen.

Das Kabinett will am Dienstagmorgen eine Änderung des Infektionsschutzgesetzes beschließen, die bundesweit einheitliche
Auflagen für Gebiete mit hohen Infektionszahlen festlegt. Sie sollen greifen, wenn in einem Landkreis oder einer kreisfreien Stadt an drei aufeinanderfolgenden Tagen die Sieben-Tage-Inzidenz über 100 liegt, also binnen einer Woche mehr als 100 Neuinfizierte auf 100.000 Einwohner kommen. Zudem soll der Bund mehr Durchgriffsrechte per Verordnung erhalten.

Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zufolge befinden sich von insgesamt 412 Regionen 325 über der Inzidenz von 100. Das entspricht einem Plus von 20 gegenüber den Vortag. Bundesweit liegt die Sieben-Tage-Inzidenz am Montag bei 140,9.

Update vom 13. April, 6.55 Uhr: Die Intensivmediziner-Vereinigung DIVI erwartet aufgrund der steigenden Corona-Zahlen, dass noch im April der bisherige Höchststand an Intensivpatienten in Deutschland erreicht wird. „Wir müssen davon ausgehen, dass wir deutschlandweit jetzt jeden Tag zwischen 50 und 100 neue Covid-Intensivpatienten aufnehmen müssen“, erklärte DIVI-Präsident Gernot Marx der Augsburger Allgemeinen.

„Das heißt, dass wir bereits Ende April die Größenordnung von 6000 und mehr Corona-Intensivpatienten erreichen würden, wie wir sie auf dem Höhepunkt der zweiten Welle hatten“, so seine düstere Prognose. Marx forderte Bundesregierung, Bundestag und Bundesländer auf, die geplanten bundeseinheitlichen Regelungen für Regionen mit einer 7-Tage-Inzidenz über 100 noch diese Woche zu verabschieden. Wenn das Gesetz erst Ende April beschlossen werde, werde die Patientenzahl auf 7000 steigen. „Wir reden über sehr viele schwere Erkrankungen und über viele Menschen, die das nicht überleben werden“, warnte Marx weiter.

Corona in Deutschland: RKI meldet erneuten Anstieg der Inzidenz

Update vom 13. April, 6.30 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) innerhalb eines Tages 10.810 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden im selben Zeitraum 294 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI von Dienstagmorgen hervor. Am Dienstag vor einer Woche wurden 6885 Neuinfektionen und 90 neue Todesfälle gemeldet.

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz ist erneut angestiegen und lag am Dienstagmorgen laut RKI bei 140,9. Am Montag (12. April) lag der Wert noch bei 136,4, vor einer Woche bei 123.

Corona in Deutschland: Baden-Württemberg gewährt Geimpften Ausnahmerechte

Update vom 12. April, 22.54 Uhr: Vor einer möglichen bundesweiten Verschärfung der Regeln gegen die Corona-Pandemie hat Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) generelle Ausgangssperren abgelehnt. „Ausgangssperren - das bestätigt auch die Forschung - haben auf das Infektionsgeschehen geringen Einfluss“, sagte Haseloff gegenüber bild.de. „Ein gewisser Effekt mag noch in Ballungsräumen bestehen, im ländlichen Raum tendiert dieser gegen Null“, sagte der CDU-Politiker. Zudem finde er generelle Ausgangssperren unverhältnismäßig. Wichtiger sei der Infektionsschutz in Innenräumen.

Update vom 12. April, 18.12 Uhr: Sonderregeln für Geimpfte? Nach Rheinland-Pfalz will mit Baden-Württemberg das nächste Bundesland, die Corona-Regeln für gegen Covid-19 geimpfte Menschen lockern - zumindest in Teilen. So werde es eine Ausnahmeregelung geben, wonach sich geimpfte, symptomlose Menschen künftig nicht mehr in Absonderung begeben müssen, wenn sie Kontakt zu einem Covid-19-Fall hatten. „Gleiches gilt für Einreisende aus sämtlichen Risikogebieten im Ausland“, sagte Gesundheitsminister Manne Lucha (Grüne) am Montag in Stuttgart.

Weitere Änderungen mit Blick auf Geimpfte ergeben sich außerdem für stationäre Einrichtungen der Pflege. Hier können bei einer Durchimpfungsrate von 90 Prozent der Bewohner wieder mehr Besuche ermöglicht werden. Die Hygienemaßnahmen, insbesondere die Maskenpflicht und die Testung vor Zutritt für Besucherinnen und Besucher gelten aber weiterhin fort.

Corona in Deutschland: Merkel alarmiert - „vielleicht die härteste Welle für uns“

Update vom 12. April, 17.10 Uhr: „Wir müssen sagen, dass diese dritte Welle für uns vielleicht die härteste ist“, sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel am Montag zu Eröffnung der digitalen Industrieschau Hannover Messe. Zur Eindämmung des anhaltenden Anstiegs der Corona-Infektionen will die CDU-Politikerin vor allem auf Tests und Impfungen setzen.

Die Infektionszahlen seien aktuell viel zu hoch, die Auslastung der Intensivstationen nehme wieder zu. Um die Welle zu brechen, sei „die wichtigste Waffe, die wir haben, das Impfen“, so die Kanzlerin. „Und das Testen hilft uns, eine Brücke zu bauen, bis das Impfen wirkt.“

Coronavirus in Deutschland: Bundesweite Testpflicht beschlossen

Update vom 12. April, 15.23 Uhr: Die bundesweite Testpflicht für Unternehmen ist beschlossen. Trotz Widerstands aus den Reihen des Koalitionspartners CDU setzte die SPD die Maßnahme durch. Die Große Koalition einigte sich letztlich doch auf verpflichtende Angebote von Corona-Schnelltest für Beschäftige in Betrieben. Das gaben die beiden SPD-Vorsitzenden Saskia Esken und Norbert Walter-Borjans bekannt.

Noch am Montagmorgen hatte Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier eine Testpflicht in Unternehmen abgelehnt. „Wir hatten vereinbart, dass wir den freiwilligen Weg gehen“, sagte Altmaier bei ntv.

Update vom 12. April, 13.57 Uhr: Eine Verlängerung der Lockdown-Regelungen ist offenbar nur noch Formsache. Nach Informationen des Business Insider haben sich die Bundesländer bei ihrer Zusammenkunft am Wochenende darauf geeinigt. Demzufolge werden die aktuell geltenden Regeln, die bis zum 19. April gültig sind, weitere drei Wochen bis zum 9. Mai Bestand haben.

Update vom 12. April, 11.51 Uhr: Der Corona-Lockdown in Deutschland wird unter Umständen länger andauern als bisher angenommen. Der Berliner Tagesspiegel berichtete, dass Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) den Bundesländern in einem Meeting am Sonntag eine Prognose gegeben hat. Demnach glaubt die Bundesregierung an eine verschärfte Infektionslage in den kommenden sechs bis acht Wochen. In diesem Fall würden die härteren Lockdown-Regeln ab einer Sieben-Tage-Inzidenz von mehr als 100 noch bis mindestens Ende Mai oder sogar Mitte Juni gelten.

Corona in Deutschland: Nur noch zwei Regionen unter einer Inzidenz von 35 - Bundesland öffnet Außengastronomie

Erstmeldung vom 12. April, 11.16 Uhr: München - Der Corona-Gipfel, der für den 12. April vorgesehen war, wurde abgesagt. Stattdessen soll das Infektionsschutzgesetz verschärft werden, sodass bundesweit einheitliche Regelungen ab bestimmten Sieben-Tage-Inzidenzwerten gelten. Angesichts der steigenden Corona-Fallzahlen in Deutschland und der sich zuspitzenden Lage auf den Intensivstationen wird über einen konsequenten „Brücken-Lockdown“ diskutiert. Ein Bundesland lockert indes.

Mitten in der dritten Welle ist der Großteil der deutschen Regionen weit von einer Inzidenz unter 50 entfernt. Nur noch zwei Regionen liegen unter einer 7-Tage-Inzidenz von 35. Unter der 50er-Marke befinden sich nur noch acht von bundesweit insgesamt 412 Regionen (Datenstand: 12. April 2021, 9.55 Uhr).

Regional gibt es große Unterschiede. So darf in vielen Kreisen und Städten Schleswig-Holsteins am Montag die Außengastronomie wieder öffnen. Eine Bewirtung ist dort möglich, wo die Zahl der Infektionen innerhalb von sieben Tagen je 100.000 Einwohner stabil unter 100 liegt. Und das sind in Schleswig-Holstein nicht wenige. Denn nicht zuletzt liegen die beiden Kreise Schleswig-Flensburg (27,8) und Nordfriesland (34,4) unter einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35 und der Landkreis Plön (35,7) nur knapp darüber. Insgesamt fünf Kreise liegen unter den bundesweit zehn Regionen mit den niedrigsten Inzidenzwerten. In München hingegen ist die Inzidenz nach einer Datenpanne massiv angestiegen.

Corona in Deutschland: Fallzahlen steigen weiter - doch sind mit Vorsicht zu genießen

Das RKI meldete am Montagmorgen eine bundesweite 7-Tage-Inzidenz von 136,4. Somit ist der Wert erneut weiter angestiegen. Am Vortag lag er bei 129,2, am Montag vor einer Woche bei 128. Der Inzidenzwert ist jedoch mit Vorsicht zu genießen und dürfte aufgrund einer geringen Anzahl an Tests und Meldungen über Ostern zu niedrig ausfallen. Das RKI erwartet einen belastbaren Wert zur Mitte der Woche.

Binnen eines Tages wurden 13.245 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Des Weiteren wurden laut RKI innerhalb von 24 Stunden 99 neue Todesfälle verzeichnet. Am Montag sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Zudem könnten die Zahlen wegen der Schulferien noch nicht vergleichbar mit früheren Werten sein. Vor einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 8497 Neuinfektionen und 50 neue Todesfälle verzeichnet.

Der Impftermin von Kanzlerin Angela Merkel soll angeblich abgesagt worden sein. Einem Medienbericht zufolge, sollte die Kanzlerin mit Astrazeneca geimpft werden. (mbr)

Rubriklistenbild: © Ronny Hartmann/John Thys/dpa

Auch interessant

Kommentare