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Drosten: „Omikron wird vermutlich ab Januar in Deutschland ein Problem“

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Von: Tom Offinger, Luisa Billmayer

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Das RKI meldet erstmals seit Februar mehr als 500 Tote binnen 24 Stunden. Virologe Drosten äußert sich besorgt über Omikron-Variante. Deutsche Bahn verschärft 3-G-Kontrollen im Nahverkehr. Der News-Ticker zum Mitlesen.

Update vom 8. Dezember, 7.08 Uhr: Der Berliner Top-Virologe Christian Drosten hat keine guten Nachrichten für Deutschland. Die Corona-Pandemie könnte sich noch länger hinziehen, schätzt Drosten im neuen NDR-Podcast „Coronavirus-Update“.  Der weitere Verlauf hängt aus seiner Sicht stark von der Ausbreitung der Virusvariante Omikron ab. In Südafrika seien die Zuwachsraten trotz des dort einsetzenden Sommers hoch. „Und darum würde ich im Moment auch nicht sagen, bis Ostern ist in Deutschland die Pandemie vorbei, wenn Omikron übernimmt“, sagte der Wissenschaftler von der Berliner Charité.

„Ich denke, ab Januar werden wir mit Omikron in Deutschland ein Problem haben“, sagte Drosten. Die Variante werde wahrscheinlich die Anpassung der vorhandenen Impfstoffe nötig machen.  Bisher seien ihm hierzulande aus dem Austausch mit Kollegen ungefähr 25 bis 30 Omikron-Fälle bekannt. Die Zahl sei nicht vollständig und werde rasch zunehmen. Das Virus scheine „extrem verbreitungsfähig“ zu sein. 

Charité-Virologe Christian Drosten.
Charité-Virologe Christian Drosten. © Christophe Gateau/dpa

Nach Einschätzung des Corona-Experten könnte ab dem zweiten Quartal 2022 womöglich eine neue Generation angepasster Impfstoffe verwendet werden. Hersteller hatten Arbeiten zur Anpassung an Omikron angekündigt. Die Variante weist zahlreiche Mutationen an kritischen Stellen auf. Es sei zu befürchten, dass Omikron für Ungeimpfte „nicht harmlos“ sei, sagte Drosten. Man dürfe wegen Berichten über milde Verläufe in Südafrika nicht in Euphorie verfallen: Dort seien die meisten Menschen schon mit Sars-2-Coronavirus infiziert gewesen.

RKI meldet erstmals seit Februar mehr als 500 Tote binnen 24 Stunden

Update vom 8. Dezember, 6.28 Uhr: Mehr als 500 Menschen starben in den vergangenen 24 Stunden mit oder an Corona. Erstmals seit Februar hat das Robert-Koch-Institut (RKI) so viele Todesfälle - 527 - verzeichnet. In Deutschland sind seit Beginn Pandemie 104.047 Corona-Tote registriert worden.

69.601 Corona-Neuinfektionen sind von den Gesundheitsämtern an das RKI gemeldet worden. Allerdings gehen Experten von verzerrten Daten aus. In einzelnen Regionen kommen Gesundheitsämter und Kliniken mit dem Melden der positiven Corona-Tests nicht mehr hinterher. In Sachsen hatte es technische Probleme beim Übermitteln der Zahlen gegeben.

Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut RKI bei 427. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 442,9 (Vormonat: 201,1).

Corona in Deutschland - gute Nachricht für Skigebiete

Update vom 7. Dezember, 14.20 Uhr: In bayerischen Bergbahnen fällt die 2G-Plus-Regel. Staatskanzleichef Florian Herrmann (CSU) und Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (Freie Wähler) kündigten am Dienstag nach der Sitzung des Landeskabinetts an, dass Geimpfte und Genese zukünftig nicht mehr einen negativen Test benötigen, um Skilifte zu nutzen.

„2020 ist die Skisaison fast ausgefallen. Umso wichtiger ist es, heuer das Skigeschäft zu ermöglichen“, zitieren die Freien Wähler Bayern Hubert Aiwanger auf Twitter.

Update vom 7. Dezember, 11.46 Uhr: Die Booster-Impfung gilt als effizientester Brecher der vierten Corona-Welle. In Deutschland haben mittlerweile 14,6 Millionen Menschen eine Auffrischungsimpfung gegen das Coronavirus erhalten. Das entspricht 17,5 Prozent der Gesamtbevölkerung, wie aus den Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Dienstag hervorgeht. Demnach sind allein am Montag 523.000 Auffrischimpfungen verabreicht worden. „Kein Land der Welt hat in den letzten Tagen mehr Menschen geimpft als Deutschland. 523.000 Booster sind zudem ein neuer Montagsrekord“, twitterte der geschäftsführende Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU).

3G-Kontrollen im Regionalverkehr: Bahn erwartet wohl Auseinandersetzungen

Update vom 7. Dezember, 10.47 Uhr: Das Zugpersonal der Deutschen Bahn (DB) wird ab Mittwoch, 24. November die Einhaltung der 3G-Regel stichprobenartig im Regionalverkehr kontrollieren. Seit knapp zwei Wochen dürfen nur noch Geimpfte, Genesene und Getestete öffentliche Verkehrsmittel nutzen. Im Fernverkehr kontrolliert die Bahn schon seit der Einführung der 3G-Regel, entsprechende Nachweise.

Auch wenn dort der Anteil, der die Regeln nicht einhält, laut Bahn im Promillebereich liegt, erwartet die Bahn Auseinandersetzungen. Der Konzern rechnet offensichtlich nicht damit, dass alle Fahrgäste widerspruchslos ihren 3G-Nachweis vorzeigen. In der Dienstanweisung an das Zugpersonal steht laut Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) ausdrücklich, dass der Eigenschutz „immer Vorrang“ habe. Kontrolliert werden soll demnach nur in Begleitung von Sicherheitspersonal oder zu zweit.

„Sofern sich Reisende bei Aufforderung zur 3G-Kontrolle aggressiv und unkooperativ verhalten, ziehen Sie sich zurück und fordern polizeiliche Hilfe zur Durchsetzung der 3G-Pflicht beziehungsweise eines Beförderungsausschlusses an“, heißt es demnach weiter in der Anweisung.

Video: Rund zwei Drittel befürworten 3G-Regel in Bus und Bahn

Düsseldorfer Grundschulkind mit neuer Omikron-Variante infiziert

Update vom 7. Dezember, 10.11 Uhr: Bei einem Grundschulkind in Düsseldorf wurde eine Infektion mit der neuen Corona-Variante Omikron festgestellt. Das berichtet der WDR. Das Kind, das die Paulus-Grundschule besucht, war glücklicherweise seit vergangener Woche nicht mit anderen Kindern in einem Klassenzimmer.

Laut WDR hatte die Grundschule vorsichtshalber für eine Woche auf Distanzunterricht umgestellt. 28 Coronafälle gab es unter den Schülerinnen und Schülern der Grundschule im Stadtteil Düsseltal seit Anfang November. Seit Montag, 6. Dezember ist die Schule wieder geöffnet.

An einer Düsseldorfer Grundschule wurde ein Kind positiv auf die Omikron-Variante getestet.
An einer Düsseldorfer Grundschule wurde ein Kind positiv auf die Omikron-Variante getestet. © Annette Riedl/dpa

Corona-Medikament: EMA empfiehlt Zulassung von Roche-Mittel

Update vom 6. Dezember, 17.20 Uhr: Gute Nachrichten von der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA: Die EU-Institution empfiehlt die Zulassung des Roche-Medikaments RoActemra zur Behandlung von schweren Covid-19-Erkrankungen bei Erwachsenen. Demnach könnte das Medikament bald bei Patienten eingesetzt werden, die zusätzlichen Sauerstoff oder Beatmung benötigen. In der EU ist das Medikament keine Unbekannte: So wird RoActemra bereits für die Behandlung von Entzündungskrankheiten wie rheumatoide Arthritis verwendet. In einer Studie hatte der Wirkstoff das Sterberisiko bei schweren Coronavirus-Erkrankungen gesenkt, die Genesungszeit verkürzt und den Bedarf von Beatmungsgeräten reduziert.

Söder und Spahn gratulieren Lauterbach

Update vom 6. Dezember, 14.55 Uhr: Karl Lauterbach erhält viel Lob und Zuspruch für die Ernennung zum Bundesgesundheitsminister. Bayern Ministerpräsident Markus Söder (CSU) gratulierte dem 58-Jährigen auf Twitter. „Freue mich auf gute Zusammenarbeit in ernsten Zeiten“, schrieb Söder im Kurznachrichtendienst.

Auch Lauterbachs Vorgänger Jens Spahn (CDU) begrüßte die Ernennung des Epidemiologen und gratulierte zu „dieser sehr schwierigen und wichtigen Aufgabe“. Spahn betonte zudem, dass die Pandemie eine Gemeinschaftsaufgabe bleibe.

Karl Lauterbach: „Werden den Kampf mit der Pandemie gewinnen“

Update vom 6. Dezember, 11.50 Uhr: In seiner ersten Rede als designierter Gesundheitsminister hat sich Karl Lauterbach (SPD) optimistisch gezeigt, dass Deutschland die Corona-Pandemie überwinden werde. „Wir werden das aber schaffen. Impfen wird die zentrale Rolle spielen, aber nicht nur (...) Wir werden den Kampf mit der Pandemie gewinnen“, betonte der 58-Jährige bei seiner Vorstellung in Berlin. Zudem wolle Lauterbach das Gesundheitssystem stärker und für zukünftige Pandemien robuster machen: „Mit uns wird es keine Leistungskürzungen im Gesundheitswesen geben.“

Vorstellung der SPD-Minister in Berlin.
Karl Lauterbach ist designierter Gesundheitsminister. © Michael Kappeler

Booster-Impfung: Fast 14 Millionen geimpft

Update vom 6. Dezember, 11.50 Uhr: Wie das Bundesgesundheitsministerium mitteilt, haben bereits 13,9 Millionen Deutsche eine Booster-Impfung erhalten (rund 16,7% der Bevölkerung). Am Wochenende wurden insgesamt 942.000 Impfungen vorgenommen, aktuell haben 69% einen vollständigen Impfschutz. 59,9 Millionen Menschen (72% der Bevölkerung) haben zumindest eine Impfung erhalten.

Virologe: „Müssen jetzt impfen und boostern“

Update vom 6. Dezember, 09.40 Uhr: Der Virologe Martin Stürmer hat davon abgeraten, in der jetzigen Situation auf die Entwicklung eines neuen Impfstoffs gegen die Omikron-Variante zu warten. „Wenn ich jetzt gar nichts tue, setze ich mich einem hohen Risiko aus, egal mit welcher Variante mich anzustecken“, erklärte Stürmer im ARD-Morgenmagazin. „Wir müssen jetzt impfen und boostern, weil der Schutz wird auch da sein. Vielleicht nicht im gleichen Maße wie in Delta, aber nicht so wenig, dass es sich nicht lohnt.“

Ähnlich wie bei den Grippeschutzimpfungen glaubt Stürmer, dass es zukünftig jährlich angepasste Impfungen geben werde.

Ursprüngliche Meldung: München - Die Corona-Pandemie lässt Deutschland weiter nicht los. Wie das Robert-Koch-Institut (RKI) mitteilt, wurden binnen der letzten 24 Stunden 27.836 Neuinfektionen gemeldet. Letzten Montag (29. November) wurden noch 29.364 Infektionen vermeldet (1528 Fälle mehr). Die Sieben-Tage-Inzidenz steigt von 439,2 am Vortag auf 441,9 an. Zudem starben im Zusammenhang mit dem Coronavirus starben 81 Menschen. (to)

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