Diskussion nimmt Fahrt auf

Spahn und Lauterbach für stufenweises Ende der Maskenpflicht - Lehrerverband fordert „größtmögliche Vorsicht“

Die Forderungen nach einem Ende der Maskenpflicht in Deutschland werden lauter. Spahn und Lauterbach sind für schrittweise Lockerungen, der Lehrerverband bleibt skeptisch.

Berlin - Ist eine Maskenpflicht noch verhältnismäßig? Und wenn ja, wo? Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) rief die Länder dazu auf, diese Fragen angesichts der weiterhin sinkenden Coronavirus*-Zahlen zu klären. Insbesondere für Schüler sei die Maskenpflicht eine große Belastung, erklärte Lambrecht.

Die Diskussionen in Deutschland werden auch durch die weitgehende Aufhebung der Maskenpflicht in Dänemark angeheizt. Ab dem 14. Juni entfällt die Pflicht zum Tragen einer Maske in fast allen Bereichen des öffentlichen Lebens. Lediglich der öffentliche Nahverkehr stellt eine Ausnahme dar - allerdings auch nur, wenn man nicht sitzt.

Corona in Deutschland: Spahn für stufenweise Aufhebung der Maskenpflicht

Die Infektionslage mit dem Coronavirus scheint sich in Deutschland weiterhin zu entspannen. Am Montag (14. Juni) meldete das Robert-Koch-Institut (RKI)* erstmals seit rund acht Monaten weniger als 1000 tägliche Neuinfektionen*. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist inzwischen auf 16,6 gesunken. Angesichts der erfreulichen Entwicklung sprach sich auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine stufenweise Aufhebung der Maskenpflicht aus.

„Bei den fallenden Inzidenzen sollten wir gestuft vorgehen: In einem ersten Schritt kann die Maskenpflicht draußen grundsätzlich entfallen“, erklärte Spahn* den Zeitungen der Funke Mediengruppe vom Montag. In Regionen mit einer sehr niedrigen Inzidenz und einer hohen Impfquote könne die Maskenpflicht nach und nach auch drinnen aufgehoben werden. „Als Empfehlung bleibt in jedem Fall eine einfache Regel: im Zweifel mit Maske - besonders beim Reisen und bei Treffen in Innenräumen“, so der Gesundheitsminister.

Die Forderungen nach einem Ende der Maskenpflicht in Deutschland werden lauter. (Symbolbild)

Ende der Maskenpflicht in Deutschland: Lauterbach ebenfalls für schrittweise Lockerung

Auch SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sprach sich am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“ für ein schrittweises Ende der Maskenpflicht aus. Im Außenbereich sei diese für viele Bereiche nicht mehr sinnvoll und nicht mehr nötig. In Innenräumen bleibe die Maskenpflicht aber weiterhin sinnvoll, auch in Schulen. Lauterbach sieht allerdings auch drinnen Optionen für Erleichterungen. „In Gegenden, wo tatsächlich die Inzidenz einstellig ist, da kann man auch in den Innenräumen vorsichtig die Maskenpflicht lockern“, so der SPD-Gesundheitsexperte.

„Ein kompletter Verzicht auf die Maskenpflicht kurz vor der Impfung von Millionen ist nur eines: Wahlkampf mit der Gesundheit der Bürger“, stellte Lauterbach bereits am Sonntag (13. Juni) auf Twitter klar. Zuvor hatte unter anderem Bundestagsvizepräsident Wolfgang Kubicki (FDP) ein komplettes Ende der Maskenpflicht gefordert*. Bei einer dauerhaften Inzidenz unter 35 gebe es keine gesetzliche Grundlage für eine Aufrechterhaltung - „egal, ob in Innenräumen oder im Freien“, so der stellvertretende FDP- Vorsitzende gegenüber der dpa.

Ende der Maskenpflicht in Deutschland: Lehrerverband fordert „größtmögliche Vorsicht“

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil erklärte in einem Gespräch mit der Bild hingegen: „Ich glaube, es verlangt uns als Gesellschaft nicht viel ab, wenn wir jetzt im öffentlichen Nahverkehr, dort, wo wir wirklich auf Menschen treffen, wenn wir dort die Masken weiterhin tragen. Ich halte das für richtig.“ Abstandsregeln und die Maskenpflicht in Innenräumen seien weiterhin ein guter Schutz und die „geringste Zumutung“, sagte auch Markus Blume. „Ich kann nur davor warnen, so zu tun, als sei Corona* schon vorbei“, so der CSU-Generalsekretär.

Diese Ansicht vertritt auch Heinz-Peter Meidinger, der Präsident des Deutschen Lehrerverbandes. „Das Virus ist ja noch nicht von der Bildfläche verschwunden“, sagte er der dpa. Meidinger rief weiterhin zu „größtmöglicher Vorsicht“ auf - insbesondere während des Unterrichts. Maskenpflicht und regelmäßige Corona-Tests* sollten im auslaufenden Schuljahr daher bleiben. Das Tragen von Masken sei zwar eine Belastung für Lehrer und Schüler, „aber in der Gesamtabwägung warnen wir vor einer vorschnellen Abschaffung“, so der Präsident des Lehrerverbandes. (ph/dpa/afp) *Merkur.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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