Verrückte Idee stößt auf Begeisterung

Impfstelle lockt mit „Bratwurst-Impfen“ - und erlebt regelrechten Ansturm

In Sonneberg lockte das „Bratwurst-Impfen“ zahlreiche Leute an.
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In Sonneberg lockte das „Bratwurst-Impfen“ zahlreiche Leute an.

Die Inzidenz steigt, die Impfbereitschaft sinkt. Da muss man kreativ werden, dachte sich auch der Ort Sonneberg, der mit „Bratwurst-Impfen“ einen regelrechten Ansturm erlebte.

Sonneberg - In Deutschland zeichnet sich in den Corona-Zahlen ein klarer Trend ab. Dieser reißt auch am Wochenende nicht ab. Seit rund dreieinhalb Wochen steigt die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland wieder an. Nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Samstagmorgen lag sie bundesweit bei 16,9. Am Freitag (30. Juli) betrug der Wert 16,5, am Samstag der Vorwoche (24. Juli) noch 13,6.

Corona: Inzidenz steigt, Impfbereitschaft sinkt - da ist auch mal Kreativität gefragt

Neuinfektionen wurden rund laut RKI rund 2400 innerhalb eines Tages gemeldet. Vor einer Woche waren es noch 1919 neue Ansteckungen. Zudem wurden den neuen Angaben zufolge innerhalb 24 Stunden insgesamt 21 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es noch 28 Todesfälle gewesen. Die Zahlen und die Verschärfung der Lage zeigen: Eine höhere Impfquote ist nötig. Allerdings wackelt es in diesem Punkt in Deutschland momentan.

Vielerorts lässt das Interesse an einer Corona-Impfung nach. Auch das RKI vermeldet sinkende Zahlen bei den wöchentlich verabreichten Impfdosen. Derzeit werden an vielen Tagen nur noch gut eine halbe Million Impfdosen verabreicht. Im Mai und Juni waren häufig mehr als eine Million, teils bis zu 1,4 Millionen, wie aus dem Impfdashboard hervorgeht. Um die Bereitschaft wieder zu erhöhen, greift so manch eine Impfstelle zu kuriosen Anreizen. In Thüringen löste eine solche Aktion nun einen kleinen Ansturm aus.

„Bratwurst-Impfen“ in Thüringen: Regelrechter Ansturm auf Impfstelle

Die kuriose wie simple Idee: Nach der Spritze gibt‘s eine Bratwurst umsonst. Das hatte sich der Ort Sonneberg am Freitag (30. Juli) überlegt. Für die Ansässigen offenbar ein attraktiver Anreiz. Normalerweise würden in der Impfstelle pro Tag durchschnittlich bis
zu 140 Impfungen verabreicht, sagte der Leiter des KV-Pandemiestabs, Jörg Mertz, der dpa. Wie der MDR berichtet, seien allerdings am Freitag allein bis zum Mittag schon mehr als 200 Personen geimpft worden, man rechnete mit insgesamt rund 500 Teilnehmern.

Das erstmals angebotene „Bratwurst-Impfen“ ist eine von mehreren Ideen, mit denen Thüringen der zunehmenden Impfmüdigkeit begegnen will. Dazu gehören nach Angaben des Gesundheitsministeriums auch Impfangebote bei Fußballspielen des Viertligisten FC Carl Zeiss Jena oder solche des Nachts.

In Bayern hat Markus Söder derweil kürzlich eine lang ersehnte Lockerung verkündet. (han/dpa)

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