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Inzidenz steigt auf fast 420 – Zahl der Corona-Toten erreicht traurigen Rekord

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Von: Clara Marie Tietze

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Die Corona-Infektionszahlen erhöhen sich in Deutschland rasant, täglich sterben mehrere hundert Menschen. Ihre Gesamtzahl seit Pandemiebeginn erschüttert. Der News-Ticker.

Update vom 25. November, 6.47 Uhr: 351 weitere Fälle binnen 24 Stunden: Die Zahl der Corona-Toten in Deutschland ist nach RKI-Angaben (Stand: Donnerstagmorgen) damit auf 100.119 gestiegen. Auch die bundesweite 7-Tage-Inzidenz erhöhte sich erneut und liegt jetzt bei 419,7. Binnen eines Tages wurden 75.961 Neuinfektionen mit dem Erreger registriert.

100.000 Menschen sind in Deutschland in weniger als zwei Jahren im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie gestorben, das entspricht der Einwohnerzahl von Städten wie Cottbus, Kaiserslautern oder Siegen. Mehr als 5,5 Millionen Menschen in bundesweit infizierten sich laut RKI bisher mit dem Coronavirus.

Ein Mitarbeiter des Krematoriums Sachsenhausen in Rheinland-Pfalz bereitet in Schutzkleidung einen Sarg auf die Einäscherung vor.
Seit Beginn der Corona-Pandemie sind in Deutschland mehr als 100.000 Menschen nach einer Infektion mit dem Virus gestorben. © Thomas Frey/dpa

Sofort-Lockdown für Geimpfte und Ungeimpfte: Merkel wollte wohl noch vor Mittwochmorgen rigoros durchgreifen

Update vom 24. November, 15.33 Uhr: Angela Merkel wollten den sofortigen Lockdown - und zwar für alle, egal, ob geimpft oder ungeimpft. Das will die Bild aus diversen Quellen erfahren haben. Angeblich habe Merkel beim Treffen mit den Ampel-Köpfen am Dienstagabend den Lockdown für alle bis 8. Dezember gefordert - noch vor dem Inkrafttreten des neuen Infektionsschutzgesetzes.

SPD, Grüne und FDP hätten den Vorschlag beim gestrigen Treffen jedoch abgelehnt, den Lockdown vom 25. November bis 8. Dezember durchzuführen.

Olaf Scholz (SPD), geschäftsführender Bundesfinanzminister, im Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) während der Sitzung des Bundestags.
Olaf Scholz (SPD), geschäftsführender Bundesfinanzminister, im Gespräch mit Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) während der Sitzung des Bundestags. (Archiv) © Michael Kappeler/dpa

Intensivstationen überfüllt: Patienten aus Bayern werden in andere Teile Deutschlands umverlegt

Update vom 24. November, 11.40 Uhr: Um Engpässe in der intensivmedizinischen Behandlung zu vermeiden, sollen bis zum Wochenende mehrere Dutzend Patienten aus den stark von Corona betroffenen Regionen im Osten und in Bayern in andere Teile Deutschlands verlegt werden. Wie der Vorsitzende des Arbeitskreises der Innenministerkonferenz für Feuerwehrangelegenheiten, Rettungswesen, Katastrophenschutz und zivile Verteidigung, Hermann Schröder, auf Anfrage mitteilte, wurden über das sogenannte Kleeblatt-Verfahren am Mittwoch Anträge auf bundesweite Verlegung für insgesamt rund 80 Patienten aus Bayern und dem Kleeblatt-Ost geprüft.

Vor allem Covid-19-Patienten sollen in andere Regionen gebracht werden. In Ausnahmefällen könnten auch Patienten mit anderen Erkrankungen verlegt werden, sagte Schröder. Generell werde darauf geachtet, dass die aufnehmenden Krankenhäuser in Regionen liegen, die aktuell weniger stark von der Corona-Pandemie betroffen sind.

Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Brandenburg und Berlin gehören zum Kleeblatt-Ost. Der aktuell ebenfalls stark von Corona betroffene Freistaat Bayern bildet alleine das Kleeblatt-Süd.

RKI meldet Zahlen-Rekord - Corona-Standpauke von Merkel? Kurzfristiges Treffen mit Ampel

Update vom 24. November 2021, 6.40 Uhr: Die Corona-Zahlen steigen in Deutschland weiter an, erneut meldete das RKI einen neuen Höchststand. Zudem knackte die Sieben-Tage-Inzidenz bundesweit erstmals den Wert von über 400.

Den Inzidenz-Wert der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner und Woche gab das Institut mit 404,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 399,8 gelegen, vor einer Woche bei 319,5 (Vormonat: 106,3). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 66.884 Corona-Neuinfektionen - im Vergleich zu 52.826 Ansteckungen vor genau einer Woche.

Und auch die Zahl der Todesfälle steigt weiter an. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden
335 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 294 Todesfälle gewesen. Bei der Zahl der in Kliniken aufgenommen Corona-Patienten pro 100.000 Einwohner ermittelte das RKI ebenfalls einen stark ansteigenden Wert. Die Zahl gab das RKI am Dienstag mit 5,60 an (Montag: 5,28). Der Wert spielt eine wesentliche Rolle für die Beurteilung des Infektionsgeschehens. Bei Überschreitung der
Grenzwerte 3, 6 und 9 in den Bundesländern können dort jeweils schärfere Maßnahmen zur Bekämpfung der Pandemie verhängt werden.

Corona-Standpauke von Merkel? Ampel trifft sich kurzfristig mit Noch-Bundeskanzlerin

Ursprungsmeldung vom 23. November: Berlin - Die Spitzenpolitiker der Ampel-Koalition aus SPD, Grünen und FDP treffen sich noch am späten Dienstagnachmittag (23. November) kurzfristig mit Merkel im Kanzleramt. Nach ntv-Informationen soll es bei dem Gespräch mit Lindner, Habeck, Baerbock und Scholz um die aktuelle Corona-Situation in der Bundesrepublik gehen. Bereits am Montag hatte die Kanzlerin die Corona-Regeln der Ampel-Partner als nicht ausreichend betitelt.

Corona in Deutschland: Ernst der Lage für Merkel nicht bewusst genug

Eigentlich sollen sich die Spitzenpolitiker heute für die finale Verhandlungsrunde zur Bildung der neuen Bundesregierung zusammengefunden haben. Diese haben Baerbock, Habeck, Scholz und Lindner jedoch kurzerhand unterbrochen, um mit der scheidenden Bundeskanzlerin über den weiteren Umgang mit der Coronavirus-Pandemie zu beraten.

Grund dafür könnten die Unstimmigkeiten zwischen Merkel und den Corona-Regeln der künftigen Regierung sein. Sicher ist: Es ist höchste Zeit zu handeln. Bereits am Montag hatte die Kanzlerin in einer Sitzung des CDU-Vorstands gewarnt: „Wir haben eine hochdramatische Situation. Was jetzt gilt, ist nicht ausreichend.“ Und weiter: „Wir haben eine Lage, die alles übertreffen wird, was wir bisher hatten.“ Selbst die flächendeckende Einführung der 2G-Regel würde nicht ausreichen. Auch habe die Kanzlerin den Eindruck, dass vielen Menschen der Ernst der Lage nicht bewusst ist.

Steigende Corona-Zahlen in Deutschland: Lage wird immer ernster

Wie schwerwiegend die Lage tatsächlich ist, zeigen die aktuellen Zahlen. Mit einer Sieben-Tage-Inzidenz von 399,8 und einer bundesweiten Hospitalisierungsrate von 5,6 werden bald vielleicht weitere Maßnahmen auf die Bevölkerung zukommen. Gerade ältere Personen werden besonders oft in Kliniken eingeliefert: Bei den 60 - bis 79-Jährigen liegt die Hospitalisierungsrate bei 8,69. Bei den über 80 Jahre alten Menschen liegt der Wert laut Robert-Koch-Institut bei 26,31.

Erst zuletzt hatten Bundesländer wie Thüringen und Sachsen alle Weihnachtsmärkte abgesagt und in den meisten Bereichen des öffentlichen Lebens flächendeckend die 2G-Regel eingeführt.

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