News-Ticker zur Pandemie

Corona in Deutschland: Inzidenz sinkt unter 30 - CDU-Politiker fordert massive Lockerungen

Die Corona-Zahlen in Deutschland machen weiterhin Mut. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist am Freitagmorgen unter 30 gesunken. Der News-Ticker.

  • Die Corona-Zahlen in Deutschland machen weiterhin Mut. Am Freitag sank die Inzidenz unter 30. (siehe Update vom 4. Juni, 7.35 Uhr)
  • Der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Thüringen hat sich für eine Aufhebung aller Beschränkungen ab einer Inzidenz von 20 ausgesprochen. (siehe Update vom 4. Juni, 8.25 Uhr)
  • Eine Studie der Uni Magdeburg untersucht die Dunkelziffer an Corona-Infektionen und zeigt überraschende Ergebnisse. (siehe Update vom 3. Juni, 17.23 Uhr)
  • Dieser News-Ticker ist beendet. Die Fortsetzung ab dem 4. Juni finden Sie hier.

Update vom 4. Juni, 8.25 Uhr: „Spätestens ab einem Inzidenzwert von 20 müssen wir alle Corona-Beschränkungen streichen“, forderte der CDU-Spitzenkandidat für die Landtagswahl in Thüringen, Mario Voigt, in einem Gespräch mit der Bild. Der Politiker hat sich damit für eine komplette Aufhebung aller Corona-Beschränkungen bei entsprechender Infektionslage ausgesprochen.

„Wir dürfen den Menschen in Deutschland nicht mit unnütz gewordenen Maßnahmen den Sommer vermiesen“, betonte der CDU-Politiker. Es sei an der Zeit, „endlich den Menschen was zuzutrauen“, forderte Voigt weiter.

Corona in Deutschland: Inzidenz sinkt unter 30

Update vom 4. Juni, 7.35 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) innerhalb eines Tages 3165 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden 86 neue Todesfälle verzeichnet. Im Vergleich zum Freitag vor einer Woche (28. Mai) ist das ein deutlicher Rückgang der Zahlen: damals waren es insgesamt 7380 neue Corona-Fälle und 192 Tote.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist ebenfalls erneut gesunken. Laut RKI lag der bundesweite Wert am Freitagmorgen bei 29,7 (Vortag: 34,1; Vorwoche: 39,8). In ganz Deutschland hat inzwischen nur noch ein Landkreis eine Inzidenz über 100, dem Wert für die Bundes-Notbremse: der Landkreis Hildburghausen in Thüringen mit einer Inzidenz von 115,5.

Die bundesweite Inzidenz ist unter 30 gefallen. Immer mehr Corona-Maßnahmen können gelockert werden. (Symbolbild)

Corona in Deutschland: Studie zu Infektions-Dunkelziffer überrascht

Update vom 3. Juni, 17.23 Uhr: Eine aktuelle Studie der Universität Magdeburg zeigt: Von einer Herdenimmunität sind wir in Deutschland noch weit entfernt. Nur 13 Prozent der getesteten 2138 Probanden aus dem Großraum Magdeburg hatten laut Studie Antikörper gegen das Coronavirus im Blut.

Achim Kaasch, Leiter des Institutes für Medizinische Mikrobiologie und Krankenhaushygiene (IMMB) resultiert laut mdr: „Unsere Studie zeigt, dass wir noch weit entfernt von einer breiten Immunität in der Bevölkerung sind. Das bedeutet, dass das Virus nach wie vor viele Möglichkeiten hat, sich weiter auszubreiten.“ Er halte aus diesem Grund konsequentes Testen und die Einhaltung der AHA-Regeln auch mit Blick auf den Herbst weiterhin für notwendig. 

Viele Coronavirus-Infektionen bleiben immer noch unentdeckt. Antikörper im Blut weisen unentdeckte Fälle nach.

Studie zeigt Dunkelziffer bei Coronavirus: Jede zweite Infektion blieb unentdeckt

Was dennoch überrascht ist die Dunkelziffer der an Corona erkrankten Probanden. Ziel der Studie war es, unentdeckte Infektionen genauer zu beleuchten. Von den 1895 ungeimpften Studienteilnehmern hätten 110 Antikörper entwickelt aber nur 57 hätten von ihrer Sars-CoV-2-Infektion gewusst, erklärt Kaasch gegenüber der Bild am Donnerstag. „Die andere Hälfte war zum Teil sehr überrascht, zum Teil haben sie es vermutet. Diese Fälle sind nicht in die offizielle Statistik eingegangen.“

Update vom 3. Juni, 16.16 Uhr: In Sachsen werden ab dieser Woche auch Impftermine für Kinder und Jugendliche vergeben. Junge Personen ab 14 Jahren aufwärts dürfen ab dieser Woche einen eigenen Impftermin in den Zentren vereinbaren. Das kündigte Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bereits am Montag in Dresden an.

„Geimpft, genesen und getestet - das sind drei Dinge, die gleichberechtigt stehen und die uns das Leben und die Normalität zu einem Großteil wieder möglich machen“, so der Ministerpräsident. In den vergangenen Monaten hätten Kinder und Jugendliche viel durchgemacht und große Solidarität bewiesen, sagte Kretschmer laut dpa.

Corona in Deutschland: Laschet gegen Impfpriorisierung von Kindern und Jugendlichen - Stiko-Chef zögert

Update vom 3. Juni, 9.15 Uhr: Armin Laschet, Vorsitzender der CDU und Kanzlerkandidat der Union, lehnt die Impfpriorisierung von Kindern und Jugendlichen zunächst ab. Gegenüber den Zeitungen der Funke Mediengruppe erklärte der Ministerpräsident von Nordrhein-Westfalen seine Position folgendermaßen: „Die Europäische Arzneimittelbehörde hat Biontech jetzt auch für Kinder zwischen zwölf und 16 zugelassen. Damit ist aber nicht mehr Impfstoff da“ - die aktuelle Priorisierung bleibe deshalb richtig, man müsse zunächst diejenigen impfen, die am stärksten gefährdet sind. Laschet spricht sich außerdem dafür aus, eine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) abzuwarten.

Armin Laschet.

Stiko-Chef Thomas Mertens wiederum bat im NDR-Podcast Das Coronavirus-Update um Verständnis für die bislang eher zögerliche Haltung der Kommission zu den Impfungen bei Kindern zwischen 12 und 16 Jahren: „Den Kindern bietet man ja kein Lakritzbonbon an, das ist ein medizinischer Eingriff, und der muss eben entsprechend indiziert sein“. Aktuell seien die Daten aus den Zulassungsstudien der Impfstoff-Hersteller nicht ausreichend „um eine belastbare Aussage über die Sicherheit in dieser Altersgruppe zu machen“, so Mertens.

Update vom 3. Juni, 7.29 Uhr: In Deutschland sind innerhalb eines Tages 4640 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden zudem 166 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem Erreger gemeldet. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank auf 34,1. Vergangenen Donnerstag hatte das RKI noch 6313 Neuansteckungen und 269 Todesfälle gemeldet.

Die gute Nachricht: Nachdem die Inzidenz zuletzt leicht gestiegen war, geht sie nun wieder nach unten. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Mittwoch noch bei 36,8.

Update vom 2. Juni, 22.15 Uhr: Die Corona-Zahlen sinken und so dürfen in manchen Regionen und Städten sogar bereits die Kinos und Theater unter Vorlagen bereits wieder öffnen. In Mainz ist nun ein besonderes Projekt geplant. Das Staatstheater Mainz soll zum Modellprojekt werden. Von Donnerstag an ist es damit nicht mehr an die 100-Gäste Regelung gebunden. Im Großen Haus dürfen stattdessen 350 und im Kleinen Haus 170 Besucher Platz nehmen.

Zu den Vorstellungen gelten besondere Hygienevorschriften. Abstands-, Wegeführung und Lüftungsvorgaben müsse eingehalten werden. Zudem müssen Besucher medizinische Masken tragen. Einlass gibt es zudem nur für negativ getestete Besucher oder Menschen, die vollständig geimpft oder genesen sind.

Corona in Deutschland: Delta-Mutante spielt weiterhin untergeordnete Rolle in Deutschland

Update vom 2. Juni, 19.34 Uhr: Während die Bundesregierung die Notlage verlängern will, gibt es vom RKI scheinbar gute Nachrichten. Die vor einigen Wochen als besorgniserregend eingestufte Corona-Variante Delta (B.1.617.2) spielt in Deutschland nach Daten des Instituts weiter eine untergeordnete Rolle. Der Anteil der Mutante, die zunächst in Indien festgestellt wurde, betrug Ende Mai 2,1 Prozent. In den Wochen zuvor hatte der Anteil leicht, aber beständig zugenommen, auf bis zu 2,4 Prozent.

Damit liegt die Variante auf Platz 2 der Mutationen in Deutschland. Jedoch weit hinter B.1.1.7 oder der britischen Variante, die auf rund 93 Prozent kommt.

Corona in Deutschland: Bundesregierung will Pandemie-Notlage weiter verlängern - Weitere drei Monate?

Update vom 2. Juni, 18.25 Uhr: Die Bundesregierung will die Pandemie-Notlage nationaler Tragweite erneut verlängern. Das erfuhr die dpa heute aus Koalitionskreisen. Die Notlage-Regelung gilt als rechtliche Grundlage für Corona-Regelungen - etwa zu Impfungen und Testkosten. Wann diese Verlängerung genau greifen soll, sei noch offen. Das Nachrichtenportal ThePioneer zitierte aus einem Bundestagsantrag der großen Koalition, wonach eine Verlängerung für weitere drei Monate erforderlich sei. Aktuell würden sich Deutschland und die Welt in einer sensiblen Phase befinden. Die Infektionszahlen seien auf einem nennenswerten, zum Teil sogar hohen Niveau, gleichzeitig werde zunehmend geimpft.

Die Impfkampagne schreitet immer weiter voran. Doch die Zahl der gelieferten Impfdosen ist weiterhin ein limitierender Faktor. So verkündete NRW heute: Bis Mitte Juni wird es in den Impfzentren trotz Aufhebung der Priorisierung keine Erstimpfungen geben.
„Das ist wie Happy Hour in der Sperrstunde“, sagt SPD-Fraktionschef Thomas Kutschaty.

Corona in Deutschland: Bereits 70 Prozent der impfbereiten Erwachsenen erstgeimpft

Update vom 2. Juni, 15.25 Uhr: Am Montag soll die Impfpriorisierung fallen. Dazu gab Gesundheitsminister Jens Spahn heute eine überraschende Einschätzung ab. 70 Prozent der impfbereiten Erwachsenen in Deutschland seien laut Spahn bereits mindestens erstgeimpft. Die Impfbereitschaft wird als 75 Prozent angenommen. „Wir haben enorm an Geschwindigkeit gewinnen können“, sagte der Gesundheitsminister. Der Impfstoff sei noch knapp, „aber wir werden Tag um Tag besser“.

Ab Montag werden zudem die Betriebsärzte in größerem Umfang in die Impfkampagne aufgenommen. Sie erhalten laut Spahn in der ersten Woche mehr als 700.000 Impfdosen des Herstellers Biontech/Pfizer.

Corona in Deutschland: Fünf Corona-Teststellen nach Kontrollen geschlossen

Update vom 2. Juni, 13.45 Uhr: Im Berliner Bezirk Neukölln sind nach Kontrollen von Corona-Teststellen insgesamt fünf Einrichtungen geschlossen worden. Am Dienstag seien dort „strukturelle Defizite“ bei den Hygienemaßnahmen und dem Testablauf festgestellt worden, teilte ein Sprecher des Bezirks am Mittwoch auf Anfrage der Nachrichtenagentur AFP mit.

Angesichts der Gesundheitsgefahr habe der Bezirk beschlossen, die fünf Corona-Teststationen umgehend zu schließen und erst im Nachgang genauer zu prüfen. Anlass für die Kontrollen seien Beschwerden über die Corona-Hotline des Bezirks gewesen. Wie der Sprecher weiter mitteilte, sollen die Kontrollen nun ausgeweitet werden. In den kommenden Wochen sollen alle 120 in Berlin-Neukölln registrieren Corona-Teststellen überprüft werden.

Corona in Deutschland: Bundeskabinett billgt Änderung der Impfverordnung

Update vom 2. Juni, 13.05 Uhr: Bei den Corona-Impfungen in Deutschland fällt die Priorisierung mit einer festen Reihenfolge wie vorgesehen zum kommenden Montag weg. Am Mittwoch billigte das Bundeskabinett die Änderungen der Impfverordnung, die Gesundheitsminister Jens Spahn nun verkünden kann.

Corona in Deutschland: Ärztepräsident Reinhardt gegen allgemeine Impfempfehlung für Kinder

In der Debatte um die Corona-Impfung von Kindern ab zwölf Jahren hat sich der Präsident der Bundesärztekammer, Klaus Reinhardt, gegen eine allgemeine Impfempfehlung ausgesprochen. Man müsse sich „wie bei jeder medizinischen Intervention - auch beim Impfen - überlegen, wie stehen Risiko und Nutzen in welchem Verhältnis“, sagte Reinhardt am Mittwoch im Inforadio des rbb. Der Ärztepräsident plädierte dafür, die Eltern über die Corona-Impfung ihrer Kinder entscheiden zu lassen.

Da junge Menschen überwiegend nur leicht und oberflächlich erkranken oder sogar symptomlos die Infektion durchleben würden, „muss man sich überlegen, ob das ein ausreichender Grund ist, um einen Menschen zu impfen“. Auch mit Blick auf noch unbekannte Nebenwirkungen „sind wir der Auffassung, dass man das individuell im Einzelfall entscheiden sollte“, erklärte Reinhardt weiter.

Aktuell beurteilt er das Risiko für Kinder in der Corona-Pandemie auch ohne Impfung als gering. Sollte sich allerdings aufgrund von Daten herausstellen, dass Kinder verstärkt mit Long-Covid-Folgen zu kämpfen haben, würde das die Situation verändern. „Dann würde man sagen, alle Probleme, die durch das Impfen entstehen können, wiegen den Nutzen, den man dadurch erreicht, dass man Long-Covid verhindert, nicht auf“, meinte der Ärztepräsident. Bislang gebe es jedoch keine Daten und damit keinen Grund, „Kinder flächendeckend zu impfen“.

Corona in Deutschland: RKI meldete leichten Anstieg der Inzidenz

Erstmeldung vom 2. Juni: Berlin - Die Corona-Lage in Deutschland hat sich in den vergangenen Wochen deutlich entspannt. Vielerorts gibt es Lockerungen der Maßnahmen. Wie Lothar Wieler, der Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI), bei einer Pressekonferenz am Dienstag (1. Juni) mitteilte, war allerdings zu erwarten, dass diese ersten Öffnungsschritte zu einem leichten vorübergehenden Anstieg der Corona-Zahlen führen würden.

So meldete das RKI nach mehreren Wochen des Inzidenz-Sinkflugs am Dienstag und auch am heutigen Mittwochmorgen wieder eine steigende bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz. Laut RKI-Dashboard lag der Wert bei 36,8 (Vortag: 35,2; Vorwoche: 46,8). Zudem meldeten die Gesundheitsämter innerhalb eines Tages insgesamt 4917 Corona-Neuinfektionen und 179 neue Todesfälle in Deutschland.

Dennoch deutet weiterhin vieles auf eine Rückkehr zu immer mehr „Normalität“ hin. „Es kann ein guter Sommer werden“, erklärte auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bei der Pressekonferenz zur aktuellen Corona-Lage am Dienstag (1. Juni) im Berlin. Er will den Sommer in diesem Jahr nutzen, um sich besser auf die Pandemie-Lage im Herbst vorzubereiten als noch im vergangenen Jahr.

Gesundheitsminister Jens Spahn kündigte für diesen Sommer intensive Vorbereitungen auf eine mögliche vierte Welle an.

Corona in Deutschland: Spahn will sich im Sommer besser auf eine mögliche vierte Welle vorbereiten

Nach den Sommerferien 2020 kam es in Deutschland zu einem schnellen Anstieg der Zahl an Corona-Neuinfektionen im Herbst. Schnelle Gegenmaßnahmen konnten damals nicht eingeleitet werden. Um eine vierte Welle der Corona-Pandemie im Herbst 2021 zu vermeiden oder möglichst klein zu halten, sollten die Vorbereitungen der nötigen Schritte „deutlich früher beginnen“, sagte Spahn am Mittwoch im ZDF-„Morgenmagazin“.

„Wir werden tatsächlich dieses Mal noch intensiver im Sommer darüber reden und uns darauf vorbereiten“, versprach der Bundesgesundheitsminister. Spahn fügte hinzu, dass er sich frühzeitig mit dem RKI zu diesen Themen austauschen wolle. RKI-Präsident Wieler mahnte am Dienstag ebenfalls, den in den vergangenen Wochen erreichten Erfolg nicht leichtfertig zu verspielen. Man habe die dritte Welle der Corona-Pandemie gebrochen. „Jetzt müssen wir diesen Erfolg nutzen, um die Infektionszahlen weiter zu senken. Lassen Sie uns dafür den Sommer nutzen“, so Wielers Appell. (ph/dpa/afp)

Rubriklistenbild: © Uwe Anspach/dpa

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