News-Ticker

Corona in Deutschland: Fast jeder Dritte zweimal geimpft - Stiko-Chef wettert gegen Kinder-Impfungen

Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken. Mit den Sommerferien beginnt die Diskussion um die Impfung von Kindern und Jugendlichen erneut. Der News-Ticker.

  • Die 7-Tage-Inzidenz* ist laut Robert-Koch-Institut (RKI)* in Deutschland erstmals unter 10 gesunken.
  • 30 Prozent der Deutschen sind inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. (siehe Update 13.40 Uhr)
  • Stiko-Chef Mertens kritisiert unterdessen die Debatte um Kinder-Impfungen (siehe Update vom 19. Juni, 14.45 Uhr)
  • Dieser News-Ticker zum Thema Corona* in Deutschland wird fortlaufend aktualisiert.

Update vom 19. Juni, 14.45 Uhr: Die Sommerferien stehen kurz bevor und das Impfen von Kindern und Jugendlichen hat sich zu einer politischen Debatte aufgeheizt. Thomas Mertens, der Vorsitzende der Ständigen Impfkommission (Stiko) bedauert diese Entwicklung. Auf dem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin am Samstag kritisierte er, dass diskutiert wurde noch bevor der Impfstoff für Kinder überhaupt zugelassen wurde.

Debatte um Kinder-Impfungen: Stiko-Chef mit Kritik an Debatte- „nichts wirklich evidenzbasiertes“

„Von diesen ganzen Aussagen war ja praktisch nichts wirklich evidenzbasiert, muss man fairerweise sagen.“ bemängelte Mertens. Die entscheidende Problematik sei nicht angesprochen worden, nämlich: „Brauchen Kinder und Jugendliche diese Impfung?“ Oft verlaufe eine Coronavirus-Infektion bei Kindern vergleichsweise mild oder sogar asymptomatisch. Ganz im Gegenteil zu Risiko-Patienten, wie über 60-Jährigen: „Wenn man damals, wie ursprünglich geplant, fünf Millionen Impfstoffdosen für Kinder beiseite gelegt hätte, dann wären das ja fünf Millionen Impfstoffdosen gewesen, die für die Impfung der Eltern gefehlt hätten“, so Mertens. 

Corona in Deutschland: Sollte es vor dem neuen Schuljahr Massenimpfungen für Kinder und Jugendliche geben?

Die Stiko hatte keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen gegen das Coronavirus nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen.

Impf-Erfolg in Deutschland: 30 Prozent sind vollständig gegen Corona geimpft

Update vom 19. Juni, 13.40 Uhr: Fast jeder Dritte ist in Deutschland vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das geht aus den Zahlen des Robert-Koch-Instituts am Samstag hervor. Demnach haben 30,4 Prozent (25,3 Millionen) der Deutschen bereits ihre Zweitimpfung erhalten. 42 Millionen (50,6 Prozent) sind einmal geimpft.

Corona-Inzidenz in Deutschland erstmals seit September einstellig - bayerischer Landkreis sticht heraus

Update vom 19. Juni, 9.40 Uhr: Parks und öffentliche Plätze waren am Freitagabend gut gefüllt. Während sich in Deutschland Sommer-Stimmung breitmacht sinken die Corona-Zahlen weiter ab. Am Samstagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) einen Wert von 9,3 Corona-Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner. Damit ist die Inzidenz erstmals einstellig. Am vergangenen Samstag hatte die Corona-Inzidenz noch bei 18,3 gelegen. Ein einstelliger Wert für Deutschland, das war zuletzt im September registriert worden.

Nur zwei Landkreise stechen in Deutschland weiterhin heraus: die bayerische Schweinfurt liegt mit seiner Inzidenz bei 58, Zweibrücken in Rheinland-Pfalz bei 61,4. Insgesamt meldeten die Gesundheitsämter dem RKI am Samstag 1108 Corona-Neuinfektionen. 99 Infizierte starben. Deutlich weniger als in der vergangenen Woche. Hier waren 1911 Neuinfektionen und 129 Todesfälle registriert worden.

Corona: Delta-Variante breitet sich in Deutschland aus - „Müssen das ab jetzt wirklich ernst nehmen“

Update vom 18. Juni, 21.25 Uhr: „Wir müssen das ab jetzt wirklich ernst nehmen“, so die eindringliche Warnung des Charité-Virologen Christian Drosten. Es geht um die Ausbreitung der Delta-Variante in Deutschland. Bei einem Online-Kongress für Infektionskrankheiten und Tropenmedizin am Freitag warnte er davor, die Gefahr nicht zu unterschätzen.

Der Anteil der Delta-Variante in Deutschland hat sich innerhalb von nur einer Woche fast verdoppelt (siehe Erstmeldung). Drosten sagte, die Situation erinnere ihn an die Ausbreitung der Corona-Mutation B.1.1.7, die zur dritten Welle der Corona-Pandemie in Deutschland geführt hat. Die aktuelle Situation sei vergleichbar mit der in England vor wenigen Wochen. In Großbritannien hatte die Delta-Variante innerhalb weniger Wochen die Vorherrschaft übernommen - trotz hoher Impfquoten.

Virologe Christian Drosten (l.) warnt vor der Ausbreitung der Delta-Variante in Deutschland. (Archivbild)

Bei einer vergleichbaren Entwicklung hierzulande wäre Anfang Juli die Delta-Variante dann auch in Deutschland im Bereich der Dominanz. „Und wir müssten damit rechnen, dass Anfang Juli in Deutschland auch die Meldezahlen wieder hochgehen“, sagte Drosten. Bislang sei das allerdings nur eine Hypothese und Spekulation, so der Virologe.

Corona in Deutschland: Merkel mahnt zur Vorsicht wegen der Delta-Variante

Update vom 18. Juni, 15.55 Uhr: Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich für einen vorsichtigen Kurs in der Corona-Krise ausgesprochen. „Wir wollen nicht diese dauernden ‚Rein und Raus in die Kartoffeln‘“, sagte Merkel bei der Nationalen Luftfahrtkonferenz im brandenburgischen Schönefeld. Sie verwies auf Großbritannien, wo angekündigte Lockerungen verschoben wurden, weil sich dort die sogenannte Delta-Variante des Virus ausbreitet. „Wir müssen einfach Schritt für Schritt und vorsichtig vorgehen“, erklärte die Kanzlerin in einem öffentlichen Video-Gespräch.

Corona: Delta-Mutante breitet sich in Deutschland aus

Erstmeldung vom 18. Juni:

Berlin - Der Sommer kann gut werden — unter bestimmten Bedingungen. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mahnte in der Corona-Pressekonferenz an diesem Freitag zu einer „Paarung von Zuversicht und Vorsicht“. Grund ist die Delta-Mutation des Erregers*.

Sie breitet sich aktuell auch in Deutschland aus. Nach den jüngsten RKI-Daten lag ihr Anteil an allen genauer untersuchten Infektionen in der 22. Kalenderwoche bei mehr als sechs Prozent. In der Vorwoche bezifferte das RKI den Wert auf 3,7 Prozent.

Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery warnt deshalb vor zu raschen Lockerungen. Solange noch nicht genügend Menschen eine Impfung* erhalten hätten, müssten die Ansteckungsrisiken im Alltag reduziert werden, sagte Montgomery den Funke-Zeitungen vom Freitag.

Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery (Archivbild)

Corona-Mutation in Deutschland: Weltärztechef wegen „Delta“ für längere Maskenpflicht

FFP2-Masken* sollten Im öffentlichen Nahverkehr, in Geschäften und anderen Innenräumen unbedingt weiterhin getragen werden, sagte der Präsident des Weltärtzebundes. Die Bundesländer sollten jetzt prüfen, ob die von ihnen angekündigten Lockerungen nicht zu weit gingen. Sie sollten „die politische Größe haben, angekündigte Lockerungen wieder zurückzunehmen, wenn die Infektionszahlen durch die Delta-Variante wieder steigen sollten“.

Montgomery verwies auf das Beispiel Großbritannien, wo die Regierung wegen der Delta-Ausbreitung geplante letzte Lockerungen um vier Wochen verschoben hat. Trotz der Impffortschritte in dem Land lässt die Mutante derzeit die Infektionszahlen wieder hochschießen. Am Donnerstag verzeichneten die dortigen Behörden erstmals seit Ende Februar wieder mehr als 10.000 Fälle an einem Tag.

Illustration der zuerst in Indien entdeckten Coronavirus-Mutation B.1.617, auch Delta-Variante genannt.

Corona in Deutschland: Montgomery fürchtet das „Tückische“ an Delta-Variante

Montgomery bezeichnete es als „das Tückische“ der zuerst in Indien entdeckten Delta-Mutante, „dass Infizierte sehr schnell eine sehr hohe Viruslast im Rachen haben und damit Andere anstecken können, bevor sie überhaupt merken, dass sie sich infiziert haben“.

Nur noch bei 10,3 liegt aktuell die bundesweite 7-Inzidenz bei den Corona-Infektionen. Vor einer Woche lag sie noch bei 18,6. Das RKI meldete am Freitagmorgen 1076 registrierte Neuansteckungen sowie 91 weitere Todesfälle an oder mit Covid-19. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren es noch 2440 Neuansteckungen und 102 neue Todesfälle. (dpa/AFP/frs) *tz.de und Merkur.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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