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Ende der Maskenpflicht: So stehen die Deutschen tatsächlich zur neuen Regel

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Von: Martina Lippl

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Supermarkt: Eine Frau steht mit FFP2-Maske vor einem Kühlregal.
FFP2-Maske beim Einkaufen? In vielen Supermärkten in Deutschland können Kundinnen und Kunden die Maske weglassen. © Manfred Segerer/imago

Nach mehr als zwei Jahren fällt die generelle Maskenpflicht in Deutschland. In einem Bereich wollen viele Deutsche die Maske freiwillig weiter tragen - so das Ergebnis einer Umfrage.

Berlin – Im Supermarkt, beim Geldautomaten oder im Baumarkt – seit dem Frühjahr 2020 war das Tragen einer Maske beim Einkaufen Pflicht in Deutschland. Eine FFP2-Maske in der Tasche gehörte wie der Haustürschlüssel oder das Handy für viele einfach dazu. Die meisten hatten wohl immer eine Ersatz-Maske parat, wenn beispielsweise der Gummi mal reißt.

Nun ist die Maskenpflicht im großen Stil gefallen. Beim Shoppen können Kundinnen und Kunden auf die Maske in großen Teilen Deutschlands verzichten. Rewe, Lidl, Aldi und Edeka, Ikea, der Buchhändler Thalia oder den Textilketten H&M und Primark dürfen alle ohne eine Mund-Nasen-Bedeckung rein. Die großen Ketten verzichten vorerst auf eine Maskenpflicht per Hausrecht.

Umfrage: Viele wollen weiter Maske tragen

Dennoch ist die Masken bei vielen Deutschen beliebt – zumindest beim Einkaufen. Eine deutliche Mehrheit - 63 Prozent – wollen freiwillig eine FFP2-Maske oder OP-Maske weiter tragen. Das ergab eine Umfrage des Meinungsforschungsinstituts INSA im Auftrag für Bild am Sonntag. Keine Maske mehr im Supermarkt tragen wollen demnach 29 Prozent der Befragten. Acht Prozent seien noch unschlüssig gewesen. Im Rahmen der INSA-Umfrage seien 1.000 Personen am Freitag befragt worden.

Ein ähnliches Stimmungsbild spiegelt sich in einer anderen Umfrage zum Ende der Corona-Schutzmaßnahmen wider: 58 Prozent der Befragten zeigten sich besorgt über das Auslaufen der Maskenpflicht an den meisten Orten oder der 2G- und 3G-Maßnahmen, wie aus einer am Freitag veröffentlichten Erhebung des Instituts Yougov hervorgeht. 38 Prozent sorgen sich darüber nicht, fünf Prozent machten keine Angaben.

Hotspot-Regel in Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern

Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern haben sich zum Corona-Hotspot erklärt. Dort muss beim Einkaufen weiter eine Maske getragen werden. In Hamburg ist eine FFP2-Maske beim Shoppen weiter Pflicht. In Mecklenburg-Vorpommern genügt eine OP-Maske. Nur diese beiden Länder haben die Hotspot-Regel des neuen Infektionsschutzgesetzes genutzt.

Supermarkt: Eine Frau steht mit FFP2-Maske vor einem Kühlregal.
FFP2-Maske beim Einkaufen? In vielen Supermärkten in Deutschland können Kundinnen und Kunden die Maske weglassen. © Manfred Segerer/imago

Auch wenn in den anderen Bundesländern die Maskenpflicht generell wegfällt - können Geschäfte im Einzelhandel oder auch andere Einrichtungen per Hausrecht das Maskentragen durchsetzen. In einer Umfrage des Handelsverbands Bayern unter Einzelhändlern gab eine knappe Mehrheit an, das Ende der Maskenpflicht für falsch zu halten (50,4 Prozent). 39,2 Prozent halten die Abschaffung für richtig. 11,7 Prozent der Einzelhändler in Bayern wollen der Umfrage zufolge in ihren Geschäften an der Maskenpflicht festhalten, 77,4 Prozent dagegen nicht Masken per Hausrecht vorschreiben.

Lauterbach ruft zum freiwilligen Tragen der Maske auf

Virologe Christian Drosten empfiehlt vor allem Risikopatienten unbedingt weiter eine Maske zu tragen. Auch die Frankfurter Virologin Sandra Ciesek rät zum Maskentragen in schlecht belüfteten Innenräumen. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) empfiehlt trotz des Wegfalls der meisten Corona-Beschränkungen weiter Masken in Innenräumen zu tragen. Er werde dies etwa beim Einkaufen tun, „das rate ich auch jedem Bürger“, sagte der SPD-Politiker im „Interview der Woche“ des Deutschlandfunks. „Das Risiko, sich zu infizieren, ist selten höher gewesen als jetzt“, machte der Minister deutlich. Aus medizinischer und epidemiologischer Sicht hätte er eine Maskenpflicht und andere Schutzregeln für richtig gehalten, rechtlich sei es deutschlandweit aber nicht mehr möglich gewesen. Indes geht die bundesweite Corona-Inzidenz an diesem Montag leicht zurück. (ml)*Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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