News-Ticker zur Pandemie

RKI warnt vor Verzerrung bei Corona-Infektionszahlen - Panne in Impfzentrum sorgt für Ärger

Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken weiter, doch das RKI warnt. Die aktuellen Zahlen vom Wochenende könnten durch den Feiertag und den darauffolgenden Brückentag verzerrt werden. Der News-Ticker.

  • Die Corona-Zahlen in Deutschland geben weiterhin Grund zur Hoffnung. Doch das RKI warnt: der Brückentag könnte für eine Verzerrung sorgen (siehe Update vom 16. Mai, 9.25 Uhr).
  • Die Stiko geht davon aus, dass die aktuellen Corona-Impfungen nicht die letzten sein werden (Update vom 16. Mai, 11.25 Uhr).
  • SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hält „die große Zeit der Pandemie für beendet“ - sein Kollege von den Grünen warnt (Update vom 15. Mai, 18.38 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Lage in Deutschland ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 17. Mai finden Sie hier.

Update vom 17. Mai, 6.50 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland scheint sich langsam aber stetig zu entspannen, die Infektionszahlen sinken seit Tagen. Und auch am Montag vermeldet das Robert Koch-Institut nun niedrigere Zahlen, als noch in der Woche zuvor. Insgesamt 5412 Corona-Neuinfektionen wurden dem RKI durch die Gesundheitsämter in Deutschland gemeldet, noch in der Vorwoche lag dieser Wert bei 6922 Ansteckungen.

Wie das RKI in den vergangenen Monaten jedoch regelmäßig erklärt hatte, sind die Fallzahlen am Montag meist niedriger, da vielerorts am Wochenende weniger getestet wird. Am Wochenende hatte das RKI zudem betont, dass aufgrund des Feiertags in der vergangenen Woche und des darauffolgenden Brückentags weniger Personen einen Arzt aufsuchen. Aus diesem Grund könnten die aktuellen Zahlen noch verzerrt sein.

Die Sieben-Tage-Inzidenz liegt am Montag bei 83,1 Neuinfektionen pro 100 000 Einwohner, diesen Wert hatte das RKI bereits am Sonntag gemeldet. In der Vorwoche lag die Inzidenz noch bei 119,1. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 64 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 54 Tote gewesen.

Corona in Deutschland: Panne in Impfzentrum in Köln sorgt für Ärger

Update vom 16. Mai, 18.17 Uhr: Ein Kölner Impfzentrum hat sich eine ordentliche Panne geleistet. Für mehrere Menschen waren für den 16. Mai Termine vergeben worden, um die zweite Impfdosis zu verabreichen. Dumm nur: Das betreffende Kölner Impfzentrum war am Sonntag geschlossen. „Es wurde Personal hingeschickt, um die Kontaktdaten aufzunehmen“, meinte eine Sprecherin der Stadt Köln zu dem Vorfall. Wie viele Personen letztlich trotz Impftermin vor verschlossenen Türen standen, war zunächst noch unklar. Allerdings versprachen die Verantwortlichen, an die Betroffenen so schnell wie möglich einen neuen Termin für ihre zweite Corona-Impfung zu vergeben.

Corona in Deutschland: Stiko erwartet Impfauffrischung im kommenden Jahr

Update vom 16. Mai, 11.25 Uhr: Die Impfkampagne nimmt in Deutschland immer weiter an Fahrt auf, doch Corona-Impfungen könnten in der Zukunft ein dauerhafter Bestandteil des Alltags werden. Die Ständige Impfkommission (Stiko) geht davon aus, dass Impfungen gegen das Coronavirus im kommenden Jahr aufgefrischt werden müssen. „Das Virus wird uns nicht wieder verlassen. Die aktuellen Corona-Impfungen werden deswegen nicht die letzten sein“, sagte der Stiko-Vorsitzende Thomas Mertens den Zeitungen der Funke Mediengruppe am Sonntag.

Wann genau eine Auffrischung des Impfschutzes gegen Covid-19 nötig sein könne, sei angesichts der Datenlage noch nicht klar, sagte Mertens weiter. „Wir müssen sicherlich noch einige Monate warten, um zu sehen, ob möglicherweise bei einzelnen Gruppen der Impfschutz bereits wieder nachlässt oder generell zu schwach war.“

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach rechnet damit, dass Corona-Schutzimpfungen in den kommenden Jahren zur Routine werden. „Ich gehe davon aus, dass die Immunität nach einer Impfung gegen Covid-19 rund sechs Monate hält. Die erste Auffrischung wird deshalb für einige bereits im Herbst fällig sein.“ Generell gelte: „Es wird mit Sicherheit nicht bei einer Auffrischung bleiben. Das Coronavirus und seine Mutanten werden uns noch auf absehbare Zeit beschäftigen. Wir werden in den nächsten Jahren regelmäßig gegen Covid-19 impfen müssen.“

Corona-Zahlen in Deutschland sinken unaufhörlich - doch nun warnt RKI vor Verzerrung

Update vom 16. Mai, 9.25 Uhr: Die Corona-Zahlen sinken seit Tagen stetig und auch am Sonntag meldet das Robert Koch-Institut einen vergleichsweise niedrigen Wert. In den vergangenen 24 Stunden wurden dem RKI durch die Gesundheitsämter in Deutschland rund 8500 Neuinfektionen gemeldet. Zum Vergleich: noch vor einer Woche hatte der Wert bei 12.656 Neuinfektionen gelegen.

Doch wie das RKI in seinem aktuellen Lagebericht erklärt, sind am Sonntag die Fallzahlen wie in jeder Woche niedriger, weil unter anderem am Wochenende weniger getestet wird. Doch in dieser Woche müsse auch der Feiertag vom 13. Mai berücksichtigt werden. Da an Feiertagen und den darauffolgenden Brückentagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, werden auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt. „Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Und auch die Sieben-Tage-Inzidenz sinkt stetig, laut RKI-Angaben lag sie am Sonntag bundesweit bei 83,1. Am Vortag wurde dieser mit 87,3 angegeben, in der Vorwoche mit 118,6. Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 71 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 127 Tote gewesen.

Lothar Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI) , warnt weiter vor dem Corona-Virus.

Corona in Deutschland: Gesundheitsexperte Lauterbach denkt, dass „die große Zeit der Pandemie vorbei ist“

Update vom 15. Mai, 18.38 Uhr: Wie geht es im Sommer weiter? Wird sich die Corona-Lage beruhigen? Wenn es nach SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach geht, dann ja: „Ich gehe davon aus, dass die große Zeit der Pandemie vorbei ist“, sagte Lauterbach am Samstag gegenüber t-online.de. Es gehe jetzt darum, „die Gesellschaft zu heilen.“ Trotzdem werde das Coronavirus Deutschland noch eine Weile begleiten.

Anders sieht das der Gesundheitsexperte der Grünen im Bundestag, Janosch Dahmen. Er warnte gegenüber n-tv, dass noch vor dem Sommer eine vierte Welle möglich sei, wenn sich die indische Variante stark ausbreite. Öffnungsschritte könnten dann gefährdet sein. Wenn sich der Impfstoff gegen Varianten als wirksam erweise, könne aber schon im Herbst die Maskenpflicht fallen. Voraussetzung sei wieder, dass genügend Menschen geimpft seien.

Corona in Deutschland: Urlaub möglich - Portugal öffnet Grenzen wieder für touristische Zwecke

Update vom 15. Mai, 15.51 Uhr: Gute Nachrichten für deutsche Urlauber, die im Sommer gerne Urlaub an der Atlantikküste machen wollen. Wie das nationale Innenministerium am Samstag bekannt gab, öffnet Portugal ab Montag seine Grenzen wieder für touristische Zwecke. Die Regelung gilt für alle EU-Länder, mit einer 14-Tage-Inzidenz von unter 500. Einreisende müssen jedoch weiterhin einen negativen PCR-Test bei der Einreise vorlegen, der nicht älter als 72 Stunden ist.

Corona in Deutschland: Spahn skizziert Öffnungsplan für den Sommer

Update vom 15. Mai, 12.05 Uhr: In Zeiten von sinkenden Inzidenzwerten und steigendem Impftempo hat Gesundheitsminister Spahn in einem Schreiben Vorschläge gemacht, wie die Öffnungen in den kommenden Wochen und Monaten aussehen könnten*. Der 40-Jährige wünscht sich wohl vor allem eine bundesweit einheitliche Linie und hofft, mit seinen Vorschlägen regionalen Alleingängen vorzugreifen.

Die übergeordnete Prämisse des Gesundheitsministers ist es, einen Großteil der Kontakte nach draußen zu verlagern. „Draußen ist es mindestens zehnmal so sicher wie drinnen“, zitiert die Süddeutsche Zeitung Spahn. Die Vorschläge des Ministers sehen demnach vor, alle Treffen, bei denen es möglich ist, im Freien abzuhalten. Deswegen soll bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 auch weiterhin nur die Außengastronomie öffnen dürfen. Die Innengastronomie soll ab einer Inzidenz von unter 50 folgen dürfen.

Auch private Treffen im Freien sollen bei einer Inzidenz zwischen 50 und 100 weiterhin auf zwei Haushalte beschränkt bleiben. Für Hotels und Kultureinrichtungen gilt es, die 7-Tage-Inzidenz von 50 zu unterschreiten, um die ersten Wiederöffnungsschritte gehen zu können. Der Gesundheitsminister spricht sich auch dafür aus, dass Geimpfte, Genesene und Getestete gleichgestellt behandelt werden sollen.

Corona: Großbritannien wegen Mutante wieder Risikogebiet - Neuer Impf-Rekord nach Wackel-Start

Update vom 14. Mai, 18.35 Uhr: Großbritannien ist wieder Risikogebiet. Das entschied das Robert-Koch-Institut aufgrund „des zumindest eingeschränkten Vorkommens“ der dort auftretenden Mutante B.1.617.2, die zuerst in Indien nachgewiesen worden war. Die gleiche Einstufung wurde für Nordirland, die Isle of Man, alle Kanalinseln und britischen Überseegebiete vorgenommen.

Während Nepal zum Virusvariantengebiet erklärt wurde, sind die Kanarischen Inseln kein Risikogebiet mehr. Außerdem wurden Bosnien und Herzegowina, Estland, Jordanien, der Kosovo, der Libanon, Nordmazedonien, die Palästinensischen Gebiete, Serbien, Sri Lanka und die Ukraine von Hochinzidenz- zu Risikogebieten herabgestuft. Wer nach einem Aufenthalt in einem der Länder nach Deutschland einreist, kann mit einem negativen Test die Quarantänepflicht umgehen.

Corona in Deutschland: Sachsen kündigt Aufhebung der Impfpriorisierung an

Update vom 14. Mai, 16.25 Uhr: Sachsen hat angekündigt, die Impfpriorisierung mit allen zugelassenen Impfstoffen in Arztpraxen ab dem 24. Mai aufzuheben. Damit können Ärzte ohne Bindung an die Impfverordnung frei entscheiden, welche Patienten sie zuerst impfen, teilte das sächsische Gesundheitsministerium am Freitag mit. Die Impfpriorisierung werde in den Impfzentren und bei den mobilen Teams jedoch beibehalten.

„Mit unserer Entscheidung wollen wir die Arztpraxen so weit wie möglich bei Organisation und Terminvergabe entlasten, damit sie mit größtmöglicher Flexibilität Impfungen vornehmen können“, erklärte Gesundheitsministerin Petra Köpping (SPD). Ärzte könnten sehr gut einschätzen, wer bevorzugt geimpft werden sollte. Köpping bat um Geduld, da noch nicht genug Impfstoff für alle zur Verfügung stehe.

Um die Impfungen in den Praxen zu beschleunigen rief das Ministerium dazu auf, nicht unbedingt notwendige Arztbesuche bis zu den Sommerferien zu vermeiden und Behandlungen zu verschieben. Dazu zählten insbesondere Routine-Kontrolluntersuchungen oder Besprechungen von Laborbefunden. Notfälle oder dringende Behandlungen würden weiterhin versorgt.

Auch andere Bundesländer hatten die Priorisierung in Arztpraxen für alle Impfstoffe bereits aufgehoben. In Baden-Württemberg und Berlin fällt sie ab Montag weg. Bayern plant eine Aufhebung im Laufe der nächsten Woche.

Corona in Deutschland: Hunderte Geimpfte nach vollständiger Impfung verstorben

Update vom 14. Mai, 14.20 Uhr: Die Impfkampagne nimmt in Deutschland immer weiter an Fahrt auf, zwischenzeitlich wurde nun sogar ein neuer Rekord aufgestellt (siehe Update von 11.30 Uhr). Doch einen kompletten Schutz vor einer Infektion mit dem tückischen Virus kann auch eine Impfung bislang nicht garantieren, vereinzelt infizieren sich vollständig Geimpfte trotzdem mit Corona. Nun liegen offizielle Zahlen vor, demnach wurden in Deutschland bislang rund 13.000 vollständig Geimpfte noch positiv auf das Coronavirus getestet.

Das entspricht bei insgesamt mehr als acht Millionen Zweitimpfungen etwa 0,16 Prozent. Es sei aber nicht klar, ob die Erkrankung bei vollem Impfschutz, also mehr als 14 Tage nach der zweiten Impfung, auftrat oder in den Tagen davor, erklärte das Gesundheitsministerium am Freitag. Bislang gehen Experten davon aus, dass ein voller Impfschutz erst rund zwei Wochen nach der zweiten verabreichen Impf-Dosis in Kraft tritt.

Nach der ersten Impfung wurden nach Daten des Gesundheitsministeriums rund 44.000 Covid-19-Fälle gemeldet. Das entspricht bei mehr als 28,5 Millionen Erstgeimpften etwa 0,15 Prozent. Und obwohl eine vollständige Impfung gegen das Coronavirus vor einem schweren Verlauf größtenteils schützen soll, starben nach offiziellen Angaben 662 zweifach Geimpfte und rund 2000 einfach Geimpfte.

Corona in Deutschland: Auch Berlin lockert Corona-Maßnahmen - Erste Details bekannt

Update vom 14. Mai, 12.30 Uhr: Nach einem langen und harten Corona-Winter dürfen sich Menschen in Deutschland aktuell immer häufiger über Lockerungen der Maßnahmen freuen. Und auch viele Berlinerinnen und Berliner haben schon lange
darauf gewartet, dass Cafés und Restaurants zumindest im Freien wieder Gäste bedienen dürfen. Am Dienstag hatte der Senat entsprechende Lockerungen für die Außengastronomie in Aussicht gestellt, am Freitag hat er sie nun nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur beschlossen - für die Zeit ab Freitag vor Pfingsten (21.5.).

Voraussetzung ist neben einem vor dem Hintergrund der anhaltenden Pandemie obligatorischen Hygienekonzept, dass die Sieben-Tage-Inzidenz bis dahin weiter stabil unter 100 liegt. Dann greift die Bundes-Notbremse nicht mehr, die solche Lockerungen bisher verbietet. Gäste müssen außerdem einen negativen Corona-Test nachweisen oder vollständigen Impfschutz haben. In den Innenräumen dürfen Gaststätten weiterhin keine Gäste bewirten. Für die Hotels in der Hauptstadt sind noch keine Öffnungsschritte geplant.

Am Freitag lag der Inzidenzwert in der Hauptstadt nach den Daten des Robert Koch-Instituts (RKI) bei 71,5, am Donnerstag bei 83,4 und zuletzt am Montag noch oberhalb der 100er-Marke.

Corona in Deutschland: Impf-Tempo nimmt rasant an Fahrt auf - Polizei beendet nächtliche Party

Update vom 14. Mai, 12.20 Uhr: Obwohl Deutschland sich mittlerweile vielerorts über Lockerungen der Maßnahmen freuen kann, muss sich die Bevölkerung jedoch noch immer an gewisse Regeln halten. An die Kontaktbeschränkungen halten wollte sich eine kleine Gruppe im Kreis Groß-Gerau jedoch nicht. Wie die Poizei nun erklärt, wurde eine nächtliche Feier in einem Park in Mörfelden-Walldorf beendet.

Anwohner verständigten am Mittwochabend die Beamten wegen lauten Gegröles aus dem Park. Im Park traf die Polizei demnach auf sechs Männer und Frauen im Alter zwischen 22 und 70 Jahren, von denen einige auch alkoholische Getränke konsumiert hätten. Es handelte sich bei dem Treffen um keine Familienfeier, wie ein Polizeisprecher mitteilte. Die Feiernden erhielten einen Platzverweis und müssen zudem mit Anzeigen wegen Verstößen gegen die derzeit geltenden Corona-Regeln rechnen.

Update vom 14. Mai, 11.30 Uhr: Das Impf-Tempo in Deutschland hatte bislang eher für negative Schlagzeilen gesorgt, doch nun verzeichnet Deutschland tatsächlich einen neuen Rekord. Wie das RKI am Freitag erklärt, wurden am Mittwoch, 12. Mai, so viele Menschen gegen das Coronavirus geimpft wie noch nie zuvor. Demnach wurden an dem Tag insgesamt 1.353.453 Impfspritzen gesetzt, an Christi Himmelfahrt waren es 408.260. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mitteilte, wurden damit an beiden Tagen zusammen fast zwei Prozent der deutschen Bevölkerung geimpft.

Damit seien 35,9 Prozent (29,8 Millionen) der Menschen in Deutschland mindestens einmal geimpft und 10,6 Prozent (8,8 Millionen) voll geschützt. Laut RKI hatte es vor dem neuen Tagesrekord in den vergangenen Wochen bereits drei Tage gegeben, an denen über eine Million Impfspritzen gesetzt wurden.

Corona in Deutschland: Inzidenz fällt unter 100 - RKI sorgt sich um Ausbreitung der neuen Indien-Mutante

Update vom 14. Mai, 9.50 Uhr: Mutanten gelten oftmals als besonders ansteckend, vor allem die britische Corona-Mutation sorgte in den vergangenen Monaten für stark steigende Fallzahlen und ein sich schneller ausbreitendes Infektionsgeschehen. Wie das Robert Koch-Institut in einem Bericht vom Mittwochabend erklärt, wird nun auch die in Indien entdeckte Corona-Variante immer häufiger in Deutschland registriert. Die neu als besorgniserregend eingestufte Mutante B.1.617 sei bisher nur in wenigen Proben nachgewiesen, „aber ihr Anteil stieg in den letzten Wochen stetig an“.

Ihr Anteil an den untersuchten Proben beträgt demnach weniger als zwei Prozent (Untervariante B.1617.1: 0,6 Prozent; B.1617.2: 0,9 Prozent). Das RKI betont, dass die absoluten Zahlen der Nachweise in der Woche vom 26. April bis 2. Mai lediglich im zweistelligen Bereich lägen: bei gut 30. Gleichzeitig werde jedoch keine Abschwächung der besonders ansteckenden Corona-Mutation aus Großbritannien registriert. Diese macht wie schon in den Vorwochen mehr als 90 Prozent der untersuchten Proben aus.

Die indische Variante wird seit kurzem von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) als besorgniserregend eingestuft.
Das RKI schreibt: Die Einstufung solcher Varianten erlaube eine verstärkte Überwachung, „beispielsweise durch gezielte
PCR-Untersuchung und Gesamtgenomsequenzierung im Rahmen der Coronavirus-Surveillanceverordnung (CorSurV)“.

Die indische Variante zeichnet sich laut RKI durch Mutationen aus, die mit einer reduzierten Wirksamkeit der Immunantwort in Verbindung gebracht werden. Erste Daten aus Laborexperimenten deuteten jedoch darauf hin, dass die Wirksamkeit von Impfstoffen „nicht substanziell beeinträchtigt“ sei, heißt es. Zudem gebe es Hinweise auf eine erhöhte Übertragbarkeit.

Corona in Deutschland: RKI meldet aktuelle Infektionszahlen

Update vom 14. Mai, 08.25 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland scheint sich beim Blick auf die aktuellen Zahlen zu entspannen. Wie das Robert-Koch-Institut am Freitag durch das Dashboard mitteilte, fiel die bundesweite Sieben-Tages-Inzidenz erstmals seit dem 20. März auf unter 100, der Wert lag am Freitagvormittag bei 96,5.

Zum Vergleich: Am Vortag lag diese bei 103,6, am Freitag zuvor lag der Wert noch bei 125,7. Zudem wurden binnen eines Tages 11.336 Neuinfektionen mit dem Coronavirus gemeldet, vor sieben Tagen lag der Wert bei 18.485 Neuinfektionen. Ebenfalls zurück gehen die Todeszahlen. Diese liegen nun deutlich unter dem Wert von vor einer Woche. Innerhalb von 24 Stunden wurden 190 Todesfälle registriert, während es vor sieben Tagen noch 284 waren. Der Sieben-Tage-R-Wert lag am Donnerstag bereits bei 0,87 - somit stecken 100 Personen sinnbildlich 87 weitere an. Bei einem Wert unter 1 nimmt das Infektionsgeschehen ab.

Corona-Lockerungen für alle? „Eine Frage von wenigen Wochen“ - Merkels Justizministerin schürt Sommer-Hoffnung

Erstmeldung vom 13. Mai:
Berlin - Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken weiter. Der positive Trend der vergangenen Tage setzt sich auch am Donnerstag fort. Insgesamt 17.419 Corona-Neuinfektionen haben die Gesundheitsämter dem Robert-Koch-Institut (RKI) innerhalb eines Tages gemeldet. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz lag am Donnerstagmorgen bei 103,6, vor einer Woche war der Wert mit 129,1 noch deutlich höher.

Corona in Deutschland: Zahlen sinken - Einige Bundesländer lockern die Maßnahmen

Mit den sinkenden Infektionszahlen wird auch der Ruf nach Lockerungen der Corona-Maßnahmen wieder lauter. Immer mehr Bundesländer setzen das bereits um. Baden-Württemberg will beispielsweise schon ab diesem Samstag (15. Mai) für Kreise, in denen die Inzidenz fünf Tage lang unter 100 liegt, die Regeln in der Gastronomie, im Tourismus und in der Freizeit entschärfen.

In Schleswig-Holstein sollen ab Montag (17. Mai) ebenfalls einige Corona-Regeln gelockert werden, insbesondere im Tourismus und der Gastronomie, bei Kontakten im Freien und bei Freizeitangeboten. Niedersachsen hat bereits am Montag (10. Mai) touristische Übernachtungen und Außengastronomie für Einwohner des eigenen Bundeslandes geöffnet.

In einigen Bundesländern wurden die Corona-Maßnahmen bereits gelockert und Biergärten haben geöffnet. (Symbolbild)

In weiteren Bundesländern sind Lockerungen zu Pfingsten geplant - so auch in Bayern. In Regionen mit stabilen Corona-Zahlen dürfen Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze und Jugendherbergen ab dem 21. Mai wieder öffnen. Tourismusbetriebe im Freistaat fordern allerdings eine von der Inzidenz unabhängige Öffnung für Geimpfte, Genesene und Menschen mit negativem Corona-Test.

Corona in Deutschland: Lambrecht erwartet schnelles Ende der Grundrechtseinschränkungen

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) erklärte mit Blick auf die Infektionszahlen und die Corona-Maßnahmen, sie erwarte ohnehin ein baldiges Ende der Grundrechtseinschränkungen für alle Menschen. „Ich möchte, dass es nun Veränderungen für uns alle gibt, nicht nur für Geimpfte und Genesene“, so Lambrecht gegenüber dem Handelsblatt. „Wir alle müssen Schritt für Schritt wieder die Möglichkeit bekommen, unsere Grundrechte wieder vollständig auszuüben“, forderte die SPD-Politikerin weiter.

Mit Blick auf die bereits beschlossenen Lockerungsschritte in einigen Bundesländern, sei dies „eine Frage von wenigen Wochen, teilweise auch nur von Tagen, aber ganz bestimmt nicht mehr von einem halben Jahr“, erklärte Lambrecht weiter. Allerdings warnte die Bundesjustizministerin vor vorschnellen Öffnungen, beispielsweise bei der Innengastronomie und Hotels. „Wir haben die Kontrolle über die Fallzahlen gerade erst zurückgewonnen und müssen weiterhin sehr vorsichtig sein“, mahnte Lambrecht.

Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) schürt Hoffnung auf ein schnelles Ende der Grundrechtseinschränkungen für alle Menschen.

Bereits am Mittwoch (12. Mai) erklärte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei einer Pressekonferenz in Berlin, mit den sinkenden Infektionszahlen und den Zahlen der Patienten auf den Intensivstationen gehe „alles in die richtige Richtung“. Es gelte nun aber, sehr aufzupassen, dass Zuversicht nicht zu Übermut werde und es kein Zuviel an Kontakten und Lockerungen gebe, so Spahns mahnende Worte. (ph/dpa/afp) *merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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