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Corona in Deutschland: Über 50.000 Neuinfektionen – Scholz und Merkel kündigen wieder eine MPK an

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Die Corona-Lage entwickelt sich rasant. Das Robert-Koch-Institut vermeldete einen Tagesrekord an Neuinfektionen. Der News-Ticker.

Update vom 11. November, 15.43 Uhr: Der Druck auf die Politik, eine Impfpflicht einzuführen, steigt. Nach der Wissenschafts-Akademie Leopoldina hat sich auch der Deutsche Ethikrat für eine Impfpflicht für bestimmte Berufsgruppen ausgesprochen. Empfohlen werde „angesichts der gegenwärtigen pandemischen Situation“ eine „ernsthafte und rasche Prüfung einer berufsbezogenen Impfpflicht in Bereichen, in denen besonders vulnerable Menschen versorgt werden“. Die Entscheidung erfolgte der Mitteilung vom Donnerstag zufolge ohne Gegenstimme bei drei Enthaltungen.

Genannt wurden nun „Beschäftigte, die schwer oder chronisch kranke sowie hochbetagte Menschen beruflich versorgen, wie ärztliches und pflegendes Personal, aber auch Mitarbeitende des Sozialdienstes, der Alltagsbegleitung oder der Hauswirtschaft“. Diese trügen „eine besondere Verantwortung dafür, die ihnen Anvertrauten nicht zu schädigen“, hieß es zur Begründung.

Gleiches gelte auch „für Institutionen und Einrichtungen, die dafür verantwortlich sind, die dort versorgten Menschen keinen vermeidbaren gesundheitlichen Gefahren auszusetzen“, erklärte der Ethikrat weiter. Das Gremium empfahl der Bundesregierung, „unverzüglich eine hinreichend differenzierte gesetzliche Regelung für eine berufsbezogene Impfpflicht zu prüfen und gegebenenfalls eine praktikable und effektive Umsetzung vorzubereiten“.

Bundesschülervertreter fordert Erwachsene zum Impfen auf

Update vom 11. November, 11.58 Uhr: Bundesschülervertreter Dario Schramm hat die älteren Generationen aufgefordert, sich gegen das Corona impfen zu lassen. „Ich glaube, dass die Frustration in der jungen Generation zunehmend größer wird gegen diejenigen, die sich nicht impfen lassen“, sagte Schramm in Erfurt der dpa..

Die jüngeren Menschen in der Gesellschaft hätten eineinhalb Jahre lang bei vielen Dingen zurückstecken müssen. Das sei auch ihre Pflicht gewesen. „Aber jetzt ist der Impfstoff da und jetzt gilt es auch für die anderen, dass sie ihren Beitrag leisten“, sagte Schramm.

Schramm erwartet in diesem Winter sehr viele Quarantäne- und Infektionsfälle an den Schulen. Es sei erschreckend, dass man in einer ganz ähnlichen Situation sei wie im vergangenen Jahr. „Wir haben eine sehr niedrige Impfquote, auch bei jüngeren Menschen, sprich: in der Schülerschaft, wir haben wenige Luftfilter, wir haben wenige Vorsichtsmaßnahmen“, sagte Schramm. „Die Situation ist total ernüchternd.“

Scholz kündigt MPK mit Merkel zur Corona-Lage in Deutschland an

Update vom 11. November, 10.11 Uhr: Es soll wegen der Corona-Lage wieder eine Ministerpräsidentenkonferenz (MPK) geben. Das hat Vizekanzler Olaf Scholz für kommende Woche angekündigt. Darüber sei er mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) einig, sagte der SPD-Politiker im Bundestag.

„Wir müssen gewissermaßen unser Land winterfest machen“, sagte Scholz außerdem. „Das Virus ist noch unter uns und bedroht die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger.“ Deshalb sollten Dinge wie Maskenpflicht und Hygieneregeln weiter durchgesetzt werden können.

Scholz sprach sich zudem für eine „große gemeinsame Kampagne“ für mehr Impfungen aus. Alles müsse getan werden, „dass Millionen Bürgerinnen und Bürger eine Booster-Impfung bekommen“. Zudem solle 3G am Arbeitsplatz eingeführt werden, also Zugang nur für Geimpfte, Genesene und Getestete. 

Foto aus der Draufsicht: Angela Merkel und Olaf Scholz unterhalten sich und gestikulieren während der Bundestagssitzung vom 11. November 2021.
Bald wieder gemeinsam in einer MPK zur Corona-Lage: Angela Merkel und Olaf Scholz © Kay Nietfeld/dpa

Bei „Maischberger“: Lauterbach für strikte 2G-Regelung in Corona-Pandemie

Update vom 11. November, 9.19 Uhr: „Ohne den Mut, ganz drastisch und auch mit harten Kontrollen flächendeckend 2G einzuführen, werden wir diese Welle nicht in den Griff bekommen“: Angesichts der Rekord-Corona-Neuinfektionen (siehe Erstmeldung) plädierte Karl Lauterbach im Politik-Talk „Maischberger“ jetzt für den Zugang zu bestimmten Orten nur für Geimpfte und Genesene - und Strafen bei Verstößen dagegen.

Der SPD-Gesundheitsexperte hält die Regelung aktuell für die einzig wirksame Maßnahme. Wenn beispielsweise ein Restaurant 2G nicht kontrolliere und damit auffalle, „dann führt das zu sechs Wochen Schließung“, sagte Lauterbach am Mittwoch in der ARD-Sendung.

Lauterbach und die FDP-Gesundheitspolitikerin Christine Aschenberg-Dugnus sprachen sich in der Sendung dafür aus, dass Arbeitgeber künftig den Impfstatus ihrer Beschäftigten abfragen dürfen. Zum Auskunftsrecht werde es noch eine Vorlage für den Bundestag geben, kündigten die beiden möglichen Koalitionspartner an. Er sei der Meinung, „dass es in dieser katastrophalen Situation das Auskunftsrecht geben muss“, sagte Lauterbach.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kommt in den Bundestag zur Fraktionssitzung der SPD nach der Bundestagswahl 2021.
Karl Lauterbach (Archivbild) ist für scharfe Kontrollen der 2G-Regel in Deutschland. © Kay Nietfeld/dpa

Corona in Deutschland: RKI meldet 50.000 Neuinfektionen an einem Tag

Erstmeldung vom 11. November: Berlin - Die Zahl der Corona-Neuinfektionen in Deutschland die Schwelle von 50.000 überschritten. Das ist der höchste Wert seit Beginn der Pandemie. Laut Robert-Koch-Institut (RKI) vom Donnerstag wurden binnen 24 Stunden 50.196 neue Ansteckungen mit dem Erreger registriert. In Bayern gilt außerdem ab heute der Katastrophenfall.

Auch die bundesweite 7-Tage-Inzidenz erreichte mit 249,1 einen neuen Höchstwert. Das RKI meldete zudem 235 neue Todesfälle im Zusammenhang mit Corona. Vor einer Woche waren es 165 Todesfälle. Der bis zum 7. November 2021 geltende Höchststand war am 22. Dezember 2020 mit 197,6 erreicht worden. Damals waren allerdings noch kaum Menschen hierzulande geimpft.

Intensivstation
Die Lage besonders auf den bayerischen Intensivstationen spitzt sich wegen Corona zu. © Fabian Strauch/dpa/Symbolbild

Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen - den für eine mögliche Verschärfung der Corona-Beschränkungen wichtigsten Parameter - gab das RKI am Mittwoch mit 4,61 an (Dienstag: 4,31). Die Gesamtzahl der registrierten Infektionsfälle in Deutschland seit Beginn der Pandemie stieg auf 4.894.250, die Gesamtzahl der verzeichneten Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion auf 97.198. (dpa/AFP/frs)

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