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Corona in Deutschland: Inzidenz erneut angestiegen - RKI-Chef Wieler hat Erklärung parat

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Von: Patrick Huljina

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Die Sieben-Tage-Inzidenz in Deutschland ist am Mittwoch erneut leicht gestiegen. RKI-Chef Wieler hat eine Erklärung dafür parat. Der News-Ticker.

Update vom 2. Juni, 8.26 Uhr: In Deutschland wurden bislang insgesamt mehr als 50 Millionen Corona-Impfdosen verabreicht. Ab dem 7. Juni sollen auch die Betriebsärzte flächendeckend bei den Corona-Impfungen einbezogen werden. Wenige Tage vor dem Start der Impfkampagne in den Betrieben haben sich die deutschen Betriebs- und Werksärzte zufrieden über die Zahl der Impfdosen geäußert.

„Wir haben als Betriebsärzte ein Anfangskontingent von über 700.000 Dosen erhalten“, erklärte die Vizepräsidentin des Verbands Deutscher Betriebs- und Werksärzte (VDBW), Anette Wahl-Wachendorf, gegenüber der Rheinischen Post. Das sei deutlich besser als erwartet. Allerdings kritisierte sie die Vergütung. „20 Euro für eine aufsuchende Impfung sind nicht kostendeckend für den Aufwand des Impfprozedere. Da legen Ärzte faktisch drauf“, so die VDBW-Vizepräsidentin.

Corona in Deutschland: Inzidenz laut RKI erneut angestiegen

Update vom 2. Juni, 6.55 Uhr: Laut Robert Koch-Institut (RKI) ist die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz den zweiten Tag in Folge gestiegen. Die Inzidenz für Deutschland lag am Mittwochmorgen demnach bei 36,8 (Vortag: 35,2; Vorwoche: 46,8). RKI-Chef Lothar Wieler hatte über das offenbar gestoppte Absinken der Inzidenz bei einer Pressekonferenz am Dienstag (1. Juni) gesagt, dass Modellierungen einen leichten vorübergehenden Anstieg erwarten ließen. Das RKI bringe dies mit Öffnungsschritten in Verbindung, durch die sich die Chancen des Coronavirus erhöhten. Man rechne bei vorsichtigen Öffnungen allerdings nicht mit einem erneuten exponentiellen Wachstum der Fallzahlen, so Wieler.

Zudem meldeten die Gesundheitsämter dem RKI innerhalb eines Tages insgesamt 4917 Corona-Neuinfektionen. Im Vergleich zum Mittwoch der Vorwoche (26. Mai) ist das ebenfalls ein deutlicher Anstieg. Kurz nach dem verlängerten Pfingstwochenende wurden damals 2626 neue Corona-Fälle gemeldet. Laut RKI wurden am heutigen Mittwoch zudem 179 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es noch 270 Tote.

Jens Spahn (r, CDU), Bundesgesundheitsminister, und Lothar H. Wieler, Präsident des Robert Koch-Instituts (RKI), äußern sich in der Bundespressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage.
RKI-Chef Lothar Wieler (l.) und Gesundheitsminister Jens Spahn (r.) gaben am Dienstag eine Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Corona in Deutschland: Haus- und Kinderärzteverbände gegen generelle Impfkampagne für Kinder

Update vom 1. Juni, 9.50 Uhr: Der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer wurde am Montag in der EU für Jugendliche und Kinder ab zwölf Jahren zugelassen. Vertreter von Haus- und Kinderärzteverbänden haben sich nun gegen eine generelle Impfkampagne für diese Altersgruppe ausgesprochen.

Sie verwiesen bei Welt.de auf die dafür bislang nicht vorliegende Empfehlung der deutschen Ständigen Impfkommission (Stiko) sowie auf medizinische Bedenken. Jakob Maske, Sprecher der Berliner Kinder- und Jugendärzte, sagte gegenüber Welt.de: „Wir lassen uns von der Politik nicht treiben.“ Benedikt Brixius, Sprecher des Verbands der Kinder- und Jugendärzte im Saarland, formulierte es ähnlich: „Die Kinder- und Jugendmedizinier werden die fachlichen Empfehlungen der Stiko umsetzen.“

„Wenn wir impfen, tun wir das primär aus Eigennutz des Impflings“, sagte der Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ), Burkhard Rodeck. Bei Corona wisse man aber, dass insbesondere jüngere Kinder meistens eine sehr überschaubare primäre Krankheitslast hätten. Wenn diese gleichwohl geimpft werden sollten, geschehe dies vorrangig „aus Gründen des Fremdnutzens für die Erwachsenen“, damit diese „sich nicht anstecken und schwer erkranken“. Rodeck nannte dies „ein ethisches Dilemma“. Er wandte sich zwar nicht generell gegen Impfungen von Kindern. "Die Indikation sollte aber gut durchdacht sein", verlangte der Mediziner. Für chronisch kranke Kinder mit dem Risiko eines schweren Krankheitsverlaufs würde er eine Impfempfehlung sehr unterstützen.

Die Bundesregierung hat entschieden, dass sich auch Jugendliche und Kinder ab zwölf Jahren ab dem 7. Juni gegen Corona impfen lassen können. Dies gilt unabhängig von einer Empfehlung durch die Ständige Impfkommission.

Corona in Deutschland: RKI meldet leichten Anstieg der Sieben-Tage-Inzidenz

Indes liegt die Sieben-Tage-Inzidenz mit einem Wert von 35,2 erstmals seit drei Wochen wieder höher als am Vortag (35,2), wie das RKI vermeldete. Zuletzt gestiegen war die Inzidenz von 9. auf den 10. Mai, seitdem war sie kontinuierlich gefallen. Was der Inzidenz-Anstieg genau bedeutet, ist nur schwer einzuschätzen. Das RKI hatte nach dem Pfingstmontag (24.5.) darauf hingewiesen, dass der Feiertag zunächst zu weniger gemeldeten Erregernachweisen - und damit einer niedrigeren Inzidenz - geführt haben dürfte.

Auch die Zahl der Covid-19-Toten verzeichnet einen Ansteig. Deutschlandweit wurde den Angaben nach binnen 24 Stunden 153 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 33 Tote. Am Dienstagvormittag informieren Jens Spahn und RKI-Chef Lothar Wieler über die aktuelle Corona-Lage.

Corona: EU-Kommission verkündet Zulassung von Corona-Impfstoff für Kinder

Update vom 31. Mai, 18.20 Uhr: Die EU-Kommission hat am Montagnachmittag verkündet, dass der Corona-Impfstoff von Biontech/Pfizer künftig auch für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen wird. Damit ist es das erste Vakzin innerhalb der EU, mit dem auch Kinder geimpft werden können. Mit ihrer Entscheidung folgte die EU-Kommission der Empfehlung der Europäischen Arzneimittelbehörde (EMA).

Corona in Deutschland: Sachsen vergibt bereits Impf-Termine an Kinder

Update vom 31. Mai, 16.30 Uhr: Kinder ab 14 Jahren können sich in Sachsen ab dieser Woche um einen Impftermin bemühen. Das kündigte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) am Montag in Dresden an. Die Jugendlichen könnten demnach einen eigenen Termin in einigen Impfzentren vereinbaren.

Mit der Zulassung des Impfstoffes sei es möglich, dass sich Kinder und Jugendliche nun impfen lassen könnten, wenn sie es denn möchten, sagte Kretschmer. Die Europäische Arzneimittelbehörde EMA hatte am Freitag grünes Licht für die EU-Zulassung des Biontech-Präparats für Kinder von 12 bis 15 Jahren gegeben. Die formale Zulassung durch die EU-Kommission stand aber zunächst noch aus. Am Donnerstag haben Bund und Länder auf dem Impfgipfel entschieden, dass sich Kinder von 12 bis 15 Jahren in Deutschland impfen lassen dürfen.

Update vom 31. Mai, 14.35 Uhr: „Es geht voran“, teilte Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Montag via Twitter mit. Angaben des Robert Koch-Instituts zufolge waren mit Sonntag seit Beginn der Impfkampagne rund 49,9 Millionen Impfungen verabreicht worden. 14,6 Millionen Menschen haben den vollständigen Impfschutz erhalten. 43 Prozent der Gesamtbevölkerung (35.755.407 Menschen) wurden mindestens einmal geimpft. „Ab der nächsten Woche impfen dann erstmalig auch flächendeckend die Betriebsärzte mit“, so Spahn.

Zudem erwartet Spahn, dass bis Mitte Juli „an die 90 Prozent“ der impfwilligen Erwachsenen in Deutschland eine Impfung erhalten. Das sagte er am Sonntagabend in der ARD-Talkshow „Anne Will“. Dabei gehe er von einer Impfbereitschaft „von 70 bis 75 Prozent“ der Erwachsenen aus. Spahn verwies zugleich auf die Dynamik der Impfungen in Deutschland - waren zu Ostern erst 12 Prozent der Bürger geimpft, so sei die Zahl bis Pfingsten auf knapp 40 Prozent gestiegen.

„Long Covid“: Rund 350.000 Menschen in Deutschland betroffen

Update vom 31. Mai, 13.50 Uhr: Seit Beginn der Pandemie haben sich inzwischen mehr als 3,5 Millionen Menschen in Deutschland mit dem Coronavirus infiziert. Schätzungsweise kämpft jeder Zehnte mit Spätfolgen. „Für Deutschland bedeutet dies, dass rund 350.000 Menschen mittlerweile betroffen sind. Ich finde das ist eine unglaublich hohe Zahl“, erklärte Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) am Montag in Berlin.

Sie sprach von rund 50 verschiedenen und „sehr individuellen“ Symptomen von „Long Covid“. Für die weitere Erforschung stellt das Bundesforschungsministerium nach Karliczeks Angaben nun zunächst fünf Millionen Euro zur Verfügung. Das sei allerdings nur der erste Schritt. „Long Covid wird für unser Gesundheitswesen enorme Folgen haben. Wir stehen in der Gesellschaft vor einer großen Herausforderung und auch vor einem ernstzunehmenden Kostenpunkt“, so die Ministerin.

Corona in Deutschland: Lauterbach warnt vor Long-Covid-Erkrankungen

Update vom 31. Mai, 13.15 Uhr: SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach hat vor den Langzeitfolgen der Corona-Pandemie gewarnt. Dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) sagte er, es gebe zahlreiche Formen von „Long Covid“. Besonders schwerwiegend sei das Chronic Fatigue-Syndrom (CFS), erklärte Lauterbach. Es äußere sich vor allem durch Schmerzen, Schwäche, extreme Müdigkeit und Konzentrationsschwierigkeiten. Vor Corona habe die Zahl der CFS-Kranken in Deutschland bei etwa 250.000 gelegen. „Mit der Pandemie könnte sich diese Zahl verdoppeln“, fürchtete der Experte.*

„Es handelt sich um eine völlig unnormale physische und psychische Erschöpfung schon nach kleinsten körperlichen Anstrengungen“, stellte der SPD-Politiker klar. „Gleich, wie viel man schläft - die oft quälende totale Erschöpfung geht nicht weg“, erklärte er weiter. Lauterbach kritisierte zudem, dass in Deutschland keine Langzeitstudien zur Erforschung von „Long Covid“ aufgebaut würden. „Die Betroffenen werden womöglich lange nicht so leistungsfähig wie früher sein, sie werden mehrfach im Jahr ausfallen. Manche werden ganz ausscheiden“, warnte der Epidemiologe.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach im Bundestag.
SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach warnt vor Long-Covid-Erkrankungen. (Archivbild) © Michael Kappeler/dpa

Corona in Deutschland: Bund und Länder wollen schärfere Regeln gegen Test-Betrug

Update vom 31. Mai, 10.57 Uhr: Angesichts des Verdachts auf Abrechnungsbetrug bei Corona-Teststellen planen die Gesundheitsminister von Bund und Ländern schärfere Vorgaben. Wie die dpa nach Beratungen der Ressortchefs am Montag aus Teilnehmerkreisen erfuhr, sollen dafür kurzfristige Neuregelungen in der Testverordnung angestrebt werden.

Ansatzpunkte sollen demnach etwa sein, dass Sachkosten zur Zahl der Corona-Testkits von den Kassenärztlichen Vereinigungen mit den abgerechneten Tests abgeglichen werden. Die Teststellen könnten den Kassenärztlichen Vereinigungen ihre Steuer-Identifikationsnummer angeben müssen, damit Finanzämter abgerechnete Tests mit angegebenen Umsätzen abgleichen können. Die Zentren könnten zudem eine schriftliche Bestätigung des Gesundheitsamtes vorlegen müssen, dass sie Tests ordnungsgemäß vornehmen.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach sagte am Montagmorgen im ZDF-„Morgenmagazin“, er halte es für schwierig, die Geschäfte der Anbieter von Corona-Teststellen flächendeckend zu kontrollieren. „Ich glaube, es wird nur stichprobenweise überprüfbar sein“, so Lauterbach. Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits zuvor „stichprobenartig mehr Kontrollen“ angekündigt.

Corona in Deutschland: RKI meldet erneut sinkende Inzidenz

Erstmeldung vom 31. Mai: Berlin - Die Corona-Zahlen in Deutschland befinden sich weiterhin im Sinkflug. Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut innerhalb eines Tages 1978 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden 36 neue Todesfälle verzeichnet.

Auch der für Lockerungen der Corona-Maßnahmen wichtige Inzidenzwert ist bundesweit erneut gesunken. Laut RKI lag die Sieben-Tage-Inzidenz am Montagmorgen bei 35,1. In München liegt die Inzidenz nun bereits den fünften Tag in Folge unter dem Grenzwert von 35. Damit rücken in der bayerischen Landeshauptstadt weitere Erleichterungen der Corona-Beschränkungen in greifbare Nähe.

Corona in Deutschland: Betrugsverdacht bei Bürgertests zieht immer weitere Kreise

Seit dem vergangenen Wochenende zieht ein möglicher Abrechnungsbetrug bei Bürgertests immer weitere Kreise. Die Justiz ermittelt bereits. Der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz, Klaus Holetschek (CSU), kündigte nach dem Bekanntwerden von Betrugsvorwürfen gegen Corona-Teststellen in Bayern und Nordrhein-Westfalen Konsequenzen an.

„Wer sich an der Corona-Pandemie mit kriminellen Machenschaften bereichern will, gehört konsequent bestraft“, sagte der bayerische Gesundheitsminister vor einer für Montagmorgen geplanten Beratung der Länder-Gesundheitsminister mit Bundesminister Jens Spahn (CDU). „Bayern setzt sich dafür ein, dass alle Vorwürfe rasch aufgeklärt werden“, so Holetschek.

Menschen stehen am Stuttgarter Schlossplatz vor einem Testzentrum an.
Corona-Testzentren sind in vielen Städten wie Pilze aus dem Boden geschossen. Der Verdacht des Abrechnungsbetrugs zieht nun immer weitere Kreise. (Symbolbild) © Christoph Schmidt/dpa

Wo ein möglicher Schaden noch abwendbar sei, würden alle Maßnahmen ergriffen, um das zu tun, versicherte er. Zudem forderte der Vorsitzende der Gesundheitsministerkonferenz eine andere Auszahlungspraxis: „Bei Verdacht auf betrügerisches Vorgehen dürfen die Vergütungen erst nach Prüfung ausgezahlt werden.“ Wie ein Sprecher des Gesundheitsministeriums am Sonntag der dpa mitteilte, sei in Bayern „konkret ein Fall bekannt, in dem die Behörden ermitteln“.

Corona in Deutschland: Spahn fordert „zusätzliche Kontrollen“ bei Test-Anbietern

Bundesgesundheitsminister Spahn sieht einen Bedarf an mehr Kontrollen bei Anbietern von Corona-Tests. „Gerade bei den privaten Dienstleistern braucht es offenkundig noch zusätzliche Kontrollen“, erklärte der CDU-Politiker am Sonntagabend in der ARD- Sendung „Anne Will“. Man könne die Testzentren nicht aus Berlin heraus kontrollieren. Das sei nur durch die Gesundheitsämter vor Ort möglich. Darüber werde er auch am Montag mit den Gesundheitsministern der Länder sprechen.

Der Hauptgeschäftsführer des Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, sprach von einem typischen Schwarze-Peter-Spiel. „Der Bund schiebt die Verantwortung auf die Kassenärztlichen Vereinigungen und die Länder, und die schieben sie zurück an den Bund“, erklärte er gegenüber der Rheinischen Post. Landsberg stellte klar, dass der Bund als Auftraggeber für eine angemessene Kontrolle bei den kostenlosen Bürgertests verantwortlich sei. „Die Gesundheitsämter der Kommunen können das nicht auch noch tun, die sind schon völlig überlastet“, sagte er weiter. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA(ph/dpa)

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