News-Ticker zur Corona-Pandemie

Vierte Corona-Welle durch Delta-Variante? Minister denkt schon an neue Kontaktbeschränkungen 

 Zwei Frauen sitzen am Wasser im Cafe am Neuen See.
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Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken. Biergärten sind wieder gut befüllt.

Die Corona-Zahlen sind aktuell auf August-Niveau. Ein Bundesland verzeichnete keine einzige neue Infektion. Die Sorge vor der Delta-Variante wächst. Der News-Ticker.

  • Die Delta-Mutation besorgt Experten und Politiker (siehe Update vom 21. Juni, 16.50 Uhr).
  • Ein Bundesland verzeichnete keine neuen Corona-Infektionen (siehe Update vom 21. Juni, 11.30 Uhr).
  • Das RKI verzeichnet so niedrige Zahlen wie zuletzt im August (siehe Update vom 21. Juni, 7.10 Uhr).
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Pandemie wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 21. Juni, 16.50 Uhr: Die Corona-Fallzahlen sinken. Blickt man in andere europäische Länder, wird jedoch schnell klar: Die Gefahr ist nicht gebannt. Der Hintergrund? Die Delta-Variante. So wurden in Großbritannien die für den 21. Juni geplanten Lockerungen verschoben. Die portugiesische Hauptstadt Lissabon wurde am Wochenende (19. Juni) abgeriegelt. Mehr als 60 Prozent aller neu erfassten Corona-Infektionen waren auf die Mutation zurückzuführen (Stand: 20. Juni).

Bayerns Ministerpräsident Markus Söder gab indes eine düstere Delta-Prognose für den Monat Juli ab*. Ähnlich äußere sich Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier. „Ich rechne damit, dass die Delta-Varainte in einem Monat auch in Deutschland die vorherrschende Varainte ist“; sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. Des Weiteren könne man nicht ausschließen, dass Menschen infiziert aus dem Sommerurlaub zurückkehren. Zudem stelle sich die Frage, wie Corona-Impfstoffe auf die Mutation wirken. Von den Antworten auf diese Fragen hänge ab, „ob wir eine vierte Welle bekommen und wieder zu Kontaktbeschränkungen zurückkehren. Ausschließen können wir das nicht.“

Zuvor hatte bereits Weltärztechef Ulrich Montgomery vor der Virus-Mutante gewarnt. „Das Tückische bei dieser Variante ist, dass Infizierte sehr schnell eine sehr hohe Viruslast im Rachen haben und damit andere anstecken können, bevor sie überhaupt merken, dass sie sich infiziert haben“, sagte er. Weitere Virus-Experten gaben eine Einschätzung zur Delta-Variante* und einer möglichen vierten Welle.

Um eine vierte Welle zu verhindern, will man auch gegen sogenannte „Impfschwänzer“* vorgehen. Es stehen bereits Strafen im Raum, schreibt die Kreiszeitung.

Coronavirus: Bundesland meldet keine einzige Neuinfektion

Update vom 21. Juni, 11.30 Uhr: Nur noch drei Regionen in Deutschland liegen über einer Sieben-Tage-Inzidenz von 35. Hierzu zählen:

  • Zweibrücke (Rheinland-Pfalz): 43,9
  • Schweinfurt (Bayern): 41,2
  • Unstrut-Hainich (Thüringen): 35,2.

Indes verzeichnete Schleswig-Holstein keine einzige Corona-Neuinfektion und keinen neuen Covid-19-Todesfall innerhalb von 24 Stunden. Die Zahl der Menschen, die sich aufgrund einer Corona-Infektion im Krankenhaus befinden, veränderte sich nicht. Sie liegt weiterhin bei 37, wie die Landesmeldestelle in Kiel auf ihrer Webseite informierte (Stand: 20. Juli 2021).

Corona: RKI-Zahlen überraschend auf August-Niveau

Update vom 21. Juni, 7.10 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland entspannt sich auch am Montag, 21. Juni 2021. Das RKI meldet bereits seit Wochen rückläufige Zahlen, doch nun erreicht der Wert der Neuinfektionen das Niveau vom vergangenen August.

Ein Blick auf die Zahlen des vergangenen Jahres zeigt: die aktuellen Infektionszahlen sind so niedrig wie seit August nicht mehr. Erstmals seit zehn Monaten haben die Gesundheitsämter weniger als 500 Neuinfektionen binnen eines Tages an das Robert
Koch-Institut gemeldet. So registrierte das RKI 346 neue Fälle, wie aus den Zahlen vom Montagmorgen hervorgeht.

Corona in Deutschland: Sind die aktuellen Zahlen aussagekräftig?

Zuletzt hatte die Zahl der Neuinfektionen pro Tag am 10. August mit 436 unter der Schwelle von 500 gelegen. Eine kleine Schwachstelle könnte die Interpretation der Zahlen trotzdem haben. Denn Montags sind die vom RKI gemeldeten Fallzahlen meist niedriger, unter anderem weil am Wochenende weniger getestet wird. Zum Vergleich: vor einer Woche hatte der Wert bei 549 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Montagmorgen mit bundesweit 8,6 an (Vortag: 8,8; Vorwoche: 16,6; Vormonat: 67,3).

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden zehn neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es ebenfalls zehn Tote gewesen.

Update vom 20. Juni, 22.15 Uhr: Brandenburgs Bildungsministerin Britta Ernst (SPD), gleichzeitig Präsidentin der Kultusministerkonferenz (KMK), hat sich gegen frühzeitige Festlegungen auf weitere Einschränkungen des Regelbetriebs in den Schulen nach den Sommerferien ausgesprochen. „Die KMK hat für Präsenzunterricht plädiert, und das sollte nicht vorzeitig in Frage gestellt werden“, erklärte Ernst dem Tagesspiegel.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte am Samstag angekündigt, dass Corona-Maßnahmen in den Schulen noch längere Zeit aufrechterhalten werden müssten. Im Herbst und Winter würden trotz derzeit sehr niedriger Inzidenzwerte voraussichtlich nach wie vor Corona-Maßnahmen wie Maskenpflicht oder auch Wechselunterricht notwendig sein.

Corona in Deutschland: „Wir können jetzt lockern“ - Spahn fordert Balance

Update vom 20. Juni, 21.15 Uhr: „Wir können jetzt lockern“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn am Sonntagabend in der ARD-Sendung „Bericht aus Berlin“. Die Stimmung dürfe aber nicht zu Übermut führen. „Also: Zuversicht für den Sommer, aber eben auch Vorsicht vor allem dann auch Richtung Herbst und Winter“, forderte der Gesundheitsminister. Es gehe in der derzeitigen Phase der Corona-Pandemie auch mit Blick auf die Delta-Variante darum, die richtige Balance zu finden.

Mit Blick auf Kinder und Jugendliche sagte Spahn: „Unser Ziel sollte sein, so viel Normalität wie möglich nach den Ferien auch für die Schulen, aber eben auch so viel Sicherheit wie möglich.“ Eine Möglichkeit dabei seien Corona-Impfungen für Kinder ab zwölf Jahren. „Wir können bis Ende August, jedem über 12-Jährigen, der geimpft werden will, mindestens die erste Impfung angeboten haben“, versprach der Gesundheitsminister. Für alle Nicht-Geimpften brauche es auch weiterhin mindestens regelmäßige Corona-Tests.

Corona in Deutschland: Mehr als 22 Millionen digitale Impfpässe ausgestellt

Update vom 20. Juni, 18.15 Uhr: In Deutschland wurden bereits 22,3 Millionen digitale Impfpässe ausgestellt, wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Sonntag via Twitter mitteilte. Die Zertifikate wurden an frisch Geimpfte in Impfzentren und Arztpraxen, aber auch an bereits Geimpfte nachträglich in den Apotheken und in einigen Bundesländern per Post ausgestellt.

Seit einer Woche stellen viele Apotheken digitale Impfpässe für Menschen aus, die diese noch nicht direkt bei der Corona-Impfung bekommen haben. Bis Ende Juni soll das digitale Impfzertifikat allen, die es wollen, über Arztpraxen, Impfzentren und Apotheken zur Verfügung stehen. Geimpfte können ihr Zertifikat, etwa bei einer Reise, in Form eines QR-Codes auf dem Smartphone vorzeigen.

Dazu muss entweder die CovPass-App oder die Corona-Warn-App heruntergeladen werden. Eine elektronische Plattform der EU für die Überprüfung von Impfzertifikaten soll am 1. Juli europaweit starten. Wer kein Smartphone hat oder dieses nicht für den Impfnachweis nutzen will, kann sich das Zertifikat mit dem QR-Code auch ausdrucken lassen. Auch mit dem gelben Impfheft oder ärztlicher Bestätigung ist ein Nachweis des Impfstatus weiterhin möglich.

Corona in Deutschland: Verdacht auf Delta-Variante? Testung von 150 Personen in Dresden

Update vom 20. Juni, 15.21 Uhr: Delta-Hotspot in Wohnhaus? In Dresden müssen die Bewohner eines Wohnhauses zum Test. Etwa 150 Personen sind betroffen, teilt die Stadt am Samstag mit. Drei Familien seien positiv auf Corona getestet worden. Bei vier der zehn Infizierten sei bereits die als besonders ansteckende Delta-Variante nachgewiesen worden. Auch mehrere Kinder sind unter den positiv Getesteten. Deswegen wurde für deren Kontaktpersonen - Kinder und Mitarbeiter - aus einer Kita und fünf Schulen Quarantäne angeordnet.

Corona: Bund will FFP2-Masken speziell für Kinder einführen

Update vom 20. Juni, 13.53 Uhr: Die Bundesregierung will jetzt auch FFP2-Masken speziell für Kinder einführen. Die Bundesregierung sehe „angesichts des fortgesetzten Pandemiegeschehens einen Bedarf für geeignete Kindermasken zum Zweck des Infektionsschutzes“, heißt es in einer Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Anfrage der Grünen-Fraktion, die der Nachrichtenagentur AFP am Sonntag vorliegt.

Im Einvernehmen mit dem Bundesgesundheitsministerium habe das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) deshalb „die Normung einer Infektionsschutzmaske“ beim Deutschen Institut für Normung initiiert, die auch Masken in Kindergrößen berücksichtigen solle, heißt es weiter.

Die verbraucherpolitische Sprecherin der Grünen-Fraktion, Tabea Rößner, nannte es ein „Armutszeugnis, dass nach 16 Monaten Corona-Pandemie noch immer keine spezifischen FFP2-Masken für Kinder auf dem Markt verfügbar sind“. „Beim gezielten Schutz der Kinder hat die Bundesregierung hier versagt“, kritisierte die Grünen-Politikerin.

Zahl der Covid-Intensivpatienten sinkt weiter

Update vom 20. Juni, 13.29 Uhr: Die Zahl der Covid-19-Patienten auf den Intensivstationen in Deutschland ist weiter rückläufig. Laut DIVI-Register werden 926 Corona-Fälle intensivmedizinisch behandelt, davon müssen 638 künstlich beatmet werden. Insgesamt 34 weniger als am Vortag.

Corona in Deutschland: Inzidenz bei acht Kreisen unter Null - Bund will sich Einreisebeschränkungen verlängern

Erstmeldung vom 20. Juni 2021

Berlin - Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldet 842 Corona-Neuinfektionen und 16 Todesfälle binnen eines Tages. Das geht aus den Daten des RKI-Dashboards vom Sonntagmorgen hervor. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 1489 Ansteckungen gelegen. Die 7-Tage-Inzidenz gibt das RKI am Sonntagmorgen mit bundesweit 8,8 an (Vortag: 9,3; Vorwoche: 17,3).

  • 3.721.981 Menschen in Deutschland haben sich seit Beginn der Pandemie nachweislich mit Corona infiziert.
  • 90.385 Todesfälle in Verbindung mit einer Sars-CoV-2-Infektion wurden bislang verzeichnet.
  • Die Zahl der Genesenen gibt das RKI mit 3.603.000 an. Demnach gibt es etwa 1.000 aktive Corona-Fälle in Deutschland.

Corona: Kein Kreis mehr über 50er-Inzidenz

Die Corona-Lage in Deutschland entspannt sich. Es gibt keinen Kreis mehr mit einer Inzidenz über 50, nach RKI-Angaben. Dies ist nun erstmals wieder seit dem 6. September 2020 der Fall. Am Vortag lag noch Schweinfurt (41,2) mit 52,4 darüber. Acht Kreise liegen unter Null - sind damit „Corona-frei“.

  • Landkreis Dithmarschen
  • Landkreis Golsar
  • Landkreis Lüchow-Dannenberg
  • Landkreis Vogelsbergkreis
  • Landkreis Südwestpfalz
  • Stadtkreis Straubing
  • Landkreis Rostock
  • Stadtkreis Dessau-Roßlau

Corona: Bund will Regeln für Einreisebeschränkungen verlängern

Einreisebeschränkungen in Deutschland sind wohl noch weiter geplant. Wie die Welt am Sonntag berichtet, sollen die von Gesundheitsminister Spahn per Verordnung festgelegten Einreisebedingungen auch nach dem Ende der Corona-Pandemie in Deutschland weitergelten können. Noch vor der Sommerpause planen demnach Union und SPD eine entsprechende Änderung des Infektionsschutzgesetzes.

„Wir wollen nächste Woche beschließen, dass Einreisebedingungen, die von Gesundheitsminister Jens Spahn per Verordnung festgelegt wurden, weitergelten können, auch wenn die epidemische Lage von nationaler Tragweite nicht mehr besteht“, sagte der rechtspolitische Sprecher der SPD-Fraktion, Johannes Fechner der Welt. Betroffen davon könnten demnach Beförderungsverbote aus Virusvariantengebieten sein sowie Test- und Quarantänepflicht bei der Einreise.

Die FDP-Gesundheitspolitikerin Aschenberg-Dugnus kritisierte die Pläne. Es existiere kein parlamentarischer Kontrollmechanismus, sagte. Auch die Grünen fordern bei Verordnungen, die in Grundrechte eingreifen, eine Zustimmung des Bundestags. (ml) *tz.de, Merkur.de und Kreiszeitung.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA

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