News-Ticker zu Sars-CoV-2-Pandemie

Notfalls mit Zwangslizensierung: SPD will Impf-Kampagne massiv beschleunigen - Aktuelle Zahlen machen weiter Hoffnung

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland sinken. Kanzlerin Angela Merkel und Jens Spahn sind optimistisch. Die SPD will die Impfstoffproduktion erhöhen. Der News-Ticker.

  • Die SPD fordert eine Steigerung der Impf-Produktion. Unabhängig von Patent-Fragen.
  • Angela Merkel und Jens Spahn machen Hoffnungen auf den Sommerurlaub (Update vom 8. Mai, 18.30 Uhr).
  • Die 7-Tage-Inzidenz in Deutschland sinkt laut RKI weiter.
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Lage in Deutschland wird fortlaufend aktualisiert.

Update vom 9. Mai, 13.07 Uhr: Die SPD will die Produktion von Corona-Impfstoffen massiv ankurbeln. „Wo die freiwillige Lizenzierung nicht ausreicht, ist von der Möglichkeit der Zwangslizensierung Gebrauch zu machen“, heißt es im Initiativantrag für den Online-Parteitag in Berlin, „eine Steigerung der Produktion ist möglich, wenn Impfstoffentwickler freiwillig kooperieren, freie Produktionskapazitäten zur Verfügung stellen, Lizenzen mit anderen Herstellern teilen und sich bereit erklären, die notwendige Technologie zu transferieren.“

Die Vereinbarung über handelsbezogene Rechte geistigen Eigentums der Welthandelsorganisation sehe diese Möglichkeit auch vor, erklärt die SPD. Unabhängig von Patent-Fragen müsse die Produktion der Impfstoffe erhöht werden. Dafür ruft die Partei die EU und die USA dringend dazu auf, an einem Strang zu ziehen.

Corona-Zahlen vom Sonntag machen weiter Hoffnung

Update vom 9. Mai, 8.35 Uhr: Das Robert-Koch-Institut meldet erneut gesunkene Corona-Zahlen. Am Wochenende verzeichnet das Amt jedoch meist ohnehin geringere Werte, da nicht alle Gesundheitsämter melden. Im Vergleich zur Vorwoche ist die Gesamtzahl der Neuinfektionen zwar leicht gestiegen, die anderen Parameter sinken jedoch stetig.

12.656 Neuinfektionen innerhalb der letzten 24 Stunden zeigt das Dashboard des RKI. Am Sonntag zuvor waren es 12.290. Die 7-Tages-Inzidenz ist allerdings weiter rückläufig. Am Sonntag (9. Mai) liegt sie bundesweit bei 118,6. Eine Woche zuvor lag sie mit 146,5 noch deutlich darüber. Und bleibt auch der R-Wert in Deutschland unter der wichtigen Marke von 1. Er hält sich bei 0,91.

Corona-Lage in Deutschland entspannt sich offenbar: Merkel macht Hoffnung auf Sommerurlaub in der EU

Update vom 8. Mai, 18.30 Uhr: Die Corona-Lage in Deutschland scheint sich zu entspannen und auch die Hoffnung auf einen Sommerurlaub wächst und wächst. „Innerhalb der EU wird das Reisen voraussichtlich nicht von der Impfung abhängig sein“, sagte Jens Spahn. Der Gesundheitsminister sieht angesichts der aktuellen Entwicklungen in der Corona-Pandemie gute Chancen für einen problemlosen Sommerurlaub in den EU-Staaten. „Auch mit den Testungen wird man sich europaweit gut bewegen können“, sagte er der Rheinischen Post.

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) zeigte sich ebenfalls optimistisch, dass Sommerurlaub auf für Ungeimpfte möglich sein wird. Wenn man sehe, welch niedrige Inzidenzen einige europäische Partnerländer wie Portugal jetzt schon hätten, „dann bin ich sehr hoffnungsfroh, dass wir auch insgesamt uns das leisten können, was auch im vergangenen Sommer möglich war.“ Das sagte die Kanzlerin am Samstag nach dem EU-Gipfel in Porto, zu dem sie sich wegen der Corona-Pandemie von Berlin aus hatte zuschalten lassen. „Von wann an das der Fall ist, das kann ich noch nicht sagen, den Tag benennen.“

In einem Pressestatement machte Angela Merkel Hoffnung auf den Sommerurlaub.

Corona in Deutschland: „Scheinen die dritte Welle gebrochen haben“

Des Weiteren sagte Merkel: „In Deutschland scheinen wir auch die dritte Welle gebrochen zu haben.“ Dort, wo die Inzidenzwerte fallen würden, „werde auch in Deutschland nun schrittweise mehr möglich sein. „Das wird hoffentlich für ganz Europa so sein.“

Auf Nachfrage betonte sie schließlich, die Möglichkeit eines Sommerurlaubs in Europa gelte „selbstverständlich“ auch für Ungeimpfte, wie im vergangenen Jahr. Damals sei „das Thema Impfen noch ein theoretisches“ gewesen, es habe auch keinen Zugang zu Tests in großem Umfang gegeben. Im vergangenen Sommer habe man sich mit Inzidenzen von 2, 3 und 4 viel Freiheit erlauben können. Deshalb sage sie immer wieder: „Runter mit den Inzidenzen, das bedeutet Freiheit für alle Menschen dann. Und dann haben wir noch die zwei Helfer Impfen und Testen dazu. Damit sollten wir besser dastehen.“

Corona in Deutschland: Inzindenz sinkt weiter

Update vom 8. Mai, 11.23 Uhr: In Deutschland sind innerhalb eines Tages 15.685 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Samstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden zudem 238 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Erreger gemeldet.

Die Zahl der Neuinfektionen war um 2800 Fälle niedriger als am Vortag. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sank weiter auf nunmehr 121,5, nachdem am Vortag ein Wert von 125,7 und am vergangenen Samstag ein Wert von 148,6 gemeldet worden war.

Die Sieben-Tage-Inzidenz ist ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen. Sie gibt die Zahl der Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner innerhalb einer Woche an.

Corona in Deutschland: Hamburg und Berlin wollen Außengastronomie öffnen

Update vom 7. Mai, 22.46 Uhr: Nach Hamburg (Update um 17.44 Uhr) soll es auch in Berlin schon bald Corona-Lockerungen geben. Schon ab kommendem Freitag (14. Mai) könnte die Außengastronomie öffnen. Voraussetzung ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz fünf Tage in Folge unter 100 bleibt. Aktuell weist die Hauptstadt 98,6 Fälle pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen auf.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) hat für diesen Fall Lockerungen für die Bereiche Sport, Kultur und eben Außengastronomie in Aussicht gestellt.

Bald wieder im Einsatz? Stühle vor einem Lokal in Berlin-Mitte.

Corona in Deutschland: R-Wert nimmt zu - bleibt aber unter 1

Update vom 7. Mai, 20.27 Uhr: Die Reproduktionszahl in Deutschland bleibt in einem stabilen Bereich. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Freitagabend bei 0,91 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 91 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona in Deutschland: Laschet will möglichst im Juli allen Impfangebot machen

Update vom 7. Mai, 18.42 Uhr: CDU-Chef Armin Laschet hält ein Impfangebot für alle impfwilligen Menschen schon im Juli für möglich - zwei Monate früher als es Kanzlerin Angela Merkel in Aussicht gestellt hatte. „Ich halte es mit Blick auf die aktuelle Impfstofflieferung für möglich, dass wir das Ziel früher erreichen können“, sagte der nordrhein-westfälische Ministerpräsident der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Wenn „pragmatisch, strategisch und effektiv“ geimpft werde, „dann kann es auf jeden Fall klappen, dass das Versprechen der Kanzlerin nicht nur erfüllt, sondern übererfüllt wird“.

Kanzlerin Merkel hatte den impfwilligen Menschen ein Angebot bis Ende des Sommers, also bis 21. September, in Aussicht gestellt. Ähnlich wie Laschet hatte sich auch schon Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geäußert: Es sei „sicherlich im Juli“ der Zustand zu erreichen, „wo wir eigentlich alle, die unbedingt wollten, geimpft haben werden“, hatte er am Dienstag beim Ärztetag gesagt.

Update vom 7. Mai, 17.44 Uhr: Die nächtliche Ausgangssperre in Hamburg steht kurz vor dem Ende. Das kündigte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Freitag im Anschluss an eine Sondersitzung des Senats an. Voraussetzung sei jedoch, dass die Sieben-Tage-Inzidenz bei den Corona-Neuinfektionen an fünf Werktagen stabil unter 100 bleibe. Am Freitag lag sie mit 92,3 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche den dritten Tag unter diesem Wert.

Darüber hinaus sollen die Kitas am 17. Mai vom erweiterten Notbetrieb wieder in den eingeschränkten Regelbetrieb wechseln. Damit ist dann in jedem Fall eine Betreuung von 20 Stunden an mindestens drei Tagen gewährleistet. Bisher sind die Kitas grundsätzlich geschlossen; Kinder werden nur im Notfall betreut. Außerdem sollen Schülerinnen und Schüler aller Altersstufen vom 17. Mai an im Wechselunterricht in die Schule dürfen.

Seit Karfreitag herrscht in der zweitgrößten Stadt Deutschlands eine strenge Ausgangsbeschränkung zwischen 21 und 5 Uhr. Die Lebensmittelläden müssen ebenfalls bereits um 21 Uhr schließen. Ausgenommen sind Arbeitswege oder Notfälle. Auch die körperliche Betätigung von einzelnen Personen ist nachts erlaubt, ebenso die Versorgung von Tieren, also etwa das Ausführen von Hunden.

Corona in Deutschland: Neuer Biontech-Deal kommt - aber mit satter Preiserhöhung

Update vom 7. Mai, 16.41 Uhr: Die Europäische Union (EU) will sich schon jetzt mit Impfstoff für die nächsten Jahre eindecken. Besonders wichtig ist dabei der Schutz vor Mutationen und eine Impfung für Kinder und Jugendliche. Ein neuer Vertrag mit den Herstellern Biontech und Pfizer ist dazu wohl bereits ausgehandelt worden. Das berichtet die Welt. Demnach gehe der Deal aus einem Schreiben des Finanzministeriums hervor. 900 Millionen Dosen soll die EU ab Dezember 2021 bis ins Jahr 2023 bekommen. Deutschland erhält anteilig 165 Millionen Impfdosen. Der Preis für das Vakzin erhöht sich allerdings beträchtlich. Künftig wird eine Dosis statt 15,50 Euro satte 23,20 Euro kosten.

Der Preisanstieg wird in Brüssel mit strengeren Bedingungen für die Hersteller begründet. Außerdem gebe es veränderte Bedingungen in Produktion und klinischer Testung. Die EU hatte die Pharmaunternehmen im vergangenen Jahr finanziell unterstützt. Dies war in die aktuellen Preise eingerechnet. Daher seien die Preise nicht vergleichbar. Eine offizielle Bestätigung der EU-Kommission gab es zunächst nicht.

Corona in Deuschland: Vakzin von Johnson&Johnson bald erst ab 60 Jahren freigegeben?

Update vom 7. Mai, 14.30 Uhr: Aktuell prüft die Ständige Impfkommission (Stiko) das Vakzin von Johnson & Johnson. Womöglich soll der Impfstoff aber nur für Menschen ab 60 Jahren freigegeben werden. Diese Empfehlung werde das Gremium am Montag aussprechen, berichtete das Magazin „Spiegel“ am Freitag.  Jüngere sollen den Impfstoff demnach aber nach Aufklärung durch einen Arzt weiter nutzen dürfen.

Ähnlich wie bei Astrazeneca wurden auch beim Impfstoff von Johnson&Johnson in einzelnen Fällen Blutgerinnsel nach einer Impfung beobachtet. Die USA hatten die Impfungen damit deshalb vorübergehend ausgesetzt. In der EU ist der Impfstoff bereits seit März zugelassen, wurde aber bislang kaum eingesetzt. Ende März hatte sich die Stiko dafür ausgesprochen Astrazeneca nur noch an Ältere abzugeben. Am Donnerstag wurde die Priorisierung für den Corona-Impfstoff aufgehoben.

Impfstoff von Johnson & Johnson wird in Deutschland womöglich nur an über 60-Jährige abgegeben.

Impfquote in Deutschland steigt - rund ein Drittel hat nun die Erstimpfung

Update vom 7. Mai, 12.23 Uhr: War vor einigen Wochen nur ein sehr kleiner Teil der Bürger:innen in Deutschland geimpft, sind es jetzt schon 31,5 Prozent der Menschen. Sie haben zumindest eine Erstimpfung erhalten. Das teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) mit Verweis auf das Impfquotenmonitoring des Robert Koch-Instituts (RKI) am Freitag bei einer Pressekonferenz mit. Den vollen Impfschutz erhielten demnach bislang 8,8 Prozent der Bevölkerung.

Die meisten Impfungen an einem Tag seit Beginn der Kampagne waren am Mittwoch der vergangenen Woche verabreicht worden. An diesem Tag wurden 1.116.608 Vakzine verspritzt. Am Donnerstag (6. Mai) wurden laut RKI 932.495 Impfungen gemeldet. Die höchste Impfquote unter den Bundesländern hat das Saarland, das Schlusslicht bildet Brandenburg.

Jens Spahn warnt vor Lockerungen und erklärt Astrazeneca-Freigabe

Update vom 7. Mai, 10.21 Uhr: Nachdem Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) bereits am Donnerstagabend angekündigt hatte, die Priorisierung für Astrazeneca aufzuheben, erklärte er am Freitag seine Beweggründe in einer gemeinsamen Pressekonferenz mit RKI-Chef Lothar Wieler. Dabei ging er auch auf die aktuell sinkenden Fallzahlen ein und mahnte zur Vorsicht. „Die dritte Welle scheint gebrochen“, so Spahn. Jetzt müsse die positive Entwicklung bestätigt werden. Vorschnelle Öffnungen seien problematisch.

Das Tempo der Impfkampagne in Deutschland nimmt immer weiter zu. Um diese Entwicklung noch weiter zu bestärken sei die Impfpriorisierung für Astrazeneca aufgehoben worden.  „Beim Impfen sind wir international im Vergleich jetzt auf der Überholspur. Etwas wie beim Fußball, da kommen wir auch über das Elfmeterschießen“, erklärt der Gesundheitsminister und spielt auf Erfolge der Nationalmannschaft bei Turnieren an.

Jens Spahn warnt vor vorschnellen Lockerungen.

Corona in Deutschland: Fallzahlen sinken weiter, Dunkelziffer unklar

Update vom 7. Mai, 9.24 Uhr: Die leichte Entspannung in Sachen Corona setzt sich fort. Binnen eines Tages wurden in Deutschland 18.485 Corona-Neuinfektionen gemeldet, wie aus Zahlen des Robert Koch-Institut (RKI) vom Freitagmorgen hervorgeht. Zum Vergleich: Am Freitag vor einer Woche hatte der Wert bei 24.329 gelegen. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz sinkt damit auf 125,7. Wichtig ist dies auch, da die Zahl ein wesentlicher Maßstab für die Verschärfung oder Lockerung von Corona-Auflagen ist.

Innerhalb von 24 Stunden sind in Deutschland laut RKI 284 neue Todesfälle verzeichnet. Vor genau einer Woche waren es noch 306 Tote. Seit Beginn der Pandemie gibt es nun 3.491.988 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die Dunkelziffer dürfte aber höher liegen, da viele Ansteckungen nicht erkannt werden.

Moderna bald für Jugendliche? US-Studie mit positivem Signal

Update vom 6. Mai, 20.32 Uhr: Um einen finalen Ausweg aus der Corona-Krise zu finden, könnte auch ein Impfstoff für Jugendliche von großer Bedeutung werden. Nachdem eine Zulassung des Vakzins von Biontech/Pfizer für Jugendliche bald erfolgen könnte, meldet nun auch das US-Biotechnologieunternehmen Moderna gute Nachrichten. In einer Studie mit 3225 Probanden im Alter zwischen 12 und 17 Jahren erreichte der Impfstoff eine Wirksamkeit von 96 Prozent und könnte so zukünftig auch in Europa für Jugendlche ab 12 Jahren zugelassen werden. In der EU ist das Vakzin bisher ab 18 Jahren zugelassen.

Coronavirus in Deutschland: Priorisierung für Astrazenca bundesweit aufgehoben

Update vom 6. Mai, 18.20 Uhr: In Zukunft kann sich in Deutschland jeder Bürger ungeachtet seiner ursprünglichen Impf-Priorisierung gegen das Coronavirus impfen lassen. Wie Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Donnerstagabend in Berlin bekannt gab, wird die Priorisierung für Impfungen mit dem Vakzin des britisch-schwedischen Pharmakonzerns Astrazeneca bundesweit aufgehoben. Die Maßnahme soll sowohl in Hausarztpraxen, als auch in Impfzentren gelten. Darüber hinaus sollen die impfenden Ärzte mehr Freiheiten bei der Terminplanung für die Zweitimpfung erhalten und müssen sich nicht mehr an die bisher vorgeschriebenen 12 Wochen zwischen den beiden Impfungen halten.

Coronavirus in Deutschland: Auslastung der Intensivbetten weiter auf hohem Niveau - doch RKI macht Hoffnung

Update vom 6. Mai, 17.21 Uhr: In deutschen Intensivstationen ist die Zahl der Corona-Patienten weiter auf einem hohen Niveau. So müssen in den Kliniken der Republik derzeit 4.750 Covid-19-Patienten behandelt werden, davon werden 2.833 Menschen künstlich beatmet. Das beinhaltet das aktuelle DIVI-Intensivregister, gegenüber dem Vortag gibt jedoch eine Verringerung der Zahlen: Da waren es laut RKI-Lagebericht noch 4.838 Corona-Patienten.

Am Dienstag lag die Zahl der versorgten Patienten bei 4955 Fällen. „Der Anstieg bei der Zahl an intensivpflichtigen Patientinnen und Patienten scheint aktuell gestoppt“, schreibt das RKI. Der Präsident der Intensiv- und Notfallmedizin-Vereinigung, Gernot Marx, sagte, noch sei die Lage auf den Stationen angespannt. Dieser Zustand ist jedoch nicht erst seit 2020 so, vielmehr sei die Lage in deutschen Krankenhäusern schon „seit langer Zeit angespannt“, erklärte ein Pfleger.

Corona: Lockerungen für Genesene und gegen Sars-CoV-2 Geimpfte schon bald

Update vom 6. Mai, 14.15 Uhr: Für vollständig gegen Sars-CoV-2 geimpfte Menschen und Wiedergenesene werden keine Ausgangs- und Kontaktbeschränkungen mehr gelten. Daran lässt Justizministerin Christine Lambrecht (SPD) nach der Beratung einer entsprechenden Verordnung im Bundestag keinen Zweifel. Es gehe zum Beispiel darum, dass Menschen in Pflegeheimen lange genug alleine in Zimmern essen mussten und wieder in den Speisesaal zurückkehren können. Außerdem sollen Geschwister am Muttertag am Sonntag (Wetterprognose) wieder ihre Mütter besuchen können, führt die Sozialdemokratin aus. Am Freitag muss der Bundesrat der Verordnung zustimmen, damit die Erleichterungen schon am Wochenende gelten können.

Lambrecht verwies auf das Bundesverfassungsgericht, das am Vortag Eilanträge gegen nächtliche Ausgangsbeschränkungen im Zuge der Corona-Notbremse abgelehnt hatte (siehe Update 5. Mai, 20.13 Uhr). Sie sagte, Grundrechte könnten eingeschränkt werden, um Leben und Gesundheit zu schützen und die Funktionsfähigkeit des Gesundheitssystems sicherzustellen. Die Einschränkungen müssten aber auch wieder entfallen - „nämlich dann, wenn dieser gute Grund wegfällt“. Geimpfte und Genesene könnten andere nur noch in deutlich geringerem Maß gefährden. Schon länger sprechen sich SPD-Politiker für diese Vorgehensweise aus.

Corona-Zahlen in Deutschland: Immunisierungen steigen rapide, Inzidenzwerte sinken

Update vom 6. Mai, 11.35 Uhr: Das Impfen in Deutschland geht mit großen Schritten voran. Mit 1.092.765 Corona-Immunisierungen am gestrigen Mittwoch wurde nur knapp ein neuer Rekord verpasst. Dieser stammt von dem Mittwoch eine Woche zuvor (28. April) und betrug 1.116.608 Impfungen an einem einzigen Tag. Mittlerweile haben sich hierzulande bereits etwa ein Drittel aller Bürger gegen Sars-CoV-2 impfen lassen - die Quote beträgt 30,6 Prozent. Und wie viel Personen sind mittlerweile vollständig immun, haben also alle beiden Impfdosen verabreicht bekommen? 8,6 Prozent, der aktuellen Statistik zufolge.

Update vom 6. Mai, 9.35 Uhr: In Deutschland sind innerhalb eines Tages 21.953 Neuinfektionen mit dem Coronavirus registriert worden. Wie das Robert Koch-Institut (RKI) am Donnerstagmorgen unter Berufung auf Angaben der Gesundheitsämter mitteilte, wurden zudem 250 weitere Todesfälle im Zusammenhang mit dem neuartigen Erreger gemeldet. Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 129,1 (Vortag: 132,8; Vorwoche: 154,9)

Impfzentrum im Norden der Republik: Bundesweit lassen sich täglich derzeit rund eine Million Menschen impfen.

Eine Woche zuvor meldete das RKI noch mehr als 24.700 Neuansteckungen, über 2700 mehr als diesen Donnerstag. Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Mittwochabend bei 0,83. 

Corona-Pandemie: Eilanträge zur Ausgangssperre abgelehnt - Spahn plant Vorstoß

Update vom 5. Mai, 21.20 Uhr: Impf-Paukenschlag in Deutschland! Bundesgesundheitsminister Jens Spahn will für Corona-Impfungen mit dem Wirkstoff von Astrazeneca die Priorisierung sofort aufheben.

„Wir werden generell - und darüber möchte ich morgen mit Karl-Josef Laumann (NRW) und anderen 15 Landesministerkollegen reden - bei Astrazenca eindeutig sagen für Arztpraxen wie für Impfzentren, dass es dort keine Priorisierung mehr gibt“, sagte der CDU-Politiker an diesem Mittwochabend in der Sendung „Aktuelle Stunde“ des WDR-Fernsehens. Unabhängig von Alter oder Vorerkrankung könne dann also jeder, der mit Astrazeneca geimpft werden wolle, auch geimpft werden.

Update vom 5. Mai, 20.13 Uhr: Das Bundesverfassungsgericht hat Eilanträge gegen die in der Bundesnotbremse festgelegte nächtliche Ausgangssperre abgelehnt. Damit sei aber nicht entschieden, dass die Ausgangsbeschränkung mit dem Grundgesetz vereinbar sei, teilte das Gericht an diesem Mittwoch in Karlsruhe mit. Dies werde noch im Hauptverfahren geprüft.

Update vom 5. Mai, 18.25 Uhr: Die guten Nachrichten in der Coronavirus-Pandemie in Deutschland mehren sich täglich.

Auch Schleswig-Holstein macht seine Hotels, Ferienwohnungen und Gastronomie wieder auf, und zwar zum 17. Mai. Dies gab Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) an diesem Mittwoch bekannt. Demnach dürfen ab besagtem Montag gegen das Coronavirus Geimpfte, Genesene und negativ Getestete landesweit in Beherbergungsbetrieben übernachten. Unter strengen Vorgaben, versteht sich.

Corona-Pandemie in Deutschland: Schleswig-Holstein macht am 17. Mai auf

Die Lockerungen in Tourismus, Hotellerie und Gastronomie kommen damit noch genau rechtzeitig zu den Pfingstferien der meisten Bundesländer. In Schleswig-Holstein sind etliche Strände beheimatet, die bei Touristen beliebt sind - insbesondere auf den Inseln Sylt und Fehrmarn.

Hotels, Campingplätze und Restaurants müssen jedoch strenge Test- und Schutzkonzepte umsetzen. Bemerkenswert: Lokale, Gaststätten und Kneipen dürfen dann auch innen öffnen. Für den Besuch müssen jedoch Termine gebucht/reserviert werden und negative Corona-Tests vorgelegt werden. Urlauber und Übernachtungsgäste müssen alle 48 Stunden einen Coronatest machen.

Sollten sich die Schutzkonzepte bewähren, stellte Günther weitere Öffnungen in Aussicht. Weiterhin gilt aber: Ab einer 7-Tage-Inzidenz von 100 greift regional die strikte Bundes-Notbremse.

Bald wieder belegt: Die Strandkörbe in der Corona-Krise auf Sylt.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Studierende richten Hilferuf an die Politik

Update vom 5. Mai, 17.15 Uhr: Studierende in Deutschland haben in einem regelrechten Hilferuf an diesem Mittwoch auf ihre prekäre Situation in der Corona-Krise hingewiesen. „Viele Studierende befinden sich weiterhin in einer schweren finanziellen Notlage. Das Anhalten der Pandemie verschlimmert die Lage zusehends“, hieß es in der am Mittwoch veröffentlichten Mitteilung der Landesstudierendenvertretungen mehrerer Bundesländer.

Die Überbrückungshilfen des Bundesbildungsministeriums von maximal 500 Euro im Monat seien zum einen viel zu niedrig angesetzt, zum anderen würden sie nur jenen ausgezahlt, die weniger als 100 Euro auf dem Konto hätten, erfolglose Bewerbungen für Nebenjobs nachweisen könnten, monatlich einen Antrag stellten und nicht schon vor der Krise in einer Notlage gewesen seien.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Bundesregierung rechtfertigt Corona-Notbremse erneut

Update vom 5. Mai, 14.48 Uhr: Die Fallzahlen gehen in Deutschland seit ungefähr einer Woche wieder etwas zurück. Aus Sicht der Bundesregierung ist dies der bundesweiten Notbremse zu verdanken.

„Seitdem wir die Notbremse in Kraft gesetzt haben, sehen wir jetzt eine deutliche Umkehr“, sagte Kanzleramtschef Helge Braun (CDU) am Mittwoch in der Regierungsbefragung im Bundestag. Es zeige sich „momentan wirklich eine extrem schnelle Entlastung von den Infektionszahlen, was uns auch die Hoffnung gibt, dass das Gesundheitswesen seine Überlastung reduziert“.

Corona-Impfungen in Deutschland - knapp 30 Prozent haben eine Erstimpfung

Update vom 5. Mai, 12.39 Uhr: In Deutschland haben inzwischen 29,5 Prozent der Menschen mindestens eine Corona-Impfung erhalten. Das geht aus den Daten des Impfdashboards des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Mittwoch hervor. Mehr als 6,9 Millionen Personen sind bereits zweimal geimpft. Das entspricht rund 8,3 Prozent der Bevölkerung.

Am Dienstag (4. Mai) wurden insgesamt 813.290 Corona-Impfungen durchgeführt. Wie Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) auf Twitter mitteilte, war gestern damit der dritte Tag seit Start der Impfkampagne, an dem mehr als 800.000 Impfungen verabreicht wurden. „Und mit 150.000 ein Tagesrekord bei wichtigen Zweitimpfungen“, schrieb Spahn weiter.

Die Corona-Lage in Deutschland verbessert sich langsam. Merkel sieht „Licht am Ende des Tunnels“. Spahn verkündet einen neuen Impfrekord. (Archivbild)

Corona in Deutschland: Inzidenz sinkt erneut deutlich

Update vom 5. Mai, 8.30 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) innerhalb eines Tages insgesamt 18.034 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Darüber hinaus wurden 285 neue Todesfälle registriert. Das geht aus Zahlen des RKI-Dashboards vom Mittwochmorgen hervor. Zum Vergleich: Am Mittwoch vor einer Woche (28. April) wurden noch 22.231 neue Infektionen und 312 Tote vermeldet.

Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz sank erneut deutlich und macht Hoffnung. Laut RKI lag der Wert für Deutschland am Mittwochmorgen bei 132,8. Das ist insbesondere im Vergleich zum Inzidenzwert der Vorwoche ein deutlicher Rückgang. Damals meldete das RKI noch eine bundesweite 7-Tage-Inzidenz von 160,6. Am Dienstag (4. Mai) lag sie bei 141,4.

In München sank die 7-Tage-Inzidenz am Mittwoch sogar unter den Grenzwert 100. Für Öffnungsschritte müsste der Grenzwert allerdings zunächst an fünf aufeinanderfolgenden Tagen unterschritten werden.

Corona in Deutschland: Merkel sieht „Licht am Ende des Tunnels“

Update vom 4. Mai, 17.05 Uhr: Kanzlerin Angela Merkel (CDU) hat sich erfreut über die Entspannung des Corona- Infektionsgeschehens im Land geäußert. Es gebe „Licht am Ende des Tunnels“, sagte sie nach Informationen der dpa aus Teilnehmerkreisen am Dienstag in Online-Beratungen der Unionsfraktion im Bundestag.

Die Kanzlerin verwies auf sinkende Fallzahlen (siehe Erstmeldung) und eine leichte Entspannung in der Intensivmedizin. Zugleich mahnte Merkel nach diesen Angaben, je sorgsamer man jetzt vorgehe, umso schneller würden alle von Lockerungen profitieren können.

Zuvor hatte das Kabinett eine Verordnung beschlossen, mit der bereits ab dem Wochenende Lockerungen für vollständig Geimpfte und Genesene möglich sein sollen (siehe Update vom 4. Mai, 14.05 Uhr).

Corona in Deutschland: Müller dämpft Hoffnungen auf Sommerurlaub

Update vom 4. Mai, 15.50 Uhr: Erwartungen an den kommenden Sommerurlaub hat Berlins Regierender Bürgermeister Müller gedämpft. „Ich bin da im Moment noch verhalten optimistisch“, sagte er. Touristische Angebote seien auch mit mehr Verkehr von der Bahn bis zu Flügen verbunden. „Alles was wir im Moment reduziert haben, die Kontaktmöglichkeiten, fahren wir dann ja schrittweise wieder hoch“, sagte Müller. „Wir werden dann wieder mehr Beschäftigte in den Unternehmen haben. Das muss man alles zu Ende denken.“

Zudem hat sich Müller für eine bundesweite Absprache zu Urlaubsmöglichkeiten in den Sommerferien ausgesprochen. „Wir werden mit Sicherheit wieder zu einer MPK zusammenkommen, denn wir müssen so etwas bundesweit abstimmen“, sagte der Vorsitzende der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK).

„Das geht auch nur in einer Verständigung zwischen den Bundesländern, wie wir mit dem ganzen Thema Reiseverkehr, Inland, Ausland, Städtetourismus umgehen“, sagte Müller nach einer Sitzung des Berliner Senats. „Da wird es mit Sicherheit noch einen Abstimmungsprozess geben müssen.“ Schließlich sei der Reiseverkehr länderübergreifend.

Corona in Deutschland: Acht Prozent der Gesamtbevölkerung haben den vollen Impfschutz erhalten

Indes geht es beim Impfen zwar voran, Luft nach oben ist dennoch. Am Montag (3. Mai) wurden 424.777 Impfdosen verabreicht. Im Vergleich: In der Vorwoche waren es 424.833 verimpfte Dosen.

Wie aus Daten des Corona-Impf-Dashboards hervorgeht, haben in Deutschland bisher fast 24 Millionen Menschen mindestens eine Impfdosis erhalten. Das entspricht 28,7 Prozent der Gesamtbevölkerung. Den vollen Impfschutz erhielten rund acht Prozent der Bevölkerung (Stand: 4. Mai, 12 Uhr).

Corona: Bundeskabinett beschließt Lockerungen für Geimpfte - sie könnten schon am Wochenende gelten

Update vom 4. Mai, 14.05 Uhr: Das Bundeskabinett hat die Erleichterungen für Geimpfte auf den Weg gebracht. Die Regierung beschloss die geplante Verordnung am Dienstag. Das sagte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) in Berlin. Geplant sind unter anderem Lockerungen der bisherigen Vorgaben bei Kontaktbeschränkungen und Ausgangssperren.

Noch in dieser Woche sollen Bundestag und Bundesrat endgültig darüber entscheiden. „Ein wichtiger Schritt hin zur Normalität“, sagte Lambrecht. Wenn alles beschlossen werde, wie geplant, könnten die Lockerungen schon am Wochenende gelten.

Die Bundesregierung erlässt die Verordnung auf der Grundlage des neuen Infektionsschutzgesetzes. Parallel haben die Länder bereits ähnliche Regelungen vorgenommen.

Corona: EU-Arzneimittelbehörde leitet Prüfung von chinesischem Impfstoff ein

Update vom 4. Mai, 13.40 Uhr: Die EU-Arzneimittelbehörde (EMA) hat die Prüfung des Corona-Impfstoffs des chinesischen Herstellers Sinovac eingeleitet. Zur Prüfung einer Zulassung des Vakzins CoronaVac habe ein sogenanntes rollierendes Verfahren begonnen. Das teilte die EMA am Dienstag in Amsterdam mit. Die Entscheidung des Ausschusses für Humanmedizin beruhe auf „vorläufigen Ergebnissen von Labor-Studien“ sowie auf klinischen Studien.

Corona: Tourismus in Bayern zu Beginn der Pfingstferien wieder möglich

Update vom 4. Mai, 13.05 Uhr: Ministerpräsident Markus Söder hat weitreichende Corona-Lockerungen für Bayern bei einer Pressekonferenz erklärt. Unter anderem kündigte er an, dass zu Beginn der Pfingstferien am 21. Mai in Regionen mit niedrigen Corona-Infektionszahlen Urlaub wieder möglich sei. In Kreisen und kreisfreien Städten mit einer stabilen Sieben-Tage-Inzidenz von unter 100 sollen Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze wieder öffnen dürfen.

Corona in Deutschland: Kretschmann dämpft Hoffnungen auf Reisen

Zuvor hatte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann die Hoffnungen vieler Menschen auf baldige Reisen gedämpft. „Das sehe ich erstmal nicht“, sagte er der Deutschen Presse-Agentur am Dienstag. „Dazu müssten die Inzidenzen drastisch runtergehen, bevor wir sowas ins Auge fassen können.“ Wegen der immer wieder neu auftretenden Mutanten sei die Lage noch unsicher. Es sei zu früh, wegen der leicht sinkenden Zahlen von einer Trendwende zu sprechen. Zudem gehöre Reisen zu den „ganz problematischen Dingen, weil das Virus wird ja verbreitet durch Reisen“. Erst durch Reisen sei es überhaupt erst auf der ganzen Welt verbreitet worden. „Da ist große Vorsicht geboten“, so Kretschmann.

Corona: Fallzahlen in Deutschland sinken erneut - doch Lauterbach lenkt Fokus auf „eigentliche Gefahr“

Update vom 4. Mai, 12.25 Uhr: Die Fallzahlen sinken aktuell, doch noch ist nicht die Zeit für Entwarnung. Sorgen bereiten unter anderem Virus-Mutanten, wie die zuletzt aufgetauchte indische Corona-Variante B.1.617. Doch wie gefährlich sind die Mutationen tatsächlich?

Gegenüber Merkur.de warnte Karl Lauterbach vor einem neuen Corona-Szenario. So sei B.1.617 „wohl etwas ansteckender als die Ursprungsvariante“, jedoch nicht ansteckender als die britische Mutation B.1.1.7. „Die südafrikanische Mutante wäre viel ungünstiger“, sagte Lauterbach. Ein anderes Szenario bereitet dem Politiker jedoch mehr Sorgen. „In Indien werden nun neue Mutationen entstehen, die viel gefährlicher sein können. Das ist aktuell die eigentliche Gefahr.“

Und das sei außerdem einer von drei Punkten, von dem die Corona-Lage im Herbst abhängen würde. Lauterbach sagte gegenüber Merkur.de: „Es hängt an drei Dingen: Wie hoch ist die Impfquote, kommen Mutationen, die gefährlicher sind und wie lange hält die Impfwirkung an? Passt etwas nicht, bekommen wir noch einmal Probleme.“

Unsere Erstmeldung vom 4. Mai: Corona-Fallzahlen sinken erneut - doch Lauterbach mahnt: „Nicht den Fehler machen, Erfolge zu gefährden“

München - Sinkende Corona-Infektionszahlen in Deutschland machen Hoffnung auf eine Entspannung der Corona-Lage. Dennoch bleibt die Lage angespannt. 103 von 412 erfassten Kreisen und kreisfreien Städten liegen nach Zahlen des Robert Koch-Instituts (RKI) von Dienstagmorgen unter der 100er-Schwelle. Liegt dieser Wert - die Sieben-Tage-Inzidenz - an drei aufeinanderfolgenden Tagen über 100, greift die sogenannte Bundes-Notbremse. Automatisch gelten dann strengere Regeln wie Ausgangsbeschränkungen.

Coronavirus in Deutschland: Regionale Unterschiede sind groß - Bundesweit sinkende Fallzahlen

Regional sind die Unterschiede groß. So gab das RKI die Inzidenz in Schleswig-Holstein am Dienstag mit 57 an. Auch Hamburg und Niedersachen lagen als Bundesland unter der Marke von 100. Thüringen und Sachsen hingegen lagen beide über 200. Auf Kreisebene ist bundesweit der Saale-Orla-Kreis (Thüringen) mit einer Inzidenz von 557 das Schlusslicht. In München hingegen sinkt die Sieben-Tage-Inzidenz weiterhin.

Bundesweit betrachtet scheint sich die Corona-Lage langsam zu beruhigen. Binnen eines Tages haben die Gesundheitsämter dem RKI 7.543 Corona-Neuinfektionen und 315 Todesfälle gemeldet. Das geht aus den Daten des RKI-Dashboards hervor. Noch vor einer Woche lag die Zahl der Neuansteckungen bei 10.976, also über 3400 mehr als am Dienstag.

Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist auf 141,4 gesunken. Zum Vergleich: Am Vortag lag dieser Wert bei 146,9, in der Vorwoche bei 167,6.

Auch der 7-Tage-R-Wert lässt hoffen. Laut RKI-Lagebericht vom Montagabend liegt er bei 0,88. Wie schon am Vortag (0,92) befindet er sich damit unter dem kritischen Wert von 1. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen.

Corona: Lauterbach warnt - „Dürfen nicht den Fehler machen, die Erfolge zu gefährden“

Indes sollen die geplanten Corona-Lockerungen für Geimpfte spätestens in der kommenden Woche beschlossen werden. Gegenüber der Augsburger Allgemeinen sagte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach: „Bei doppelt geimpften Personen können wir die Einschränkungen der persönlichen Grundrechte nicht mehr vertreten.“ Grundlage sei eine vollständige Immunisierung, also zwei Impf-Dosen. Das trifft in Deutschland auf 8,0 Prozent der Gesamtbevölkerung (rund 6,6 Millionen Menschen) zu, wie aus dem RKI-Impfdashboard hervorgeht (Stand: 3. Mai, 11.30 Uhr).

„Wir dürfen gerade jetzt nicht den Fehler machen, die Erfolge zu gefährden, die uns die einheitliche Corona-Notbremse gebracht hat“, lauteten die warnenden Worte des Politikers. „Ganz klar nein sage ich zu Öffnungen von Läden, Kneipen oder anderen Angeboten nur für doppelt Geimpfte“, so Lauterbach in der Augsburger Allgemeinen weiter. Er begründete: „Erstens ist ihre Zahl noch zu klein, andererseits spaltet das die Gesellschaft.“

Nicht zuletzt machte Lauterbach aber Hoffnung. Gegenüber Merkur.de prognostizierte der Gesundheitsexperte ein exponentielles Absinken der Corona-Zahlen* für Mitte oder Ende Mai. (mbr) *Merkur.de und tz.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Rubriklistenbild: © Henning Kaiser

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