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Steigende Corona-Zahlen befeuern Sorge vor Überlastung der Krankenhäuser – „Kritische Situation“

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Von: Patrick Huljina

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Die Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter. Die Inzidenz macht erneut einen Sprung. Bei Experten wächst die Sorge vor einer Überlastung der Krankenhäuser.

Berlin - Der November steht vor der Tür und die Corona-Zahlen in Deutschland steigen weiter. Am Donnerstagmorgen (28. Oktober) meldete das RKI 28.037 Neuinfektionen und 126 neue Todesfälle innerhalb eines Tages. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz liegt inzwischen bei 130,2. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert noch bei 118,0 gelegen, vor einer Woche lediglich bei 85,6.

Die sogenannte Hospitalisierungs-Inzidenz gab das RKI am Mittwoch mit 3,07 an. Die Zahl der in Kliniken aufgenommenen Corona-Patienten je 100.000 Einwohner innerhalb von sieben Tagen ist mittlerweile der wichtigste Parameter für eine Verschärfung der Corona-Beschränkungen. Die Sorge vor einer Überlastung der Krankenhäuser wächst abermals.

Corona-Lage in Deutschland: „Kritische Situation in der Pandemie“

„Wir befinden uns in einer kritischen Situation der Pandemie“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Deutschen Krankenhausgesellschaft, Gerald Gaß, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Zahl der mit einer Covid-Infektion im Krankenhaus versorgten Patienten sei binnen einer Woche deutlich gestiegen.

„Wenn diese Entwicklung anhält, haben wir schon in zwei Wochen wieder 3000 Patienten auf Intensivstation“, warnte Gaß. „Auch wenn die Krankenhäuser dies leisten können, wird es dann nicht ohne Einschränkung des Regelbetriebs ablaufen können“, so der Verbandschef. Dann müssten die Mediziner in den Kliniken wieder planbare, weniger dringliche Behandlungen verschieben.

Im Infektionszimmer für Covid-19-Patienten auf der Interdisziplinären internistischen Intensivtherapiestation (ITS) der Universitätsmedizin Rostock arbeitet eine Pflegekraft an einem Patienten im künstlichen Koma.
Die Sorge vor einer erneuten Überlastung der Corona-Intensivstationen wächst. (Symbolbild) © Bernd Wüstneck/dpa

Weltärztepräsident warnt: „Wer sich jetzt nicht impfen lässt, ...“

„Wer sich jetzt nicht impfen lässt, obwohl er es machen könnte, riskiert sein Leben und das seiner Mitmenschen“, sagte der Vorsitzende des Weltärztebundes, Frank Ulrich Montgomery, der Augsburger Allgemeinen. Es müsse „alles in unserer Macht Stehende“ versucht werden, um die Impfraten zu erhöhen, mahnte er.

„Bei hoher Durchimpfung der Bevölkerung gibt es sehr viel mehr milde Verläufe – die müssen nicht ins Krankenhaus, aber viele Ungeimpfte erkranken nach wie vor schwer“, so der Weltärztepräsident. Zahlreiche Pflegekräfte und Ärzte hätten die Arbeit im Intensivbereich aufgegeben – auch, weil sie es leid seien, sich für die „Unvernunft von Impfgegnern“ abzurackern, erklärte Montgomery.

Zum Höhepunkt der Pandemie im Januar 2021 wurden mehr als 5700 Corona-Erkrankte in Deutschland intensivmedizinisch behandelt. Derzeit liegen nach Zahlen aus dem Intensivregister bundesweit fast 1800 Menschen auf der Intensivstation und knapp 4300 Patienten auf der Normalstation – Tendenz wieder steigend. (ph/dpa)

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