News-Ticker zur Pandemie

Corona-Zahlen in Deutschland sinken weiter - Delta-Anteil bei fast jeder zweiten Neuinfektion

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sinken weiter. Doch täuscht der Trend angesichts der Delta-Variante? Alle neuen Entwicklungen im News-Ticker.

  • Der sinkende Trend der Corona-Fallzahlen in Deutschland setzt sich fort. (siehe Erstmeldung)
  • In 40 Kreisen gibt es keine neuen Infektionen mehr - doch der Anteil der Delta-Variante steigt stetig. (siehe Update vom 28. Juni, 14.58 Uhr)
  • Jede zweite Corona-Neuinfektion ist laut Schätzungen des RKI inzwischen eine Delta-Infektion. (siehe Update vom 28. Juni, 19.22 Uhr)
  • Portugal und Russland gelten seit Mitternacht als Virusvariantengebiete. (siehe Update vom 29. Juni, 8.35 Uhr)
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 29. Juni finden Sie hier.

Update vom 29. Juni, 8.35 Uhr: Am Dienstagmorgen meldet das RKI erneut einen Rückgang der Sieben-Tage-Inzidenz. Sie liegt derzeit bundesweit bei 5,4 (Vortag: 5,6; Vorwoche: 8,0). Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem RKI innerhalb eines Tages 404 Corona-Neuinfektionen und 57 Todesfälle gemeldet. Der Sieben-Tage-R-Wert lag dem RKI zufolge am Montagnachmittag bei 0,79 (Vortag: 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 79 weitere Menschen anstecken.

Wegen der starken Ausbreitung der Delta-Variante sind Portugal und Russland seit Dienstag um Mitternacht als Virusvariantengebiete eingestuft. Damit gilt ein weitgehendes Beförderungsverbot für Fluggesellschaften, Bus- und Bahnunternehmen. Nur noch deutsche Staatsbürger und Ausländer mit Wohnsitz in Deutschland dürfen über die Grenze gebracht werden. Für Einreisende gilt eine strikte 14-tägige Quarantänepflicht, die nicht verkürzt werden kann und auch für vollständig Geimpfte und Genesene gilt.

Corona in Deutschland: Delta-Anteil bei fast jeder zweiten Neuinfektion

Update vom 28. Juni, 20.22 Uhr: Fast jede zweite Corona-Neuinfektion in Deutschland ist offenbar auf die hoch-ansteckende Delta-Variante zurückzuführen. Mindestens 35 Prozent an untersuchten Proben mache sie inzwischen aus, sagte der Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), Lothar Wieler laut Deutscher Presse-Agentur in einer Schalte der Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Montag. Weil die Daten aber bereits einige Tage alt sind, sei der Anteil derzeit tatsächlich sogar auf rund 50 Prozent zu schätzen.

Wieler bestätigte damit vorangegangene Prognosen (Siehe Update vom 28. Juni, 14.48 Uhr). Die Variante verbreite sich vor allem in der ungeimpften Bevölkerung, betonte Wieler. Er hatte schon in den letzten Wochen einen steigenden Delta-Anteil am Infektionsgeschehen vorausgesagt. Dass die bundesweite 7-Tage-Inzidenz dennoch sinkt, erklärten Experten zuletzt mit dem deutlichen Rückgang der bisher vorherrschenden Alpha-Variante.

Corona: Zahlen sinken weiter, aber Delta-Anteil steigt deutlich - Lauterbach befürchtet gefährliche Wende

Update vom 28. Juni, 14.58 Uhr: In der Corona-Krise wird die Delta-Variante mehr und mehr zum bestimmenden Thema. Der Immunologe Carsten Watzl rechnet damit, dass die ansteckendere Variante des Coronavirus noch im Juli die vorherrschende Mutante in Deutschland sein wird. Aktuell dürften 30 Prozent der Neuinfektionen auf die Delta-Variante zurückzuführen sein, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Immunologie am Montag im ZDF-Morgenmagazin. Im Juli dürfte seiner Ansicht nach die 50-Prozent-Marke überschritten werden. Das Gute sei, dass sich dies auf sehr niedrigem Niveau abspiele.

Watzl riet aktuell nicht dazu, den Abstand zwischen Erst- und Zweitimpfungen zu verkürzen. Derzeit gebe es noch nicht genügend Impfstoff. Er plädierte dafür, die empfohlenen Abstände beizubehalten und möglichst viele Erstimpfungen zu verabreichen. Wenn das derzeitige Tempo der Impfkampagne beibehalten werde, dürften im September auch sämtliche Zweitimpfungen verabreicht worden sein. Wenn mehr Impfstoff geliefert werde, gehe das auch schneller.

Der Immunologe geht davon aus, dass bei Älteren ab September besonders in Pflegeheimen Auffrischungsimpfungen anstehen. Viele Ältere seien sehr früh geimpft worden, auch wirke bei ihnen der Impfstoff nicht ganz so gut wie bei Jüngeren. Mit der Delta-Variante würden sich aber auch Kinder infizieren, wenn auch mit einem geringeren Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf.

Corona in Deutschland: Immer mehr Menschen mindestens einmal geimpft

Update vom 28. Juni, 12.29 Uhr: Es geht voran mit den Impfungen in Deutschland: Mehr als 35 Prozent der Menschen sind inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft. Das zeigt ein Blick auf das Impf-Dashboard des Robert Koch-Instituts am Montag (Stand: 10.15 Uhr). Insgesamt haben rund 44,6 Millionen Menschen (53,6 Prozent) mindestens eine Impf­dosis erhalten. 29,4 Millionen Menschen (35,4 Prozent) sind sogar bereits vollständig geimpft. Allein am Sonntag wurden 275.827 Impfdosen verabreicht.

Vom aktuellen Fortschritt der Impfkampagne zeigte sich Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) zufrieden. Auf Twitter schrieb er, damit sei das für Juni gesetzte Ziel, in Deutschland mindestens jeden Zweiten einmalig und mindestens jeden Dritten vollständig geimpft zu haben, übertroffen worden.

Karl Lauterbach geht inzwischen davon aus, dass eine Impfquote von mehr als 80 Prozent nötig sein werde. „In Israel steigt die Inzidenz trotz hoher Impfquote und Topwetter wieder an. Es zeigt sich: Echte Normalität wird nur mit einer sehr hohen Impfquote kommen“, wird der SPD-Politiker von der der „Rheinischen Post“ (Montag) zitiert.

Impfungen in Deutschland: Fast alle Bundesländer über 50-Prozent-Quote

Unter den Bundesländern verzeichnet Bremen mit 61,6 Prozent den höchsten Anteil Erstgeimpfter. Bis auf Sachsen (47,6 Prozent) liegen alle Bundesländer über der 50-Prozent-Marke. Das Saarland hat mit 41,8 Prozent den höchsten Anteil an vollständig Geimpften. Brandenburg ist mit 32,4 Prozent das Schlusslicht.

Corona in Deutschland: Zahlen sinken weiter, 40 Kreise ohne Neuinfektion

Unsere Erstmeldung vom 28. Juni 2021: Berlin - Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken weiter. Auch diesen Montag (28. Juni 2021) haben die Gesundheitsämter dem Robert Koch-Institut (RKI) weniger Neuinfektionen gemeldet als in der Vorwoche. Laut RKI-Dashboard wurden innerhalb eines Tages 219 Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 346 Ansteckungen gelegen. Auch die Sieben-Tage-Inzidenz ist laut RKI mit bundesweit 5,6 weiter rückläufig (Vortag: 5,7; Vorwoche: 8,6).

40 Kreise werden im Dashboard des RKI am Montag (Stand: 10 Uhr) mit einer Inzidenz von Null ausgewiesen. Somit ab es dort keine neue Infektion in den vergangenen sieben Tagen. Die höchste Inzidenz mit einem Wert von 46,4 findet sich im bayerischen Landkreis Lichtenfels.

Acht neue Todesfälle wurden im Zusammenhang mit Sars-CoV-2deutschlandweit binnen 24 Stunden gemeldet (Vorwoche 10). Der Sieben-Tage-R-Wert lag dem RKI zufolge am Sonntagabend bei 0,82 (Vortag: ebenfalls 0,82). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 82 weitere Menschen anstecken.

Corona in Deutschland: Delta-Variante bereitet Karl Lauterbach Sorgen

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach befürchtet trotz des anhaltenden positiven Trends eine Gefahr auf Deutschland zurollen. Grund ist die sogenannte Delta-Variante, die als ansteckender gilt und derzeit selbst in Ländern mit hoher Impfquote wie Israel für stark steigende Fallzahlen sorgt.

Corona-Impfung für Kinder: Lauterbach appelliert an Stiko

Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat Lauterbach deshalb aufgefordert, ihre eingeschränkte Empfehlung für die Corona-Impfung von Kindern zu überdenken. „In Großbritannien sind bereits viele Kinder mit Covid in der Klinik. Die Ständige Impfkommission argumentiert, dass Covid für Kinder harmlos sei. Für die Delta-Variante gilt dies meiner Ansicht nach aber nicht“, sagte Lauterbach der „Rheinischen Post“ (Montag).

Die Stiko hat bisher keine generelle Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren ausgesprochen. Sie empfiehlt Impfungen nur für 12- bis 17-Jährige mit bestimmten Vorerkrankungen wie Adipositas, Diabetes und chronischen Lungenerkrankungen. Das Gremium begründete seine Empfehlung vor knapp drei Wochen unter anderem damit, dass das Risiko einer schweren Covid-19-Erkrankung für die Altersgruppe gering sei.

Corona in Deutschland: Diskussion um Kinder-Impfungen

„Die Angaben der Stiko beziehen sich immer auf alte Varianten“, kritisierte Lauterbach. „Die Durchseuchung der Kinder mit der Delta-Variante ist zu riskant. Und Wechselunterricht ist keine Lösung.“ Andere Virologen und Experten dagegen halten die zurückhaltende Empfehlung der Stiko angesichts noch vieler Unsicherheiten in Bezug auf Impfungen bei Kindern für richtig. Alexander Kekulé etwa, bekannter Virologe von der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg, verweist auf die fehlenden Studien zu den Folgen von Corona-Impfungen bei Kindern.

Seit Beginn der Pandemie haben sich inzwischen 3.726.929 Menschen in Deutschland nachweislich mit Corona infiziert. Die Dunkelziffer dürfte allerdings deutlich höher liegen. (va mit Material der dpa)

Rubriklistenbild: © dpa/Carsten Koall

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