News-Ticker zur Pandemie

Corona: Inzidenz geht weiter runter - Termin für digitalen Impfnachweis steht

Die Corona-Lage in Deutschland entspannt sich weiter. Die 7-Tage-Inzidenz sinkt. Ab dem 14. Juni soll nun endlich der digitale Impfnachweis erhältlich sein. Der News-Ticker.

  • Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken weiter. Die 7-Tage-Inzidenz nur noch knapp über 20 (siehe Update vom 9. Juni, 6.08 Uhr)
  • Ab Montag, dem 14. Juni, soll der digitale Impfnachweis in Apotheken erhältlich sein. (siehe Update vom 8. Juni, 17.50 Uhr)
  • Dieser News-Ticker wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 9. Juni, 6.08 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) vermeldet am Mittwochmorgen 3.254 Corona-Neuinfektionen binnen eines Tages. Zum Vergleich: Vor einer Woche wurden 1.663 Corona-Fälle mehr gemeldet. Deutschlandweit wurden 107 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 179 Tote gewesen. Die 7-Tage-Inzidenz liegt laut RKI bundesweit bei 20,8 (Vortag: 22,9; Vorwoche: 36,8).

Corona: Am Montag kommt der digitale Impfnachweis

Update vom 8. Juni, 17.50 Uhr: Es ist endlich so weit. Wie die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände verkündigte, soll ab Montag in Apotheken der digitale Impfnachweis erhältlich sein. Damit sollen vollständig Geimpfte ihre Immunisierung einfacher belegen können, um wieder in den Genuss von „Freiheiten bei Reise, Sport, Gastronomie oder Kultur“ zu kommen. „Wir wollten so schnell wie möglich ein Werkzeug entwickeln, mit dem Apotheken sicher und rechtsverbindlich einen Impfnachweis digitalisieren können“, erklärte der Vorsitzende des Deutschen Apothekerverbandes, Thomas Dittrich, „Über das wohnortnahe Apothekennetz bringen wir den Impfnachweis am besten zu den Menschen“. Zu Beginn der Aktion würde zwar nur eine geringe Anzahl an Apotheken teilnehmen, man erwarte aber einen raschen Anstieg.

Nach Apotheken, in denen die Ausstellung des digitalen Impfnachweises möglich ist, können Sie hier suchen.

Corona: Wie steht es um die deutsche Impfquote?

Update vom 8. Juni, 13.30 Uhr: Seit dem 27. Dezember 2020 wird hierzulande gegen das Coronavirus geimpft. Verwendet werden dabei die Vakzine von BioNTech, AstraZeneca, Moderna und Johnson&Johnson. Obwohl großer Fortschritt verzeichnet wird, liegt Deutschland im Vergleich mit anderen Ländern hinten.

Wie handelsblatt.com berichtet, bietet sich deshalb ein Blick auf die deutschen Impfquoten an. Dabei gäbe es zwei verschiedene Statistiken zu beachten: Die Anzahl der Personen, bei denen die Erstimpfung verabreicht wurde; und die Anzahl der Personen, die bereits vollständig geimpft sind. 38.245.152 Menschen hätten bis dato mindestens die erste Dosis erhalten, darunter wären 18.187.186 auch schon zum zweiten Mal geimpft worden. Die Gesamtzahl aller Dosen, die seit Impf-Start gespritzt wurden, beliefe sich auf 55,5 Millionen, während die deutsche Impfquote - also der Teil der Bevölkerung, der bereits vollständig geimpft ist - derzeit bei 21,9 Prozent läge. Zum Vergleich: Die weltweit höchste Impfquote gäbe es laut handelsblatt.com mit 63,1 Prozent in Israel, wo bereits 59,4 Prozent aller Einwohner vollständig geimpft worden wären.

Corona: FDP fordert Sonderermittler in Masken-Affäre

Update vom 8. Juni, 10.00 Uhr: Die Masken-Affäre um Gesundheitsminister Jens Spahn, der angeblich minderwertige Corona-Masken an Menschen mit Behinderung und Obdachlose verteilen lassen haben soll, tobt weiter. Die FDP fordert zur Aufklärung der Lage nun weitere Maßnahmen. Zwar sei für einen Untersuchungsausschuss keine Zeit mehr, der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Theurer verlangt jedoch nach der Einschaltung eines Sonderermittlers, wie rnd.de berichtet: „Die Bundesregierung oder der Bundestag müssen (...) umgehend einen Sonderermittler einsetzen, der am besten vom Bundesrechnungshof kommen sollte“. Laut Theurer könnte der Masken-Eklat weitaus größere Ausmaße annehmen, als bisher vermutet. „Die Faktenlage deutet auf eine lange Fehlerkette von Minister Spahn hin. Wir haben den Eindruck, bei den jetzt bekannt gewordenen Vorgängen um die Bestellung der Masken handelt es sich nur um die Spitze des Eisbergs“, so der FDP-Politiker.

Corona: Bundesweite Lage entspannt sich weiter

Update vom 8. Juni, 5.56 Uhr: Das Robert-Koch-Institut (RKI) meldet 1204 Corona-Neuinfektionen und 140 weitere Todesfälle binnen eines Tages, wie aus den Daten des Covid-19-Dashboards am Dienstagmorgen hervorgeht. Zum Vergleich: Vor einer Woche waren es 1785 und 153 Todesfälle. Die 7-Tage-Inzidenz sinkt weiter und liegt jetzt bundesweit bei 22,6 (Vortag: 24,3).

Corona: SPD-Spitze fordert nach Masken-Ärger Spahns Rücktritt - Merkel und Laschet weisen Kritik zurück

Update vom 7. Juni, 17.25 Uhr: Im Koalitionsstreit um den Umgang mit angeblich weniger überprüften Corona-Masken hat CDU-Chef Armin Laschet die Attacken der SPD gegen Gesundheitsminister Jens Spahn scharf zurückgewiesen. Dies habe „mit dem, wie eine Koalition arbeiten sollte, nichts mehr zu tun“, sagte der NRW-Ministerpräsident am Montag in Berlin. Die Tonlage und die persönlichen Angriffe auf Spahn von Seiten des Regierungspartners seien „menschlich und sachlich nicht akzeptabel“. Zuvor hatte die SPD-Spitze deutlich gemacht, Forderungen nach einem Spahn-Rücktritt aufrechtzuerhalten (siehe Update vom 7. Juni, 12.38 Uhr).

Laschet sagte, es sei ihm unerklärlich, „wie man glauben kann, damit politischen Erfolg zu haben. Das stößt die Menschen ab.“ An Stelle der SPD würde er sich auch nach schlechten Wahlergebnissen fragen: „Ist es eigentlich klug, in einer Koalition zu sein und dauernd die Erfolge der eigenen Koalition herunterzureden?“ Man erwarte von einer Regierung gerade in der Pandemie, dass sie zusammen Lösungen schaffe. Dafür brauche es keinen Koalitionsausschuss, das sei eine Frage der Einsichtsfähigkeit. „Wir werden in diesen Ton nicht einsteigen“, stellte der CDU-Chef klar.

Corona in Deutschland: Moderna beantragt EU-Zulassung für Kinder und Jugendliche

Update vom 7. Juni, 14.50 Uhr: Der US-Hersteller Moderna hat bei der EU-Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung seines Corona-Impfstoffs für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren beantragt. Das teilte das Unternehmen am Montag mit. Bisher darf in der EU nur das Vakzin von Biontech/Pfizer auch so jungen Menschen verabreicht werden. Für Erwachsene hat der Moderna-Impfstoff bereits seit 6. Januar eine bedingte Marktzulassung in der EU. Er wurde inzwischen millionenfach gespritzt.

Grundlage des Antrags sei eine Phase-2/3-Studie mit dem mRNA-1273 genannten Moderna-Impfstoff bei 2500 Jugendlichen zwischen 12 und 18 Jahren in den USA, teilte das Unternehmen mit. Die Wirksamkeit habe dabei bei 100 Prozent gelegen. Sicherheits- und Verträglichkeitsprofil seien wie bei der Phase-3-Studie von Erwachsenen, hieß es weiter. Das Präparat werde „im Allgemeinen gut vertragen“.

Bereits Ende Mai hat die EMA grünes Licht für die Zulassung des Präparats von Biontech/Pfizer für Kinder und Jugendliche ab 12 Jahren gegeben. Die zum Thema Kinder ergänzte Corona-Impfempfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) soll am Donnerstag publiziert werden. Es wird erwartet, dass das Expertengremium mangels ausreichender Datenbasis keine generelle Impfempfehlung für alle Kinder ausspricht, sondern den Impfstoff zunächst vor allem etwa für vorerkrankte Kinder vorsieht. Ein Entwurf für den Stiko-Beschluss war am Freitag an Länder und Fachgesellschaften gegangen. Diese können noch Änderungen einbringen, bevor die Stiko den Beschluss fasst.

Corona in Deutschland: SPD-Chefin Esken mit deutlicher Kritik an Spahn

Update vom 7. Juni, 12.38 Uhr: Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hat Vorwürfe aus der SPD und der Opposition um angeblich minderwertige Corona-Masken für Menschen mit Behinderung und Obdachlose erneut scharf zurückgewiesen. „Es war übrigens eine Idee des Arbeitsministeriums selbst, mit einem Sonderkontingent an Obdachlose und Eingliederungshilfe Masken zu verteilen“, sagte Spahn im Vorfeld von Beratungen der CDU-Spitze am Montag in Berlin. Die Masken hätten zwar keine EU-Zertifizierung, seien aber beim Infektionsschutz sicher - „und das ist das Entscheidende“, so der Gesundheitsminister.

SPD-Chefin Saskia Esken hatte Spahn zuvor scharf kritisiert. „Sollten sich die Vorwürfe gegenüber Jens Spahn und dem Bundesgesundheitsministerium bewahrheiten, ist er in seinem Amt nicht mehr haltbar“, sagte sie den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Das Verhalten von Jens Spahn ist menschenverachtend“, so Esken. „Wer minderwertige Masken an Menschen mit Behinderung, Obdachlose und Pflegeeinrichtungen verteilen will, um sein Versagen zu kaschieren, handelt respektlos.“

Corona in Deutschland: Spahn weist SPD-Kritik zurück - Merkel verteidigt ihn

Spahn wies die SPD-Kritik zurück. Man habe sich darauf geeinigt, die nicht EU-zertifizierten Masken nochmals auf bestimmte Arbeitsschutzaspekte zu überprüfen. Dabei habe sich aber herausgestellt, dass dies Monate dauern würde - „und uns ging es um eine schnelle Hilfe“. Deswegen habe man am Ende FFP2-Masken im Auftrag des Ministeriums in Deutschland produziert und an die Einrichtungen versandt.

Gesundheitsminister Jens Spahn hat die SPD-Kritik in der Affäre um die Verteilung von unbrauchbaren Masken an Menschen mit Behinderung und Obdachlose zurückgewiesen.

„Dass man miteinander einmal schaut, welche Masken wir jetzt nehmen, das miteinander diskutiert und zu einem Ergebnis führt, das halte ich für normales Regierungshandeln. Dass man das anschließend so darstellt, das muss jeder mit sich selbst ausmachen“, so der Gesundheitsminister. Die SPD nehme mit ihren Vorwürfen in Kauf, die Menschen zu verunsichern. „Das alles sagt mehr über den Zustand der SPD aus, als über die Qualität von Masken“, erklärte Spahn.

Bundeskanzlerin Angela Merkel stellte sich in der CDU-Präsidiumssitzung verteidigend vor den Gesundheitsminister. Nach Informationen der Bild soll sie gesagt haben: „Wenn ich sehe, was mit Jens passiert: Das entbehrt wirklich jeder Sachgrundlage.“ Merkel sprach wohl von einem „Versuch, durch negative Stimmung Schaden anzurichten. Fernab von dem, was man guten Umgang nennt.“ Sie forderte die Parteispitze demnach auf, dagegen zu halten.

Corona in Deutschland: Impf-Priorisierung aufgehoben

Update vom 7. Juni, 10.15 Uhr: Impfwillige können sich ab diesem Montag bundesweit unabhängig von der bisher gültigen Prioritätenliste in Deutschland gegen das Coronavirus impfen lassen. Mit dem Ende der Priorisierung ist die Vergabe des Impfstoffs generell an die gesamte Bevölkerung möglich. In Deutschland können nun alle ab zwölf Jahren geimpft werden. Allerdings soll es den Sommer über dauern, bis für alle genug Corona-Impfstoff da ist.

Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) und Ärztevertreter mahnen daher zu Geduld. „Enttäuschung und Frust sind dabei vorprogrammiert, da nicht sofort ausreichend Impfstoff zur Verfügung steht“, erklärte der Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebunds, Gerd Landsberg, der Rheinischen Post. „Frust und Enttäuschung werden sich noch verschärfen, da bis Mitte Juni 2021 - eventuell sogar bis Ende Juni - zum Beispiel in Nordrhein-Westfalen keine Termine für Erstimpfungen in den Impfzentren zur Verfügung stehen werden“, sagte er weiter.

Corona-Zahlen in Deutschland sinken weiter: Inzidenz bleibt unter 25

Die Corona-Zahlen in Deutschland sinken währenddessen weiter. Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) innerhalb eines Tages 1117 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist nochmals gesunken und lag am Montagmorgen bei 24,3 (Vortag: 24,7; Vorwoche: 35,1). Die ersten Landkreise stehen bereits kurz vor dem Erreichen einer Null-Inzidenz.

Das RKI wies allerdings in seinem Lagebericht auf den Feiertag Fronleichnam in vielen Bundesländern am vergangenen Donnerstag (3. Juni) hin: „Bei der Interpretation der Fallzahlen ist zu beachten, dass an Feiertagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Corona in Deutschland: Bundespräsident Steinmeier sucht das Gespräch mit den Bürgern

Update vom 6. Juni, 22.30 Uhr: Bundespräsident Frank Walter-Steinmeier hat bei einer Wanderung im Grenzgebiet zwischen Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern am Sonntag zahlreiche Gespräche mit Bürger:innen über die Auswirkungen der Corona-Pandemie geführt. An vier Stationen sprach Steinmeier unter anderem mit Gastronomen und Künstlern.

„In einer nächsten Pandemie muss vieles anders laufen“, stellte der Bundespräsident im Gespräch mit Gastronomen in einem Ausflugslokal in Lübeck klar. Die Gastwirte beklagten unter anderem die Kommunikation während der Corona-Pandemie, die oft unklar oder sogar widersprüchlich gewesen sei. Begleitet wurde der Bundespräsident von seiner Ehefrau Elke Büdenbender, sowie Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) und dessen Amtskollegin aus Mecklenburg-Vorpommern, Manuela Schwesig (SPD).

Corona in Deutschland: Braun mit „sorgenvollem Blick“ in Richtung Herbst

Update vom 6. Juni, 20.10 Uhr: Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) rechnet mit einem „eher entspannten“ Sommer. Das erklärte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Der „sorgenvolle Blick“ richte sich eher in Richtung Herbst. Dann reduzierten sich die saisonalen Effekte in der Corona-Pandemie, so Braun. Jetzt liege das Hauptaugenmerk darauf, allen Impfwilligen möglichst schnell ein Angebot zu machen.

Im Herbst könne es zu einer vierten Welle kommen, mahnte der CDU-Politiker. Allerdings gebe es auch die Chance, eben das durch eine hohe Quote bei den Corona-Impfungen zu verhindern, sagte Braun. Er warnte: „Ab dem Herbst wird der Schutz derer, die das Impfangebot nicht wahrnehmen wollen, keine Beschränkungen mehr rechtfertigen.“ Wer sich nicht impfen lasse, müsse früher oder später mit einer Corona-Infektion rechnen, erklärte der Kanzleramtsminister.

Kanzleramtsminister Helge Braun (CDU) blickt positiv auf den Sommer, warnt allerdings vor der Entwicklung im Herbst. (Archivbild)

Corona in Deutschland: Strengere Vorschriften für Schnelltest-Anbieter geplant

Update vom 6. Juni, 16.00 Uhr: Sie sind für Menschen, die nicht geimpft oder genesen sind, aktuell in vielen Fällen ein Türöffner: Die Schnelltests von offiziellen Anbietern werden häufig als Nachweis für bestimmte Aktivitäten benötigt. Schnellteststellen müssen jetzt allerdings mit höheren Auflagen rechnen: Nachdem Ende Mai der Verdacht auf Abrechnungsbetrug durch eine Recherche von WDR, NDR und Süddeutscher Zeitung aufkam, sollen die Betreiber:innen der Zentren nun strenger kontrolliert werden. Mit stichprobenartigen Überprüfungen sollen die Behörden der Länder und Kommunen die Einhaltung der Standards und die Zuverlässigkeit der Stellen überprüfen, bei den Abrechnungen sollen die zuständigen Kassenärztlichen Vereinigungen mit Hilfe von Wirtschaftsprüfern ebenfalls stichprobenartig ins Detail gehen.

Wie die Welt am Sonntag berichtet, sieht ein Eckpunktepapier des Bundesgesundheitsministeriums außerdem vor, dass pro durchgeführtem Test weniger abgerechnet werden kann: Statt wie bislang 15 Euro bei ärztlichen und 12 Euro bei anderen Anbietern sind pro Abstrich nun nur noch 8 Euro geplant. Ziel der Maßnahme sei es, „die unterschiedlichen Vergütungsoptionen zu vereinheitlichen und in der Höhe anzupassen“. Dementsprechend werden auch die Sachkosten künftig mit einer niedrigeren Pauschale erstattet werden, von bis zu sechs Euro wird hier auf 3 Euro reduziert.

Die Teststellen, die bislang über sogenannte Allgemeinverfügungen generell beauftragt werden konnten, sollen jetzt nur noch einzeln von den Gesundheitsämtern beauftragt werden, die „bisher beauftragten Stellen sind innerhalb eines Übergangszeitraums ggf. nachzuprüfen“, so das Eckpunktepapier. Außerdem müssen die Anbieter sich an die Corona-Warnapp anschließen, sodass die Ergebnisse der Tests dort abgerufen werden können. Im vorliegenden Dokument betonte das Ministerium aber auch, dass die „allermeisten Anbieter“ ihre Aufgabe „ordnungsgemäß, mit großem Engagement und der notwendigen Qualität“ erfüllten - und dass „die aktuellen Lockerungen, die unter der Bedingung von vorzulegenden tagesaktuellen Testergebnissen erfolgen“ ohne die Zentren „so nicht umgesetzt werden“ könnten.

Corona in Deutschland: Intensivbetten-Situation „deutlich entspannter“ - Masken noch im Winter „brauchbar“

Update vom 6. Juni, 13.30 Uhr: Mit den sinkenden Infektionszahlen hat sich auch die Belastung der Kliniken aus Sicht der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI) gebessert. „Auf den Stationen ist deutliche Entspannung zu spüren“, so der DIVI-Präsident Gernot Marx gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Die Corona-Krise sei „noch nicht geschafft, geht aber in die richtige Richtung“, postuliert Marx - er sieht die Bundesnotbremse, die Impfkampagne und das disziplinierte Verhalten vieler Menschen als Grund der Besserung.

In der ersten Juniwoche liegt die Zahl der an Covid-19 erkrankte Patientinnen und Patienten in Behandlung bei etwa 2000, Marx zufolge war ein solcher Stand zuletzt Anfang November 2020 der Fall gewesen. Trotzdem seien die Betten auf den Intensivstationen weiterhin konstant ausgelastet - Grund dafür sind jetzt die Nachholtermine abgesagter Operationen.

Trotz Besserung: Intensivmediziner warnt vor vierter Welle - kein Ende der Maskenpflicht in Sicht

Marx rief gegenüber dem RND weiterhin zur Vorsicht auf, um eine vierte Welle zu vermeiden: „Wenn viele Menschen unvorsichtig werden, könnten sich im Herbst aber wieder mehr Infektionen ereignen“, so der DIVI-Präsident. „Das Risiko dafür, dass es erneut viele Schwerkranke und Todesfälle geben könnte, besteht weiterhin“. Auch die Mutation B.1.617.2 sei ein Unsicherheitsfaktor, erklärte Marx. Dementsprechend ist auch die Haltung des Mediziners zur Beibehaltung einer Maskenpflicht: „Es würde mich nicht wundern, wenn es die Masken im Herbst und Winter noch braucht“.

Erstmeldung: Berlin - Sie fallen und fallen: Die wichtigsten Gradmesser in der Corona-Krise in Deutschland: Auch am Sonntag meldet das Robert Koch-Institut (RKI) sinkende Zahlen. Die Gesundheitsämter in Deutschland haben binnen eines Tages 2440 Corona-Neuinfektionen verzeichnet. Zum Vergleich: Vor einer Woche hatte der Wert bei 3852 Ansteckungen gelegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz gab das RKI am Sonntagmorgen mit einem neuen Tiefstand seit vielen Wochen an. Bundesweit lag sie bei 24,7 (Vortag: 26,3; Vorwoche: 35,2).

Corona-Zahlen im freien Fall? Erste Landkreise mit Inzidenz unter 1

Innerhalb Deutschlands gibt es mit Blick auf die Inzidenz noch deutliche Schwankungen. In Thüringen liegen die Landkreise Sonneberg (88,4) oder Hildburghausen (83,9) noch bei Werten über 80. Von deutlichen Lockerungen ist man dort somit noch weit entfernt ist. Dagegen traut man mit Blick auf die Werte in Niedersachsen seinen Augen kaum. Dort kratzt man bereits an der Nuller-Inzidenz. Der Landkreis Goslar in Niedersachsen verzeichnet 0,7 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern in sieben Tagen. Ebenfalls unter 1 ist die Inzidenz im Landkreis Vorpommern-Rügen in Mecklenburg-Vorpommern gefallen. Dort liegt der Wert bei 0,9.

Kreise in Deutschland: Top 5 der höchsten und niedrigsten Inzidenz

Kreis, Bundesland7-Tage-Inzidenz
Top 5 der höchsten Inzidenzen
Landkreis Sonneberg, Thüringen88,4
Landkreis Hildburghausen, Thüringen83,9
Landkreis Zweibrücken, Rheinland-Pfalz79,0
Landkreis Kronach, Bayern71,4
Landkreis Groß-Gerau, Hessen68,9
Top 5 der niedrigsten Inzidenzen
Landkreis Goslar, Niedersachsen0,7
Landkreis Vorpommern-Rügen, Mecklenburg-Vorpommern0,9
Landkreis Friesland, Niedersachsen1,0
Landkreis Uelzen, Niedersachsen2,2
Landkreis Wesermarsch, Niedersachsen2,3
Quelle: RKI Dashboard, Stand: 6.6.21, 9.35 Uhr

Corona in Deutschland: Zahlen sinken - RKI weist auf Feiertags-Effekt hin

Das RKI wies allerdings in einem Lagebericht auf den Feiertag Fronleichnam in vielen Bundesländern am Donnerstag hin: „Bei der Interpretation der Fallzahlen ist zu beachten, dass an Feiertagen weniger Personen einen Arzt aufsuchen, wodurch auch weniger Proben genommen und weniger Laboruntersuchungen durchgeführt werden. Dies führt dazu, dass weniger Erregernachweise an die zuständigen Gesundheitsämter gemeldet werden.“

Deutschlandweit wurden den Angaben nach binnen 24 Stunden 74 neue Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 56 Tote gewesen. Seit Beginn der Pandemie zählt das RKI 3.700.367 nachgewiesene Infektionen mit Sars-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte aber deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. Die Zahl der Genesenen gab das RKI mit 3.538.000 an. Die Zahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit Sars-CoV-2 gestorben sind, wird nun mit 89.222 angegeben.Auch im Rest der Welt scheint die Pandemie auf dem Rückzug zu sein.

RKI-Zahlen zu Corona: Auch positiver Trend bei R-Wert

Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht von Samstagabend bei 0,84 (Vortag: 0,88). Das bedeutet, dass 100 Infizierte rechnerisch 84 weitere Menschen anstecken. Der R-Wert bildet jeweils das Infektionsgeschehen vor 8 bis 16 Tagen ab. Liegt er für längere Zeit unter 1, flaut das Infektionsgeschehen ab; liegt er anhaltend darüber, steigen die Fallzahlen. (va)

Rubriklistenbild: © Hendrik Schmidt/dpa

Auch interessant

Kommentare