News-Ticker zur Pandemie

Corona: Besorgniserregende RKI-Analyse - Delta-Anteil an Infektionen in Deutschland steigt exorbitant

Die Siebe-Tage-Inzidenz in Deutschland ist wieder leicht gestiegen. Die Delta-Mutation ist mittlerweile die herrschende Variante. Der News-Ticker.

  • Die Corona-Lage in Deutschland scheint stabil, doch Experten sorgen sich vor der Delta-Variante. (siehe Erstmeldung)
  • Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) fordert einen „nationalen Impfruck“ im Sommer. (siehe Update vom 7. Juli, 14.15 Uhr)
  • Die Delta-Variante ist nun die vorherrschende Mutante in Deutschland und verantwortlich für die meisten Neuinfektionen. (Update vom 7. Juli, 19.53 Uhr)
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 9. Juli finden Sie hier.

Delta-Variante nun herrschende Mutante in Deutschland

Update vom 7. Juli, 19.53 Uhr: Die besonders ansteckende Delta-Variante ist in der Corona-Pandemie in Deutschland zur vorherrschenden Mutante geworden. Sie dominiere erstmals mit einem Anteil von 59 Prozent, hieß es am Mittwochabend in der jüngsten wöchentlichen Auswertung des Robert Koch-Instituts mit Blick auf die 25. Kalenderwoche (21.-27. Juni).

Etwa zwei Drittel der positiven PCR-Tests seien inzwischen auf die Delta-Variante zurückzuführen. Nur noch ein Drittel entstünde demnach noch durch die Alpha-Mutante. Der Alpha-Anteil sank damit rasch von 91 Prozent Ende Mai auf 33 Prozent Ende Juni. Innerhalb einer Woche hat sich der Anteil damit von zuvor 37 auf 59 Prozent fast verdoppelt.

Bundesregierung gibt Corona-Impfstoff an Drittländer ab

Update vom 7. Juli, 16.05 Uhr: Deutschland gibt bis Ende des Jahres mindestens 30 Millionen Corona-Impfdosen an Entwicklungsländer und andere Staaten ab. Das geht aus einem Bericht des Gesundheitsministeriums hervor, der am Mittwoch im Kabinett vorgelegt wurde und der dpa in Berlin vorliegt. Für die kostenlosen Spenden sollen Impfdosen der Hersteller Astrazeneca und Johnson & Johnson genutzt werden.

„Es ist in unserem ureigenen Interesse, die Welt zu impfen“, sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Mindestens 80 Prozent der Impfstoff-Spende soll über Covax verteilt werden. Bis Mitte Juni waren über das internationale Impfstoffprogramm erst 83 Millionen Impfdosen verteilt worden, davon das Meiste an die ärmsten Länder. Maximal 20 Prozent der Spende soll bilateral abgegeben werden, insbesondere an Staaten des Westbalkans mit bis zu drei Millionen Dosen, an Namibia sowie an Staaten der östlichen Partnerschaft, also EU-Nachbarn wie Armenien, Aserbaidschan oder die Ukraine. Genaue Mengen und Abgabezeitpunkte sollen von der nationalen Versorgungslage abhängig gemacht werden. 

Corona in Deutschland: Spahn fordert „nationalen Impfruck“ im Sommer - Inzidenz steigt leicht an

Update vom 7. Juli, 14.15 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI innerhalb eines Tages 985 Corona-Neuinfektionen und 48 neue Todesfälle gemeldet. Das geht aus den Zahlen vom Mittwochmorgen hervor. Bei der bundesweiten Sieben-Tage-Inzidenz gab es einen leichten Anstieg. Sie liegt nun bei 5,1 (Vortag: 4,9; Vorwoche: 5,2).

Die Quote der vollständig gegen das Coronavirus geimpften Menschen in Deutschland wird voraussichtlich am Donnerstag die Marke von 40 Prozent knacken. Am Mittwoch hatten laut RKI bereits 39,9 Prozent der Bevölkerung, rund 33,2 Millionen Menschen, ihren vollen Impfschutz. Mehr als 47,5 Millionen Menschen (57,1 Prozent) haben mindestens eine Impfung bekommen

„Auch wenn das Tempo noch hoch ist: Wir brauchen einen nationalen Impfruck, um es im Juli und August weiter zu halten“, schrieb Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei Twitter zu den neuen Impfzahlen. Ähnlich äußerte er sich zuvor bereits im ARD-„Morgenmagazin“.

Jens Spahn hat im ARD-„Morgenmagazin“ für eine hohe Impfquote in Deutschland geworben.

Corona in Deutschland: Lockerungen für Großveranstaltungen ab August

Update vom 6. Juli, 17.45 Uhr: Endlich wieder gemeinsam klatschen, jubeln und feiern - könnten Großveranstaltungen für Sport und Kultur bald wieder Realität werden? Rechtzeitig zum Start der nächsten Bundesliga-Saison wollen die Länder große Sportveranstaltungen mit bis zu 25.000 Zuschauern wieder zulassen. Darauf sollen sich die Chefs der Staats- und Senatskanzleien der dpa zufolge geeinigt haben. Nur Bayern plant eine Obergrenze von 20.000 Besuchern. Bei entsprechender Inzidenz sollen Getestete, Geimpfte und Genesene Zutritt mit einem personalisierten Ticket haben.

Niedrige Infektionszahlen und immer mehr Impfungen machen es möglich. „Dadurch gewinnen wir Spielräume, wieder Zuschauerinnen und Zuschauer bei großen Sportveranstaltungen, bei anderen Großveranstaltungen und vor allem bei großen und uns wichtigen kulturellen Events zuzulassen“ erklärte Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) am Dienstag. Auch Kulturveranstaltungen sollen mit entsprechendem Hygienekonzept wieder erlaubt sein. Die Neuregelung ist zunächst ab August und bis zum 11. September vorgesehen.

Corona-Lockerungen für Kultur und Sport? - Bald könnten sich die Ränge wieder füllen.

Corona in Deutschland: Zehn Prozent wollen sich laut Weltärztechef „ums Verrecken nicht impfen lassen“

Update vom 6. Juli, 11.58 Uhr: Weltärztebund-Präsident Frank Ulrich Montgomery ist der Ansicht, dass eine Herdenimmunität gegen das Coronavirus in Deutschland „kurzfristig nicht erreichbar“ ist. Das sagte er den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Der Anteil der Geimpften und Genesenen müsste nach neuen Rechenmodellen bei rund 85 Prozent liegen.

„Die zehn Prozent, die sich ums Verrecken nicht impfen lassen wollen, werden ihre Immunität erreichen, indem sie eine Erkrankung durchmachen“, so Montgomery. Das werde dann geschehen, „wenn wir alle Vorsichtsmaßnahmen fallen lassen“. Eine möglichst hohe Durchimpfung sei laut dem Weltärztebund-Präsidenten der Schlüssel zum Erfolg im Kampf gegen das Coronavirus.

Frank Ulrich Montgomery, Vorsitzender des Weltärztebundes.(Archivbild)

Am Dienstagmorgen ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz laut RKI wieder leicht gesunken und lag bei 4,9. Am Sonntag und Montag war der Wert mit 5,0 angegeben worden. Innerhalb eines Tages meldeten die Gesundheitsämter dem RKI insgesamt 440 Corona-Neuinfektionen sowie 31 neue Todesfälle.

Corona in Deutschland: Einreisebeschränkungen für Großbritannien und Portugal werden gelockert

Update vom 5. Juli, 21.36 Uhr: Die Bundesregierung lockert die wegen der Verbreitung besonders ansteckender Corona-Varianten verhängten Einreisebeschränkungen für Portugal, Großbritannien samt Nordirland, Russland, Indien und Nepal deutlich. Am Mittwoch (7. Juli) werden die fünf Länder vom Virusvariantengebiet zum Hochinzidenzgebiet zurückgestuft. Das teilte das RKI am Montagabend mit.

Damit ist die Einreise nach Deutschland für alle Personengruppen wieder möglich. Für vollständig Geimpfte und Genesene entfällt die Quarantänepflicht ganz. Wer nicht geimpft oder genesen ist, muss nur noch für zehn Tage in Quarantäne, kann diese aber durch einen zweiten Test auf fünf Tage verkürzen.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hatte die Reiseerleichterungen in der vergangenen Woche bereits angekündigt, ohne aber alle Länder und ein konkretes Datum zu nennen. Eine Woche zuvor hatte sie beim EU-Gipfel in Brüssel noch vergeblich auf gemeinsame Reiseregeln in der EU gedrungen, um die Verbreitung der Delta-Variante einzudämmen. Inzwischen ist diese Variante auch in Deutschland weit verbreitet, auch wenn die Infektionszahlen hier noch deutlich niedriger als in Portugal und Großbritannien liegen.

Corona in Deutschland: RKI setzt hohes Impfziel wegen Delta-Variante

Erstmeldung vom 5. Juli: Berlin - Die Corona-Zahlen in Deutschland sind derzeit weiterhin niedrig. Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) am Montag (5. Juli) 212 Neuinfektionen und lediglich einen neuen Todesfall gemeldet. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz lag laut RKI erneut bei 5,0 (Vortag: 5,0; Vorwoche: 5,6). Allerdings warnen Pandemie-Experten bereits seit längerem vor der zunehmenden Verbreitung der ansteckenderen Delta-Variante des Coronavirus.

Das RKI hat daher nun ein hohes Impfziel gesetzt. Im Kampf gegen die Delta-Variante sollten laut Schätzungen mindestens 85 Prozent der 12- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein. „Bei rechtzeitigem Erreichen dieser Impfquote scheint eine ausgeprägte 4. Welle im kommenden Herbst/Winter unwahrscheinlich“, heißt es in einem RKI-Papier, das am Montag veröffentlicht wurde.

Unter Annahme einer geringfügigen Reduktion des Kontaktverhaltens sollte es dann nicht mehr zu einem starken Anstieg an Covid-Patienten auf den Intensivstationen kommen. Allerdings müsse sich die Bevölkerung weiterhin an die „Basishygienemaßnahmen“ halten. Darunter versteht man in der Regel Händewaschen, Abstandhalten und Maske tragen. Möglicherweise sei es auch notwendig, bei ansteigenden Infektionszahlen Kontakte „zu einem gewissen Grad“ zu reduzieren, schreiben die RKI-Experten.

Corona in Deutschland: RKI mit hohem Impfziel - Sommer sollte „dringend genutzt werden“

Sollten die Impfquoten bei den 12- bis 59-­Jährigen bei 75 Prozent oder gar 65 Prozent stagnieren und gleichzeitig eine komplette
Öffnung stattfinden, würde sich das auf die Belegung der Intensivbetten auswirken. „Je niedriger im Herbst die erreichten Impfquoten sind, desto weniger sind bei Dominanz der Delta­-Variante die Basishygienemaßnahmen ausreichend und weitere kontaktreduzierende Maßnahmen wären notwendig“, heißt es dazu im RKI-Papier. Um die angestrebten Impfziele zu erreichen, sollte der Sommer „daher dringend genutzt werden“.

Zwei wichtige Personen in Deutschlands Kampf gegen die Corona-Pandemie: RKI-Präsident Lothar Wieler (r.) und Gesundheitsminister Jens Spahn (l.).

Inzwischen haben dem Bundesgesundheitsministerium zufolge knapp 47 Millionen Menschen oder 56,5 Prozent der gesamten Bevölkerung mindestens eine erste Corona-Impfung erhalten. Vollständig geimpft sind demnach bislang rund 32,4 Millionen Bürger oder 38,9 Prozent aller Einwohner. Es sei nun wichtig, dass es genug Kapazitäten gebe, um die verfügbaren Dosen zu verimpfen und ohne Verzögerungen, beispielsweise durch die Sommerferien, durchzukommen, hieß es vonseiten des RKI weiter. (ph/dpa)

Rubriklistenbild: © Boris Roessler

Auch interessant

Mehr zum Thema:

Kommentare