News-Ticker zur Pandemie

Karl Lauterbach gesteht Fehl-Einschätzung zu Corona-Zahlen im Sommer - „Streeck hatte Recht“

Die Corona-Lage beruhigt sich weiter. Die Zahlen hängen offensichtlich auch mit der Jahreszeit zusammen, wie Karl Lauterbach jetzt einräumte. Der News-Ticker.

Update vom 18. Juni, 8.26 Uhr: Laut RKI liegt die bundesweite 7-Inzidenz bei den Corona-Infektionen aktuell bei 10,2. Vor einer Woche betrug noch 18,6. Das Behörde meldete am Freitagmorgen 1076 registrierte Neuansteckungen sowie 91 weitere Todesfälle an oder mit Covid-19. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren es noch 2440 Neuansteckungen und 102 neue Todesfälle.

Weltärztechef Frank Ulrich Montgomery warnt indes vor zu raschen Lockerungsschritten in Deutschland. Grund ist die als besonders ansteckend geltende Delta-Variante des Erregers, die hierzulande bereits einen Anteil von mehr als sechs Prozent ausmacht*.

Update vom 17. Juni, 20.10 Uhr: Karl Lauterbach gehört zu den Gesichtern dieser Pandemie. Seine Prognosen und Einschätzungen begleiten seit Monaten die Corona-Berichterstattung. Doch ist der SPD-Gesundheitsexperte auch bereit Fehl-Einschätzungen zuzugeben?

Scheinbar schon. In der Bild-Zeitung überraschte er am Donnerstagabend mit seiner Aussage bezüglich der Saisonalität: „Für den Einfluss der Saisonalität auf das Infektionsgeschehen räume ich ein: Hendrik Streeck hatte voll recht“. Streeck, Virologie-Professor an der Universität Bonn hatte schon Anfang des Jahres einen Wetter-Effekt prognostiziert. Die hohen Temperaturen würden das Coronavirus eindämmen und die Inzidenz schon im März, spätestens im April zum Sinken bringen. Seine Vorhersage war jedoch nicht Ernst genommen, ja fast verspottet worden. Inzwischen weisen mehrere Studien einen Einfluss der Saisonalität auf die Erreger von Sars-CoV-2 hin.

Deutschland lockert Einreise-Bestimmungen: Geimpfte Nicht-EU-Bürger dürfen wieder

Update vom 17. Juni, 18.42 Uhr: Egal ob als Geschäftsreisende, Touristen, Studenten oder einfach für einen Besuch: Zukünftig dürfen Geimpfte aus Nicht-EU-Ländern wieder nach Deutschland einreisen. Informationen der deutschen Presseagentur zufolge, soll das schon ab 25. Juni wieder möglich sein. Bisher war das nur in Ausnahmefällen möglich.

Voraussetzung ist ein Impfnachweis, der von Bundespolizei und Fluggesellschaften bei der Einreise überprüft werden soll. Um Fälschung und Betrug zu vermeiden, legt die neue Regelung genau fest, wie dieser Nachweis aussehen muss. Außerdem werden lediglich die Impfstoffe anerkannt, die das Paul-Ehrlich-Institut auf seiner Internetseite aufzählt. Das sind derzeit die Produkte von Biontech, Moderna, Astrazeneca und Janssen.

Fast jeder zweite Deutsche nun erstgeimpft - Regierung gibt Einschätzung zur Gefahr durch Delta-Variante

Update vom 17. Juni, 16.40 Uhr: Die Corona-Impfungen nähern sich der Schwelle, dass jeder zweite Bundesbürger mindestens eine Dosis bekommen hat. Inzwischen erhielten 41,2 Millionen Menschen oder 49,6 Prozent der Gesamtbevölkerung nach Angaben des Bundesgesundheitsministeriums eine erste Impfung. Vollständig mit der meist notwendigen zweiten Spritze geimpft sind demnach 23,9 Millionen Menschen, was 28,8 Prozent der Bevölkerung entspricht. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hob via Twitter hervor, dass am Mittwoch (16. Juni) knapp 1,3 Millionen Impfungen durchgeführt wurden. Das sei der bisher dritthöchste Wert für einen Tag.

Spahn sagte, bei einer wohl anzunehmenden Impfbereitschaft von etwa 75 Prozent der Erwachsenen seien bundesweit nun etwa vier von fünf Erwachsenen mindestens einmal geimpft. Allein mit den zugesagten Impfstofflieferungen von Biontech/Pfizer und Moderna sei es Stand heute möglich, bis Ende Juli/Anfang August allen Erwachsenen, die wollen, ein Angebot für eine erste Corona-Impfung zu machen.

Corona in Deutschland: Bedenken der Regierung wegen Delta-Variante „im Moment“ gering

Update vom 17. Juni, 14.50 Uhr: Die Bundesregierung hat nach Angaben von Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) zurzeit keine großen Bedenken wegen der Delta-Variante. Auf die Frage, ob die Sorge in der Regierung deswegen groß sei, sagte der SPD-Politiker am Donnerstag der dpa: „Im Moment nicht. (...) Ich glaube, dass wir den Sommer gut hinbekommen in Deutschland.“ Man müsse aber über den Herbst reden, wachsam und vorbereitet sein.

Momentan arbeiteten die Impfungen „für uns“. Diese würden helfen, in diesem Herbst besser vorbereitet zu sein als im Herbst 2020, „wo wir nach dem Sommer, der uns auch alle fröhlich gemacht hat, (...) ein bisschen arglos in eine zweite und dritte Welle gestolpert sind“. Man müsse wachsam bleiben und aufpassen, die bisherigen Erfolge nicht durch Leichtsinnigkeit wieder zu verspielen.

Laut Arbeitsminister Heil (r.) sind die Sorgen vor der Delta-Variante in der Regierung derzeit gering. (Archivbild)

Corona in Deutschland: Impfzentren weiter „unverzichtbarer Baustein“

Update vom 17. Juni, 12.05 Uhr: Die Gesundheitsminister der Länder haben am Mittwoch (16. Juni) beschlossen, dass die Impfzentren auch über den Herbst hinaus in Bereitschaft bleiben sollen. Der Deutsche Städte- und Gemeindebund begrüßt diese Entscheidung. „Die Impfzentren sind ein unverzichtbarer Baustein in der Pandemiebekämpfung, der Weiterbetrieb mindestens bis Ende des Jahres notwendig“, sagte Hauptgeschäftsführer Gerd Landsberg der Rheinischen Post.

„Wenn, wie zu erwarten ist, die Lieferung von Impfdosen weiterhin kontinuierlich steigt, können die Impfzentren einen wichtigen Beitrag leisten, das Impfgeschehen bis September insgesamt deutlich zu beschleunigen“, so Landsberg. Hinzu komme, dass voraussichtlich ab dem Herbst Millionen von Menschen eine Auffrischung ihrer Corona-Impfung benötigen. Aus diesem Grund fordert auch die Deutsche Stiftung Patientenschutz eine weitere Finanzierung der regionalen Impfzentren durch den Bund.

Corona in Deutschland: Inzidenz sinkt weiter - Bitterer Rückschlag für Impfstoffkandidat Curevac

Update vom 17. Juni, 9.38 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) innerhalb eines Tages 1330 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Das geht aus den Zahlen vom Donnerstagmorgen hervor. Zudem wurden 105 neue Todesfälle verzeichnet. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist erneut gesunken und liegt derzeit bei 11,6 (Vortag: 13,2; Vorwoche: 19,3).

Der Corona-Impfstoffkandidat Curevac musste am Mittwoch (16. Juni) einen schweren Rückschlag hinnehmen. Das Unternehmen räumte am späten Mittwochabend in einer Pflichtbörsenmitteilung ein, dass der eigene Impfstoffkandidat CVnCoV in einer Zwischenanalyse nur eine vorläufige Wirksamkeit von 47 Prozent gegen eine Corona-Erkrankung „jeglichen Schweregrades“ erzielt habe. Damit habe er die vorgegebenen statistischen Erfolgskriterien nicht erfüllt. Der Börsenwert des Tübinger Unternehmens hat sich daraufhin am Donnerstag mehr als halbiert.

Der Corona-Impfstoffkandidat von Curevac ist laut einer Zwischenanalyse nicht wirksam genug. (Symbolbild)

Corona in Deutschland: Spahn erklärt Reise-Regeln für den Sommer

Update vom 16. Juni, 18.06 Uhr: Die Corona-Zahlen sinken deutschlandweit. Trotzdem wollen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern weiter mit breit angelegten Tests arbeiten. Vor allem mit Blick auf die Sommerreisezeit. Bei den Beratungen von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn mit seinen Länderkollegen hatte Bayern den Vorsitz. Nach Angaben des bayerischen Gesundheitsministeriums bleibt eine generelle Testpflicht für Flugreisende aus dem Ausland vor ihrem Abflug bestehen. Quarantäneregeln für Reiserückkehrer aus Risiko- und Hochinzidenzgebieten mit hohen Infektionszahlen sollen ebenso aufrechterhalten werden. Gleiches gilt für Personen, die aus Gebieten mit neuen Virusvarianten zurückkehren.

Darüber hinaus will man die Grenzkontrollen im Straßen- und Bahnverkehr verstärken. Mit zwei wöchentlichen Schnelltests planen die Bundesländer, den Betrieb in Schulen und Kitas aufrechtzuerhalten. Zudem sollen Arbeitgeber dazu verpflichtet werden, ihren in Präsenz arbeitenden Mitarbeitern bis Ende September weiterhin ein regelmäßiges Testangebot zu machen.

Corona in Deutschland: Johnson & Johnson bringt Impfkampagne ins Stocken

Update vom 16. Juni, 14.15 Uhr: In Deutschland hatte die Impfkampagne in den vergangenen Woche deutlich an Fahrt aufgenommen. Nun könnte dieser Trend aber jäh gestoppt werden. Grund sind deutlich geringere Impfstofflieferungen durch zwei Hersteller.

Biontech kündigte bereits frühzeitig an, dass man ab Juli seine Liefermenge planmäßig deutlich senken werde (siehe Update vom 16. Juni, 12.11 Uhr). Johnson & Johnson kann hingegen die zugesagten Impfstoffmengen nicht erfüllen. Laut einer Mitteilung der EU-Kommission wird der US-Hersteller sein Lieferziel bis Ende Juni nicht einhalten. Eigentlich sollten die EU-Staaten 55 Millionen Dosen im zweiten Quartal bekommen. Daraus werde aber nichts, meinte ein Kommissionssprecher am Mittwoch in Brüssel. Genaue Zahlen, wie viel Impfdosen stattdessen an die EU geliefert werden, nannte er nicht. Nichtsdestotrotz bleibe es bei dem Ziel, 70 Prozent der Erwachsenenbevölkerung innerhalb EU mit der vorhandenen Impfstoffmenge bis Ende Juli impfen zu können.

Corona in Deutschland: Biontech liefert im Juli deutlich weniger Impfstoff als im Vormonat

Update vom 16. Juni, 12.11 Uhr: Biontech wird seine Impfstofflieferungen für Deutschland im Juli deutlich herunterfahren. Das bekam die Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch aus Teilnehmerkreisen der Gesundheitsministerkonferenz bestätigt. Der Impfstoffhersteller hatte eine Reduzierung der Biontech-Lieferungen für das dritte Quartal schon vor längerer Zeit angekündigt.

Die Prognose des Bundesgesundheitsministeriums für die erste volle Woche im Juli (KW 27) liegt bei 3,2 Millionen Biontech-Dosen. In der letzten Juniwoche wird mit 5,7 Millionen Biontech-Impfdosen geplant. Laut einem Bericht des Business Insiders wird die Liefermenge von Biontech in der zweiten Juliwoche auf drei Millionen Dosen gesenkt.

Update vom 16. Juni, 11.43 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn plant, die finanzielle Vergütung der Apotheken für das Erstellen des digitalen Corona-Impfnachweises zu senken. Ab dem 1. Juli sollen es statt derzeit 18 Euro nur noch sechs Euro je Zertifikat sein. Diesen Entschluss teilte Spahn nach dpa-Informationen am Mittwoch seinen Länderkollegen bei Beratungen mit.  

Corona in Deutschland: Infektionsgeschehen flaut weiter ab

Erstmeldung vom 16. Juni, 10.24 Uhr: Berlin - Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) flaut das Infektionsgeschehen in Deutschland weiter ab. Am Mittwoch gab das RKI die Sieben-Tage-Inzidenz mit bundesweit 13,2 an (Vortag: 15,5; Vorwoche: 20,8). Noch niedriger hatte der Wert zuletzt vor fast neun Monaten gelegen, und zwar am 25. September 2020 mit 13,0. Allerdings lag die Inzidenz vor genau einem Jahr (16. Juni 2020) nur bei 2,6, dieser Wert um etwa drei blieb damals wochenlang stabil.

Aktuell meldeten Deutschlands Gesundheitsämter dem RKI binnen eines Tages insgesamt 1455 Corona-Neuinfektionen (Quelle: RKI-Dashboard/Stand: 16. Juni 2021, 05.11 Uhr). Im Vergleich zur Vorwoche hat sich die Zahl mehr als halbiert. Da waren noch 3254 Ansteckungen registriert worden. Die Zahl der neu gemeldeten Todesfälle lag deutschlandweit binnen 24 Stunden bei 137. Eine Woche zuvor waren es 107 Tote gewesen.

Corona in Deutschland: Traurige Marke überschritten - mehr als 90.000 Covid-19-Tote

Den RKI-Daten zufolge hat Deutschland inzwischen die traurige Marke von 90 000 Covid-19-Toten überschritten. Die Zahl wurde am Mittwoch mit 90.074 angegeben. Für das RKI zählen nachweislich infizierte Menschen, die direkt an Corona gestorben sind sowie Personen mit Vorerkrankungen, bei denen sich die Todesursache nicht abschließend klären lässt, als Corona-Todesfälle.

Insgesamt zählte das RKI seit Pandemie-Beginn 3.717.625 nachgewiesene Infektionen mit dem Coronavirus. Rechnet man die Dunkelziffer nicht erkannter Infektionen hinzu, dürfte die tatsächliche Gesamtzahl aber deutlich höher liegen. Laut RKI liegt die Zahl der Genesenen bei 3.590.900. Am Dienstagnachmittag wurde der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert im RKI-Lagebericht mit 0,72 (Vortag: 0,77) angegeben. Umgerechnet stecken 100 Infizierte 72 weitere Menschen an. (kh/dpa/afp) *tz.de und *Merkur.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © dpa/Kay Nietfeld

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