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Corona in Deutschland: Erstes Bundesland streicht Priorisierung für alle Impfstoffe in Arztpraxen

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Von: Kai Hartwig

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Das erste Bundesland gibt Hausärzten bei allen Impfstoffen freie Hand. In Braunschweig ereignete sich ein unschöner Vorfall mit einem Maskenverweigerer. Der News-Ticker.

Update vom 11. Mai, 22.52 Uhr: In Baden-Württemberg dürfen niedergelassene Ärzt:innen ab dem 17. Mai selbst entscheiden, wem sie welchen Corona-Impfstoff verabreichen. Die Priorisierung soll in Hausarztpraxen für alle Vakzine aufgehoben werden. Den gemeinsamen Beschluss des Sozialministeriums und der Kassenärztlichen Vereinigung Baden-Württemberg bestätigte das Ministerium der „Stuttgarter Zeitung“ und den „Stuttgarter Nachrichten“ (Mittwoch).

Die Mediziner:innen können ab kommenden Montag alle Personen über 16 beziehungsweise 18 Jahren impfen, sofern Impfstoff verfügbar ist. Zugleich werde in den Impfzentren die gesamte in der Corona-Impfverordnung aufgeführte Prioritätengruppe 3 geöffnet, hieß es weiter.

Infektionszahlen gehen zurück - Maskenverweigerer attackiert Bahn-Mitarbeiter

Update vom 11. Mai, 14.56 Uhr: Ein Maskenverweigerer hat zwei 52 und 57 Jahre alte Bahn-Mitarbeiter mit Faustschlägen angegriffen, als diese ihn aus dem Hauptbahnhof Braunschweig bringen wollten. Weil der Verlust seines Augenlichtes drohte, sei der 57-Jährige nach der Attacke am Sonntagabend in die Medizinische Hochschule Hannover gebracht worden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei am Dienstag.

Wie es dem im Gesicht Verletzten aktuell gehe, sei ihm nicht bekannt. Der 21 Jahre alte Angreifer hatte den Ermittlungen zufolge zunächst keine Maske getragen und im Bahnhof Frauen belästigt. Als die Sicherheitskräfte ihm Hausverbot erteilt hatten und dieses durchsetzen wollten, soll er sie angegriffen haben. Bundespolizisten nahmen den 21-Jährigen fest und ordneten eine Blutprobe an. Zudem wurde ein Ermittlungsverfahren wegen schwerer Körperverletzung eingeleitet. 

Mitarbeiter von DB Sicherheit und Beamte der Bundespolizei laufen an einem ICE entlang.
Nach dem ein 21-Jähriger im Braunschweiger Hauptbahnhof Bahnmitarbeiter angegriffen hatte, wurde er von der Bundespolizei vorläufig festgenommen. (Symbolbild) © Martin Schutt/dpa

Corona in Deutschland: Spahn erklärt - bis zu sechs Millionen über 60-Jährige ohne Impfung

Update vom 11. Mai, 12.43 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn rechnet noch mit fünf bis sechs Millionen über 60-Jährigen, die in den kommenden zwei, drei Wochen geimpft werden müssen. Zweidrittel dieser Altersgruppe seien bereits geimpft, man müsse aber damit rechnen, dass sich nicht alle Personen impfen lassen wollten, sagte Spahn im Deutschlandfunk. Die 60-70-Jährigen gehören zur Impfpriorisierungsgruppe 3.

Laut Angaben vom Montag sind in Deutschland mittlerweile 32,3 Prozent erstgeimpft. 9,4 Prozent haben auch die zweite Spritze erhalten.

Corona in Deutschland: 6125 Neuinfektionen - weniger als vor sieben Tagen

Update vom 11. Mai, 10.11 Uhr: Wie das Robert-Koch-Institut am Dienstagmorgen bekannt gab, wurden binnen eines Tages 6125 Corona-Neuinfektionen bei den Gesundheitsämtern gemeldet, vor einer Woche lag der Wert noch bei 7534. Der bundesweite Inzidenzwert sinkt somit weiter und liegt derzeit bei 115,4, in der Vorwoche lag er bei 141,1.

Zudem wurden 283 neue Todesfälle gemeldet, was ebenfalls einen Rückgang im Vergleich zur vergangenen Woche bedeutet, vor sieben Tagen waren es 315 Tote. Damit stieg die Gesamtzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer Corona-Infektion gestorben sind, auf 85.112.

Corona in Deutschland: Reproduktionszahl bleibt unter 1

Update vom 10. Mai, 20.54 Uhr: Die Reproduktionszahl in Deutschland bleibt stabil - unter 1. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Montagabend bei 0,88 (Vortag: 0,90). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 88 weitere Menschen anstecken.

Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona-News: Österreich öffnet! Jubel-Nachricht für deutsche Urlauber

Update vom 10. Mai, 15.12 Uhr: Auch bei Deutschlands österreichischen Nachbarn werden die Corona-Maßnahmen deutlich gelockert. Kanzler Sebastian Kurz verkündete bei einer Pressekonferenz, dass sein Land erstmals seit Oktober unter 1000 Neuinfizierte pro Tag zu verzeichnen hatte. Im Bundesland Vorarlberg habe man zudem die Impfung der Menschen im Alter von über 50 Jahren abgeschlossen. Dort sei eine „Durchimpfungsrate von 68 Prozent“ erreicht worden. Man plane ab dem 19. Mai „in ganz Österreich und allen Branchen“ Lockerungen. Die Strategie mit Massentests und regional abgestuften Beschränkungen habe gewirkt, sagte Kurz. „Wir haben jetzt sogar niedrigere Ansteckungszahlen als in Deutschland, obwohl Deutschland sehr, sehr viel länger in einem harten Lockdown verharrt ist“, sagte der konservative Kanzler im Hinblick auf die deutsche Inzidenz von 119.

Am 19. Mai endet nicht nur der Lockdown für viele Wirtschaftszweige, sondern auch die Quarantänepflicht für Urlauber aus Ländern mit niedriger Ansteckungsrate - dazu zählt auch Deutschland.

Außerdem wird der „Grünen Pass“ in Österreich eingeführt. Der soll vollständig geimpften, getesteten und genesenen Personen den Zutritt zu Gastronomie, Tourismus oder Sport garantieren. Als Eintrittskarte für Hotels, Sportanlagen und Bühnen gilt, neben einem Impfzertifikat, auch ein negatives Testergebnis oder der Nachweis auf eine abgeschlossene Covid-Erkrankung.

Auch der Regelunterricht in Schulen startet ab 17. Mai wieder. In der Alpenrepublik fallen darüber hinaus die Ausgangssperren weg. Menschen dürfen sich an der frischen Luft in Gruppen von bis zu 10 Erwachsenen plus deren Kindern treffen.

Abstandsregeln, Gästeregistrierung und Masken sollen die Lockerungen in vielen Bereichen zusätzlich absichern.

Corona in Deutschland: Mann klaut mehrere Impfdosen aus Impfzentrum

Update vom 10. Mai, 13.40 Uhr: Bei seinem eigenen Impf-Termin hat ein Mann in Soest offenbar gleich einen Vorrat mitgehen lassen. Die Kreispolizei sucht nun nach dem Dieb. Er soll am Samstag sechs vorgefertigte Impfspritzen des Pharmaherstellers Moderna sowie zwölf zugehörige Aufkleber in einem Impfzentrum mitgenommen haben.

Demnach befand sich der Mann zunächst für seine eigene Impfung mit einer Mitarbeiterin in einer der dafür vorgesehenen Kabinen. Danach habe er das Gebäude verlassen, ohne die vorgesehene Beobachtungszeit einzuhalten. Als der Diebstahl auffiel, entfernte sich der Mann den Angaben zufolge „im Laufschritt“ über den Parkplatz des Impfzentrums. Die Polizei bat um Hinweise.

Update vom 10. Mai, 13.31 Uhr: Frohe Kunde für Schleswig-Holstein: Deutschlands nördlichstes Bundesland bekommt aus Dänemark 55.000 Impfdosen von AstraZeneca. Ministerpräsident Daniel Günther nahm diese am Montag entgegen. Die dänischen Nachbarn haben derzeit keine Verwendung für die Dosen und gaben sie deshalb weiter. „Das ist ein Tag der großen Freude“, meinte Günther. Das Bundesland werde eine gleiche Menge des AstraZeneca-Impfstoffs später an Dänemark zurückgeben. Dies soll bis zum 7. Juli geschehen.

In Dänemark ist die Verabreichung des Corona-Impfstoffs des britisch-schwedischen Unternehmens momentan ausgesetzt. Der schleswig-holsteinische Landesvater erklärte dagegen, sich auch mit AstraZeneca impfen lassen zu wollen. Günther gab an, bereits mit seinem Hausarzt gesprochen zu haben. Ihn würde es freuen, so der CDU-Politiker, wenn möglichst viele Bürger seinem Beispiel folgen. „Denn je mehr Fahrt die Impfkampagne aufnimmt, desto besser.“

Corona in Deutschland: Spahn warnt vor „politischem Wettbewerb der Lockerungen“

Update vom 10. Mai, 12.09 Uhr: In einigen Bundesländern stehen Lockerungen unmittelbar bevor. Nach Angaben von Sozialsenatorin Melanie Leonhard wird auch Hamburg die Corona-Notbremse ab Mittwoch aufheben. Dies tue man, weil die Sieben-Tage-Inzidenz der Neuinfektionen seit fünf Tagen unter 100 liege.

Unterdessen mahnte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn zur Umsicht: „Es darf keinen politischen Wettbewerb der Lockerungen geben. Wir lockern gerade bei deutlich höheren Inzidenzen als Länder mit deutlich höherer Impfquote. Es darf aus Zuversicht kein Übermut werden.“ Am Sonntag hatte sich auch Wirtschaftsminister Peter Altmaier für ein gemeinsames Vorgehen eingesetzt. „Ich würde es für richtig halten, dass wir uns mit Bund und Ländern gemeinsam darauf verständigen. Und dass wir Schritt für Schritt die Öffnungen machen, und zwar so, dass im Sommer auch Urlaub in Deutschland möglich ist“, meinte der CDU-Politiker im ARD-„Bericht aus Berlin“. „Wir reden mit den Ländern und versuchen, ein einheitliches Vorgehen zu
erreichen.“

Corona in Deutschland: Spahn hebt Priorisierung bei Johnson & Johnson-Impfstoff auf

Update vom 10. Mai, 11.10 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Johnson & Johnson wird in Deutschland ab sofort für alle Altersgruppen freigegeben. Bundesgesundheitsminister Spahn gab am Montagmorgen während einer Pressekonferenz bekannt, dass der Wirkstoff vorwiegend für über 60-Jährige empfohlen werde. Doch auch jüngere Menschen können sich freiwillig mit Johnson & Johnson impfen lassen, das Serum soll laut Spahn „nach ärztlicher Empfehlung und individueller Entscheidung jedem zugänglich“ gemacht werden.

Gesundheitsminister Jens Spahn verkündet die Freigabe von Johnson & Johnson ohne Impf-Priorisierung
Gesundheitsminister Jens Spahn verkündete die Freigabe von Johnson & Johnson ohne Impf-Priorisierung. © Jessica Hill/Kay Nietfeld/dpa

Nach Angaben des Gesundheitsministers wurden bisher von den 450.000 an Deutschland ausgelieferten Dosen Johnson & Johnson nur wenige verimpft. In den Monaten Juni und Juli sollen über zehn Millionen weitere Dosen geliefert werden, führte Spahn weiter aus. Schreite die Impfkampagne weiter voran, wie in den letzten Wochen, könnte bis dahin die überwiegende Mehrheit der 60-Jährigen geimpft oder mit einem Impftermin versorgt sein. Dann werde Johnson & Johnson auch für jüngere Menschen eine Option, befand Spahn.

Corona in Deutschland: Spahn verkündet Impfstoff-Hammer - Johnson & Johnson für alle zugänglich

Update vom 10. Mai, 10.18 Uhr: Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) verkündet am Montagmorgen die Freigabe des Impfstoffs Johnson & Johnson in Deutschland für Menschen – die Empfehlung erfolgt vorrangig für Menschen über 60 Jahren. Für Menschen unter dieser Altersgrenze soll der Impfstoff auf freiwilliger Basis jedoch auch zur Verfügung stehen, so Jens Spahn. Damit ist Johnson & Johnson für alle Altersgruppen freigegeben - und der erste Impfstoff der ohne direkt ohne Impf-Priorisierung freigegeben wird.

Man habe aus den Erfahrungen aus den Debatten um Astrazeneca gelernt und wolle das Hin und Her bei dem Vektorimpfstoff Johnson & Johnson nicht wiederholen. „Die Lage wirkt aktuell entspannter, als sie ist“, so Spahn. Dazu trage sicherlich das gute Wetter bei. „Draußen ist echt ein deutlich geringeres Risiko“, kommentiert Spahn die Lockerungen bei einer Inzidenz unter 100. Dennoch warnt der Gesundheitsminister. Öffnungen sollen laut Spahn „stark testgestützt“ vorgenommen werden, insbesondere bei möglichen Reisen.

Doch die Impfstoffe gelten weiterhin als Grundlage für eine Rückkehr zu etwas Normalität. Johnson & Johnson solle nun „pragmatisch, aber wie gesagt nach ärztlicher Empfehlung und individueller Entscheidung jedem zugänglich“ gemacht werden. Ein Vorteil des Impfstoffs Johnson & Johnson - eine Impfdosis soll hier ausreichen um einen ausreichenden und mit den anderen Impfstoffen vergleichbaren Schutz vor dem Coronavirus zu erlangen.

Nach ärztlicher Aufklärung können sich also auch Jüngere dafür entscheiden, beschlossen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern. Dennoch werde die Thrombosen-Gefahr bei den Vektorimpfstoffen weiterhin ernst genommen. Die Nebenwirkungen werden vom Paul-Ehrlich-Institut intensiv beobachtet und untersucht. Auch das sei eine Erfahrung aus den Debatten um Astrazeneca, so Spahn: „Deutschland hat ein gutes System zur Überwachung von Nebenwirkungen.“

Corona in Deutschland: Drosten macht Sommer-Hoffnung - Impf-Effekt „zum Juni“

Erstmeldung vom 10. Mai: München - Seit mehreren Tagen gehen deutschlandweit die Zahlen der Corona-Neuinfektionen nach unten. Die dritte Welle der Sars-CoV-2-Pandemie scheint sich abzuschwächen. Parallel dazu kommt die Impf-Kampagne endlich voran. Doch nach Ansicht des Virologen Christian Drosten besteht derzeit kein direkter Zusammenhang zwischen sinkenden Infektionszahlen und steigenden Impfungen.

Dafür macht der Wissenschaftler Hoffnung auf einen schönen Sommer. Drosten prognostizierte im ZDF, dass ab Juni der Impf-Effekt seine Wirkung zeigen werde. „Der Sommer kann ganz gut werden in Deutschland. Ich denke, dass wir zum Juni hin erstmalig Effekte sehen, die der Impfung zuzuschreiben sind“, meinte der Virologe.

Corona in Deutschland: Sinkende Zahlen dank verantwortungsbewusster Bevölkerung

Dass der Verlauf der Corona-Pandemie aktuell eine positive Richtung einschlägt, verdanke man „wahrscheinlich“ dem verantwortungsbewussten Verhalten der Bevölkerung, so Drosten weiter. Für euphorische Reaktionen sei es allerdings noch zu früh, befand der Direktor des Instituts für Virologie an der Berliner Charité: „Wir müssen länger warten, weil wir noch nicht so weit sind mit unserem Impffortschritt.“

Als Gradmesser nannte Drosten Großbritannien. Erst wenn Deutschland eine ähnliche Impfquote wie die Briten erreicht habe, seien größere Lockerungen wieder möglich. Großbritannien hat bereits mehr als die Hälfte seiner Gesamtbevölkerung geimpft. In Deutschland wurden bislang rund 32 Prozent erstmals und erst knapp zehn Prozent vollständig mit der Impfung versorgt.

Corona in Deutschland: Drosten glaubt an Herdenimmunität durch Impfungen bis Herbst

Drosten gab an, mit einer Herdenimmunität in Deutschland ab Herbst zu rechnen. Man werde die Krankheit zwar nicht gänzlich ausmerzen, jedoch eine unkontrollierte Verbreitung verhindern können. Dazu braucht es laut Drosten „eine sehr hohe Impfquote“ unter den erwachsenen Bundesbürgern.

Zudem helfe ungemein, „dass wir jetzt die über zwölfjährigen Kinder impfen können“, sagte Drosten. Der Corona-Impfstoffhersteller Biontech/Pfizer hatte die Zulassung seines Serums für Kinder und Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren bei der europäischen Zulassungsbehörde EMA schon beantragt. (kh)

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