Die Pandemie im News-Ticker

Rasante Entwicklung bei Neuinfektionen - Merkel äußert sich zu Corona-Chaos in Frankreich

Die Corona-Fallzahlen in Deutschland steigen drastisch. Kanzlerin Merkel äußert sich zu Grenzkontrollen nach Frankreich. Der News-Ticker.

  • Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Die Corona-Fallzahlen steigen Ende März drastisch.
  • Frankreich droht Hochinzidenz-Gebiet zu werden - Merkel zu Tests und Grenzkontrollen (siehe Update vom 26. März, 6.34 Uhr)
  • Dieser News-Ticker zur Corona-Krise in Deutschland wird regelmäßig aktualisiert.

Update vom 26. März, 6.34 Uhr: Die neuesten Corona-Zahlen: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages insgesamt 21.573 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 183 neue Todesfälle verzeichnet, wie die Zahlen des RKI vom Freitag zeigen. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 17.482 Neuinfektionen und 226 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Daten geben den Stand des RKI-Dashboards von 5.05 Uhr wieder, nachträgliche Änderungen oder Ergänzungen des RKI sind möglich. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag am Freitagmorgen bundesweit bei 119,1 und damit höher als am Vortag (113,3). Der bundesweite Sieben-Tage-R-Wert lag laut RKI-Lagebericht vom Donnerstagabend bei 1,08 (Vortag 1). Rund 20.000 Neuinfektionen pro Tag - solche Werte gab es in Deutschland zuletzt Mitte Januar.

Corona in Deutschland: Wird ganz Frankreich zum Hochinzidenz-Gebiet?

Kanzlerin Angela Merkel äußerte sich am Donnerstagabend nach dem ersten Tag des EU-Gipfels auch zur Einstufung Frankreichs als Corona-Hochinzidenz-Gebiet (siehe Update vom 25. März, 20.20 Uhr). Sie erklärte, bei solchen Entscheidungen komme es auf die Inzidenzzahlen an. „Und wenn die Inzidenzen eben in diesem Falle über 200 nachhaltig sind, dann erfolgt die Einstufung als Risikogebiet.“ Es sei ein „fast automatisierter Prozess“. Merkel benutzte in ihrer Antwort zwar den Begriff „Risikogebiet“, meinte
aber offenbar „Hochinzidenz-Gebiet“, weil sie sich auf den Wert 200 bezog.

Eine Einstufung bedeute nicht, dass es auch um Grenzkontrollen gehe, betonte Merkel. „Wer Tests vorweisen muss, wie oft, das wird mit Frankreich besprochen. Da gibt es auch die notwendigen Übergangszeiten“, versicherte sie. Für die Region Moselle mit ihren Pendlern gebe es bereits sehr eingespielte Verfahren. Reisende aus Hochinzidenzgebieten müssen einen negativen Corona Test vorweisen. Hier wie auch für Risikogebiete gilt zudem normalerweise eine Quarantänepflicht.

Update vom 25. März, 20.20 Uhr: Es ist die nächste Hammer-Meldung in der Coronavirus-Pandemie: Deutschland erwägt wohl, ganz Frankreich zum Hochinzidenz-Gebiet zu erklären. Damit steht offenbar auch eine Grenzschließung zum größten Nachbarland mit seinen rund 67 Millionen Einwohnern im Raum.

Nach Beratungen des Kabinetts könnte das Robert Koch-Institut (RKI) an diesem Freitag eine Einstufung zum Hochinzidenz-Gebiet vornehmen, berichtete die Frankfurter Allgemeine Zeitung am Donnerstag. Wie in Paris verlautete, versuchte Europa-Staatssekretär Clément Beaune in Verhandlungen eine Schließung der Grenzen zu verhindern, berichtet derweil die Deutsche Presse-Agentur (dpa).

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Grenzschließung zu Frankreich steht im Raum

Das Thema ist offensichtlich brisant: So sollen die Co-Vorsitzenden der Deutsch-Französischen Parlamentarierversammlung, Christophe Arend und Andreas Jung (CDU), ihre jeweiligen Regierungen aufgerufen haben, vor einer möglichen Entscheidung bilaterale Beratungen einzuberufen. Sie fordern demnach „ein abgestimmtes Vorgehen in der Grenzregion“ zwischen Deutschland und Frankreich.

Frankreich wird schwer von der dritten Corona-Welle getroffen. Einzig im Großraum der Millionenmetropole Paris liegt die 7-Tage-Inzidenz über 600. Das Robert Koch-Institut und die Bundesregierung unterscheiden in der Pandemie zwischen Risikogebieten, Virusvarianten-Gebieten und Hochinzidenz-Gebieten, in letzteren wird das Corona-Infektionsrisiko als besonders hoch eingeschätzt.

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Grenzkontrollen zu Tirol und Tschechien

Wer aus einem Hochinzidenz-Gebiet nach Deutschland einreisen will, muss einen negativen Corona-Test vorlegen, der zudem nicht älter als 48 Stunden sein darf. Ferner gilt eine zehntägige Quarantänepflicht. Das alles müsste freilich an der Grenze kontrolliert werden, weswegen entsprechende Kontrollen sehr wahrscheinlich wären.

Diese gibt es zum Beispiel schon an den Grenzen zu Tschechien und dem österreichischen Tirol. Die Grenze zwischen Deutschland und Frankreich ist 455 Kilometer lang.

Corona-Krise: Bundespolizisten kontrollieren einen Grenzübergang an der A6 zwischen Frankreich und Deutschland bei Saarbrücken. (Archivfoto)

Coronavirus-Pandemie in Deutschland: Impf-Priorisierung vor Operationen?

Update vom 25. März, 16 Uhr: Eine Corona-Impfung vor planbaren Operationen kann das Sterberisiko von Patienten laut einer Studie deutlich senken. Das schreiben Forscher unter anderem der Uniklinik Tübingen im Fachblatt „British Journal of Surgery“. Sie plädieren dafür, Menschen vor dringend erforderlichen aber planbaren Operationen mit Priorität zu impfen, wie es in einer Mitteilung der Uniklinik von Donnerstag heißt. Das soll verhindern, dass durch OPs geschwächte Menschen an einer Corona-Infektion sterben.

Die Wissenschaftler hatten sich Daten von mehr als 56.000 Patienten aus mehreren Ländern angeschaut und kommen zu dem Schluss, dass sich das Risiko, nach einer OP zu sterben, durch eine Corona-Infektion deutlich erhöhe. Mit der vorrangigen Impfung von Menschen mit erforderlichen, aber planbaren Operationen könnten so mehr Todesfälle verhindert werden, als mit der Impfung allein nach dem Kriterium des Alters.

Die Wissenschaftler schlagen deshalb vor, Menschen vor bestimmten OPs bei der Impfpriorisierung stärker zu berücksichtigen. Ein solches Vorgehen könne zudem auch in ärmeren Ländern mit weniger Zugriff auf große Impfstoffmengen helfen, Todesfälle zu verhindern.

Corona in Deutschland: Corona-Testpflicht für Reisende?

Update vom 25. März, 12.45 Uhr: Für alle Reisenden, die mit dem Flugzeug nach Deutschland einreisen wollen, soll am Freitag vor dem Abflug eine Corona-Testpflicht gelten. Die Betroffenen müssten „vor der Abreise im Ausland dem Beförderer einen Nachweis“ vorlegen, heißt es in dem AFP am Donnerstag vorliegenden Entwurf für eine entsprechende Verordnung von Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Der Entwurf befindet sich allerdings noch in der Ressortabstimmung.

Mit der neuen Verordnung wird von der bisherigen Regelung abgewichen, dass nur für Rückkehrer aus Risikogebieten eine Testpflicht besteht. Auf die Neuerungen hatten sich Bund und Länder bei ihren Corona-Beratungen in der Nacht zu Dienstag geeinigt. Von ihr sind auch Mallorca-Reisende betroffen. Darüber hinaus prüft die Regierung die Möglichkeit, Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland vorübergehend zu unterbinden. Dafür gibt es aber große verfassungsrechtliche Hürden, wie die Bundesregierung einräumt.

Corona in Deutschland: Saarland plant deutliche Lockdown-Lockerungen

Update vom 25. März, 10.37 Uhr: Das Saarland plant deutliche Lockerungen der Corona-Regeln nach Ostern. Ab dem 6. April werde wieder mehr privates und öffentliches Leben möglich sein, sagte Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) am Donnerstag in Saarbrücken. Dafür sei eine neue Rechtsverordnung beschlossen worden.

Die Öffnungen betreffen die Gastronomie, den Sport und die Kultur. Auch private Treffen mit maximal zehn Teilnehmern sollen wieder möglich sein, zumindest im Außenbereich. Grundlage für die Lockerungen sind eine stabile 7-Tage-Inzidenz von unter 100 - sowie tagesaktuelle negative Coronatests.

Bundesland erprobt sich als Corona-Modellregion: „Mehr als nur schließen und beschränken“

Konkret sieht der Beschluss eine Öffnung der Außenbewirtung vor. Gäste müssen im Vorhinein einen Termin buchen, ihre Kontaktdaten werden erfasst. Pro Tisch dürfen maximal zehn Menschen Platz nehmen. Kontaktsport wie Fußball wird im Freien ermöglicht. Kontaktfreier Sport darf drinnen ausgeübt werden. Auch Fitnessstudios dürfen öffnen. Theater, Kinos und Konzerthäuser dürfen mit Kontaktnachverfolgung und negativem tagesaktuellen Test öffnen. Für alle eben genannten Tätigkeiten wird ein negativer Corona-Test vorausgesetzt.

Das Saarland werde zur Modellregion, sagte Hans. Kontaktbeschränkungen alleine könnten nicht der Königsweg sein. „Es muss uns nach einem Jahr Corona-Pandemie mehr einfallen als nur zu schließen und zu beschränken“, sagte Hans. Die Regierung wolle den Menschen mit den Beschlüssen eine Perspektive geben, „um gerade im Frühling wieder etwas mehr Lebensqualität genießen zu können“.

Hans kündigte weitere Öffnungsschritte ab dem 18. April an, wenn sich das Saarland-Modell als erfolgreich erweise. Im kleinsten deutschen Flächenland ist die 7-Tage-Inzidenz mit derzeit um die 70 eine der niedrigsten bundesweit.

Saarlands Ministerpräsident Tobias Hans (CDU) will sein Bundesland in der Corona-Pandemie zur „Modellregion“ machen.

Corona in Deutschland: RKI vermeldet starken Anstieg der Neuinfektionen

Update vom 24. März, 7.04 Uhr: Die Gesundheitsämter in Deutschland haben dem Robert Koch-Institut (RKI) binnen eines Tages 22.657 Corona-Neuinfektionen gemeldet. Zudem wurden innerhalb von 24 Stunden 228 neue Todesfälle verzeichnet. Das geht aus Zahlen des RKI vom Donnerstag hervor. Vor genau einer Woche hatte das RKI binnen eines Tages 17.504 Neuinfektionen und 227 neue Todesfälle verzeichnet.

Die Zahl der binnen sieben Tagen gemeldeten Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner (7-Tage-Inzidenz) lag laut RKI am Donnerstagmorgen bundesweit bei 113,3 - und damit höher als am Vortag (108,1).

Bundesregierung erwägt Verbot von Auslandsreisen

Update vom 24. März, 18.01 Uhr: Um die weitere Ausbreitung des Coronavirus zu bremsen, erwägt die Bundesregierung ein vorübergehendes Verbot von Urlaubsreisen ins Ausland. Laut Regierungssprecherin Ulrike Demmer werde geprüft, „ob es nicht die Möglichkeit gibt, Reisen in beliebte Urlaubsgebiete im Ausland vorübergehend zu unterbinden.“ Allerdings sei dies nicht so einfach umzusetzen, da es „große verfassungsrechtliche Hürden“ gebe.

Vor allem die Vielzahl der Buchungen einer Reise auf die spanische Insel Mallorca hatte in Deutschland für Diskussionen gesorgt. Seit 12. März gilt die Urlaubsinsel nicht mehr als Corona-Risikogebiet.

Corona in Deutschland: CDU-Chef Armin Laschet lobt Konzept in Tübingen

Update vom 24. März, 15:07 Uhr: Tübingen in ganz Deutschland: Die baden-württembergische Stadt führt derzeit ein Pilotprojekt durch. Mithilfe einer engen Testpolitik dürfen Kinos, Außengastronomie und Theater wieder öffnen. Ein Konzept für ganz Deutschland? Kanzlerin Merkel sieht zunächst noch ein Pilotprojekt in dem Versuch - es solle zunächst in ein paar Städte getestet werden, sagte sie in einer Fragestunde im Bundestag.

Aus Sicht von Armin Laschet hat das Konzept großes Potenzial. „Wir brauchen Tübingen überall“, sagte der NRW-Ministerpräsident. In fünf bis sechs Städten und Landkreisen in NRW soll nach Ostern ebenfalls das Projekt „Öffnen mit Sicherheit“ starten. Gelockerte Corona-Beschränkungen gekoppelt an ein IT-gestütztes Testkonzept. Die Projekte sind zeitlich befristet. „Das reine Schließen ist an seine Grenzen gekommen“, so Laschet.

Corona in Deutschland: Angela Merkel ändert Pläne für Ostern und „entschuldigt“ sich live

Update vom 24. März, 12.45 Uhr: Die „Osterruhe“ ist gekippt, das bestätigte Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried
Kretschmann. Laut Beschluss sollte vom 1. bis zum 5. April eine „erweiterte Ruhezeit“ gelten. Geschäfte sollten mit Ausnahme des Karsamstags geschlossen werden. In der kurzfristig vereinbarten Schalte mit den Ministerpräsidenten kippte Merkel den Beschluss nun. Die Schalte habe auf Initiative von Merkel entschieden, ihren Beschluss vom frühen Dienstagmorgen „zurückzuziehen und nicht umzusetzen“, so Kretschmann.

Der Deutsche Raiffeisenverband zeigte sich erleichtert: „Der Gesundheitsschutz ist in diesen Zeiten das A und O, solch spontane Ruhetage hätten jedoch mehr Schaden als Nutzen gebracht. Kundenströme hätten sich verdichtet, die Infektionsgefahr wäre gestiegen“, sagte dessen Präsident Franz-Josef Holzenkamp.

Update vom 24. März, 11.17 Uhr: Nach der massiven Kritik am Bund-Länder-Entscheid zu den Ostermaßnahmen, hat Angela Merkel heute eine erneute Schalte mit den Ministerpräsidenten einberufen. Die sogenannte Osterruhe soll nach Informationen der Deutsche Presse-Agentur nun gestoppt werden. Angela Merkel will sich in Kürze zu den genauen Maßnahmen äußern und sich „entschuldigen“.

Corona in Deutschland: Inzidenzwerte steigen bundesweit - Intensivmediziner geben ersten Grund zur Hoffnung

Update vom 24. März, 10.44 Uhr: Die Infektionszahlen steigen derzeit deutschlandweit an, ebenso wie die Inzidenzen. Die Bundesrepublik liegt bei einer 7-Tages-Inzidenz von 108, 1 - ein Zwei-Monatshoch. Zuletzt lag der Wert am 21. Januar bei vergleichbaren Werten. Auch in den einzelnen Bundesländern steigen die Zahlen, nur noch sechs Länder liegen unter dem kritischen Wert von 100 - Berlin (94), Mecklenburg-Vorpommern (74), Niedersachsen (95), Rheinland-Pfalz (82), Saarland (62) und Schleswig-Hol steig (60) (Stand: 23.3, 0:00).

Doch Intensivmediziner geben Hoffnung: „Was wir wirklich deutlich sehen, dass wir jetzt sehr wenig Patienten über 80 in unseren Notfallaufnahmen sehen. Mit anderen Worten: Die Impfungen scheinen wirklich zu wirken, was ja eine sehr gute Nachricht ist“, so Präsident der Divi Gernot Marx. Er gibt jedoch auch zu Bedenken, dass bereits in der ersten und zweiten Welle nicht nur 80-Jährige mit einer Corona-Infektion im Krankenhaus landeten. Der Altersdurchschnitt lag bei 68 und auch die Mutante könnte häufiger schwere Verläufe bei jungen Infizierten hervorrufen. Doch eine erste gute Nachricht ist es.

Corona in Deutschland: RKI meldet fast 16.000 neue Fälle

Update vom 24. März, 7.07 Uhr: Die Gesundheitsämter haben dem Robert-Koch-Institut (RKI) 15.813 neue Coronavirus-Infektionen gemeldet. Das sind 2.378 mehr als vor einer Woche. Die bundesweite 7-Tage-Inzidenz stiegt auf 108,1. Vor einer Woche lag der Wert noch bei 86.

Das Robert-Koch-Institut (RKI) verzeichnet 248 Todesfälle im Zusammenhang mit dem Coronavirus. Damit stieg die Zahl der Toten insgesamt über die Marke von 75.000 auf 75.212.

Corona-Gipfel: Lauterbach dämpft Hoffnung auf Trendumkehr durch Oster-Lockdown - „Dritte Welle wird hart“

Erstmeldung 23. März: Berlin - Die Beratungen zwischen Bund und Ländern vom Montag dauerten bis tief in die Nacht zum Dienstag an. Das Ergebnis der Marathonsitzung: ein knallharter Lockdown über Ostern. Vom 1. bis einschließlich 5. April, also von Gründonnerstag bis Ostermontag, soll das öffentliche, private und wirtschaftliche Leben weitgehend heruntergefahren werden, um die dritte Welle der Corona-Pandemie zu brechen.

Corona in Deutschland: Bund und Länder beschließen Oster-Lockdown

Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nannte den Oster-Lockdown bei der Pressekonferenz im Anschluss an den Corona-Gipfel eine „Ruhephase“. Neben dem, bis auf Karsamstag, geschlossenen Handel sollen private Zusammenkünfte auf den eigenen Haushalt und einen weiteren Hausstand, jedoch maximal fünf Personen beschränkt werden. Ansammlungen im öffentlichen Raum werden dem Beschluss zufolge über Ostern generell untersagt. Die harten Maßnahmen sollen zudem durch mehr Tests begleitet werden. Bund und Länder wollen Corona-Tests für Schüler, Lehrkräfte und Kita-Beschäftigte ausweiten und streben „baldmöglichst zwei Testungen pro Woche“ an.

Wo bereits Außengastronomie geöffnet hat, muss sie für diese fünf Tage wieder geschlossen werden. Kirchen und Religionsgemeinschaften werden gebeten, an Ostern nur Online-Angebote für die Gläubigen zu machen. Lediglich Impf- und Testzentren sollen offen bleiben. Zudem soll die Anfang März vereinbarte „Notbremse“ bei einer 7-Tage-Inzidenz über 100 konsequent umgesetzt werden. Am Dienstagmorgen meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) eine bundesweite 7-Tage-Inzidenz von 108,1 (Vortag 107,3).

Corona in Deutschland: Lauterbach dämpft Hoffnung auf Trendumkehr - „Dritte Welle wird hart“

„Die Vollbremse zu Ostern plus die Notbremse bis dahin sind ein brauchbarer Beschluss, wirken aber nur, wenn sich alle daran halten“, kommentierte SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach die neuen Corona-Maßnahmen auf Twitter. Es sei entscheidend, ob bis nach Ostern die Strategie des zweimaligen Testens pro Woche in Schulen und Betrieben vorbereitet sei.

Allerdings dämpfte Lauterbach die Hoffnungen auf eine sofortige Trendumkehr durch den Oster-Lockdown. „Bis Ostern und auch kurz danach werden die Fallzahlen wieder steigen. Der kurzen Unterbrechung an den Ostertagen gelingt keine Umkehr aus dem exponentiellen Wachstum“, stellte der SPD-Gesundheitsexperte klar. „Daher gilt weiter: will man die belegt wirksamen Ausgangssperren vermeiden, müssen auch die Betriebe Tests anbieten“, so Lauterbach. Die Testpflicht für Reiserückkehrer aus Mallorca sei sinnvoll. „Ich appelliere an alle, Reisen zu schieben. Wir riskieren jetzt viele Menschenleben, 3. Welle wird hart“, schrieb er weiter.

SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach dämpft die Hoffnungen auf eine Corona-Trendumkehr durch den Oster-Lockdown. (Archivbild)

Corona in Deutschland: Intensivmediziner halten Notbremse und „Ruhepause“ für hart, aber wichtig

Die Intensivmediziner in Deutschland begrüßen die neu vereinbarten Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie ebenfalls. „Die Politik hat erkannt, dass wir in einer schwierigen Phase der Pandemie sind und die Impferfolge nicht gefährden dürfen“, erklärte der Präsident der Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin (DIVI), Gernot Marx, am Dienstag.

Marx sagte, die Zahl der Corona-Intensivpatienten in Deutschland sei zuletzt wieder auf mehr als 3100 angestiegen. Das entspreche etwa den Spitzenwerten der ersten Welle der Corona-Pandemie im Frühjahr 2020. Entscheidungen wie verstärkte Notbremsen und eine „Ruhephase“ über Ostern seien daher zwar hart, aber wichtig. „Nur so können wir das derzeitige exponentielle Wachstum der Inzidenzen wieder verlangsamen - und auch nur so sehen wir Intensivmediziner in einigen Wochen wieder weniger Patienten auf den Intensivstationen“, erklärte Marx. (ph)

Rubriklistenbild: © picture alliance/dpa/dpa/Pool/ Michael Kappeler

Auch interessant

Kommentare